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C64 reloaded Sammelthread

  • Danke für die Aufklärung mit dem SID. :)


    Da bin ich noch nicht auf alle Einwände eingegangen: Die SID-Versionen haben unterschiedliche Vorgaben beim pull-down Widerstand für den Audio-Ausgang. Dieser Teil ist auch mit einem Jumper ausgelegt und auf dem Board beschriftet. Es gibt also für den SID insgesamt vier Jumper die beachtet werden müssen.


    Jens

  • Wie wird denn die Bildausgabe ausschauen ? Verschwinden diese vertikalen Streifen ? Ein sauberes Bild
    wie beim Chamelöeon wäre schön.


    Ganz so sauber wie beim Chameleon wird's nie gehen wie Gerrit schon bestätigt hat. Die Kompensationsschaltungen, mit denen man AEC wieder auf das Luma- und Croma-Signal aufmoduliert, sind aber im C64 reloaded vorhanden (auf dem Bild siehst Du vielleicht zwei unbestückte Trimmer). Bevor ich aber diesen Teil der Schaltung verfeinere, möchte ich auf dem nächsten Prototypen die LC-Glieder in der Audio- und Videoversorgung testen. Im Moment kommt nämlich noch einiges an Rotz vom Netzteil durch und macht das Bild für meine Begriffe schlechter als das, was ein originaler C64 liefert. Das ist der Preis der schnellen Schaltregler: Sehr hoher Wirkungsgrad, aber man muss ein bisschen Aufwand bei der Filterung betreiben.


    Jens

  • Aber was hier mal wieder ins Auge springt:
    Das, was wirklich arm ist, sind Denkverbote.


    Ehrlich gesagt sehe ich hier niemanden, der Denkverbote erteilt. Da ich sicher derjenige bin, von dem die Leute möchten dass ich lese und evtl. Vorschläge aufgreife, sollte meine Aussage "ich lese hier mit und nehme brauchbare Ideen gern auf" eigentlich ausreichend Gewicht haben. Falls es gern jemand nochmal deutlich haben möchte: Denken ist keinesfalls verboten, sondern ausdrücklich erwünscht. Beispielsweise habe ich bisher die Idee aufgenommen, den "anderen" Kanal der 3,5mm-Klinkenbuchse über einen Jumper verfügbar zu machen, damit Nutzer einer Stereo- oder sonstigen dual-SID Platine einen Ausgang haben.


    Und gerade weil Denken erwünscht ist, finde ich die Aussagen von so Manchen hier doch echt amüsant. Da heißt es, dass es doch viel billiger sei, wenn man noch viel mehr auf die Platine drauf packt. Und wenn man dagegen redet (übrigens mit stichhaltigen Argumenten), ist man gleich der Showstopper. Das Problem dabei ist, dass es tatsächlich massive Unterschiede in der Erfahrung und dem Einblick in kaufmännische Details gibt. Aber selbst wenn man die kaufmännischen oder technischen Details außen vor lässt, entbehren doch einige Postings hier der allgemein anerkannten Logik: Wenn ich mehr und teurere Bauteile auf eine teurere Platine baue, wird es halt massiv teurer. Dass man davon weniger verkauft, weil es sich weniger Leute leisten können, dürfte jedem einleuchten. Somit bleibt mir mal wieder einer der oft zitierten Autovergleiche:


    Du verbrauchst einfach nicht weniger Sprit, wenn Du schneller fährst. Kindliche Logik wie "der Motor lief doch nicht so lange wie beim Langsamfahren, das ist doch sparsamer!" greift einfach nicht.


    Neben dem Wunsch, dass wirklich ein Denkprozess dem Posting Vorangestellt wird, wäre es auch ganz toll, wenn sich die Leute auch mal durchlesen würden, was schon vor längerer Zeit hier besprochen wurde. Da gab es beispielsweise diesen Thread, in dem ebenfalls von Einigen ein "C64 auf Steroide" gefordert wurde. Es entwickelte sich aber nach und nach ein sinnvoller Konsens, der sich nicht wesentlich von dem unterscheidet, was ich jetzt umgesetzt habe.


    Es wird immer so sein, dass ein Konzept bei unterschiedlichen Leuten auf unterschiedliche Resonanz trifft. Ich habe null Problem damit, hier auch zu lesen "das ist für mich nicht interessant" und "interessanter wäre es wenn...". Was ich aber überhaupt nicht leiden kann ist die Art von gewissen Leuten hier Weissheiten zu verbreiten, ohne jegliche Belege zu bringen. Einfach schreiben "das wirst Du besser verkaufen" und "das macht es billiger" ist leicht getan. Es zu belegen, damit quellenkritische Leser auch den Wert der Aussage überprüfen können, ist aber bislang nicht passiert.


