NTFS Dateisystem: Anzahl Dateien

  • NTFS Dateisystem: Anzahl Dateien

    Auf meiner Systempartition (normale HD, keine SSD) befinden sich mittlerweile recht viele Dateien (über 300.000, siehe Screenshot). Hat das negative Auswirkungen auf die Performance (z.B. Windows Start dauert länger) ? Falls ja, dann würde ich mal einige Verzeichnisse mit Daten auf eine andere Partition verschieben. Was meinen die Windows-Experten hier im Forum ?
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  • Es macht Sinn, Teile des eigenen Userprofils auf ein anderes Laufwerk zu legen.

    Das betrifft vor allem die Ordner "Eigene Dokumente", "Eigene Bilder", "Eigene Videos", usw. Man legt sich auf dem zweiten Laufwerk einen Ordner "Profil" an, darunter "Doks", "Bilder", "Videos", usw., wie man will. Dann geht man in den Ordner, unter dem diese original liegen, dann Rechtsklick auf "Eigene Dokumente", und dann im Kontextmenü auf Eigenschaften und dann auf den Tab Pfad, und dort kann man dann den Pfad dieses Ordners auf den neuen Ordner umleiten. Dabei werden auch gleichzeitig alle Dateien aus dem Ordner mit verschoben und alle Programme, die diesen Ordner für das Speichern von Dateien verwendet, landen dann automatisch dort.

    Wer gerne Firefox und Thunderbird benutzt, kann auch deren Userprofil-Dateien auf ein anderes Laufwerk verschieben. Das geht dann manuell. Man legt sich auf dem Ziellaufwerk einen Ordner Mozilla an, darunter einen für Firefox und einen für Thunerbird. Dann offnet man folgende Pfade:

    Firefox: C:\Users\<username>\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles\<irgendwas>.default
    Thunderbird: C:\Users\<username>\AppData\Roaming\Thunderbird\Profiles\<irgendwas>.default

    Diese beiden Ordner <irgendwas>.default verschiebt man nun an ihre neue Lokation. In den Pfaden habe ich jeweils einen Ordner fett markiert. Dort findet man jeweils eine Datei Profiles.ini. Diese mit einem Editor öffnen. Darin findet sich ein Eintrag isrelative=1, den man durch isrelative=0 ersetzt. Darunter findet man eine Zeile "Path=..." Dort trägt man nun den absoluten (!) Pfad des neuen Speicherortes von <irgendwas>.default an, z.B. Path=d:\mozilla\firefox\<irgendwas>.default

    Wer aus MS-Office das Outlook nutzt, kann immerhin die Maildatenbank outlook.pst auf ein anderes Laufwerk verschieben. Sobald man Outlook nach dem Verschieben der Datei startet, merkt es dass die Datei nicht mehr da ist, man klickt sich per Dateiauswahl bis zum neuen Speicherort durch, drückt Ok, Outlook beendet sich. Dann startet man es neu, und es benutzt die Datei vom neuen Speicherort.

    Das Entschlacken der Systempartition bringt einiges an Performance, insbesondere wenn man diese Ordner auf eine andere physische Platte verschiebt (bei SSD spielt das allerdings keine Rolle), außerdem, wenn man sich mal das Windows zerschießt, sind dann nicht gleich auch die Daten weg, man verbiegt nach der Neuinstallation einfach wieder wie oben beschrieben die "Eigene ..." auf die andere Platte und gut ists. Wer nach Neuinstallation seine Mozilla-Profile auf diese Weise wieder herstellen will, muss FF, TB einfach ein erstes Mal nach der Neuinstallation starten, um ein leeres Profil anzulegen, und nach beendigung der Programme kann man dann wieder die Profiles.ini anpassen und hat all sein Zeugs wieder. Wer den ganzen Krempel alles auf ein einziges weiteres Laufwerk verschoben hat, kann sich dann auch mittels robocopy ein ganz simples und effektives Backup z.B. auf eine Usb-Platte basteln (robocopy %quelle% %ziel% /mir /r:1 /w:1).

    Wer einen Marken-PC hat, findet auf c:\ öfters auch Ordner wie swsetup, auch nvidia und ati legen gerne solche Ordner auf c: ab, in denen die Installationsdateien von Gerätetreibern zu finden sind. Die kann man entweder wo andershin verschieben, oder wenn man die jederzeit wieder downloaden kann, auch löschen.

