Reparatur Philips VG8010

  • Reparatur Philips VG8010

    Hallo,
    Dummheit schmerzt, wie ich mal wieder feststellen musste. Ich habe hier einen Philips VG 8010, der ohne Netzteil zu mir kam. Also hab ich mir ein passendes gebastelt, welches +5V, +12V und -12V zur Verfügung stellt.
    Erster Testlauf soweit okay, mit Spannung auf dem Gerät ging die Power-LED an, und per CAPS und CODE konnte ich die entsprechenden LEDs ebenfalls aktivieren. Videoausgabe hatte ich keine, was aber auch daran lag dass ich noch kein passendes Kabel hatte.
    Heute nun habe ich das Kabel für das Videosignal gebastelt und wollte es testen.
    Da das Netzteil für Bastelprojekte dienen sollte habe ich die Spannungen per Bananenbuchse ausgeleitet, und da kam es zu dem fatalen Fehler - ich habe +12 und -12 vertauscht. Als Strom aufs Gerät kam blinkten die LED rhythmisch. Ich habe den Rechner ausgeschaltet, alles kontrolliert und dabei den Fehler mit den vertauschten Spannungen bemerkt. Umgesteckt, neu angeschaltet. Ergebnis: Rechner macht keinen Mucks mehr, sprich die LED bleiben dunkel. Wenn ich nun Die Spannungen an den Bananensteckern kontrolliere erhalte ich bei angeschlossenem Philips auf +12 und -12 nur noch kleine Kleckerspannungen im .2 - .3 V Bereich. +5V brechen nicht zusammen.

    Ich habe nun das Service-Manual zum Philips hier (Quelle: msx.hansotten.com/index.php?page=msxmanuals und versuche zu erurieren was ich mir da zerschossen habe.
    Zum einen entdecke ich keine Stelle wo die -12V an Bauteile eingespeist werden, zum anderen entdecke ich eigentlich nur im VideoEncoder einen Zugang für +12V (Ein TDA2501). Bauteile werden beim Anfassen keine heiss.

    Meine Frage: kann mir jemand anhand des Service Manuals und der Beschreibung einen Tipp geben was da im Sack sein könnte? Multimeter ist vorhanden, Oszi auch, wobei ich in der Bedienung desselbigen eine Null bin.

    Wäre der TDA2501 ein heisser Kandidat?
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  • Alle drei sind absolut dunkel, aber an +5V messe ich wie gesagt auch ebendiese. Messpunkt ist für alle drei Spannungen der Bananenstecker am Netzteil. +12 und -12 sind weg, +5 ist da.
    Ich werde aber dennoch nochmal den Stecker durchklingeln und mal sehen wo auf dem Board ich 5V abgreifen kann.
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  • BladeRunner schrieb:

    Messpunkt ist für alle drei Spannungen der Bananenstecker am Netzteil. +12 und -12 sind weg, +5 ist da.

    Wenn ich mal davon ausgehe, dass dein Netzteil die +12/-12V noch liefert wenn der Rechner nicht an selbiges angeschlossen ist dann würde ich mal im Rechner nach dem Kurzschluss auf den 12V und -12V-Versorgungen suchen. Möglicherweise ist da durch die Verpolung irgendwas durchlegiert und leitet jetzt in Richtungen, die nicht geplant waren.

    Quellcode

    1. 10 x=rnd(-1963):fori=1to81:y=rnd(1):next
    2. 20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    3. 30 printint(rnd(1)*328)-217

    sd2iec Homepage
  • Unseen schrieb:

    Wenn ich mal davon ausgehe, dass dein Netzteil die +12/-12V noch liefert wenn der Rechner nicht an selbiges angeschlossen ist dann würde ich mal im Rechner nach dem Kurzschluss auf den 12V und -12V-Versorgungen suchen. Möglicherweise ist da durch die Verpolung irgendwas durchlegiert und leitet jetzt in Richtungen, die nicht geplant waren.

    Das tut es in der Tat.
    Ich habe jetzt auch mal am Z80 gemessen (Pin11 zu Pin29) und hier kommen keine 5V mehr an, sondern auch nur 0.3V, selbiges an den 74ern die so verbaut sind. Also bis zur Buchse (gemessen jetzt an den Kontakten im Rechner sind die 5V punktgenau da, an der Logik kommt nur noch Murks an. Was wäre nun das beste Vorgehen um den Kurzen zu finden? Von der Netzbuchse aus durchklingeln bis ich Fehlmessung erhalte? Einfach per Durchgangsprüfung vor/nach jedem Bauteil checken?
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  • Was wäre nun das beste Vorgehen um den Kurzen zu finden?

    Die Brachialmethode ist Strom drauf und schauen wo es heiss wird - um die Überlebenschancen der Schaltung zu erhöhen kann da ein Labornetzteil hilfreich sein, welches man auf 0,5V Ausgangsspannung und 1A Maximalstrom einstellt.

