Atari XC-12 Program recorder ("Datasette")-Klon: Innereien von Commodore-Zulieferer?

Es gibt 25 Antworten in diesem Thema, welches 8.242 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. Dezember 2015 um 18:26) ist von mc71.

  • vorweg: ich hätte wegen dieser kleinen Sache eventuell lieber einen Thread im Unterforum "Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen." aufgemacht, war mir aber wegen des enthaltenen Ebay-Links (der vielleicht in anderen Unterforen unerwünscht ist) unsicher, daher hier - ansonsten bitte verschieben, danke.

    edit cp2: hiermit geschehen, ebay-Links "dieser Art" sind natürlich erlaubt. ;)

    Hallo,
    mir ist eine "Datasette" über den Weg gelaufen, wobei man bei Atari-Zubehör wohl eher von Program Recorder sprechen muss, weil Datasette ja die Commodore-Sprachregelung ist.

    Ich hoffe es ist okay, wenn ich hier ausnahmsweise den ebay-Link poste:

    Bei diesem Recorder fiel mir auf:
    - auf der Verpackung ist ein "PM 4402-C" abgebildet, erkennbar an der Form des Kassettenfachdeckels (trapezähnlich), mit Gehäusefarbe beige (passend für C64 / VC20 usw.)

    - innen drin ist aber ein Gerät im typischen Anthrazit-Grau mit dem typischen ovalen Fenster der Atari XC-12.
    Der Begleittext auf der Schachtel spricht auch nur von Atari-Computern und die Modellbezeichnung ist DM 6402-A (A wie Atari...)

    Da ich auch so ein Phonemark 4402 habe, aber exakt die auf der Schachtel abgebildete Version optisch & technisch mit Commodore-Interface-Elektronik, liegt für mich der Gedanke nahe, dass Atari und Commodore ihre Datenrekorder lange Zeit vom selben Hersteller bezogen haben, und nur relativ unbedeutende Feinheiten an Gehäuse, Anschlußkabel und Platine individuell "zugeliefert" / verbaut wurden.

    Ich finde die Ähnlichkeit schon sehr erstaunlich und frappierend. Was denkt ihr? Die beiden Firmen waren ja immerhin schärfste Konkurrenten ....

  • Da ist mehr Unterschied als nur der Strecker, die ATARI-Datasetten hatten mehr Eigenintelligenz, denn sie werden an das SIO-Interface (intellektueller Vorläufer von USB!) angeschlossen.

    Mal hier, mal da, mal dort. Aber auf jeden Fall auf der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.! Und hier Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.!

  • Da ist mehr Unterschied


    Schrieb ich doch: "unbedeutende Feinheiten an Gehäuse, Anschlußkabel und Platine

    Zitat

    ... als nur der Strecker,....


    Auch der Staucher darf nicht fehlen! SCNR .. :anonym
    Zwecks Datenkompression natürlich

    Zitat

    die ATARI-Datasetten hatten mehr Eigenintelligenz,


    Wirklich? Ist ein zusätzlicher Op-Amp ohne jede Speicherfähigkeit der zwei gleichgerichtete Signale vergleicht und das Ergebnis digital ausgibt, schon Intelligenz? Mehr hat die Datasette von Atari der von Commodore ja nicht voraus; die Intelligenz des Seriellen Protokolls wurde vorab beim Schreiben in den Datenstrom "hineininvestiert"...

    Ganz anders dagegen mein tolles Rowenta Dampfbügeleisen, dessen Drehregler in Computersprache ja immerhin ein Flipflop ist, denn es merkt sich sein Vergleichsergebnis (zu heiss / zu kalt) bis zum nächsten Umschalten...... da ist der Atari-Programmrecorder mehr wie ein unbeständiger Wetterhahn der sich nach dem Wind dreht: selbst wenn die Frequenz sich zur Unzeit ändert, kippt das Ausgangssignal sofort ...

    Zitat von Bauernregel

    Kräht der Hahn auf dem Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.,
    ändert sich das Bit!

