OUT OF MEMORY ERROR IN 0

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 3.563 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. Januar 2016 um 21:15) ist von konsolero.

  • Hallo,

    ich habe gerade einen Patienten aus England, bei dem ich einen RAM-Defekt vermute, aber hier mal die Antworten auf die Grundfragen:

    Punkt 1:
    Die Platinenversion ist sehr Wichtig für korrekte Hilfe. Bei Commodore Platinen steht meist ASSY gefolgt von einer Nummer drauf, die wollen wir wissen.
    ASSY 250407
    Made in England, 1983

    Punkt 2:
    Ist das Gerät modifiziert oder noch Orginal? eventuell andere ROM´s drin?
    Original, keine Modifikationen

    Punkt 3:
    Ist das Netzteil Orginal oder schon mal durch ein anderes ersetzt worden?
    Original, mit anderen C64 getestet

    Punkt 4:
    Tritt der Fehler nur auf wenn Zusatzhardware angeschlossen ist?
    Nein, permanenter Fehler

    Punkt 5:
    Tritt das Problem sporadisch auf oder ständig?
    ständig

    Punkt 6:
    Werden irgendwelche Chips besonders heiss? so das man sich fast die Finger dran verbrennt?
    nein

    Punkt 7:
    Hat der Fragesteller ein Multimeter und weiss wie das benutzt wird?
    (Die billigen 5-Euro Multimeter reichen für diesen Job aus)
    ja

    Punkt 8:
    Hat der Fragesteller irgendwelche Erfahrungen im Löten? wenn nicht gleich sagen.
    ja

    Punkt 9: Reagieren Laufwerke korrekt auf Ladebefehle, mit LED-Blinken oder gar nicht?
    ja, load"$",8 funktioniert einmal nach Neustart
    ------------------------------------------

    Gleich nach dem Einschalten kommt - ohne die 2 Sekunden Ramtest-Verzögerung - gleich die Meldung:
    OUT OF MEMORY ERROR IN 0
    Der Cursor blinkt.
    Auf dem Bildschirm erscheinen auf bestimmten Positionen bestimmte Zeichen wie z.B. ! oder ",
    die sich weder mit SPACE überschreiben noch durch CLR SCR entfernen lassen.
    Diese Zeichen lassen sich durch bestimmte Werte überschreiben, wie z.B. "ungerade Zahlen",
    Gerade Zahlen werden dort sofort zu ungeraden Zahlen, als wäre BIT-0 dort immer gesetzt :sad:

    Die Bildschrimfarbe lässt sich poken (53280/53281) und der SID gibt Laut (z.B. Wellenform 54272+4, 17)
    LOAD"$",8 funktioniert einmalig nach Kaltstart und lässt sich auch listen.
    Wird der LOAD wiederholt, kommt ständig: OUT OF MEMORY ERROR. Auch NEW bringt nix.

    Variablenzuweisungen funktionieren nicht richtig. A=0 geht, S=0 bringt eine undefinierbare Meldung, S=54272 führt zu einem CPU JAM.

    Für mich als Laie sieht das nach einem RAM-Defekt aus. Welche Speicherstellen alles betroffen sind, lässt sich schwer ermitteln,
    da sich erstmal kein Programm vernünftig laden lässt.
    Der I/O-Bereich scheint intakt zu sein sowie CIA1/2, da Cursor blinkt und LOAD zumindest einmal erfolgreich lädt.

    Ich hab versucht, den Patienten mit nem Easyflash3-Modul zu starten, aber das geht auch in die Hose (siehe Screenshots).

    Ich benötige Hilfe zum Ermitteln der defekten RAM-Bausteine.
    Kann mir da jemand helfen?

  • Danke für die schnelle Antwort/Gegenfrage, aber leider keine Ahnung.
    Wo sind diese MT RAMs zu finden bzw. wo muss ich genauer abfotografieren?

  • Ausrufezeichen deuten auf defektes Bit 0 hin, Anführungszeichen auf defektes Bit 1, d.h. die beiden Chips U21 und U9 sind auf jeden Fall karpott. Wenn Du die problematischen MT-RAMs auf dem Board hast, tausch am besten gleich alle acht.

    Yes, I'm the guy responsible for the Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. cross assembler. And some Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

  • Auch wenn nur zwei defekt sein sollten ist die Ausfallwarscheinlichkeit gerade bei MT RAM so hoch das man am besten alle tauscht. Achja nicht vergessen Sockel einzubauen ^^

  • Bei Pollin gibt es billigen Ersatz, da muss man allerdings 2 Pins brücken.

