8371 im Amiga 2000?

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema, welches 4.821 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. Februar 2016 um 10:34) ist von Wiesel.

  • Hallo,

    Weiß zufällig jemand ob der A2000 Rev 6.2 mit einem 8371 startet ?
    Hab ein neues Board erstanden, leider nur teilbestückt.
    Den 8372a bekomme ich aus dem A500 nicht raus, hab keinen Puller.
    Hab bei den Löchern probiert, rührt sich nix.
    Jetzt wollte ich für einen Funktionstest einen 8371 einsetzen.
    Ist das möglich?

  • Kann sein, daß er nicht stabil läuft, aber zum Test müsste es gehen.

    Ich denke ich habe irgendwo noch ein paar 8372A rumliegen (und keine Ahnung ob die noch funktionieren). Ich könnte dir davon einen abgeben wenn du willst.

  • Achja... Wenn du einen 8371 im A2000 nehmen willst und da vorher ein 8372A drin war, dann musst du den Jumper neben dem AGNUS (J102) wieder schliessen. Beim 8372A muss der für PAL offen sein, beim 8371 ist das ein Test-Pin der mit GND verbunden sein muss.

    Wegen eines 8372A melde dich per PM mit deiner Adresse dann geh ich mal suchen.

  • O.k. Mit dem Jumper muss ich testen. Gehe davon aus das ein 8372 drin war.
    Angeblich soll das Board laufen nur kein Diskettenzugriff. Das sollte aber hinzukriegen sein. ^^

  • Kann sein, daß er nicht stabil läuft,

    Einspruch. Der 8371 ist ebenso stabil wie ein 8372. Das Timing ist identisch, das Pinout is (bis auf den benannten PAL/NTSC vs. Test-Pin) identisch. Lediglich der OCS-Agnus für NTSC, also der 8370, hat leicht andere Timings, aber das ist für die Stabilität nicht relevant, sondern nur für das Design von Turbokarten. Die sind aber hier gar nicht das Thema.

    Aus meiner Sicht also null Risiko - Jumper richtig setzen, dann läuft die Kiste (wenn der Rest in Ordnung ist).

    Jens

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  • Der 8371 hat ein Bit zuwenig im Refreshzähler für die auf der 6.2 verwendeten 256Kx4 DRAMs.

    Solange der Bildschirm-DMA läuft sollte das egal sein, aber es sind eben Betriebsmodi möglich in denen der Refresh nicht ausreicht.

  • Soll ja auch kein Dauerzustand werden. Wenn ich weiss das das Board läuft werde ich ihn gegen einen 8372 tauschen.
    Danke für die Infos

  • Der 8371 hat ein Bit zuwenig im Refreshzähler für die auf der 6.2 verwendeten 256Kx4 DRAMs.

    Solange der Bildschirm-DMA läuft sollte das egal sein, aber es sind eben Betriebsmodi möglich in denen der Refresh nicht ausreicht.

    Jein - hier ist wirklich Einzelfallprüfung erforderlich. Viele Leute wissen nicht, dass die Entwicklung der RAMs recht designerfreundlich gelaufen ist: Wenn ein Design für 4164er oder 41464er ausgelegt war (wie das beim A1000 der Fall war), dann gab es nur 8 Bits für den Refresh-Counter.

    Die Nachfolger 41256 hatten von den allermeisten Herstellern auch nur die Notwendigkeit eines 8-Bit Refresh-Zählers. Die Megabit-Versionen dieser Chips (414256) waren AFAIK unterschiedlich: Einige brauchten 8 Bits Refresh, einige brauchten 9 Bits. Daher die Anforderung "Einzelfallprüfung", denn bei Commodore wurde imemr genau das verbaut, was der Einkauf gerade billig bekommen hat.

    Ich hatte ja mal bei 8375 'rausgemessen, dass die vollen 10 Bits beim Refresh gezählt werden. Da frage ich mich ob man nicht Logik gespart hätte, wenn man den Refresh als CAS-before-RAS ausgelegt hätte. Es gibt nämlich RAMs, die ein paar CbR-Zyklen brauchen, um überhaupt zu funktionieren. Die bekommt man im Amiga als Chipram überhaupt nicht ans Laufen.

    Jens

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  • Die Nachfolger 41256 hatten von den allermeisten Herstellern auch nur die Notwendigkeit eines 8-Bit Refresh-Zählers. Die Megabit-Versionen dieser Chips (414256) waren AFAIK unterschiedlich: Einige brauchten 8 Bits Refresh, einige brauchten 9 Bits.

    Hm, da sind mir noch keine untergekommen. Alle Datenblätter zu 256Kx4 DRAMs die sich bisher in den Händen hatte sprachen von 9 Bit / 512 Zyklen Refresh. Muss natürlich nichts heissen, damals gab es viele Hersteller von diesen RAMs.