    Zitat von 1st1

    denn sie werden an das SIO-Interface (intellektueller Vorläufer von USB!) angeschlossen.


    Naja, wenn ich einen ollen Fernschreiber an einen Klingeldraht anschließe, wird der ja auch nicht zur VDSL-Leitung (gottseidank). Das mit dem Vorläufer USB (Hat das was mit Jay Miner zu tun?) hab ich schon wo gelesen, hast du da nähere Informationen? Wäre interessant, mal USB "organisch gewachsen, vom Einfachen her" zu verstehen - die 300 KB Dokumentation von USB.org hab ich mal heruntergeladen aber nie gelesen :whistling: Manchmal , wenn ich da reingucke, komme ich mir da vor wie der intellektuelle Vorläufer eines Idioten :anonym :silly:

    Zurück zum Gegenstand:
    Mir fiel erst jetzt auf, dass die "Datasette" auch im Auktionstext als Commodore-Zubehör verkauft wird, so suggestiv wirkt die Abbildung auf der Schachtel anscheinend auch auf den Verkäufer selbst..... obwohl selbst auf der Schachtel nur von Atari die Rede ist.

  • Manchmal , wenn ich da reingucke, komme ich mir da vor wie der intellektuelle Vorläufer eines Idioten :anonym :silly:


    Tut mir leid, dieser Posten ist schon von mir besetzt :freak

    An Bord: PET 2001, VC20, C64, C128, Plus/4, Atari 800XL, Atari 1040ST, Amiga 500... sonst nix mehr ;(


  • Naja, wenn ich einen ollen Fernschreiber an einen Klingeldraht anschließe, wird der ja auch nicht zur VDSL-Leitung (gottseidank). Das mit dem Vorläufer USB (Hat das was mit Jay Miner zu tun?) hab ich schon wo gelesen, hast du da nähere Informationen? Wäre interessant, mal USB "organisch gewachsen, vom Einfachen her" zu verstehen - die 300 KB Dokumentation von USB.org hab ich mal heruntergeladen aber nie gelesen :whistling: Manchmal , wenn ich da reingucke, komme ich mir da vor wie der intellektuelle Vorläufer eines Idioten :anonym :silly:

    Die allwissende Müllhalde hat hierfür schonmal Anhaltspunkte:
    - Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    - Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    - Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    - usw.

    Mal hier, mal da, mal dort. Aber auf jeden Fall auf der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.! Und hier Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.!

  • Zitat

    - I worked on the SIO bus, the Atari SIO was bound by how fast we could run the wire, how well we could shield it, and how
    much intelligence we could put outside. It was a kludge, running at 19,200 bps.

    Deutsch: es [=SIO] war ein Pfusch der mit 19200 baud rennt ....

  • Naja - das die Atari Datasette (diesen Begriff kann man ruhig für jedes Computersystem mit solchen Geräten als Massenspeicher übernehmen) besonders intelligent sein soll, weiß ich auch nicht, Meineswissens wird eine Cassette beim 8bit Atari System mit einem Stereo-Tonkopf ausgelesen, von dem aber nur ein Kanal die Daten liest. Der andere liegt über einem Audio-Vorverstärker direkt am SIO Pin 11 (Audio Input), was verschiedene offizielle SW-Häuser dazu veranlaßte, den Progammcassetten auf dieser Spur einen Song mitzugeben, der dann beim Laden des Programms über den Fernseh-/Monitorlautsprecher wiedergegeben wurde!
    Bei uns existierte in den 80ern ein kleiner eigenständiger Atariclub (mit mir als ältestes Mitglied), in dem wir eine kleine Schaltung entwickelten, die zwischen einem herkömmlichen HiFi-Tape Eingang und dem SIO Port gestöpselt werden konnte und die Daten dort abspeichern ließ. An den anderen Eingang haben wir dann eine Audio-Quelle gehängt und haben so ähnliche Datenträger erzeugen können. Leider habe ich die unterlagen aber nicht mehr ...