    Wem ein leeres EPROM fehlt, braucht ein EPROM-Lösch-Gerät

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  • Genaue RAMs und welche Pins man verbinden muss siehe:
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    Einmal editiert, zuletzt von tulan (22. Januar 2016 um 13:11)

  • Vielen Dank für die Infos!

    1) Als Sockel wäre dann also ein 16-poliger (Abstand 7,62, RM 2,54) der richtige ?
    2) Die Überbrückung würde ich dann direkt am Sockel vornehmen. Also die oberen beiden Pins an der Nase, korrekt ?
    3) Was ist da eher zu empfehlen, ne Präzisionsfassung oder eine mit Klammern ?
    4) Gibt es eine Übersicht, welcher RAM Baustein für welchen Adressbereich zuständig ist, also z.B. U9 = $0000 - $2000 ?

  • Alle RAM-Bausteine sind für den kompletten Adressbereich zuständig, die acht Bits jedes Byte werden auf die acht RAM-Bausteine aufgeteilt. Siehe Beitrag 5: Sobald man weiß, welches Bit defekt ist, weiß man auch den Baustein - die Adresse ist dafür unerheblich.

    EDIT: Hier die entsprechende Übersicht (von Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. ganz am Ende):

    Yes, I'm the guy responsible for the Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. cross assembler. And some Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

    2 Mal editiert, zuletzt von Mac Bacon (23. Januar 2016 um 12:25)

  • Okeydokey.
    Mac Bacon: Danke für die Übersicht.
    Gerrit: Danke für den Tipp, so werd ich's machen.

    Die Bestellung ist raus :wink:

    Zwickt man beim Auslöten generell die Beinchen ab und lötet die PINs einzeln raus?

    Und Danke Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. für den Tipp mit Pollin :wink:

  • Zwickt man beim Auslöten generell die Beinchen ab und lötet die PINs einzeln raus?

    Wenn du die Platine schonen willst und dir die Chips egal sind ist das die beste Methode.

    Ich hab einen Seitenschneider der fein genug ist, daß ich die Pins direkt am IC abknipsen kann.

    Den hier um genau zu sein: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Ich würd mal die beiden Rams tauschen und dann mal einen Ramcheck durchlaufen lassen.
    Wenn die anderen noch ok sind, warum sollte man sie dann tauschen ? (oder schlimmer: rauszwicken und somit zerstören ?)
    Kann man dann ja später immer noch mal machen, falls mal wieder ein Ram hin wird.
    Ist ja nicht so wie bei einer Reparatur am Motor eines Autos, daß man Stunden bräuchte um die Platine aus einem 64er rauszuholen ;)

  • Wie Gerrit schon sagte sind die MT RAMs sowieso laufend am Sterben. Warum also wegen der 8 Sockel mehrmals herumdoktern?
    Man muss die Platine dann nicht so oft aus dem Gehäuse nehmen, das würde sonst umnötig (Schrauben, Haltenasen, ...) oft belastet werden.

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.: Nichts zu danken, der Tipp ist von Gerrit!

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  • So, die RAMs und Sockel sind da.

    Aber kann mir jemand sagen, was an Pin 8 (also der unten links, wenn man von der Oberseite aus draufschaut)
    so besonders ist?
    Ich krieg den ums Verrecken net frei.
    Der Pin ist zwar weg, aber bei allen beiden, wie ich grad tauschen will bleibt das Loch zu.
    Da kann ich draufhalten bis das Board zu flüssiger Lava wird :evil:

  • Pin 8 ist die +5V-Leitung. Wenn die dicker(=breiter) ist, kann es passieren, dass man nicht genug Hitze da rein bringt, damit das Zinn richtig flüssig wird.
    Dies ist besonders bei Versorgungs- und Massepins der Fall.

    Man bekommt das Zinn zwar so weich, dass man den Pin vom IC rausgezogen bekommt, um das Loch dann frei zu bekommen, reicht es nicht.

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. :wink:
    Strom macht klein, schwarz und hässlich. :strom:

  • Puh. Endlich gesockelt. Zumindest die 2 Defekten. Er läuft wieder! :thumbsup:
    Die restlichen 6 kommen dran, wenn's nötig ist. :D

    Vielen Dank an alle für die Tipps!
    :ilikeit: