Amiga 1200 Elkos

  • Amiga 1200 Elkos

    Hallo Amigaprofis!

    Ich habe bei der Sammelauktion für die Amiga 1200 mitgemacht und habe folgende Fragen, da ich sobald wie möglich die Elkos tauschen möchte.

    1. Welche Kondensatoren eigenen sich am besten als Ersatz für die alten Elkos, die aus dem Amiga 1200 entfernt werden sollten?
      Es gibt viele verschiedene Anleitungen und Videos im Netz. Manche verwenden Keramikkondensatoren, andere Tantalkondensatoren?
      Oder sollte man am besten wieder hochwertige Elkos verbauen?
    2. Gibt es eine Liste mit den gängigen Typen, die es zu wechseln gibt? Vielleicht gleich eine Reichelt Liste?
    Um sachdienliche Hinweise und Tipps wäre ich sehr froh.
    :amiga:

    PS: Sollte man auch die Elkos im Netzteil tauschen?
  • Mann muss übrigens aufpassen, das austauschen ist schön und gut aber der Klang und das Videosignal können dann abweichen.
    Vor allem die Klangqualität leidet teilweise erheblich
  • Nimm Kerkos, für mich überwiegen die Vorteile (einfach zu verlöten, kein erneutes auslaufen möglich, kein verpolen möglich, Elkos sind beim einlöten empfindlicher) bei weitem! Ich hab weder beim Bild Störungen, noch höre ich keinen Unterschied beim Ton!

    Beim Videosignal kann es vorkommen das der FBAS Ausgang Probleme macht, passiert aber eher selten, die angeblichen Probleme mit dem Ton halte ich für erfunden.. Ich hab bisher mehr Pads durchs ablöten gekillt. Die Methode mit dem abdrehen der Kondensatoren klappt wirklich gut, vorsichtig muss man dabei trotzdem sein.
  • Der Klang dürfte sich mit einem Austausch wieder zu 100% normalisieren. Mit den originalen 20 Jahre alten auslaufenden, -trocknenden SMD Elkos kann der Klang schnell hochtönig und (daher) sibilant ("zischend") herauskommen, wie bei meinem A1200 vor dem Elkotausch.
    Jeder Austausch gegen neue (Keramik) Kondensatoren ist da also eine 1000%ige Verbesserung ;).


    Unabhängig von alten oder neuen Elkos:
    Der A1200 in der allerersten Rev.1A hatte ein out-of-factory Problem (andere -etwas zu gerninge- Widerstandswerte zweier Widerstände) beim Soundputput, es übersteuerte.. .
    Wenn man so ein Rev.1A Board hat, sollte man sich evtl. 'mal schlau machen, wie man das fixen kann.
    Da gab's 'mal ein aufwändig gestaltetes YT Vdeo dazu. Hier (A1200 Board Rev.1A outputgain problem + fix): Link
    ' war Anfang 2000 schonmal unter dem Kennnamen 'c64fan' hier unterwegs.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CommieSurfer ()

  • Mal eine Frage zu den 100µF Kondensatoren im Amiga 600 und 1200: laut Amigawiki werden 16V Kondensatoren gebraucht, bei Reichelt gibt es die als Kerkos aber nur in 6,3V. Im A1K-Forum steht, dass man die 6,3V problemlos nehmen kann. Im AmigaWiki steht, dass man unbedingt 16V nehmen soll. Was stimmt denn jetzt?
    Zuletzt repariert:
    Philips CM8833-II - Powerschalter getauscht
    Commodore 1901 - Netzfilter getauscht
    Commodore 128 Türkeil
  • Nimm die 16V Typen. Wenn man die 6.3V Typen bei 5V betreibt, haben sie nicht die volle Kapazität.
    Es gibt im A1K.org Forum eine Sammelbestellung zum Thema Kerkos. Da bekommt man die passenden Teile jederzeit.
    Man muss sich natürlich anmelden, im Vorstellungsthread vorstellen etc...