  • Zunächst einmal, ich freue mich sehr über deinen Beitrag in diesem Thread, umso mehr, als ich in Atari-Gefilden nicht zuhause bin (hatte nur vereinzelt Peripherie (= die ST-Maus) am C128 im Einsatz.)

    Verstehe ich das richtig, dass deine damalige Konstruktion aus dem Atariclub darauf abzielte, mit dem Hifi-Deck den gesamten Stereo-Output (Digitale UND Analoge Spur) 1:1 zu kopieren? also so dass der Song erhalten blieb? und es gab nie Bestrebungen, die zweite Spur irgendwie auch für Daten nutzbar zu machen?

  • Die Atari Datasette hatte halt diese Technik - daran konnte und kann man nichts ändern! Leider führt die dadurch recht schmale Datenspur sehr leicht zu Lesefehlern, vor allem, wenn der Kopf nicht korrekt justiert war. Es gab aber Fremdhersteller, die Ihrerseits Datasetten anboten (mit Monokopf), die für mehrere 8bit Systeme der damaligen Zeit vermarktet wurden - uA auch für C64 und Atari XL - und nur durch unterschiedliche Anschlußkabel zum gewünschten System diesem zugänglich wurden. Das wiederum läßt den Schluß zu, das zwischen Atari und Commodore Datasetten technisch gar kein großer Unterschiede geben kann, was das Verarbeiten von Daten anbelangt! Einen gravierenden Nachteil hatten diese Programmrekorder (Erfahrung habe ich aber keine damit) beim Atari aber nach meinen Vorstellungen allemal: Cassetten, die eine Audio-Tonspur hatten, konnten damit nicht gelesen werden, das hätte wohl zu Lesefehlern geführt!

    Zu unserem Damaligen Konstrukt möchte ich noch erwähnen: man benötigte gar nicht viele Bauteile - evtl. hätte es sogar ganz ohne funktionieren können - einfach nur mit passenden Adapterkabel!

    Wir hatten damals auch festgestellt, daß mit einem Doppel-Tapedeck Datencassetten kopiert werden konnten - die Kopie ließ sich auch wieder am Computer einlesen - Voraussetzung natürlich die vorherige korrekte Justierung der Köpfe!

    Bestrebungen, Datan (vor allem anderer Art) über die zweiter Stereospur nutzbar zu machen, gab es bei uns nicht - warum auch, zwei Programme Zeitgleich in den Computer dieser Art zu holen ist systentechnisch doch gar nicht ratsam!

  • nicht zwei Programme gleichzeitig, aber eventuell "mehr Daten in der gleichen Zeit", indem die Datenbytes gleichzeitig auf 2 Spuren nebeneinander verteilt werden - wäre zumindest theoretisch denkbar gewesen, vielleicht indem man die Datasettenelektronik "verdoppelt" -. Ist natürlich rein theoretisch.

    Finde es verblüffend, dass du im Grunde bestätigst, dass die "Fremdhersteller" für Commodore und Atari sich nicht die Mühe machten im einen Fall einen Stereokopf zu spendieren. Leuchtet mir ein, dass der Monokopf eine evtl. vorhandene Songspur wegen doppelter breite dann ins Digitalsignal hineinmischte, mit fatalen Folgen für selbiges.

  • nicht zwei Programme gleichzeitig, aber eventuell "mehr Daten in der gleichen Zeit", indem die Datenbytes gleichzeitig auf 2 Spuren nebeneinander verteilt werden - wäre zumindest theoretisch denkbar gewesen, vielleicht indem man die Datasettenelektronik "verdoppelt" -. Ist natürlich rein theoretisch.

    Wäre mir neu, daß das nicht gleichbedeutend wäre wie Zwei Programme gleichzeitig ...
    Zumindest wäre es ein erheblicher Aufwand und erfordert ein Programm, das die eingeslesenen Daten in gewisse Speicherbereiche verteilt - in meinen Augen zumindest für ein 8bit System nicht machbar!

