VC20 mit geplatztem 7406 und schwarzem Bildschirm

  • VC20 mit geplatztem 7406 und schwarzem Bildschirm

    Hallo,

    ich habe vor zwei Wochen ein kleines schnäppchen gemacht (2x 64'er, 2x 1541, 1x DolphinDOS 2.0, DTV 64 für 50,-EUR bekommen). Dazu gab es den defekten VC20 ASSY250403 REV.D.



    Beim öffnen habe ich den ersten Defekt gleich bemerkt (ein Blinder hätte das auch noch gefunden ;) ).



    Den 7406 habe ich ausgebaut und getauscht, aber leider zeigt der VC20 beim Einschalten nur einen schwarzen Bildschirm. Die Spannungsversorgung scheint noch zu gehen, weil ich knapp 5V an den ICs und Datasettenport messen kann.


    Ich habe als nächtes die Resetleitung vom 6502 (Pin40) gemessen und in den ersten Sekunden nach dem Einschalten ist die Spannung fast 0V und dann geht die Spannung auf 0,5V (also viel zu wenig). Da ich mich mit dem VC20 überhaupt nicht auskenne (dies ist mein allererstes Exemplar), wollte ich mich mal hier erkundigen, welche ICs in Frage kommen könnten. MOS Logik-ICs sind keine drauf, aber aufgrund des Defekts des 7406 ist wohl noch einiges mehr hinüber. :(

    Danke für eure Hilfe,

    Andreas
  • Toast_r schrieb:

    So wie das auf den Bildern aussieht, tippe ich mal auf einen heftigen Überspannungsschaden.
    Das sieht nach einer Entladung von mehreren KV aus.
    Da können gut sämtliche ICs auf der Platine bei draufgegangen sein.
    Das könnte sein, aber es gibt sicherlich noch andere Erklärungen dafür und dann muss auch nicht alles gehimmelt sein. Etwas versucht nach dem Einschalten die Resetleitung von LOW auf HIGH zu legen. Das macht mir etwas Hoffnung und unversucht möchte ich die Platine nicht aufs Abstellgleiß schieben.

    Was wäre der bester Kandidat zum testen, ob noch etwas zu Retten ist?
  • knusis schrieb:

    Etwas versucht nach dem Einschalten die Resetleitung von LOW auf HIGH zu legen.
    Ja, das ist der LM555 auf UB6, wenn ich den Schaltplan nicht falsch gelesen habe.
    Der eine Chip ist also zumindest noch nicht komplett hinüber :)

    Als nächstes müsstest Du testen, ob irgendwo Takt erzeugt wird, also ob die CPU anspringt usw.

    Schaltpläne findest Du hier: zimmers.net/pub/cbm/schematics/computers/vic20/index.html
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  • Heute hatte ich endlich wieder etwas Zeit und da ich gerade kein Oszi habe und nicht wirklich gut einen Schaltplan lesen kann, habe ich mal den 6502 und die beiden 6522 ausgelötet und in einer 1541 getestet.
    Das Ergebnis ist leider ernüchternd: alle drei sind hinüber :(

    Vermutlich sind so ziemlich alle IC's hinüber bzw. man kann denen sicherlich nicht mehr über den Weg trauen. Kann man den VC20 noch retten, wenn alle Chips ersetzt werden?


    Danke für eure Hilfe

    Andreas
  • Der einzige wirklich problematische Chip im VC-20 ist der VIC (6561). Alles andere ist zu besorgen oder durch andere ICs, manchmal mit kleinen Zusatzschaltungen zu ersetzen (die ROMs). Macht allerdings eine Menge Arbeit... Ist der VIC platt, dann lohnt es sich nicht mehr.

    Ist der VIC noch OK, ist es u.U. die bessere Idee den als Ersatzteil zu behalten und auf Ebay einen weiteren VC-20 zu kaufen...
  • Leider habe ich keinen anderen VC-20, so dass ich den VIC nicht testen kann. Aber mich würde es schon reizen genau diesen VC-20 wieder zu beleben. Da bin ich einfach etwas verrück und wenigstens habe ich danach einen laufenden und komplett gesockelten VC-20.

    Ist ja ein Hobby und kein Beruf ;)
  • Wenn Dein VC20 eine 2-polige Netzteilbuchse hat, könnte ich mir vorstellen, dass ein Unwissender ein Eurokabel modifiziert und diesen verwendet hat (sofern die Abstände der beiden PINs übereinstimmen). Das könnte der Grund sein, warum ein IC geplatzt ist und drei weitere getestete Chips nicht mehr funktionieren. Dann müsste aber auch der Sieb-ELKO um die Ohren geflogen sein.