    Bzgl. abdrehen vs. auslöten bin ich noch einer von der Ausdrehfraktion. Wenn ein Elko schön gesifft hat ist es teilweise gar nicht so leicht ihn auszulöten, man kriegt den Zinn schwierig gelöst... Und bevor man eine halbe Stunde rummacht und das halbe Board brät, kann man lieber eben schnell drehen. Aber vorsichtig. Und natürlich nicht einfach nach oben abreißen...
  • spock-79 schrieb:

    Nimm Kerkos, für mich überwiegen die Vorteile (einfach zu verlöten, kein erneutes auslaufen möglich, kein verpolen möglich, Elkos sind beim einlöten empfindlicher) bei weitem!
    Das mit den Kerkos ist bestimmt alles richtig. Für Benutzungs-Amiga's sind sie wahrscheinlich die bessere Lösung. Wenn der Amiga in einer Sammlung aber möglichst im Originalzustand bleiben soll, dann bevorzuge ich doch, wieder SMD-Elko's zu verwenden. Wenn erhältlich und von der Größe her noch passend, dann nehme ich bevorzugt welche mit ein ein paar V mehr. Verpolung ist doch wirklich kein Problem, man kann ja schließlich vorher ein hochauflösendes Foto der Platine machen. Ich denke halt, Elko's kann man in 15 oder 20 Jahren ja mal wieder wechseln. Blöd ist allerdings, das man nicht genau weiss, welche Haltbarkeit die aktuell hergestellten SMD-Elko's des oberen Preissegmants haben.

    Bezüglich 'Abdrehen' der SMD-Elko's: ich bin kein Profi, aber ich habe jetzt ca. 20 Platinen auf diese Art gemacht, kein einziges Pad abgerissen, unabhängig vom Zustand des Boards (stark oder weniger stark ausgelaufene Elko's). Allerdings gilt beim 'Abdrehen' die Regel Nr. 1: NIE (!) ziehen, nur drehen, immer in eine Richtung.
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  • Kugelfisch schrieb:

    Mal eine Frage zu den 100µF Kondensatoren im Amiga 600 und 1200: laut Amigawiki werden 16V Kondensatoren gebraucht, bei Reichelt gibt es die als Kerkos aber nur in 6,3V. Im A1K-Forum steht, dass man die 6,3V problemlos nehmen kann. Im AmigaWiki steht, dass man unbedingt 16V nehmen soll. Was stimmt denn jetzt?
    Wenn Du Dir unsicher bist, dass der 6,3V Typ funktioniert, dann löte zwei 47uF 16V parallel ein.
    Die verkauften 100uF 16V sind oft auch zwei gestapelte Kondensatoren.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HLT ()

  • Bei meinen Elkotauschaktionen habe ich die Elkos auch immer abgedreht. Und zwar folgendermassen.


    Mit eine Flachzange den Elko umfasst und erst 30-45 Grad in eine Richtung und dann 30-45 Grad in die Andere Richtig gedreht. Das habe ich so lange wiederholt, bis die Beinchen am Elko nachgegeben haben und am Elko abgebrochen sind. Je nach Zustand ging das mal nach zwei bis drei Biegungen, machmal dauerte es auch etwas länger.

    Ich rate davon ab den Elko mit roher Gewalt kontinuierlich nur in eine Richtung zu drehen. Weil dadurch könnten sich die Beine aus dem Kondensator herausziehen und miteinander verdrillen. Das wäre eine enorme Belastung für die Lötpads.
  • Ich drehe natürlich auch nicht mit Gewalt, aber halt nur in eine Richtung. Wüsste aber nicht, was drehen in die andere Richtung bringen sollte. Aber es spricht selbstverständlich auch nichts dagegen.
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  • Im Amiga Wiki gibt es eine Elko Liste:
    amigawiki.de/doku.php?id=de:parts:elco_list

    Im A1K Forum gibt es eine Sammelbestellung für die Elkos:
    a1k.org/forum/showthread.php?t=43681&highlight=halbvier
    Wenn man die dort bestellt, sind sie in kürzester Zeit und mit der richtigen Spannungsfestigkeit bei Einem.

    Der Aufruf der Sammelbestellung geht allerdings erst nach erfolgreicher Anmeldung.


    DoReCo #55 am Sa. 16.12.2017

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von war64burnout ()