TED und CPU Sterben beim C16 Plus/4 C116...Wege aus dem Dilemma ?!?

Es gibt 51 Antworten in diesem Thema, welches 7.902 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Mai 2015 um 05:55) ist von Schmitti.

  • Was ist eine Passivierung?

    Beim Herstellen der Chips wird abwechselnd Zeug aufgetragen (wie etwa Aluminium für die Leiterbahnen und Fotolack), das ganze belichtet (damit der Fotolack an gewünschten Stellen aushärtet) und dann alles, was nicht durch gehärteten Fotolack geschützt wird, weggeätzt, bevor auch der Fotolack entfernt wird. Kurzum: Viel auftragen, viel wegätzen, viel Chemie.

    Damit das alles auch noch ein paar Jahre hält, nachdem der Chip beim Kunden ist, muss z.B. die Säure hübsch wieder neutralisiert werden und auch noch eine abschließende Schicht drauf, damit das Metall in der Schaltung nicht korrodiert. Kriegt man die Chemie nicht abschließend neutral ("passiv"), dann zerfrisst sich die Schaltung unter der Schutzschicht. Kriegt man die Schutzschicht nicht dicht, dann korrodiert das langsam kaputt.

    MOS hatte hier und da mal Phasen, wo mal das eine, mal das andere nicht funktionierte - mangelhafte Passivierung.

  • Danke für die ausführliche Erklärung.

  • In einigen Threads lese ich, dass man den DC-DC Wandler gegen einen RECOM tauschen sollte, weil dieser weniger Abwärme produziere. Trift dieser Umbau auch auf ein +4 zu?

    Der Plus/4 benutzt ein C64-Netzteil, bekommt als die +5V vom Netzteil. Im Rechner ist kein Regler an dem man was machen müsste.

  • Der Plus/4 benutzt ein C64-Netzteil, bekommt als die +5V vom Netzteil. Im Rechner ist kein Regler an dem man was machen müsste.

    Ahh, ich war schon leicht irritiert, weil ich das fette Kühlblech vermisste.

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

  • Gerrit hat da recht, den analogen Teil kann ich nicht in einen FPGA packen. Von daher kann man ja mit 8501 anfangen. Man muss ja nicht beide Chips gleichzeitig nachbauen.
    Das Problem liegt einfach in der fehlenden Funktions- und Timing-Beschreibung. Wenn man die hätte, könnte man loslegen. Einen Adapter für die Pins vom FPGA zum Sockel für den 8501 dürfte das kleinste Problem sein.

    Die Entwicklungszeit für solch einen FPGA ist auch nicht in Tagen zu rechnen sondern eher in Wochen. Als Hobby wäre natürlich auch eine Aufteilung schön, wenn sich an dem Projekt mehrere beteiligen.

  • Naja, fertige 6502-Cores sollte man im Netz finden können, man muss also 'nur' noch die zusätzliche Logik (I/O-Port, Gate-In, AEC) dranstricken.

  • Wenn es so einfach wäre Schaltkreise wie Flash-ROM's zu kopieren, dann hätte das sicher schon Jemand getan aber leider ist die Logik da wohl sehr unterschiedlich. Ich kenne mich zwar nicht so detailliert damit aus aber wenn es möglich wäre Chips mit Flash-ROM Technologie zu entwickeln, bei denen man anstatt ROM-Inhalte Schaltkreise 1:1 nachflashen bzw. brennen, dann wäre das sicher die Rettung für so manchen Retro-Computer.

  • Ich versteh den letzten Post zwar nicht ganz, aber gibt's doch in Form von diversen Microcontrollern, CPLDs und FPGAs?

  • Und wieso hat es dann bisher niemand geschafft diese Custom-Chips einfach 1:1 mit all ihren Schaltkreisen zu kopieren? Dann könnte man einen funktionsfähigen Chip ja einfach öffnen bzw. auffräsen, die Schaltkreise abfotografieren oder einscannen und ganz einfach mit auf einen pingleichen "Chip-Rohling" mit NAND- oder NOR-Flash Technologie kopieren oder wie ein EPROM brennen, ähnlich wie bei einer CD, DVD oder Blu-Ray. Aber so einfach ist es eben scheinbar doch nicht.

  • Genial wäre es wenn es ein Grafisches FPGA Tool geben würde so das man einfach Gates, Transistoren oder fertige Blöcke zusammenschalten kann und es dann einfach in einen FPGA brennt

  • Und wieso hat es dann bisher niemand geschafft diese Custom-Chips einfach 1:1 mit all ihren Schaltkreisen zu kopieren? Dann könnte man einen funktionsfähigen Chip ja einfach öffnen bzw. auffräsen, die Schaltkreise abfotografieren oder einscannen und ganz einfach mit auf einen pingleichen "Chip-Rohling" mit NAND- oder NOR-Flash Technologie kopieren oder wie ein EPROM brennen, ähnlich wie bei einer CD, DVD oder Blu-Ray. Aber so einfach ist es eben scheinbar doch nicht.


    Wenn das alles so einfach ist, auf - auf. In erster Linie ist das oben beschriebene Unterfangen extrem mühseelig und fehleranfällig. Und sofern es annähernd genaue Emulation bzw. ausreichende Restbestände an Chips gibt auch extrem sinnbefreit.
    Nur weil die Technik dafür bereit steht, heißt das noch lange nicht, dass mensch sowas mal eben an 'nem Wochenende macht.
    Zieht meinetwegen den C64R zur Referenz herbei ... da ist auch nichts drin, was mensch nicht schon vor 25 Jahren hätte nachbauen können, dennoch hats jetzt so lange gedauert wie's gedauert hat ... und ein paar kleinere Fehler haben sich trotzdem eingeschlichen.

  • Bei einem FPGA kann ich die Fehler ja nach und nach beseitigen, wenn ich mich für einen mehrfach programmierbaren Typ entscheide.

    Das Problem ist, wie ich bereits geschrieben hatte, dass einfach die Beschreibung fehlt. Da hilft auch kein Verweis, es müsste irgendwo im Internet einen 6502-Kern geben. Bleibt als erstes die Frage, ob man mit dem überhaupt etwas im speziellen Fall 8501 anfangen könnte, wenn man den denn überhaupt gefunden hat. Immer noch fehlt die Beschreibung, um das abgleichen zu können.

    Auch wird hier immer noch nicht vollständig zwischen Analog- und Digitalteil unterschieden: Der Analog-Teil kann nicht auf dem FPGA nachempfunden werden.
    Das kann man aber über eine externe Zusatzbeschaltung eines FPGAs machen, wenn man die Beschreibung dafür hat. Aber auch daran mangelt es.

    Daher ist man einfach wochenlang mit intensiver Arbeit beschäftigt, wenn man sowas erarbeiten will. Insofern sind die ICs 8501 und 8360 sehr günstig zu kaufen. Es gibt diverse ICs, die noch teurer verkauft werden. Für aktuelle Prozessoren von Intel geben die Leute z. B. erheblich mehr Geld aus.