Hello, Guest the thread was called78k times and contains 1941 replays

last post from Retrofan at the

Linux macht sich das Leben schwer

  • Naja, ich glaube dass sich die Umstellung von Windows Software nach Linux auf dem Desktop sich heute immer weniger stellt.

    Die Frage ist eher, wie stellt eine Firma Ihre Software auf eine SaaS Cloud Lösung um und ob man sich deren Abhängigkeit von Internet Verfügbarkeit ohne Redudanz einlassen will.

    Wir machen genau solche Transformationen durch und die Tage unserer 3 kleinen Daten Centres sind zwar gezählt, aber wir fahren noch mit einem Hybrid Modell für eine ganze Weile weiter.


    Ist der Umstieg mal geschafft, bleibt die Frage dann halt, was braucht man noch auf einem Endgerät laufen zu lassen.

    Reine SaaS Lösungen können auf Windows/Linux/MacOSX/Tablets (meistens) "laufen", da ist das Endgerät also relativ egal.


    Unsere Adobe Geschichten kannste nicht auf Linux laufen lassen und nein, da gibt es keine Alternativen, bleibt also Windows.

    Die ganzen Azure verzahnten Sachen, also Azure SQL, O365 und Dynamics 365 sind zwar auch mit Linux rudimentär nutzbar, solange man keine Integrationen mit Windows basierenden Diensten benötigt, aber so richtig abheben wird man damit eher nicht.

    An O365 Excel führt im Business kein Weg vorbei, wenn man komplexe Sachen damit macht, wie z.B. in der Finanzabteilung. --> Windows

    BI Lösungen z.B. mit PowerBI (in O365 E5 enthalten und deshalb attracktiv) ist auch eine Windows Domäne. Da kann LibreOffice nicht dagegen anstinken.

    Allenfalls Python und R und andere grafische BI Lösungen können hier schon auch aus Linux bedient werden. Das sind dann oft aber keine Selfservice BI Lösungen für User aus Finanz, Produktion, Planung etc. sondern da braucht man dann wieder Leute mit speziellen Skills, die halt extra einzustellen sind und halt kosten.



    Ich denke, die Frage nach Linux wird sich nicht SO stellen, sondern eher welche Cloud Lösung bringt möglichst viel Unabhängigkeit von Enddevices.

    DANN kann sich Linux als billige Basis für Endgeräte vielleicht durchsetzen, aber wie wir schon besprochen haben, ist die Lizenz für Windows 10 nicht der primäre Kostenfaktor.

  • Vielleicht kann man da grob zwischen privaten und industriellen/kommerziellen Nutzen zu unterscheiden.

    Im Prinzip ist ein Problem, wer haftet und wie weit, wird der dahinter stehenden Firma getraut

    und ist diese noch in 5, 10 oder gar in 20 Jahren noch da.
    Firmen, die Software einsetzten, folgen den Prinzip, was lang am Markt ist und eine Namen hat,

    wird bevorzugt. Gibt es mehre Anbieter, dann müssen diese konkurrieren.

    Ich erinnere mich noch an MAXIMO, kurz nach dem diese von IBM übernommen wurde, waren plötzlich

    ein paar dicke Deals im Sack, weil man der "kleinen" Firma vor, das nicht zugetraut hat.

    Mit Suse, RedHat (IBM), sind Firmen am Markt, die dafür sorgen das Linux den gleichen Trust wie MS

    bekommen hat und damit auch die kommerzielle Relevanz.

    MS ist, und war Platzhirsch in Office-Anwendungen.
    Der Weg das StarOffices->OpenOffice (IBM mit Lotus Suite + File-Konverter) als Angriff durch zusetzten ist leider gescheitert.
    Der offene (freie) Weg über LibreOffice ist irgendwie der bessere, aber es steckt keine dicke Firma mehr dahinter.
    Die Kommerzielle Software setzt natürlich auch Schulungen usw. voraus um eine Akzeptanz zu erreichen, was
    bei Offenen Produkten meist nicht so gut klappt. Und dann die Punkte der Haftung, Support, Feature requests usw.

    Ein kleiner Star ist immer noch die Apache-Group, die es so dazwischen schafft. Aber mit den Fokus auf Server-Anwendungen und ihren APIs.