    Außerdem kann man öfters auch mal die Datenträgerbereinigung anwerfen, die alte Updatedateien, Logdateien usw. komprimiert oder löscht.
  • 1st1 schrieb:

    Das betrifft vor allem die Ordner "Eigene Dokumente", "Eigene Bilder", "Eigene Videos", usw. Man legt sich auf dem zweiten Laufwerk einen Ordner "Profil" an, darunter "Doks", "Bilder", "Videos", usw., wie man will. Dann geht man in den Ordner, unter dem diese original liegen, dann Rechtsklick auf "Eigene Dokumente", und dann auf den Tab Pfad, und dort kann man dann den Pfad dieses Ordners auf den neuen Ordner umleiten. Dabei werden auch gleichzeitig alle Dateien aus dem Ordner mit verschoben und alle Programme, die diesen Ordner für das Speichern von Dateien verwendet, landen dann automatisch dort.


    Du brauchst nichts vorher anlegen. Es reicht in den Eigenschaften den Pfad z.B. von C:\... auf D:\... zu legen. Die Verzeichnisse werden dann automatisch angelegt und die Daten auf Wunsch verschoben.
  • Beim Auslagern von Daten kommt es darauf an, wohin man auslagert. Auf eine andere Partition derselben Platte bringt keinen Geschwindigkeitsvorteil. Man hat höchstens einen organisatorischen Vorteil, wenn man seine Benutzerdaten strikt auf einer andern Platte lagert und man bspw. das Betriebssystem einfach neu installieren kann, ohne sich Gedanken um seine Daten zu machen. Oder man kann mehrere Betriebssysteme nutzen und auf eine einzige Datenpartition zugreifen.
    Für mehr Geschwindigkeit müsste es aber schon eine andere Festplatte sein.
    Dass eine Festplatte per se langsamer wird, weil viele Daten darauf gespeichert sind, gehört, soweit ich weiss, zu den modernen PC Mythen. Bei SSDs kann das unter bestimmten Umständen anders sein, aber hier ging es ja explizit um HDDs. Wenn jemand einen seriösen Beweis dafür hat, dass doch etwas Wahres daran ist, dann bitte mal einen Link Posten.
    300000 Dateien sollten für ein NTFS Dateisystem jedenfalls kein wirkliches Problem darstellen.
    Zuletzt repariert:
    Philips CM8833-II - Powerschalter getauscht
    Commodore 1901 - Netzfilter getauscht
    Commodore 128 Türkeil
  • 8R0TK4$T3N schrieb:

    Windows speichert auf Platte zwischen. Je voller, dauert die Suche nach freien Stellen länger.

    Anzahl an Dateien und belegter Platz sind zwei völlig verschiedene Dinge! Die Anzahl an Dateien auf C: ist für die Performance bei NTFS so ziemlich egal. Zumindest, solange man nicht hingeht und die Größe der Pagefile auf dynamisch stellt. Aber bei einem gut konfigurierten System hat die Pagefile eh nix auf C: zu suchen.

    Mit dem belegten Platz hingegen hast du Recht, da sollte man ein Viertel, besser ein Drittel freilassen.
  • Auch das mit dem belegten Platz halte ich für ein Märchen, lasse mich aber gerne mittels seriöser Quellen belehren.
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  • Freiwald schrieb:

    Auch das mit dem belegten Platz halte ich für ein Märchen, lasse mich aber gerne mittels seriöser Quellen belehren.


    support.hp.com/gb-en/document/c01817290

    Kannst es auch selbst mal testen. Platte bis 100 oder 200MB vollknallen und rebooten.

    PS: Als ausgebildeter Fachinformatiker, halte ich meine Aussaagen auch für seriöse Quellen ;)
    "Führungskräfte verrichten keine Arbeit."
    (Schülerduden Physik)

  • 100 oder 200 MB sind bei meinen Platten keine 25 % (von dir angegeben) oder 5 % (von HP angegeben). Diese Prozentangaben kommen aus Zeiten, in denen die Festplatten noch deutlich kleiner waren als heute...
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  • Freiwald schrieb:

    Auch das mit dem belegten Platz halte ich für ein Märchen, lasse mich aber gerne mittels seriöser Quellen belehren.