  • ich kann das jetzt nicht näher vertiefen...

    aber mir fiel noch etwas anderes auf:

    auf dieser Seite (Atari und Zubehör)
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    sind die ATari-Datasetten und -Klone enzyklopädisch aufgeführt.
    hier der Abschnitt nur auf Datasetten bezogen:
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Ich nenne jetzt mal die XC-12 und Verwandten die aus meiner Sicht "klassischen" Atari-Datasetten,
    die man im nachhinein als die "typischen" und "historisch prägenden" ansehen könnte.

    Da gibt es eine Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. (leider ein stark nachbearbeitetes Bild, ich hoffe es ist kein Fake) die PM 4401A, die einerseits sehr typisch oder sogar baugleich zur XC12 ist (selber Hersteller, Phonemark) und direkt an 220 Volt angeschlossen werden musste und daher 2 Kabel hat. Ist das "normal"?

    Schöne Übersichtsseite mit Gesamt-Abbildung von >9 verschiedenen datasetten.
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.


    Welche Original Datasette ist aus deiner Sicht, obelix, die typische für 400/800 XL / XE- und 130- Rechner?
    Und ist diese typische Datasette eine mit (= Stereo) oder ohne die Audio-Fähigkeit ("Song abspielen während dem Laden")?

    Die 410, die 1010, die XC / XCA / CA 12, die XL12 ??

    Ist es typisch, dass die Datasette ein eigenes Steckernetzteil hat / braucht, oder gar direkt an 220 Volt Netz angeschlossen wurde mit fest angebrachtem Netzkabel wie die PM 4401A?

    EDIT:
    hier beim ABBUC steht:
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Zitat

    Mit der XC12 wird die Datasette farblich an das XE-Design angepaßt. Die SIO-Buchsen der ATARI 1010 sind wieder entfallen, das Gerät ist, wie die Geräte der ersten Generation, mit einem SIO-Kabel ausgestattet und kann daher auschließlich als Endgerät einer SIO-Kette eingesetzt werden. Als Medium kommen auch hier handelsübliche Compact-Kassetten aus dem Audio-Bereich zum Einsatz. Audiofiles sind weiterhin abspielbar? Die Stromversorgung erfolgt via SIO-Bus über das Netzteil des Computers.


    Das - der Satz mit dem Fragezeichen - liest sich ja gerade so, als sei es völlig ungesichert, dass auch die XC12 noch die Zweiteilung "Audio/Digitaldaten" auf 2 parallelen Spuren beherrscht. wer kann da aufklären?

  • Ich habe da Bild mal Downgeloaded und sie - wie ich sie (teilweise) kenne - in einzelne Bilder unterteilt:
    - Bild 1: müßte die 410er sein (zum Ur-Atari 400/800)
    - Bild 2: ist die 1010er, habe ich selber mal besessen, kam mit 9V Wechselstromnetzteil daher und und hatte normale SIO-Buchsen (mW auch zwei als Ein- und Ausgang)
    - Bild 3: die XC 11 - Scheinbar auch mit SIO-Buchsen, aber das weiß ich nicht - man sieht hier aber ja kein Kabel! Ob sie ein externes NT benötigte, weiß ich nicht. Laut Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. soll es aber ein fest eingebautes SIO Kabel und eine SIO-Buchse haben - dort schweigt man sich aber über Netzteil - auch bei der XC12 - aus!
    - Bild 4: verschiedene XC12, habe selber auch eine gehabt, die ohne Netzteil auskam und nur eine SIO-Verbindung (Kabel fest) zum Computer hatte! Scheinbar gab es mehrere Gehäuse-Varianten
    - Bild 5: Fremdhersteller-Laufwerke! Da ich hierzu keinerlei Kenntnisse habe, schweige ich mich hier aus. Man sieht aber deutlich, daß die Gehäuseformen denen der XC12 entsprechen!
    Allerdings war das von mir angesprochene Laufwerk vor dem Aufkommen der XE Serie beworben und hatte ein stehendes Laufwerk, wie man es bei den Tapedecks zu HiFi-Anlagen kennt!