    Das Konzept, mit dem ich glaube, die schwarze Null nicht nur erreichen, sondern überchreiten zu können, lautet "möglicht viel Original, und damit keine wesentlichen Abweichungen vom Original-Schaltplan". Die bisher von mir gewählten Abweichungen würde ich als "chirurgisch" bis "kosmetisch" einstufen. Das ist zugegebenermaßen Gefühls- und Ermessenssache, aber die nehme ich mir für "mein" Projekt heraus. In einer sachlichen Diskussion lasse ich mich gern davon überzeugen, dass eine Änderung in mein Konzept passt.


    Wenn jemand glaubt, dass er mit dem Konzept "ganz viel Zeug auf ein C64-Mainboard packen" finanziellen Erfolg hat, möchte ich das nicht pauschal in Abrede stellen. Ich würde mir aber wünschen, dass nicht nur gefordert wird, dass ich's baue, sondern dass jemand die unternehmerische Verantwortung dafür übernimmt, denn ich glaube nicht an ein solches Konzept. Trotzdem: Wenn's jemand bezahlt - also inklusive Entwickeln, Testen und in Serie produzieren - bin ich gern mit von der Partie. Schließlich decke ich die Verluste, die Teile des Retro-Geschäftes machen, schon seit Jahren mit Auftragsarbeiten aus der Industrie. Ob das Geld jetzt von einer Firma kommt, die mir nen Consultingvertrag gibt, oder ob ein Privatmann seine Lebensversicherung in so ein Projekt stecken will, ist mir egal - Hauptsache ich kann die Gehälter meiner Angestellten weiter bezahlen.


    Jens

  • was mich sehr interessieren würde ist, wie es mit dem Expansionsport bestellt sein wird?
    - das Original hat ja da einige Probleme, vor allem, wenn Verlängerungen, Weichen etc. angeschlossen werden...
    wie siehts denn in dieser Hinsicht beim Nachbau aus? - verträgt der auch mal ein ...sagen wir mal 30cm langes Kabel?


    Nein - kein Port dieser Art verträgt die Übertragung über ein Kabel - siehe SX64. Der hat schon immer Probleme mit seinem Expansionsport gehabt.


    Auch Expansionsportweichen sind nichts, was ich plötzlich befürworten würde. Du bist zwar schon der Zweite der im Zusammenhang mit dem C64 Reloaded danach fragt, aber es ist einfach nichts, was in mein Konzept passt: Du kannst nicht erwarten, dass beliebige Erweiterungen zusammen funktionieren, wenn sie eigentlich für den Betrieb am C64 designed sind. Es wurde beispielsweise nie festgelegt, dass die EXROM und GAME Leitungen mit open-collector Treibern bedient werden müssen. Die meisten Expansionsport-Expander legen diese Leitungen aber zusammen, so dass "bus contention" auf diesen Leitungen vorprogrammiert ist.


    Es ist kein Bus, und es wird kein Bus, ergo ist "mehr als ein Cartridge" auch nicht von Commodore eingeplant worden. Da ich für diese Boards bis zu einem gewissen Grad Support leisten muss, wird es keine Extratouren in dieser Richtung geben, denn das wäre ein Fass ohne Boden. Es gibt zu viele Konfigurationen, von denen 99,995% nicht funktionieren. Support gibt es daher für Standardkonfiguration, nichts weiter. Es wird schon schwer genug, den Leuten für bestimmte Konfigurationen den Support zu verweigern, weil es einfach zu speziell ist.


    Jens

  • Die Längsregler haben eben nicht den HF-Störfaktor...


    Falls die Filtermaßnahmen nicht den gewünschten Effekt haben, ist das der nächste Ansatz. In Sachen "Stromversorgung" scheint Ihr aber alle noch ein wenig zu hoch zu greifen, denn die 08/15 Laptop-Netzteile sind alle in der Gegend zwischen 60 und 90 Watt. Das ist für den C64 gnadenlos überdimensioniert. Das Nequester-Netzteil liefert 24W, und davon wird nur ein Viertel in der Grundausstattung benötigt. Der Strom den der lokale 5V-Wandler liefert ist um den Faktor 1,6 höher, als das stärkste Netzteil, das Commodore je für den C64 ausgeliefert hat (das 128er-Netzteil, das mit der 1764 ausgeliefert wurde). Leute, das ist *massig* Luft nach oben, so viel Reserve hat noch kein C64 wirklich gebraucht.


