Was, wenn Commodore nie pleite gegangen / Tramiel bei Commodore nicht gefeuert worden wäre?

  • strik schrieb:

    Unter den "paar anderen" befand sich übrigens auch Ensoniq (de.wikipedia.org/wiki/Ensoniq), die Firma von Bob Yannes.
    Die guten Leute, die innovative Ideen hatten aber Tramiel mit irgendetwas kamen, dass er nicht nachvollziehen konnte , oder wollte, wurden rausgemobbt oder entlassen.
    Das MOS zuwenig gepusht wurde sieht man schon daran dass man den Z80 für den C128 zugekauft hat, anstatt einen kompatiblen eigenen Prozessor zu entwickeln,den man hätte auch gut hätte anderstweitig verkaufen können siehe z.B. Hitachi [u]HD64180en.wikipedia.org/wiki/HD64180.[/u]
  • Man kann auch das ganz gut an den Chips des Amigas sehen.
    Während alle Firmen versucht haben die vielen Chips zu einem zusammen zu fassen, hatte MOS/C= dies anscheinend für unnötig gehalten. So konnten sie irgendwann den Preis nicht weiter senken. Bzw. mussten die Chips von Anderen herstellen lassen, da sie zu komplex wurden.
    Neo Geo AES 3-4 || Apple IIe || C64 ASSY 250425 || A500+ || A1000 (GB-Edition) || A3000D rev.9.01 || A4000D rev.B
  • Hätte Commodore überhaupt das Geld gehabt, die MOS Chipfarbrikation zu modernisieren? Wenn ich so sehe, was z.B. AMD an Geld in die Hand nehmen musste, um eine neue FAB, die noch kleinere Chipstrukturen herstellen konnte, zu bauen... da hat zuletzt wohl Intel die größere Puste im Milliardenspiel gehabt.
  • echo schrieb:

    C= war mal der zweitgrößte IT-Player, gleich hinter IBM. Da sollte doch etwas Geld für die Modernisierung über sein.
    Da gibt es aber einen Unterschied. Commodore hat in Massen produziert, aber die Gewinnmargen waren wohl eher gering. Wie war der Spruch noch? ...Computers for the masses not the classes.
    Sowas hatte IBM nicht nötig. Für einen verkauften IBM hätte Commodore ein Dutzend Rechner verkaufen müssen, um auf die gleiche Gewinnmarge zu kommen.
    Vergleiche dazu heute mal Apple und Samsung im Handymarkt. Samsung verkauft zwar "viel" mehr Handys, den viel größeren Gewinn heimst aber Apple ein.
  • MaTel schrieb:

    Hätte Commodore überhaupt das Geld gehabt, die MOS Chipfarbrikation zu modernisieren? Wenn ich so sehe, was z.B. AMD an Geld in die Hand nehmen musste, um eine neue FAB, die noch kleinere Chipstrukturen herstellen konnte, zu bauen... da hat zuletzt wohl Intel die größere Puste im Milliardenspiel gehabt.
    Ein Atari-Manager hat sich mal in einem späteren Interview heftig über Commodore und ihr damalige Preispolitik beschwert, weil sie mit Dumping-Preise und geringen Margen der Konkurrenz das fürchten lernten, lt. dem Atari-Manager hätte Commodore eigentlich auch höhere Preise verlangen können und viel kräftiger verdienen können, aber Commdore war es wichtiger die Konkurrenz zu besiegen als richtig Kohle zu machen. Als Beispiel nannte er auch die frühe Einführung des C64 zu einer Zeit als sich der VC20 noch sehr gut verkaufte und dann wurde der C64 für die Hälfte des damalige Atari 800 angeboten, obwohl er leistungsfähiger war ....

    Evtl. war ja auch das der Grund warum Commodore nie richtig für die Zukunft investieren konnte, man hat einfach viel zu wenig verdient damit man Geld für Neuentwicklungen oder auch in die MOS-Fabrik zu investieren, MOS war damals nicht schlechter wie Motorola, Zilog oder Intel aufgestellt, aber nach dem 6502 kam einfach nichts mehr, obwohl der 6502 in seine Verwandten fast in jedem Heimcomputer verwendet wurde.

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  • MaTel schrieb:

    echo schrieb:

    C= war mal der zweitgrößte IT-Player, gleich hinter IBM. Da sollte doch etwas Geld für die Modernisierung über sein.
    Da gibt es aber einen Unterschied. Commodore hat in Massen produziert, aber die Gewinnmargen waren wohl eher gering. Wie war der Spruch noch? ...Computers for the masses not the classes.Sowas hatte IBM nicht nötig. Für einen verkauften IBM hätte Commodore ein Dutzend Rechner verkaufen müssen, um auf die gleiche Gewinnmarge zu kommen.
    Vergleiche dazu heute mal Apple und Samsung im Handymarkt. Samsung verkauft zwar "viel" mehr Handys, den viel größeren Gewinn heimst aber Apple ein.
    C= war der zweitplatzierte beim Gewinn und zwar nach steuern. Womit die Ihren Gewinn machen ist damit egal, nur dass sie eben ein dickes plus auf ihrem Konto über hatten.
    Wenn ich jetzt noch wüste wo ich das gelesen habe, würde ich das auch glatt belegen...