    edit: Die Funktion einer Datasette - zumindest am Atari: Das Ablaufen des Bandes wird durch den Computer gesteuert - idR durch die Lade/ Speicherbefehle. Allerdings kann mit einem POKE ebenso das Laufwerk in Betrieb gesetzt werden (habe ich aber nicht mehr im Kopf)! So konnte man auch durch Programm eine mit Musik bespielte Cassette ablaufen lassen - es war aber dann vermutlich nur die Audiospur übertragbar!

  • Moin,

    Da gibt es eine Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. (leider ein stark nachbearbeitetes Bild, ich hoffe es ist kein Fake) die PM 4401A, die einerseits sehr typisch oder sogar baugleich zur XC12 ist (selber Hersteller, Phonemark) und direkt an 220 Volt angeschlossen werden musste und daher 2 Kabel hat. Ist das "normal"?


    Ja, bei dem Modell ist das so. Optisch ist das Gehäuse identisch zur XC12, aber die Mechanik als auch Platine weicht deutlich ab. So wird auch ein 12 Volt Motor genutzt, bei der Atari XC12 wird der Motor direkt mit 5V aus dem Rechner betrieben.

    Übrigens kann man, wenn man Deinem Link folgt, auch die unbearbeitete Version des Bilders sehen. Einfach nach unten scrollen ;)

    Und ist diese typische Datasette eine mit (= Stereo) oder ohne die Audio-Fähigkeit ("Song abspielen während dem Laden")?


    Also... alle Datasetten für den Atari XL/XE haben einen Stereo-Tonkopf. Das wäre anders auch gar nicht machbar, denn der linke Kanal wird für Daten genutzt, der rechte Kanal optional für Töne oder Sprache. Dieses kann bereits die erste Datasette, der Atari 410. Sinn und Zweck der Geschichte ist übrigens nicht, das Laden der Programme durch Musik o.ä. zu verschönern, sondern schlichtweg die Möglichkeit, Audio-Inhalte über den Rechner abspielen zu können und die Kontrolle des Motors dabei zu haben.

    Atari hat nämlich, kurz nach Markteinführung des Atari 400 (erster 8-Bit Computer der klassischen Atari-Serie) das sogenannte "Educational System" herausgebracht. Hierbei handelt es sich, je nach Ausprägung, um ein Steckmodul plus zusätzliche Kassetten oder nur Module oder auch nur Kassetten bzw. später Disketten. Sprachlern-Programme wurden z.B auf diversen Kassetten ausgeliefert. Am Rechner konnte man dann die Schriftform der Vokabeln lernen und passend dazu wurde der Kassettenrekorder immer kurz gestartet, um eine gesprochene Variante der Vokabel von einem native Speaker zu hören. Halt "interaktiver" Sprachunterricht, soweit man dies damals realisieren konnte. Diese Technik wurde auch für diverse Schulsoftware verwendet.

    Die 410, die 1010, die XC / XCA / CA 12, die XL12 ??
    Ist es typisch, dass die Datasette ein eigenes Steckernetzteil hat / braucht, oder gar direkt an 220 Volt Netz angeschlossen wurde mit fest angebrachtem Netzkabel wie die PM 4401A?


    Kleine Übersicht:

    Atari 410: Gibt es zwei Modelle. Eines mit Netzteil (9 Volt), das andere Modell bezieht seinen Strom vom Rechner
    Atari 1010: Ausschließlich mit externem Netzteil. Gibt auch zwei Versionen von, aber Gehäuse und Netzteil identisch
    Atari XC11: Wird vom Rechner versorgt. Hat ein festes SIO-Kabel, aber eine 2. SIO-Buchse, muß also nicht am Ende der SIO-Kette hängen.
    Atari XC12: Wird vom Rechner versorgt. Hat ein festes SIO-Kabel, aber keine SIO-Buchse. Muß also am Ende der SIO-Kette hängen, was teilweise schon bei nur einem weiteren Gerät zu Problemen führen kann (nicht muß).
    Phonemark: Eingebautes Netzteil und festes SIO-Kabel