    Der freie Platz wird auch für Updates temporär benötigt. Demnächst gibts für alle Windows 7/8 Nutzer kostenlos Windows 10. Wer das machen will, sollte auf seiner Systempartion mal mindestens 15 GB frei haben, besser 20.
  • 1st1: ist ja richtig. Aber auch das sind keine 25% oder sogar 33%, wie hier empfohlen wurde. Außerdem hieß es hier ja, dass der Rechner unter diesen Grenzen langsamer wird...
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  • Wo es erwähnt wurde: Auch die Auslagerungsdatei kann man verschieben, bzw. man kann auch mehrere, verteilt auf verschiedene Laufwerke anlegen. Wer seine Systempartition auf SSD hat, sollte das aber nicht unbedingt tun, außer er kann die Auslagerungsdatei auf eine andere SSD legen. Sonst droht Performanceverlust gegenüber der alten Lage. Man schont theoretisch damit aber auch die SSD auf der das System liegt, denn das Verlagern der Auslagerungsdatei erspart der System-SSD eine ganze Menge Schreibzugriffe, die jedes Mal Verschleißt der Speicherzellen zur Folge hat. Dazu in Eigenschaften von System (WIN+Pause) gehen, Erweiterterte Systemeinstellungen, Erweitert, Leistung Einstellungen, Erweitert, Virtueller Arbeitsspeicher ändern. Am besten auf dem neuen Laufwerk eine Feste Größe einstellen, also Min und Max gleich groß, und (achtung alte Faustregel!) mindestens doppelt so groß wie der im PC verbaute Arbeitsspeicher. Wer allerdings sehr viel RAM hat und im Taskamanager nicht beobachtet, dass je viel ausgelagert wird, kann die Auslagerungsdatei auch kleiner machen, aber 1 GB sollte es wenigestens sein, denn Windows will eigentlich immer etwas auslagern, auch wenn es garnicht müsste.

    PS: Als ausgebildeter Büroinformationselektroniker, halte ich meine Aussagen auch für seriöse Quellen. (Aktueller Arbeits-Titel: Regular Data Center Engineer) :)
  • Freiwald schrieb:

    1st1: ist ja richtig. Aber auch das sind keine 25% oder sogar 33%, wie hier empfohlen wurde. Außerdem hieß es hier ja, dass der Rechner unter diesen Grenzen langsamer wird...


    Kommt drauf an, wie groß die Systempartition ist... :)

    [offtopic]Übrigens, schocking, letztens musste ich irgendwo (ich glaube auf Winfuture war das) lesen, dass SSDs bei langer Nichtbenutzung ihren Inhalt verlieren! Bei sehr schnellen und aktuellen Enterprise-SSDs, die in Servern und Storage-Systemen genutzt werden, sollen schon nach 3 Monaten ohne Strom Alzeheimer bekommen. Bei Consumer-SSDs soll das aber erst bei über 1 Jahr Nichtbenutzung passieren. Und nicht das wir uns missverstehen, das betrifft nur SSDs, aber keine Flash-Medien wie USB-Sticks oder SD/CF-Karten, die sind sicher. Aber man stelle sich mal die Retro-Szene in 20..30 Jahren vor, die dann ihre schönen alten Windows 7/8/10-PCs reaktivieren wollen, um die schönen alten Spiele von damals, teils noch ohne Cloud-Seuche, mal wieder spielen wollen... :schreck!: [/offtopic]
  • Naja, wenn ich so sehe, was auf meiner 4 TB Platte inzwischen an Leichen rum fliegt (z. B. MP3s oder JPEGs, die irgendwann mal funktioniert haben, aber inzwischen irgendwie nicht mehr), dann bin ich mir nicht sicher, ob ich mir wegen der SSDs überhaupt Sorgen machen muss. Bit-rot scheint nicht neu zu sein. JFTR: Die meisten dieser Daten haben noch nie eine SSD gesehen... Man fragt sich da als Laie ohnehin, was genau eigentlich wohl der Grund dafür ist, dass so was so unbemerkt passieren kann. Hardware-Fehler, die von der Software nicht entdeckt werden, schätze ich mal, womit die SSD wieder in bester Gesellschaft mit dem Rest wäre.
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