    Was moderne DC-DC Wandlertechnik in den letzten Jahren an Entwicklung durchgemacht hat, ist wirklich erstaunlich. Die dicken Prozessoren auf PC-Mainboards verbrauchen gern mal 80 Watt, und das auf Kernspannungen von unter 1V. Sowas kann man nicht über ein Kabel übertragen, sondern muss es "vor Ort" und möglichst verlustfrei erzeugen, sonst braucht man für die Wandler noch größere Kühlkörper als für die CPU selbst. Von dieser Entwicklung profitieren auch Nequester und der C64 Reloaded: Die extrem effektiven Wandler sparen wirklich spürbar Energie. Als ich die Stromaufnahme des C64 Reloaded das erste Mal gesehen habe, hatte ich ein Grinsen im Gesicht, als würde ich 240km/h bei einem Momentanverbrauch von 3,5l/100km fahren.


    Aber Jens, mir stellt sich jetzt noch die Frage, wegen dem Userport und 9V AC... Könnte man eine zusätzliche Buchse auf das Board bringen, auf die man die führen kann? Oder hat sonst wär noch einen Vorschlag?


    Die 9V AC werden durch eine kleine FET-Wechselrichterschaltung erzeugt. So viel "Original" muss sein - das wird aber erst auf der zweiten Prototyp-Platine getestet. Der Testfall den ich dafür bereit liegen habe ist ein Dela-Eprommer für den Userport.

    Jens

  • Ich vermute mal Wiesel fühlt sich hier wie in dem Video der Experte :bgdev :


    Hehe - ja, das Video hat letzte Woche eine Freundin in unserer privaten Mailingliste gepostet. Und die Meetings mit den ganzen Controller/Managernasen sind erschreckenderweise verdammt nah an dem Sketch.


    Jens

  • Kann man sagen, dass der Bus weniger störanfällig ist?


    Das kommt darauf an, was Du als "Bus" bezeichnest. Wenn Du den 44-poligen Expansionsport als "Bus" bezeichnen willst, dann kann man das keinesfalls so sagen, denn das ist kein Bus. Es ist ein Port, und als Solcher nicht für Busanwendungen (ähnlich ISA-, PCI- oder Zorro-Bus) ausgelegt.


    Der Adress- und Datenbus des C64 reloaded hat eine deutlich geringere kapazitive Last durch die wesentlich kleinere Leiterbahnbreite von nur 0,15mm. Dadurch musste ich einige Timing fixes anbringen, um die originale Funktion wirklich herstellen zu können (glücklicherweise gibt es in einigen C64-Schaltplänen Hinweise darauf, welche Leitungen besonders kritisch sind, so dass die Fehlersuche nur ein paar Minuten lang war). Ich würde also grundsätzlich von einer höheren Belastbarkeit von Adress- und Datenbus ausgehen. Da jedoch die Belastbarkeit vom Busmaster (also dem 6510 bzw. 8500) abhängt und ich den nicht liefere, kann ich keine verbindlichen Aussagen diesbezüglich machen.


    Jens

  • Mir ging es primär darum das von diesen Laptopnetzteilen mittlerweile ein Haufen unbenutzt rumliegt und ich denke das ich damit nicht alleine bin.


    Das mag sein - mir ging es jedoch darum, dass ausrangierte Netzteile doch recht selten EuP-konform sind, und daher einen viel zu niedrigen Wirkungsgrad haben. Gerade wenn Du ein Netzteil einsetzt, das nur bei 5% Last betrieben wird, kannst Du keinen vernünftigen Wirkungsgrad erwarten - letztlich verbrennst Du also nur Strom, und mit steigenden Strompreisen übersetzt sich das direkt in "verbrannted Geld". Ich hatte in diesem Thread schonmal einen "verantwortungsvollen Umgang mit Energie" zitiert. Wir schreiben das Jahr 2014. Bekannte Stromfresser gehören recycled, nicht re-used.


    Ich habs mal nachgemessen und mit dem Datenblatt des 6567 verglichen. Der VIC braucht auf +12V ca. 40mA, SID deutlich weniger. Das ist also kein Grund sich auf 12V Eingangsspannung zu beschränken.


    Doch, den gibt es: Die FET-Wechselrichterschaltung für den Userport.


    Werde ich meine 1541 Ultimate betreiben können?


    Ja.


    - ist das Board kompatibel mit dem TC64?


    Ja.


    - ist das Board kompatibel mit dem RR-Net?


    Ja.


    Schön wäre es, wenn dem Board ein Schaltplan beiliegen würde (wie früher bei alten Radios). Auch klingt der Wunsch nach Messpunkten auf der Platine für mich sinnig :dafuer:


    "beiliegen" sicher weniger, denn so großes Zeug ausdrucken kostet richtig Geld. Sollte ich mich wirklich entscheiden, den Schaltplan zu veröffentlichen, würde das als PDF im WIki passieren.