    Ezeyer schrieb:

    Evtl. war ja auch das der Grund warum Commodore nie richtig für die Zukunft investieren konnte, man hat einfach viel zu wenig verdient damit man Geld für Neuentwicklungen oder auch in die MOS-Fabrik zu investieren, MOS war damals nicht schlechter wie Motorola, Zilog oder Intel aufgestellt, aber nach dem 6502 kam einfach nichts mehr, obwohl der 6502 in seine Verwandten fast in jedem Heimcomputer verwendet wurde.
    Deren Tatktik war wohl eine arme kleine Firma aufzukaufen und ihr Produkt zu vermarkten bis es quitscht. Danach zur nächsten Übernahme. Nur kam nach Amiga wohl irgendwie nichts mehr, was man zu nem Homecomputer/Console verwursten konnte und in Schieflage stand.
    Neo Geo AES 3-4 || Apple IIe || C64 ASSY 250425 || A500+ || A1000 (GB-Edition) || A3000D rev.9.01 || A4000D rev.B

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  • So gut können die nicht verdient haben, das halte ich für ein Gerücht.

    Wo sollen all die Milliarden den geblieben sein? Wie viel Mitarbeiter hatte Commodore den sagen wir 1986 im Vergleich zu IBM?

    Vergleichen wir das mal mit BOSCH, die haben 375000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 70 Mrd Euro gemacht, IBM liegt aktuell auch in einem ähnlichen Rahmen. Laut Wikipedia lag Commodore selbst in den besten Jahren 1984/1990 bei gerade etwas über 1 Mrd US Dollar - das ist doch im Vergleich lächerlich.

    Was IBM angeht haben die riesige Großrechner und Supercomputer gebaut, Commodore ihre 8Bit PET und CBMs. Das ist für mich eindeutig eine andere Liga.

    Micha
  • echo schrieb:

    Deren Tatktik war wohl eine arme kleine Firma aufzukaufen und ihr Produkt zu vermarkten bis es quitscht. Danach zur nächsten Übernahme. Nur kam nach Amiga wohl irgendwie nichts mehr, was man zu nem Homecomputer/Console verwursten konnte und in Schieflage stand.
    Wie ist es eigentlich zu erklären das 6502er und erst der 65816 auch von anderen Herstellern kamen. Hat Commodore die Patente zum 6502 verkauft oder waren die da schon ausgelaufen ?

    Micha
  • MGR3SA schrieb:

    Was IBM angeht haben die riesige Großrechner und Supercomputer gebaut, Commodore ihre 8Bit PET und CBMs. Das ist für mich eindeutig eine andere Liga.
    Schon, aber nicht nur vom Preis, sondern auch von den Stückzahlen her. Das könnte sich also deutlich relativieren.

    MGR3SA schrieb:

    Wie ist es eigentlich zu erklären das 6502er und erst der 65816 auch von anderen Herstellern kamen. Hat Commodore die Patente zum 6502 verkauft oder waren die da schon ausgelaufen ?
    Der 65816 kommt von WDC, nicht von MOS (nachdem die bei MOS herausgeekelten Chipdesigner eine eigene Firma gegründet hatten).
    Yes, I'm the guy responsible for the ACME cross assembler
  • MGR3SA schrieb:

    Hat Commodore die Patente zum 6502 verkauft oder waren die da schon ausgelaufen ?
    Das hatte ich in Post 240 versucht, zu erklären. Die MUSSTEN die lizenzieren/freigeben.

    echo schrieb:

    C= war mal der zweitgrößte IT-Player, gleich hinter IBM. Da sollte doch etwas Geld für die Modernisierung über sein.
    Laut Wikipedia hat Commodore (weltweit) in den Jahren 83 – 92 immer rund 1 Mrd. $ pro Jahr umgesetzt. Im Jahre 1983 war Commodore Marktführer bei professionellen PCs (17% Marktanteil bei Stückzahlen, 25% beim Umsatz). Apple kam auf Platz 2 (14% nach Stückzahlen, 16,5% beim Umsatz), IBM auf Platz 3 (11,5% nach Stückzahl aber nur Platz 6 beim PC-Umsatz: 4,5% Marktanteil). Commodore hat also für damalige Verhältnisse wahrscheinlich wirklich nicht schlecht verdient – zumindest wenn man sich nur den Bereich "Business-PCs" anguckt.

    Wirklich lustig wirken aus heutiger Perspektive die damaligen Stückzahlen: 14.500 Rechner per Anno reichten für Commodores ersten Platz, Apple kam mit 12.000 auf den zweiten.

    IBM hatte 1985 rund 400.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 50 Mrd. $ (6,5 Mrd. Gewinn). Die haben ihr Geld anfangs nur wenig dem PC-Markt zu verdanken, sondern ihre Umsätze vorwiegend mit Großrechnern und Software generiert. Aber das sind nun mal je nach Jahr das 50-fache im Vergleich zu Commodore (die im Gegensatz zu IBM zudem kaum Steigerungsraten vorweisen konnten).

    Jetzt noch Zahlen vom Konkurrenten auf Platz 2 der PC-Charts – Apple: '83: 1 Mrd., '86: 2 Mrd., '88: 4 Mrd., '93: 8 Mrd. Man sieht also schon mal ein Problem von Commodore damals: Sie waren eine Zeit lang PC-Marktführer und haben damit auch gut Geld verdient aber im Vergleich zu Gesamt-IBM waren sie eher klein und im Gegensatz zu Apple stagnierten sie umsatzmäßig fast ein Jahrzehnt, während Apple in der Zeit seinen Umsatz ver-8-facht hat.