    Der XC11 ist problematisch. Nur bei diesem Modell wurde ein 1k Widerstand als Pull-Up zwischer 5V und Data_Out gehängt. Bei allen anderen sind es 10k gegen Motor_On, d.h. der Pull-Up wird nur aktiv, wenn die Datasette auch angesprochen wird. Beim XC11 ist der Pull-Up dauerhaft aktiv und dies auch mit einem sehr niedrigen Wert. Dies führt zu starken Problemen, wenn noch andere SIO-Geräte (Floppy-Laufwerke, SIO2SD usw.) in der SIO-Kette hängen und höhere Geschwindigkeiten genutzt werden.

    hier beim ABBUC steht:
    ...
    Das - der Satz mit dem Fragezeichen - liest sich ja gerade so, als sei es völlig ungesichert, dass auch die XC12 noch die Zweiteilung "Audio/Digitaldaten" auf 2 parallelen Spuren beherrscht. wer kann da aufklären?


    Leider ist auch beim ABBUC bzw. dessen Webseite nicht alles aktuell und/oder richtig - Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht 8) - das Fragezeichen ist falsch, die XC12 kann dies natürlich wie alle anderen auch.

    Gruß, Jürgen

  • @obelix: vielen Dank für die Aufbereitung und Zuordnung der Bilder und Datasetten! hatte bislang nur nicht die Kraft gefunden alles zu würdigen und mir GEdanken dazu zu machen. Atari ist nach wie vor eine Welt für mich, in der ich gedanklich noch nicht recht zuhause bin. ("Neuland", to court somebody else)

    @jürgen (tfhh):
    vielen Dank für die Erläuterung, das Fragezeichen war doch nicht falsch,ich habe nicht den "fehler" bemängeln wollen, sondern eher darauf hinweisen wollen, dass die Autoren es selber nicht wussten, also dass ein allgemeines Informations-Defizit zu bestehen scheint.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann laufen die Motoren in XC12 also mit 5 Volt und die in der PM 4401A (du sprachst nur von Phonemark aber ich nehme an du meinst die von mir zitierte aus Wikimedia commons mit dem Netzanschlusskabel) intern mit 12 Volt.

    Bei der XC12 ist mir unklar, was das 5 Volt (motor-on) genau bedeutet:
    Ist das eine Schaltspannung, oder zieht der Motor daraus DIREKT seine Versorgungsleistung? (falls ersteres müsste man noch 0,6 Volt für Uce eines Schalttransistors abziehen, dann läuft der Motor effektiv mit ca. 4,5 V)

    Die Frage interessiert mich unter folgendem Gesichtspunkt:
    Die Datasetten sind sonst sehr sehr ähnlich, bei der Mechanik wohl identisch zu den Commodore-Datasetten (ab 1530 im rundlichen Gehäuse). Die einzigen Unterschiede der (Elektro-)Mechanik liegen beim Tonkopf (stereo versus Mono) und beim Antriebsmotor (Spannung).

    Wenn nun *derselbe* Motor bei XC12 und 1530 drin wäre, liefe er bei Commodore mit 6 V und bei Atari mit 5V, bei Atari folglich "langsamer".

    Oder es werden speziell angepasste dickere Motoren (mehr Kupfer drin) verwendet, die angesichts sonst identischer Mechanik im Atari mehr Strom ziehen, um auf gleiche genormte Bandgeschwindigkeit 4,75 cm/s zu kommen! (wieviel Strom zieht wohl so ein Datasettenmotor überhaupt? habe noch nie darüber gelesen)

    Was für mich wiederum interessant wäre, weil mir eine selbstgebaute Datasetten-Modifikation mit allerlei Beschleuniger-/Komfortfunktionen vorschwebt, deren "Universal-Elektronik" dann mit beiden Spannungen zurecht kommen müsste.