    Magst Du uns noch verraten, wie viele Schichten die Platine haben wird?


    Zwei Lagen, durchkontaktiert, kleinste Leiterbahn 0,15mm, kleinster Abstand 0,15mm, kleinste Bohrung 0,25mm, Restring 0,175mm.


    Frage an Jens: Schaltest du die Motorleitung (für die der wohl da ist) wie im Orginal mittels Transistor oder verwendest du einen Enable-Pin am Schaltregler? Wenn letzteres: Wie lange braucht es vom Einschalten bis die Spannung da ist?


    Ich nutze den enable-Pin. Der Schaltregler hat einen soft-start, den ich auf 0,1 Sekunden eingestellt habe. So kann ich mir die ganz dicken Elkos auf der 12V-Seite sparen. Wenn der zweite Prototyp da ist, kann ich gern mal einen Spannungsverlauf aufzeichnen und veröffentlichen.


    Was die Rechte angeht sehe ich derzeit noch als das größte Problem an. Obwohl: Was hätte Commodore USA dadurch zu verlieren außer den Namen? Bestimmt findet sich da auch noch eine Lösung, sofern es nicht unter deren Label verkauft wird.


    Der C64 Reloaded verwendet keine Marke, die Commodore USA gehört. AFAIK gehört der Name "Commodore" der Commodore Holding BV (Niederlande), die aber nichts weiter damit macht, außer Leute zu verklagen, die den Namen verwenden. Das werde ich aber nicht tun.


    Wozu dann eine neue Platine, dann tuts eine alte doch genauso.


    Wenn es die alte Platine noch tut, dann gehörtst Du nicht zur Zielgruppe. Ich habe aber schon mehr als eine C64-Platine gehabt, bei der Leiterbahnen unterätzt waren (Ätzvorgang in der Platinenproduktion nicht sauber abgeschlossen, so dass er unter dem Lötstopplack weiter ging). Solche Platinen kann man entweder mit gigantischem Aufwand reparieren, oder man ersetzt sie. Mit dem C64 Reloaded hat man die Wahlfreiheit, ihn durch Gebrauchtware zu ersetzen, für die niemand mehr verantwortlich ist, oder Neuware, die mit zwei Jahren Garantie kommt.


    Wie du sicherlich gelesen hast, garantiert Jens durch die unterschiedliche Leiterbahnführung nicht für 100% Kompatiblität, deswegen übernimmt er auch keinen Support für diverse Expansionport-Erweiterungen welche am Original funktionieren. Die unterschiedliche Leiterbahnführung und Länge kann zu Timingproblemen, unvorhergesagtem Signalübersprechen etc. führen.


    Das hast Du falsch verstanden. Ich habe geschrieben, dass die geänderte kapazitive Last einige Timing fixes erfordert hat. Ich habe also nicht von bestehenden Problemen, sondern von gelösten Problemen geschrieben.


    Ist die Frage, ob "C64" auch geschützt ist.


    Die Frage hat Epson schon vor Jahren für uns geklärt: Wäre "C64" schützbar in diesem Produktbereich, hätte es fette Klagen wegen dem Epson Stylus C64 (Tintenstrahldrucker) gegeben. Hat's aber nicht.


    Ich finde es halt sehr schade, dass die Chance nicht genutzt wird, eine Platine zu machen, auf der sämtliche bekannten und bewährten Erweiterungen nicht schon drin sind oder zumindestens vorbereitet sind.


    Du scheinst sehr fest an ein solches Konzept zu glauben. Ist der Glaube fest genug, um einen Auftrag für ein solches Projekt zu erteilen? Falls ja: Du weißt, wie Du mich erreichst. Ich würde das auch parallel zum C64 Reloaded machen - die Konzepte sind so dermaßen unterschiedlich, dass sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen werden und sich so gegenseitig keine Konkurrenz machen werden.


    jeder, der schonmal diverse PC-Platinen in der Hand hatte, kennt das: Bestückungsvarianten, die schon im Layout vorgesehen sind, mal mit ohne Sound, Netzwerk, zusätzliche IDE/SATA-Controller usw...