    Eleganter ist, mit einem ausreichend hochauflösenden Ohmmeter sich vom Eingang an Leiterbahn für Leiterbahn durch die Schaltung durchzumessen - Leiterbahnen sind ja keine idealen Leiter sondern haben einen kleinen Widerstand, daher ist der Messwert um so kleiner je näher man am Kurzschluss ist. Bei Signalleitungen geht das mit drei Nachkommastellen im Ohmbereich ziemlich gut, Versorgungsleiterbahnen sind dummerweise meist deutlich dicker, so dass es Hilfsmittel wie diesem oder diesem brauchen könnte.

    Oder du schaust dir nochmal die Platine und ggfs. das Schaltbild genau an um Bauteile zu finden, die an den beiden "toten" Spannungen hängen und so aussehen als ob sie die Problemquelle sein könnten. Für das Problem der fehlenden 5V auf der Platine selbst lohnt sich das auf jeden Fall, denn wenn die vom Netzteil noch geliefert werden, aber nicht in der Schaltung ankommen ist irgendwo dazwischen auch noch ein Problem - möglicherweise hängt es mit den Problemen auf den 12V-Leitungen zusammen, möglicherweise nicht.

    (Merke: Strombegrenzungen retten Schaltungsleben! Ein von mir versehentlich verpolt ans Labornetzteil angeschlossener GBA hat wahrscheinlich überlebt, weil die Strombegrenzung vorher auf 100mA gestellt wurde.)

    Quellcode

    1. 10 x=rnd(-1963):fori=1to81:y=rnd(1):next
    2. 20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    3. 30 printint(rnd(1)*328)-217

    sd2iec Homepage
  • Danke schonmal für die Tipps. Ein ausreichend feines Ohmmeter ist leider nicht in meinem Besitz, daher werde ich erst mal die Methode mit den geteilten Eingängen versuchen. Das Lesen des Schaltplans / Platinenlayouts macht leider keinen Spass, das Ding ist wirklich sehr wirr. Zudem ist so ziemlich alles auf der Platine fest verlötet, gesockelt ist da nahezu nichts. Ich freu mir.
    Dann geh ich mich mal in den Unterlagen vergraben. Danke nochmal :)
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  • Ich werde den Rechner zur Retro-Aktiv mitbringen. Junale wollte sein Labornetzteil und Mess-Equipment beisteuern, aber wenn es dich nicht stört dein Teil auch mitzubringen, dann wären wir auf der sicheren Seite.
    Der Schaltplan macht mich irre - ich finde weiterhin keine Stelle wo die -12V benötigt wären und die Auflösung des Layoutplanes ist katastrophe, da Leiderbahnen der Vorder- und Rückseite auf einer Seite eingezeichnet sind, nur mit einem anderen Graustufenmuster unterlegt.
    Wir könnten dann ja mal gemeinsam danach gucken. Ich werde den unsäglichen Plan mal auf 1200% drucken und gucken ob ich damit eine Chance habe den Bahnen zu folgen.
    Da der TGA2501 laut Plan der einzige Chip ist an dem sowohl 5 als auch 12 Volt anliegen werde ich den mal vorsorglich ordern.
    Ich ärger mich so über meine eigene Dummheit.
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  • BladeRunner schrieb:

    Ein ausreichend feines Ohmmeter ist leider nicht in meinem Besitz

    Deswegen hatte ich zwei Links eingefügt mit denen man da nachhelfen kann - einer davon (der bei EDN - für den Schaltplan auf den PDF-Button unter dem Text klicken und ans Ende blättern) ist ziemlich leicht nachzubauen.

    Quellcode

    1. 10 x=rnd(-1963):fori=1to81:y=rnd(1):next
    2. 20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    3. 30 printint(rnd(1)*328)-217

    sd2iec Homepage
  • Der Audio-Verstärker ist ja mit Kondensatoren gegen den Rest der Schaltung abgeblockt. Das könnte grad nochmal gut gegangen sein, liefert aber keien Erklärung wo die 5V abgeblieben sind. Laut Manual sind als Video-RAM 4816 verbaut, die nur 5V brauchen- die normalen 4116 wollen aber auch +12 und -12. Vielleicht weicht der hiesige Delinquent hier vom Plan ab...?

    (Und ja, das Schaltbild sollte man ausdrucken und als Poster zusammenkleben- die Leiterbahn-Bilder sidn aber in aller regel auch im Original eher schwach lesbar. Die sollen meist nur Orientierung sein und keien Vorlage um das Gerät nachzubauen... eine Art Kopierschutz, quasi. Aber wir wollen nicht meckern, soweit ich das mitbekommen habe war in der guten alten Zeit vor Internet und Schaltungsdienst Lange gerade an Philips-Unterlagen kaum dranzukommen wenn man nicht grad 'ne Vertragswerkstatt war- und die durften natürlich auch nix rausgeben. Da geisterten dann schonmal kaum noch lesbare Fotokopien in dritter, vierter, fünfter Generation durch die Szene...