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Defender of the Crown

  • Über Emu habe ich jetzt seit gestern Abend bis zu dieser Zeit wieder "Defender of the Crown" unentwegt gezockt.


    Irgendwie hat mich das Spiel plötzlich wieder wie in einen Bann gezogen.


    Vom Spielprinzip und Spielkonzept her ist für den C64 wirklich schon einmalig gewesen. Zumal hat CINEMAWARE damit auch graphisch einen echten Leckerbissen abgeliefert.


    Die Kampfsequenzen waren allgemein sehr einfach gestaltet, aber bei der allgemeinen Vielfalt des Spiels an sich reichte es auch schon vollkommen aus.


    Leider gab es für die Turniere keinen Übungsmodus. So richtig habe ich da nie den Dreh rausbekommen.


    Einen Wiederspielwert erreicht es auch neben den vier verschiedenen wählbaren Charakteren auch, dass der Machtkampf jedes Mal anders abläuft.
    Manchmal schafft man das Spiel schon in 30 Minuten, ein anderes Mal kann sich so eine Partie auch schon mal über 4 Stunden hinziehen.




    Was bei DotC richtig RICHTIG schade ist, ist dass kein Mehrspieler-Modus integriert wurde.



    Unterm Strich war die C64-Version meiner Meinung nach auch die beste.
    Die Amiga-Version gefiel mir bei weitem nicht so gut (die PC-Version dürfte wohl identisch mit der Amiga-Version gewesen sein), da es beim Fechten nicht mehr auf Geschick und Kampfstrategie ankam, sondern dies nur noch auf wildes Mausgeklicke reduzierte.
    Den Kampfbildschirm bei den Eroberungskämpfen haben die sich bei der Amiga-Version auch noch einmal komplett gespart.



    Dann gab es ja wohl noch "Defender of the Crown II", doch bis auf eine verschönerte Optik, kam glaub ich auch nichts neues dort hinzu.


    Dann gab es wohl noch "Robin Hood: Defender of the Crown", aber das scheint vom Spielkonzept völlig anders zu sein.


    Ein Windows-Remake gab es dazu auch noch, ist auch dort glaub ich ohne neue Features inhaltlich gleich geblieben.




    Ich frag noch einmal in die Runde:


    A - (für die Zocker) - Was war Euer Lieblingscharakter und wie sahen Eure Strategien aus?


    B - (für die Informanten) - Ist jemandem ein Projekt bekannt, wo für DotC ein Mehrspieler-Modus integriert wurde oder werden soll?


    C - (für die C64-Hacker) - Wie aufwendig wäre es für die ambitionierten und pfiffigen Programmierer unter Euch, DotC zu einem Mehrspieler-Game im Rundenmodus umzuschreiben und ggf. auch die Normannischen Charaktere zur Auswahl stehen? Entsprechend wären die Spielwerte der Charakter etwas mehr auszubalancieren, denn im Schnitt sind die Normannen in fast allem deutlich besser als die Saxen.

  • A) Als Profi nimmt man natürlich den wilden Wolfric und verzichtet komplett auf Robin Hoods Hilfe. Ich nehm aber auch zum Spass gerne Geoffrey Longsword, überfall erstmal alle drei Normannenburgen, kauf von der Beute 2-3 Katapulte + Soldaten und guck dann was geht.


    B) Nicht das ich wüsste, weil


    C) das wär schon ziemlich aufwendig :)

  • Ich würde tippen, dass neu programmieren schneller ist, als zu versuchen, alles reverse zu engineeren und einen Mehrspielermodus reinzubasteln. Das ist dann schon ein ganz schön großes Projekt. Ob sich da jemand finden würde (ist ja jetzt nicht so totaaal spannend, ein Spiel größtenteils nachzuprogrammieren), wer weiß. Ich hätte sicher keinen Bock, aber am Bomb Jack Projekt sieht man ja, dass es durchaus Leute gibt, denen so was Spaß macht ^^ !

  • Das Spiel war gut, bzw für ein 8Bit-Spiel, das wie ein 16Bit-Titel daherkam, sogar ziemlich gut.