    Bestückungsoptionen habe ich mehr als einmal eingesetzt - und ich habe immer wieder festgestellt, dass man mit der doppelt- und dreifachen Lagerhaltung immer wieder draufzahlt, weil nicht absehbar ist, welche Version die Kunden wirklich bevorzugen. Ich habe gelernt, solche Optionen zu vermeiden, und die Produkte nach dem Motto "one size fits all" zu designen, denn nur so kann man in einem Markt mit ohnehin sehr kleinen Stückzahlen Vorteile der "economy of scale" nutzen. Das von Dir angeführte Beispiel "PC-Mainboards" ist leider nicht anwendbar, weil das ein Paradebeispiel für extrem riesige Stückzahlen ist, bei denen der Hersteller NIE auf Lager produziert. So ein Zeug wird immer auf Bestellung von Großkunden gebaut, und die Varianten stehen Dir auch nur wenige Monate zur Verfügung - bis das (im Verhältnis zur Produktion kleine) Lager des Großkunden leer ist.


    zwecks unsauberer Spannungen habe ich noch einen kleinen Denkanstoss an Jens:


    ich hatte ja das selbe Problem auch schon einmal mit einem Tiefsetzsteller - und habe das mit einer LC-Komination in Längsrichtung gelöst


    Genau das habe ich mit dem zweiten Prototypen ja implementiert: Separate LC-Filter sowohl für SID als auch für VIC. Dabei hat der VIC sogar zwei LC-Filter, nämlich noch einen separat für die 5V-Seite. Dass das möglich ist, ist mir klar. Es muss aber in der Praxis austariert werden, sonst liegt der Filter knapp neben der Störung die man sieht bzw. hört.


    An den von Dir verlinkten Netzteil-Thread erinnere ich mich noch sehr genau, denn das war die Zeit, als ich selbst ein Netzteil für Nequester entwickeln wollte, weil es einfach nichts zukunftssicheres (also EuP-konformes) gab. Die Diskussion fiel genau in die ca. drei Wochen, in denen ich intensive Recherche betrieben habe. Mittlerweile bin ich weit davon weg, ein eigenes Netzteil zu bauen. Ich bin aber ganz froh, dass ich die Forschung damals betrieben habe, denn a) ist die Sache mit der Safety-Prüfung immer noch haarig und teuer, und b) kann ich jetzt die Angebote aus Fernost sehr viel besser bewerten. Glücklicherweise sind EuP-konforme Netzteile heute Standard, und ich messe nur noch die Eckdaten wie standby-Aufnahme, Wirkungsgrad bei 25%/50%/75%/100% Last, und zusätzlich den Geräuschpegel. Ich HASSE nämlich Geräte, die grundlos vor sich hinpiepsen!


    Jens

  • btw - wann kommt der C128 reloaded?


    Ganz im Ernst: Wenn ich da das Konzept "bekannte annoyances und Fehler entfernen" verfolge, würde das Z80-Geraffel und der 128er Mode 'rausfliegen - also ein C64 übrig bleiben. Das wäre das Sinnvollste, was man mit einem C128-Gehäuse machen kann. Könnte ein Spinoff des C64 Reloaded werden :-)


    Jens

  • Vorsicht, ich redete von zwei Schaltungen, präsentierte aber nur den Code für eine:


    ...das habe ich dann gestern auch noch bemerkt, habe aber meine Beteiligung an dieser Diskussion erstmal ruhen lassen, bis mal wieder drüber geschlafen wurde. Meine Zeit war in der Werkstatt deutlich besser genutzt - ich habe da noch andere Prototypen liegen, die ich zur Kooperation überreden möchte ;-)


    Ich habe mal die I2C-Schaltung aus dem Buch sowie den Schaltplan von enthusis/meinem Tapecart angehangen.


    Beiden ist gemeinsam, dass die Motorleitung als Logikausgang genutzt wird, und das wird mit Sicherheit nicht am ersten Prototypen des C64 Reloaded funktionieren. Der Schaltregler braucht entweder eine gewisse Last, oder reichlich Kapazität am Ausgang, sonst gerät er in Schwingung (und das ist fiese Schwingung: Spule piepst und der Ausgang schwingt teilweise bis 8V, das gilt es zu verhindern).
    Vielleicht erkennt man's auf dem verkleinerten Bild nicht, aber ich habe da eine Armada an 10µF-keramischen Kondensatoren an den Ausgang gesetzt, damit der Regelkreis nicht anfängt zu schwingen (und ja, ich habe das Kompensationsnetzwerk mehrfach überprüft; ich habe mich nicht verrechnet). Die Besonderheit hier ist, dass der Regler auch bei null Last eine Spannung liefern muss. Mit der fetten Ausgangskapazität bin ich aber gezwungen, den soft-start einigermaßen langsam einzustellen, sonst bricht die 12V-Schiene kurzzeitig ein, was man in Bild und Ton sehen/hören würde.


    Die zwei Schaltungen sind der Nachweis dafür, dass dieser Teil des C64 Reloaded nicht "original genug" ist. Vielen Dank für den Hinweis! Ich werde einen schaltbaren Linearregler und eine kleine (!) Ausgangskapazität verwenden, damit diese Erweiterungen funktionieren. Was den Stromverbrauch angeht, wird das im Normalfall nicht ins Gewicht fallen, weil die Datasette nicht stundenlang läuft.