    Da wären die Atari-Datasetten deutlich kompatibler, weil aus 6V auf 5 V abzuschwächen leichter wäre als der umgekehrte Weg.

    Was mich auch interessiert, die Phonemark-Datasette mit eingebautem NEtzteil, ob das ein Schaltnetzteil ist oder ein lineares mit 50 Hz- Trafo... Fragen über Fragen... :wink:

    (Auf ebay scheinen diese Datasetten sehr selten zu sein und wenn sie mal auftauchen , zu horrenden Preisen.)

    Lösch-Funktion: bei Commodore und -klonen wird der Löschkopf "statisch" an Gleichstrom gelegt und durchflossen; ist das bei Atari genauso? "An sich" müsste eine Kassette ja mit 100 khz Wechselspannung gelöscht werden, das ist der saubere Weg..

  • Moin,

    vielen Dank für die Erläuterung, das Fragezeichen war doch nicht falsch,ich habe nicht den "fehler" bemängeln wollen, sondern eher darauf hinweisen wollen, dass die Autoren es selber nicht wussten, also dass ein allgemeines Informations-Defizit zu bestehen scheint.


    Schon klar. Dieser Contentbereich ist steinalt... daher die Unklarheit (vermute ich mal).

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann laufen die Motoren in XC12 also mit 5 Volt und die in der PM 4401A (du sprachst nur von Phonemark aber ich nehme an du meinst die von mir zitierte aus Wikimedia commons mit dem Netzanschlusskabel) intern mit 12 Volt.


    PM = PhoneMark 8)

    Also ich habe so ein Teil vor Jahren mal bei eBay "NOS" für´n Zehner gekauft. Mein Modell hat einen kleinen Trafo drin. Genaueres müßte ich nochmal ansehen, Jahre her...

    Bei der XC12 ist mir unklar, was das 5 Volt (motor-on) genau bedeutet:
    Ist das eine Schaltspannung, oder zieht der Motor daraus DIREKT seine Versorgungsleistung? (falls ersteres müsste man noch 0,6 Volt für Uce eines Schalttransistors abziehen, dann läuft der Motor effektiv mit ca. 4,5 V)


    Nein, an der SIO-Buchse liegen grundsätzlich 5V an. Das Motor-On Signal wird nur zum Ein-/Ausschalten der Motorspannung verwendet. Siehe Schaltplan im Anhang.

    Die Datasetten sind sonst sehr sehr ähnlich, bei der Mechanik wohl identisch zu den Commodore-Datasetten (ab 1530 im rundlichen Gehäuse). Die einzigen Unterschiede der (Elektro-)Mechanik liegen beim Tonkopf (stereo versus Mono) und beim Antriebsmotor (Spannung).
    Wenn nun *derselbe* Motor bei XC12 und 1530 drin wäre, liefe er bei Commodore mit 6 V und bei Atari mit 5V, bei Atari folglich "langsamer".


    Also mir ist nicht bekannt, daß es exakt diegleichen Motoren sind, das halte ich auch für ausgeschlossen. Auch die Verstärker-Schaltkreise sind unterschiedlich. Mußt Du Dir die Schaltpläne anschauen.

    Die Bandlaufgeschwindigkeit hängt ja nicht nur von der Umdrehungszahl des Motors ab, sondern auch von der Größe der Umlenkrolle (wenn vorhanden), des Schwungrades und Übertragung zur Capstan.


    Da wären die Atari-Datasetten deutlich kompatibler, weil aus 6V auf 5 V abzuschwächen leichter wäre als der umgekehrte Weg.
    ...
    Was mich auch interessiert, die Phonemark-Datasette mit eingebautem NEtzteil, ob das ein Schaltnetzteil ist oder ein lineares mit 50 Hz- Trafo... Fragen über Fragen... :wink:
    (Auf ebay scheinen diese Datasetten sehr selten zu sein und wenn sie mal auftauchen , zu horrenden Preisen.)