    Wobei mir das sowohl auf dem C64 als auch dem Amiga wirklich gut gefiel, eben weil es etwas mehr casual als üblich rüberkam. Man musste nun kein besonderer Hardcore-Stratege sein, um Zugang zu finden, hatte etwas Abwechslung dabei umwerfend gut aus (bei der Präsentation wäre "jedes" Spiel am Ende eine Grafikdemo gewesen). Ich fand die Mischung jedenfalls unterhaltsam. Tbh bin ich mir auch nicht mehr so sicher, ob diese bessere Spielbarkeit des C64 eher daher kommt, weil ein Joystick einfach besser geeignet war.



    Taxim: Selbes würde ich auch über Last Ninja sagen. Das Spiel hatte einen guten Flow, war damals wirklich was Neues und hatte auch Grafik und Sound zum Niederknien. Ich wüsste jetzt jedenfalls nicht, was andere Action-Adventures in der damaligen Zeit soviel besser gemacht haben. Bei LN ist halt die Steuerung unfassbar schlecht gealtert. Die galt mal als flexibel, innovativ und sogar vereinfacht gegenüber anderen Kampfspielen. Heutzutage ist sie einfach nur umständlich.

  • Ich spiele gelegentlich auf meinem Arbeitsrechner noch "Krone der Macht". Das ist eine Version von 2003 und beim Programmierer frei Verfügbar. Die Grafik ist gut, wenn leider auch auf geringe Auflösung (SVGA?) angepasst. Jahrgang '03 eben.
    Ich glaube, diese Version ist nicht so Umfangreich wie die vom C64, aber daß ich mit dem "Defender of the Crown" das letzte mal gespielt habe, ist schon reichlich 20 Jahre her. Muss ich wohl mal wieder in Angriff nehmen. Spaß macht Krone der Macht auf jeden Fall auch - und ist ja jetzt auch schon ein wenig Retro...

  • https://www.c64-wiki.de/index.php/Defender_of_the_Crown
    Da steht alles, was man wissen muss und mehr.


    Ansonsten @A
    what Cold sez:
    Yeah, wenn man Action will, erstmal mit Wolfric rumspacken und lucken.
    RAID-BUY-CAMPAIGN-RAID-BUY-CAMPAIGN forever ist zwar das Nächstspannendere, aber durchaus konservativ, wenn man den Raid bis zur Perfektion trainiert hat, was auch gut ist, um ne geile Braut abzugreifen. Swordfight ist nicht sehr schwer, viel verteidigen dann und wann mal für die AI überraschen rückwärts gehen und dabei wiederum immer mal zustechen.


    Wenn du sowieso emulierst, benutze Snapshot-Files zum trainieren.
    Es gibt aber auch irgendwo Trainer-Versionen.


    @B: Es gibt ner PC Version, auch im o.g. Wiki-Artikel verlinkt, leider auch nur 1 Player
    @C: Das wird wohl ein Traum bleiben. Round Based Stragegy für Mehrplayer ist interessant, aber das dort zu implementieren ist sehr, sehr, sehr aufwändig. Kenne Leute, deren Skills dazu reichen würden, aber die haben 7.777 Projekte in ihrer Pipeline, die ihnen wichtiger sind.


  • Hab Defender of the Crown noch nie gespielt. :schande:


    Huch!


    Das ist aber eine echte Bildungslücke für einen C64-Begeisterten. ;)


    Der Wiki-Beitrag liefert schon ausreichend Anleitung und Anschauungsmaterial.


    Es kann etwas dauern, bis Du den strategischen Dreh raus hast.


    So einfach, wie viele User sagen, ist das Spiel auch nicht. Ein falscher Zug und fehlendes taktisches Vorgehen können für Dich schnell das Aus bedeuten.
    Man sollte sich schon genau überlegen, wann sich ein Feldzug oder ein Raid lohnt oder in welcher Spielrunde man sich zum Armeenkauf entscheidet.
    Zudem ist, wie ich bereits sagte, jede Partie anders. Selbst ein erfahrener Spieler kann in mancher Partie sogar noch verlieren. Und einen schwachen Charakter zu wählen ist da schon etwas für die richtigen Cracks. ;)
    Was die Charaktere an Skills nicht haben, kannst Du in der C64-Version noch durch eigene Geschicklichkeit wettmachen. Auf der völlig mausgesteuerten Amiga-Versionen sind die Charaktere Cedric und Wolfric schon fast gar nicht mehr spielbar.


    Also Anfänger werden sicher in den meisten Fällen noch relativ schnell sterben.