    Jens

  • Danke für die Berücksichtigung von Randgruppenhardware. =)


    So furchtbar "Randgruppe" ist das nicht. Man ahnt kaum, wo noch überall C64 in Steuerungsanlagen stecken, und welche Erweiterungen da teilweise dran sind (diese Gebiss-Testanlage in der Schweiz und der Hotelbesitzer aus Argentinien sind nur die bekanntesten Beispiele). Ich habe zwar aktuell nur eine Anfrage die nach "Industrie" klingt, aber ich denke da kommt noch mehr, wenn das Ding wirklich offiziell in den Verkauf geht.


    Dass eine Echtzeituhr, die in einem Buch veröffentlicht wurde *nicht* gehen soll, wäre inkompatibel mit meinen eigenen Vorgaben. Es gibt außerdem sicher noch mehr Dinge, die am Datasettenport angeschlossen werden, und die verbreiteter sind. Aus dem Support ausschließen will ich nur Dinge, die schon am Original-C64 prinzipbedingt problematisch waren - wie z.B. Expansionsport-Expander.


    Grundsätzlich soll's ja unproblematischer als das Original werden - siehe Stromversorgung "großer" Erweiterungen und Monitoranschluss. Und wenn die Leute sich mit einem Haufen Clamping-Dioden an den Ports wohler fühlen, kommen die auch drauf - nur nützen werden sie in den seltensten Fällen etwas :-)


    Jens

  • Zum Thema "Echtzeituhr": Wäre toll, wenn es die in "brauchbar" geben würde auf dem neuen Board. Regulär ist die
    ja nicht zu gebrauchen.


    Welcher C64 hatte denn eine Echtzeituhr, und welche Anwendung gab es? Gibt es Disketten- oder HD-laufwerke, die das Änderungsdatum einer Datei gespeichert haben? Ich habe leider nie diese Commodore-Festplatte besessen, aber AFAIK ist im IEC-Protokoll auch gar keine Uhrzeit vorgesehen. Demnach würde ich eine solche Uhr auch ehr ins Laufwerk verorten.


    Auf dem Chameleon habe ich eine Echtzeituhr eingebaut, weil man bei der Bearbeitung von Dateien auf einer FAT-formatierten Karte auch den Datumsstempel korrekt haben sollte: Wenn eine D64-Datei verändert wurde, sollte das am Datum sichtbar sein, und nicht erst, wenn man 'reinguckt. Nur.. den C64 "original" machen heißt doch, dass er genau wie das Original mit Erweiterungen funktionieren soll. Das Konzept "pack' sämtliche Erweiterungen schon drauf" wollte doch jemand Anders machen, oder?


    Jens

  • Es war lediglich ein Vorschlag im Bezug auf die recht ungenaue Uhr im C64. Wenn das in der Produktion
    zu teuer ist, lass es halt weg.


    Die Uhr im C64 ist ultra-genau wenn man die Hardware richtig programmiert: Die in dem von Dir verlinkten Wiki-Artikel genannten "Echtzeituhren" sind die Register in den CIA-Chips. Da die CIAs im C64 auch die Netzfrequenz bekommen, kann man mit ein paar Pokes in Basic eine super-genau laufende Uhr programmieren, die in Monaten, vielleicht sogar Jahren nicht von einer DCF77-Uhr abweicht. Macht halt kaum jemand.


    Diese Genauigkeit wird der C64 Reloaded nicht erreichen, denn da ist die Zeitbasis für den 50/60Hz Takt ein 32,768kHz Quarz (gleicher Typ wie auf den Amiga-RTC Modulen und dem Chameleon).


    Natürlich könnte ich nen Port für ein RTC-Modul auf den C64 Reloaded machen, aber es gibt AFAIK null Software, die davon Gebrauch machen würde. Außerdem.. wenn ich an der Stelle von der Zielvorgabe abweiche, müssen noch viel mehr Stiftleisten und passende Ansteuerungslogik auf das Board, die's sicher nicht billiger machen. Also.. überzeuge mich: Welche Software läuft wirklich besser mit Echtzeituhr?


    Jens

  • Das stimmt so nicht. Geos und Godot haben zumindest Support dafür.


    Hast Du einen Link zu ner Quelle? Ich habe wenig Ahnung von Geos und deswegen überhaupt keinen Überblick, in welchem Zusammenhang eine Oki6242-kompatible RTC am C64 je eingesetzt wurde. Ähnlich bei Godot: Ich bin kein Grafiker und kenne deswegen die (spezial?)formate nicht, in denen auch ein Datum (der letzten Änderung?) gespeichert wird.


    Ja gabs, die Laufwerke von CMD hatten das. Deswegen auch die Batterie auf dem Board.