    Es ist nicht Linux, das sich das Leben schwer macht, sondern die kommerziellen strategischen Abwägungen.
    Und da sind es dann Manager, die da auf Kontinuität, Berechenbarkeit und Versicherung setzten.
    Da setzt sich halt nicht das bessere Produkt durch, wenn das gefühlte Risiko zu hoch ist.

    Privat ist es, wie hier oft beschrieben wird, eine sehr persönliche Sache. Und hat man die MS-Welt (OS) auf der
    Arbeit ist einfacher privat dabei zu bleiben.
    Bei Spielen ist es wie mit Mode. Man zeigt Kaufkraft, wenn bestimmte Spiele auf bestimmte Plattenformen spielt. ;)
    Man kann mitreden. Datteln auf den PC ist eine Gradwanderung zwischen, ich kann es mir Leisten und ich nutze
    den PC zusätzlich neben den anderen Projekten. Da kann Linux als Plattform nur auf den Konsolen punkten und tut es auch.

    Das schöne an Retro ist, das jeder, der es will, seine eigenen Weg realisieren kann, ohne von einer Firma
    oder einem Hersteller Abhängig sein zu zu müssen. :)

  • Genau, privat auf Linux umschwenken ist eine ganz andere Hausnummer.

    Heut ist ja schon viel Spezialsoftware in Java. Da bedeutet Portierung nicht viel mehr als Rüberkopieren.

    Mein kleines Programm hat sich unter OSX damals anders verhalten als unter Windows. Dieses write once run everywhere ist ein schönes Märchen, das oft wahr wird, aber 100% sicher kann man sich nicht sein. Bei mir hatte das was mit Timern und JavaFX zu tun. Java und OSX war eh ziemlich schwierig in der Zeit in der ich damit experimentiert hatte, da Apple offiziell den Java Support eingestellt hatte.

    Hier geht es nicht um die Vergangenheit. Also wer zahlt die Umstellung?

    Hört Ihr Euch auch selber zu?

    Ihr sagt selber, daß es sinnvoll wäre, aber wenn es ums Umsetzung geht plärrt Ihr nur "Wir wollen nicht, Zu teuer (wirklich?), Ist-Zustand ist bequem".


    Sagt doch gleich Ihr wollt nicht.

    Es spielt doch keine Rolle was ich will, ich bin kein Unternehmer. Aber wenn ich aus Unternehmersicht die Sache betrachte muss ich mir die Frage stellen: Was kostet das alles und wann habe ich das Geld wieder drin, rechnet sich eine Umstellung für mich, wenn ja wann? Gibt es Umsatzeinbußen weil so einen Umstellung meinen Betrieb für längere Zeit nicht mehr so produktiv arbeiten lässt und so weiter und so fort.

    In einem Unternehmen installiert man nicht einfach Ubuntu und gut is.

  • Genau, privat auf Linux umschwenken ist eine ganz andere Hausnummer.

    Heut ist ja schon viel Spezialsoftware in Java. Da bedeutet Portierung nicht viel mehr als Rüberkopieren.

    Mein kleines Programm hat sich unter OSX damals anders verhalten als unter Windows. Dieses write once run everywhere ist ein schönes Märchen, das oft wahr wird, aber 100% sicher kann man sich nicht sein. Bei mir hatte das was mit Timern und JavaFX zu tun. Java und OSX war eh ziemlich schwierig in der Zeit in der ich damit experimentiert hatte, da Apple offiziell den Java Support eingestellt hatte.

    Ja, so ähnlich ist das u. A. auch mit Mono wenn es um C# geht. Da laufen gewisse Sachen unter Linux und Windows problemlos, aber auf MacOS ging's halt nicht.

  • Kann ich mir gut vorstellen. Aber ist ja wie überall im Leben mit Theorie und Praxis.

    Eben, und einer deiner Theorien besagen daß Linux nix ist für die Wirtschaft.

    Dann frage ich mir warum soviele Treffer von professionelle Systemhäuser aufklappen wenn ich in DuckDuckGo "Warenwirtschaft für Linux" eingebe, oder "Branchensoftware Linux".

    Da tauchen etliche Systemhäuser auf die Lösungen anbieten. Halt nicht alle unter GPL-Lizenz.

    Aber es gibt sie, die Lösungen.

    Das Sixt, der Autovermieter, auch voll auf Linux setzt, darf als bekannt vorausgesetzt werden, oder?

    Es gibt sogar Artzt-Praxen und Krankenhaus-Software für Linux.