  • Hallo Knusis,

    willst Du mir den VIC mal schicken? Dann kann ich den in meinem VC-20 mal testen. Ich glaube, daß ich ansonsten noch einen PAL-VIC aus meiner damaligen Sammelbestellung habe. Den könnte ich Dir dann für EUR 7,- abtreten....

    Gruß
    Christoph
    VC-20 Blocktastatur sn WGA 927, eckiger Stecker, in VC 1020 Modulbox
    VC-20 Semi-Blocktastatur sn WGA 5789, eckiger Stecker, in VC 1020 Modulbox
    C64 mit VC-1541
    C64-II mit VC-1541-II
    C128 CR
  • cklahn schrieb:

    Hallo Knusis,

    willst Du mir den VIC mal schicken? Dann kann ich den in meinem VC-20 mal testen. Ich glaube, daß ich ansonsten noch einen PAL-VIC aus meiner damaligen Sammelbestellung habe. Den könnte ich Dir dann für EUR 7,- abtreten....

    Gruß
    Christoph
    Hallo Christoph,

    das wäre super! Ich mache mich gleich heute noch an's auslöten des VIC. Kannst Du mir deine Anschrift per PN schicken?


    Danke und viele Grüße

    Andreas
  • @Günni74: der Sieb-Elko sieht noch gut aus. Den müsste ich mal auslöten und seine Kapazität testen.

    Kann dieser Defekt auch von einem defekten Netzteil stammen? Oder ist dies nur durch eine Überspannung von einigen kV möglich. Wenn es die Überspannung war, sollten dann die Kondensatoren nicht auch etwas abbekommen haben, oder sind die robust genug? Ich habe zwar schon Elkos gesehen, die haben 10kV für Sekunden äußerlich ausgehalten. Deren Eigenschaften danach kenne ich nicht, aber Gesund war das bestimmt nicht ;)
  • Im Prinzip kann der Defekt von jeder Überspannung herrühren, da reicht es schon, wenn aus dem Netzteil ein paar Volt zu viel kommen, das beschädigt dann aber i.d.R. nur die ICs und nicht die Kondensatoren. Klingt für mich eher als ob da jemand ein defektes oder falsches Netzteil verwendet hat.
  • Der 7406 ist ja für den seriellen Port zuständig. Liegt also nahe, die Überspannungsquelle hier zu vermuten. Das kann schon passieren, wenn ein User das Netzteil hier mit Gewalt anschließt (9V AC!). Schau mal an der Buchse nach verdächtigen Kratzspuren vom Einstecken des falschen Steckers. Die nur mit 4 Stiften belegten Netzteilstecker gehen mit Gewalt leider da rein.

    Dann wären neben dem 7406 auch noch die beiden 6522 betroffen, da die auch direkt mit der Buchse verbunden sind. Würde ich beide mal auslöten.
    Zuletzt repariert:
    21.2. Logitech M570 Microschalter ausgetauscht - geplante Obsoleszenz durch Billigtaster?
    19.11. Toshiba 3,5" Floppy defekter Elko durch Kerko getauscht auf Motorplatine
    27.11. 1541B Dauerlauf, Elko im Resetschaltkreis defekt, nicht der 7406 wie zuerst verdächtigt!
  • @trekkie22: dann wird die Ursachenforschung schwer fallen. Da es sich um die Version mit DIN-Stecker handelt denke ich, dass ein falsches Netzteil wohl ausscheidet.

    Da bleibt nur noch ein defektes Netzteil oder eine andere Überspannung. Aber sollte es zB ein Blitzschlag in der Nähe des VC-20 sein (Überspannung im Stromnetz). Wie sieht es mit den Kondensatoren aus? Ist denen noch zu trauen? Oder habe ich auf dem Board eine tickende "Zeitbombe"?
  • x1541 schrieb:

    Der 7406 ist ja für den seriellen Port zuständig. Liegt also nahe, die Überspannungsquelle hier zu vermuten. Das kann schon passieren, wenn ein User das Netzteil hier mit Gewalt anschließt (9V AC!). Schau mal an der Buchse nach verdächtigen Kratzspuren vom Einstecken des falschen Steckers. Die nur mit 4 Stiften belegten Netzteilstecker gehen mit Gewalt leider da rein.
    Ich habe mal ein Bild vom Port gemacht. Da sind einige Kratzspuren sichtbar, aber ich hätte in diesem Fall eher im unteren Bereich deutliche Kratzspuren erwartet und die oberen Kratzspuren sind sysmetrisch. Das passt besser zu einem symetriscchen Stecker, was eher auf den Stecker des seriellen Kabels hindeutet. Ich würde das als Fehlerursache als nicht so wahrscheinlich beurteilen (zumal die CPU auch hinüber ist).