    Das entspricht ja meinen Erwartungen: Das Laufwerk kennt die Uhrzeit, deswegen kann es einen datestamp auf den Datenträger schreiben. In dem Fall könnte der C64 die Uhrzeit auch über IEC holen und eine RTC im C64 wäre nicht mehr erforderlich.


    Versteht mich nicht falsch, ich verkaufe liebend gern mehr RTC-Module, aber es sollte wirklich sinnvoll sein. Bloß die Hardware haben ist wie Antenne am Auto ohne Radio.


    Jens

  • Aber ohne Akku.


    Schreibst Du einen Geos-Treiber, der die Uhrzeit aus einer Oki6242-kompatiblen Uhr abholt und GEOS-weit benutzt? Und wartest Du diesen Treiber auch? Und beantwortest Support-Anfragen diesbezüglich? Die Frage ist ernst gemeint. Ich würde Dir nen Account in meinem Ticketsystem einrichten, damit Du die Arbeit dort erledigen kannst.


    Eine vernünftige Stereo-SID Lösung mit Option auf Umschaltung zwischen SIDs und Speicherbereichen scheint wohl echt zu fehlen - sie gehört aber meiner Meinung nach immer noch nicht auf ein Mainboard, das als Ersatz fürs Original gedacht ist. Ich mach' mir mal Gedanken über ein vernünftiges Zubehörteil, das der geneigte C64-Nutzer mit alternierenden SID-Vorlieben auch ohne C64 Reloaded benutzen kann.


    Jens

  • Könnte man nicht für die sd2iec & Co-Fraktion ein paar Header (also vom Board abstehende Pins) vorsehen, an denen einige der am häufigsten verwendeten Erweiterungen angeschlossen werden könnten?
    Also z.B. einen internen Anschluß für den IEC-Bus und einen 5V-Stromanschluß?


    Möglich ist das, und Platz ist sicher auch genug da. Ist halt die Frage, ob und wie ich das auslege - als Feature, wegen dem sich die Leute das kaufen, oder als nicht dokumentierten Anschluss, den sich der Kunde der mit Garantieverlust leben kann selbst einlötet.


    Eine Stiftleiste für die Stereo-Fraktion kommt ja in jedem Fall mit drauf. Mal sehen, was ich in Sachen IEC-Leiste noch machen kann, ohne dass damit irgendwie Schaden angerichtet werden kann: Bei falschem Anschluss kann ein 4-Ampere Wandler nämlich richtig Schaden anrichten.


    Jens

  • Sofern man die Echtzeituhr CMD kompatibel gestalten würde,


    ...baut man ein IEC-Gerät, das eine Echtzeituhr hat. Also ein komplett separates Ding, das mit sämtlichen Computern funktioniert, die einen IEC-Anschluss haben. Damit ist endgültig klar, dass es sich nicht um ein Teil handelt, welches auf ein Mainboard gehört, sondern es handelt sich um ein sehr spezielles Zubehörteil. Mach' dafür bitte einen anderen Thread auf, sonst verlieren wir hier den Überblick.


    Jens

  • die Richtlinien und Gesetze dazu sind einige Seiten lang, wenn man erstmal die richtigen gefunden hat.


    sie sind insbesondere lückenhaft, wenn es um bestimmte Spezialfälle geht - und das nutzen wir. Ich habe in den Unterlagen der ACT GmbH (die Apollo-Turbokartenschmiede) den Fall der CE-Notwendigkeit für eben diese Turbokarten gefunden, und die Gesetze sind diesbezüglich bis heute nicht geändert.


    Davon abgesehen strahlt das neue Board weniger als das Alte, denn der Hauptteil der Abstrahlungen kommt beim C64 vom TV-Modulator. Dann sind großzügige Masseflächen mit Via-stitching auf dem Board, so dass die Abblock-Kondensatoren auch wirklich ihre Wirkung zeigen können. Ohne also den Fall von ACT aus den 90er Jahren zitieren zu müssen, würde ich ein in Betrieb befindliches Gerät (C64) messen, dann eine Vergleichsmessung mit dem C64 Reloaded machen, und jeder auch nur halbwegs sachverständige Mensch wird den massiven Unterschied im Spektrum sehen - damit dürfte jeder überzeugt sein, der mir nicht unbedingt mit aller Gewalt und Gegenwind ans Bein pinkeln will. Für die Leute grabe ich dann den alten ACT-Fall aus, und bin ebenfalls sicher.