    Wegen CAS-before-RAS-Refresh. Ich nehme an, die haben beim 8372/8375 einfach den Zähler mit etwas Logik erweitert und fertig. So sparte man sich Änderungen am CAS/RAS-Generator. Dieser Teil der Logik stammte schliesslich noch aus dem originalen Design das Commodore damals gekauft hat. Wahrscheinlich hatte keiner Lust auf multiple Revisionen bis es fehlerfrei läuft. Zusätzliche Bits im Refreshzähler dürften einfacher sein.

  • passt ein 8375 auch in ein rev6.2 board ?. Ist was zu beachten ?

    Welcher 8375 genau? Von dem gab es mehrere Pinouts. Poste mal die Teilenummer incl. Revision die da auch noch draufstehen sollte.

  • Such mal nach der 318069-16 mit Google, dann findest du ein PDF als eines der ersten Resultate.

    Laut diesem PDF müsste der 318069-16 gehen, aber braucht, je nach Platine, etwas zusätzliche Arbeit.

  • Danke habe schon gefunden. Leider ist mir der Sinn der 8375 noch nicht ganz klar.
    In meinem 3000 werkelt ein 8372b und der hat schon 2mb chip.

  • Mir ist auch nicht ganz klar, warum Commodore den 8375 gebracht hat, der 8372A und 8372B deckten eigentlich schon alles ab. Haben sie aber und dann noch verschiedene Pinouts...

  • Vbb!

    Die Bias-Spannung wird bei dieser Chip-Generation eigentlich immer on-chip generiert. Da jedoch insbesondere der Blitter gern mal Ärger macht, wenn die negative Bias-Spannung nicht ganz sauber ist, hat Commodore etwas gemacht, was für damalige Verhältnisse "pretty sophisticated" war: Sie haben die Bias-Spannung nach außen auf einen Pin gelegt, damit man sie mit einem externen Kondensator stützen kann. Heutzutage ist sowas normal, aber damals war es einfach neu.

    Da man am Ende nur ein Silizium herstellen wollte, hat man das Teil "entweder so, oder so" gebondet, weil mehr als 84 Pins nötig gewesen wären, um alle Features in die Außenwelt zu verlegen. Es gibt neben dem Vbb-Pad auch ein PAL/NTSC-Pad, das "hart verbondet" ist (schön auf Röntgenaufnahmen zu sehen), und es gibt ein 14MHz-output-pad, das jedoch nie in die Außenwelt gelegt wurde (offenbar hat man schon zu ECS-Zeiten mit 14 MHz Prozessortakt geliebäugelt).

    Und irgendwann kam AGA - Alice hat dabei den Vbb-Pin geerbt.

    Jens

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  • Da jedoch insbesondere der Blitter gern mal Ärger macht, wenn die negative Bias-Spannung nicht ganz sauber ist, hat Commodore etwas gemacht, was für damalige Verhältnisse "pretty sophisticated" war: Sie haben die Bias-Spannung nach außen auf einen Pin gelegt, damit man sie mit einem externen Kondensator stützen kann. Heutzutage ist sowas normal, aber damals war es einfach neu.

    Hm, interessant... Aber was hatte sich geändert? Bis zu diesem Zeitpunkt funktionierten die 837x doch auch ohne den Vbb-Trick problemlos? Oder konnte man so den Yield erhöhen?

  • Hm, interessant... Aber was hatte sich geändert? Bis zu diesem Zeitpunkt funktionierten die 837x doch auch ohne den Vbb-Trick problemlos? Oder konnte man so den Yield erhöhen?

    Genau darum ging's: Der Yield war bei den 2MByte-Versionen geringer, und dafür brauchte man eine Lösung. Im A600 sind übrigens immer die Vbb-Versionen verbaut, jedoch hatte das Layout-Team noch eine Vorab-Information mit dem Pinout, welches die 14MHz nach außen führt. Auf genau dem Pin ist aber am Ende das Vbb-Potential gelandet, was dazu führt, dass man am 14MHz-Pin des Trapdoor-Slots eine negative Spannung misst.

    Nun gibt es offenbar auch Alterungseffekte: Ich habe mehrere 8375-Agnus hier, die im "Standard" A600 bzw. A500plus nicht mehr funktionieren. Legt man 100nF zwischen Vbb und GND, so funktionieren die Chips problemlos.

    Logische Konsequenz für mich: Auf der nächsten A604n werde ich einen Kondensator vorsehen, der Vbb-Stütze ist. Da ist jetzt ohnehin ein neuer Produktionslauf nötig (frisch ausverkauft...)

    Jens

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  • Wo wir gerade drüber reden... Aus Ebay Beifang habe ich ein paar 8375, aber trotz der Liste im Netz ist mir unklar wofür die wirklich verwendbar sind. Weiss das hier jemand definitiv?

    8375 390544-01
    8375 318069-10

    Was man mit den 8371 und den 8372A anfangen kann die da auch dabeiwaren ist mir hingegen klar. :)