    Zur Not kannst Du Dir ja von den Let's-Playern auf YouTube strategisch noch etwas abgucken. ;)

  • Hört sich Interessant an aber ist das ein reines OS/2 Spiel ?


    Jau! Eine Linux- oder Wintendo-Version gibt es davon nicht. Ich spiele es gelegendlich auf der aktuellen eComStation, dem aktualisiertem OS/2 - seit etlichen Jahren mein Arbeitssystem auf Eigenbau-Rechnern. Der aktuellste meiner Rechner ist aber nur ein Phenom II X4, und hat schon locker drei bis vier Jahre auf dem Buckel. Retro halt ;)

  • Japp.


    Grafisch hatte CINEMAWARE fast alles andere in den Schatten gestellt damals.


    Neben Defender of the Crown kamen da noch Titel wie "Sindbad and the Throne of Falcon", "Rocket Ranger" oder "The three stoges" für C64 heraus.
    Sindbad war auch wieder ein grafischer Leckerbissen, doch vom Schwierigkeitsgrad her kaum zu schaffen, weil man bei den Geschicklichkeits-Szenarien nur 1 Leben hatte und kaum die Möglichkeit bestand, diese Szenen richtig zu trainieren, weil man nach einem einzigen Fehler wieder ganz von vorn anfangen musste (was auch sehr frustrierend war).


    Wie viele andere Entwicklerfirmen mussten sie 1991 den Raubkopierern sei Dank das Handtuch werfen.


    Wenn ich manchmal lese, dass die Raubkopien schon VOR Veröffentlichung unter die Leute gingen, frage ich mich, wie jene Raubkopierer überhaupt an diese Spiele drangekommen sind. Das müssten dann ja schon Inside-Jobs gewesen sein.



    @The_Ryk:


    Klar, wenn man entwicklungstechnisch richtig fit ist, dann findet man es sicher reizvoller, eigene Ideen zu verwirklichen, als alte Spiele anderer Entwickler zu bearbeiten.


    Interesse meinerseits, mich noch einmal an DotC dranzusetzen bestünde sicherlich. Nur kenne ich mich mit ASM quasi überhaupt nicht aus. Wenn dann würde ich die Umsetzung eher schon mit Adventure Game Studio versuchen.

  • Ich hab es immer gerne gespielt und es war so ziemlich das erste Spiel damals auf meinem erstandenen C64. Da war ich schon begeistert von Grafik und Sound und wunderte mich, was man alles aus der kleinen Kiste rausholen konnte. Von da an war ich dabei. ;)


    Die ausgereifteste Version war damals die ATARI ST Version, da gab es noch ein paar kl. Features mehr, wie z.B. Spion versenden. Leider hat es auch der geistige Nachfolger Robin Hood: Defender of the Crown nicht geschafft das Spiel wirklich weiterzuentwickeln, da hat es damals wohl an der Kohle gefehlt. Ich hatte mir ja immer von Cinemaware eine Kickstarter Kampagne zu DotC gewünscht, anstatt das sie WINGS nur mäßig neu umgesetzt und zudem immer noch nicht die versprochene Replica Box zu Wings geliefert haben. Auch Rocket Ranger ist jetzt nicht so mein Fall und da hört man auch nichts mehr neues von. Schade...

  • Von Cinemaware fand ich damals eigentlich It Came from the Desert und King of Chicago ganz gut.


    Keine Ahnung, was man genau gegen die Amiga-Version von DotC haben könnte (bis auf die Kämpfe), aber ich fand die C64er Version persönlich jetzt auch nicht so pralle. Aber jeder wie er will. Die Geschmäcker sind sowieso verschieden, also was solls.


    Die CPC Version hab ich hier noch liegen - war ganz gut. Sogar die Version für den Sinclair haben die Typen brauchbar hinbekommen (bis auf eine fehlende Szene und den etwas rudimentäreren Joust-Modus.


    Bei DotC hatte ich früher immer Cedric of Rotherwood und den ganzen Ablauf oft etwas künstlich in die Länge gezogen um mehr Zeit rauszuholen.

  • Keine Ahnung, was man genau gegen die Amiga-Version von DotC haben könnte (bis auf die Kämpfe), aber ich fand die C64er Version persönlich jetzt auch nicht so pralle. Aber jeder wie er will. Die Geschmäcker sind sowieso verschieden, also was solls.