    Also abenteuerliches Vorhaben, interessant, aber mindestens 20 Jahre zu spät :thumbsup: - Zumindest beim Atari brauchst Du definitiv auch Software oder ein gepatchtes Betriebssystem. Die Original-Cassetten-Routinen laufen so bis ca. 950 baud, dann ist Feierabend. Es gibt "Turbo Tape" Umbauten aus der ehemaligen DDR für bis zu 6000 baud, aber meistens waren so beschriebene Kassetten auch nur in DEM Laufwerk lesbar, wo sie geschrieben wurden. Generell keine sehr stabile Sache. Original-Software auf Kassette verwendet überwiegend eigene Laderoutinen, die mit dem Speed-Modus nicht klarkommen und oft auch eigene Blockformate haben. Es können also nur als "OneFiler" verpackte, bereits gecrackte Versionen von Spielen etc. mittels "Turbp Tape" abgelegt und geladen werden. Das wurde "damals" ja auch nur deswegen erfunden, weil Diskettenlaufwerke und Disketten teuer und schwer (in der DDR) zu erhalten waren.

    Die PhoneMarks sind oft auch heute noch "neu" (also NOS-Ware) für um die 25 Euro zu bekommen. Wenn Du soetwas als Projekt starten willst, wäre allerdings die 1010 mit Sanyo-Mechanik sinnvoller. Zwei SIO-Buchsen, keine Gleichlaufprobleme durch eigene Stromversorgung, viel Platz im Gehäuse für Extraplatinen und so...

    Gruß, Jürgen

  • Die mit Sanyo-Mechanik waren die mit dem orangen "Hintergrund-Kleber" für das Durchsicht-Fenster und der Tastenreihenfolge Record|Play|Rewind|Advance|Pause|Stop/EJ, während die mit silbernem Aufkleber und ...Advance|Stop/EJ|Pause von Chelco produziert wurden, richtig?

  • Moin,

    ..., viel Platz im Gehäuse für Extraplatinen und so...

    Gruß, Jürgen

    Da würde mich mal interessieren: Was für Erweiterungen gibt es, die man Sinnvoller Weise ins Tape-Laufwerk platzieren könnte - mal abgesehen vom SIO2SD bzw. SDrive oder andere SIO-Erweiterungen? Gab es Erweiterungen speziell für die Cassettennutzung am Atari?

  • Also abenteuerliches Vorhaben, interessant, aber mindestens 20 Jahre zu spät :thumbsup: - Zumindest beim Atari brauchst Du definitiv auch Software oder ein gepatchtes Betriebssystem. Die Original-Cassetten-Routinen laufen so bis ca. 950 baud, dann ist Feierabend.

    Hallo, nur mal kurz:

    textlich hast du etwas Kritik geübt - mit "aber mindestens 20 Jahre zu spät" - klar, aber mit der Geste :thumbsup: hast du es doch begrüßt, seh ich das richtig? :)

    Bemerkenswert ist aus Commodore-Sicht, dass das Atari-Aufzeichnungssystem und Leseelektronik "elastisch genug" sind, um eine solche Beschleunigung um rund fünfzig Prozent klaglos wegzustecken, offenbar ohne Änderungen an der Software! das ist bei Commodore nur schwer vorstellbar, allenfalls so im Rahmen weniger Prozentpunkte. Von daher interessant die beiden Rechner-Philosophien zueinander kompatibler zu machen oder eine Synthese zu wagen.

  • Moin,

    Die mit Sanyo-Mechanik waren die mit dem orangen "Hintergrund-Kleber" für das Durchsicht-Fenster und der Tastenreihenfolge Record|Play|Rewind|Advance|Pause|Stop/EJ, während die mit silbernem Aufkleber und ...Advance|Stop/EJ|Pause von Chelco produziert wurden, richtig?


    Jop, richtig. Orange = Sanyo. Seltener (in Deutschland), aber bessere Mechanik. Eindeutig ;)

    Gruß, Jürgen