    Drohungen diesbezüglich habe ich ausreichend hier liegen. Die habe ich aber bisher alle mit Vergleichsmessungen bedienen können. Offenbar ist den Wenigsten bewusst, dass ich mein Geld mit Industrieaufträgen verdiene, bei denen ich auch Entwicklungen bis zur CE-Prüfung begleite. Oft konsultiert man mich erst, wenn die erste Messung desaströs ausgefallen ist, und die hauseigenen Ingenieure nicht weiter wissen.


    Was die Störfestigkeit angeht, gibt es einen einfachen Trick, den man sehr gut auch Zuhause durchführen kann: Es gibt europaweit für Mobiltelefone massive Ausnahmen was Störaussendung angeht. Am einfachsten ist der Fall "Handy nah an den Rechner halten, Ruf aufbauen und beobachten, ob er weiterläuft". Im Augenblick des Rufaufbaus wird so viel Energie auf den Rechner einstrahlen, dass die vorgeschriebenen Energiemengen der Normen locker überschritten werden. Voila, Störfestigkeit belegt, ausreichend Munition für eine Konformitätserklärung.


    Jens

  • also ob der C64 nun die EN55022 Class B oder sonstwas Grenzwerte einhält oder nicht


    Der C64 hält sie vermutlich nicht ein, und solange es keine amtliche Messung gibt, der zufolge jeder C64 sofort außer Betrieb zu nehmen ist, ist er ein legal in Betrieb befindliches Gerät , für das ich ein Ersatzteil verkaufe, das es nicht schlimmer macht.


    Wer droht dir denn und womit? Als ob man nicht schon genug Sorgen hätte... du musst Nerven wie Drahtseile haben :)


    Nerven brauchst Du als Selbständiger ohnehin. Bei dem ganzen Paragraphendschungel steht man gefühlt ohnehin ständig mit einem Bein im Knast, und dieses Gefühl meinen einige "Kunden" mit Rechtsschutzversicherung ausnutzen zu müssen. Ich habe aber gelernt, dass Anwälte, die auf solche Wünsche eingehen nicht weniger arme Würste sind, als die Klienten selbst, und dass ich auch sehr gut klarkomme, ohne meinen Invester (der seines Zeichens Jurist im Ruhestand ist) zu bemühen.


    Nicht krass, nur logisch: Bei den Grenzwerten für die CE Konformität geht es erstmal nur darum, daß die Geräte sich gegenseitig nicht stören. Wenn ein C64 im Handy-Frequenzbereich zu stark strahlen würde, dann könnte man nicht mehr telefonieren.


    Ich glaube, das "krass" war bezogen auf die massiven Ausnahmen, die es bis heute EU-weit für Handys gibt. Würde man die EMV-Richtlinien anwenden, wäre von heute auf morgen jedes Handy illegal. Daran hat aber diese Monsterindustrie kein Interesse, und wenn man so dicke Umsätze macht, hat man auch Geld für Lobbyarbeit. Und aus genau dem Grund werden diese Ausnahme weiter bestehen, von denen jede andere Industrie nur träumen kann.


    Wie schaut es mit Löchern für dieses Führungsblech über dem Exp-Port aus?


    Du willst nur Löcher? Ich hatte eigentlich daran gedacht, das Blech standardmäßig zu montieren. Edelstahl gelasert und gekantet, 1mm dick.


    ch wollte eigentlich nicht wissen wie stark der neue C64 strahlt, sondern ob alle Massenflächen miteinander sinnvoll verbunden sind.


    Mit Via-stitching verbindet man die Flächen in sehr kurzen Abständen, was die Stromdichte sehr gut verteilt - das reduziert Magnetfelder massiv, und ist eine gern angewendete Taktik um in schnelleren Systemen HF klein zu halten. Nequester arbeitet beispielsweise mit 333MHz DDR2-RAMs, und es ist im Spektrum weder bei 333MHz, noch bei 1GHz (erste Oberwelle) ein Peak zu sehen. Ähnlich ist es beim C64 Reloaded, nur dass da die Störquellen noch sehr viel weniger Energie haben, und ich mit normalen keramischen Kondensatoren total bequem alles unter der limit line halten kann.



    Das haben sie nirgendwo getan.


    Doch, speziell beim C128 desktop und der Rev.3 des A500. Beide haben kräftig Masserauschen, das Du sogar mit einem Multimeter messen kannst.


    Demzufolge dürfte eine A500 Platine ohne das Blech nicht korrekt laufen... Tut sie aber.


    Rev.3 ist instabil, wenn man die Abschirmbleche entfernt. In späteren Revisionen ist viel daran gearbeitet worden.


    Jens

  • Ich wäre neugierig, ob die einen SID nachbauen könnten.


    Die (nicht nur, aber maßgeblich finanzielle) Sinnlosigkeit eines solchen Vorhabens wurde schon an anderer Stelle in diesem Forum hinreichend besprochen.


    Jens