    Wer Schnüffelt, findet.

  • In der Tat gab es so eine Fülle von Warenwirtschaften damals noch nicht, als wir umgestiegen sind.

    Schade. Ich habe lange gesucht und alles rangeholt, was so ging. Sogar die SAP-Brüder waren da - und haben sich bis auf die Knochen blamiert..

    Mein Favorit wurde es dann nicht, "wir" haben uns für eine andere Lösung entschieden - Navision von M$. Mehr M$ im täglichen Arbeitsalltag geht nicht... aber es läuft, das ist das Wichtigste.

  • Es schreibt hier keiner dass es nicht immer geht. Es geht darum warum sich ein Unternehmer die Kosten für eine Umstellung ans Bein binden sollte. Für ein Unternehmer muss es sich lohnen, ansonsten wird er einen Teufel tun und schön beim "Never change a running system" bleiben. Mir wäre es doch auch lieber wenn es nur noch Linux gäbe, am besten sogar eine Distribution vom Bundesministerium gefördert und für Behörden entworfen, was man dann natürlich privat auch nutzen kann und sogar soll. Am besten gleich mit Sachen wie Ausweis App mit geliefert, damit die Bürger einen Mehrwert darin sehen und sich den einen oder anderen Ämtergang sparen können. Und ein Paket für Unternehmer, für Steuern, Personalmanagement und paar andere schöne Sachen um den Umstieg schmackhaft zu machen. Ideen sind genug da. Nur bin ich ein kleines Licht und habe nichts zu sagen in Deutschland.

  • Nur, dass dieses Running System laufende Lizenzkosten mit sich bringt. Nicht nur für Windows-Lizenzen, sondern es kommen ja auch noch Kosten für Office usw hinzu.

  • Glaub mir - das wird unter dem Aspekt "kein/wenig Risiko kostet nun mal monatlich Geld" gesehen... das ist oft und in vielen Betrieben so, dass man Dinge verbessern KÖNNTE, bestimmte Aspekte aber dagegen sprechen... seien es (einmalig hohe) Kosten, Zeitaufwand (den man nicht betreiben kann, weil man die Zeit nicht über hat) oder mangelnde Kompetenz.

    Zeit ist leider nicht nur im Privaten ein kostebares Gut... und ich behaupte, dass ich sehr wohl weiß, was ich da sage.

  • Genau - und ein Unternehmer darf daher die Umstellungskosten und Einarbeitungszeit bei Umstellung nicht isoliert betrachten, sondern muss die langfristige, strategische Ausrichtung, sowie den möglichen benefit bedenken. Sonst war er Unternehmer gewesen.

  • "Windows ist (...) durch Raubkopieren in den 80gern DAS Enduser Gerät geworden. "

    Das einzige, was für Windows spricht, ist der breite Hardware und Software Support

    Der C64 ist durch raubkopieren in den 80gern DAS Enduser Gerät geworden.

    Was für den C64 sprach, war der breite Hardware und Software Support.


    Ein bewährtes Erfolgsmodell :)

  • "Windows ist (...) durch Raubkopieren in den 80gern DAS Enduser Gerät geworden. "

    Das einzige, was für Windows spricht, ist der breite Hardware und Software Support

    Der C64 ist durch raubkopieren in den 80gern DAS Enduser Gerät geworden.

    Was für den C64 sprach, war der breite Hardware und Software Support.


    Ein bewährtes Erfolgsmodell :)

    Wobei "Raubkopieren" ja Volkssport war in den 80ern.

    Unabhängig welches Systen wir hatten ;-)

  • Wie jetzt?

    Ist es ein Server mit Debian 9 oder ein Desktop?

    Beides, aber wie gesagt, noch sehe ich da kein Problem, ich sehe nur eines auf mich zukommen. Mein letzter Versuch von 9 auf 10 zu gehen, war auf dem Client. Da ging das schief. Mit dem Ergebnis, dass mir meine Nerven dafür zu schade waren, das zu richten und ich hab's neu installiert. Ich befürchte einfach, dass es auf dem Server genau so läuft. Aber das lasse ich auf mich zukommen.

    Habe leider auch Probs von Ubuntu Server 18.04 auf 20.04 zu upgraden. Muss ich zugeben.

    Ich denke aber, dass das Prob das EHCP Panel verursacht.

    Obschon php7.4 installiert ist dann, will die Forensoftware immer noch auf php7.2