    Ich hatte das Spiel auch auf dem Amiga gerne gespielt, so nicht.


    Nur dadurch, dass es komplett mausgesteuert war, kam es beim Raid nicht mehr auf taktisches Bewegen und Zustechen an, sondern nur, so schnell wie möglich immer wieder auf die linke Maustaste zu hämmern. Blocken ging meiner Erinnerung zufolge überhaupt gar nicht mehr. Und Cedric mit Swordplay: Weak scheiterte im Raid-Modus schon allein dadurch, weil die Begleiter schon ziemlich schnell umfielen wie die Fliegen.
    Bei Schlachten hatte der Amiga keinen Kampfbildschirm. Und einen Musik-Tune (das Robin-Theme bei Spielstart vom C64) gabs in der Amiga-Version auch nicht mehr.
    Kann sein, dass ich mich täusche, aber ich glaube die Amiga-Version war insgesamt noch die abgespeckteste von allen.

  • Ob sich da jemand finden würde (ist ja jetzt nicht so totaaal spannend, ein Spiel größtenteils nachzuprogrammieren), wer weiß. Ich hätte sicher keinen Bock, aber am Bomb Jack Projekt sieht man ja, dass es durchaus Leute gibt, denen so was Spaß macht !


    Bei Bomb Jack DX handelt es sich um eine Portierung, genauer: "Demake" (von Arcade auf Homecomputer). Man programmiert also nicht einfach "nach" (wie man es bei Zweispieler-DotC machen müsste), sondern man muss sich sehr genau überlegen, was überhaupt bei der Umsetzung von der Quellplattform auf die Zielplattform möglich ist und was man wie anders machen muss. Das ist immer noch ein sehr kreativer Prozess – für den Programmierer, den Grafiker (im Falle BJDX mich) und auch den Musiker.


  • Wie viele andere Entwicklerfirmen mussten sie 1991 den Raubkopierern sei Dank das Handtuch werfen.


    Das kann man immer schön behaupten, dann klingt man selber so unverantwortlich für die geschäftliche Pleite. Da kam sicherlich noch mehr dazu. ;)


    Wenn ich manchmal lese, dass die Raubkopien schon VOR Veröffentlichung unter die Leute gingen, frage ich mich, wie jene Raubkopierer überhaupt an diese Spiele drangekommen sind. Das müssten dann ja schon Inside-Jobs gewesen sein.


    Oft, aber nicht zwangsläufig. Öffentlichkeitsarbeit verlangt eben nach Vorabversionen, da kann auch was über die Presse leaken. Und es gibt noch mehr Löcher.

  • Das ist immer noch ein sehr kreativer Prozess – für den Programmierer, den Grafiker (im Falle BJDX mich) und auch den Musiker.


    Beim zweiten lesen klingt mein Post etwas respektlos, das war nicht meine Absicht. Es ist außer Frage, dass Ihr da natürlich fantastische und kreative Arbeit leistet (das Feedback spricht ja für sich)!

  • Man programmiert also nicht einfach "nach" (wie man es bei Zweispieler-DotC machen müsste), sondern man muss sich sehr genau überlegen, was überhaupt bei der Umsetzung von der Quellplattform auf die Zielplattform möglich ist und was man wie anders machen muss. Das ist immer noch ein sehr kreativer Prozess – für den Programmierer, den Grafiker (im Falle BJDX mich) und auch den Musiker.


    Naja, Claus hat ja schon gesagt, dass es ihm nicht darum ging die Leistung zu schmälern. Aber dennoch ist Portierung - gerade aus Codersicht - echt viel ätzende "Fleißarbeit". IdR wütet man viel im Disassembly des Original herum (was ja Endurion z.B. bei Bomb Jack DX, so wie ich es gelesen habe auch tut), um wirklich alle wichtigen Features zu erwischen. Und für ein recht "übersichtliches" Arcade Game hat man mal eher die Lust und Muße sich das anzutun.
    Bei so etwas komplexem wie DotC hingegen wäre der Aufwand immens. Da muss man schon echter Liebhaber des Spiels sein. Sicher, solche Fälle gibt es auch (Maniac Mansion & Zak McKracken EF, Ultima IV remastered, u.v.a. ), aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand so etwas macht ist eben geringer.