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Sinclair ZX81 wiederbeleben

  • Hallo!


    Hab günstig einen zx81 bekommen, der natürlich nicht angeht (hab ich aber erwartet, also keine Beschwerden).


    Den kleinen Zeddy möchte ich nun wiederbeleben und suche dazu mal alle Arten von Tipps und Tricks.


    Schaltplan hab ich mir runtergeladen.


    Platine ist raus und ein Stückchen von der Anschlussfolie im Stecker geblieben (Folie ist arg spröde. Werd ich wohl ersetzen müssen).


    Ich hab also mal damit angefangen, den Spannungsregler zu messen, und er gibt mir laut Multimeter 4,91V aus. Am z80 liegen die auch an dem 5V Eingang an.


    Als nächstes wollte ich an Adr15 mal eine Busaktivität messen, aber da ist leider nix. Also mal am Takteingang daneben gemessen, und da scheint mal gar nix zu takten. Stattdessen mess ich ein quasi statisches High-Signal, welche um Milivolt schwingt.


    Wie weiter? Der Takt sollte von Pin 36 der ULA kommen, aber dort hab ich auch keinen Takt gemessen.


    Also als nächstes auf die ULA konzentrieren? Oder sollte ich erst was Anderes checken?


    Vielen Dank für jeden Tipp!


    Ciao,
    Andreas

  • Zu den Messgeräten: hab die Spannungen mit nem Multimeter gecheckt und die Takt-Signale mit nem uralten Tektronix 2232 Oszi, mit dem ich mich nicht gut auskenne. Deshalb hab ich danach nochmal mit nem USB-Oszi geguckt, um zu verifizieren, dass da wirklich kein Takt ist.


    An Pin 35 hab ich nur GND gesehen, wenn ich mich recht entsinne. Das hab ich mir aber nicht notiert. Muss ich Morgen also nochmal checken.


    Die Frage ob das Ding überhaupt kaputt ist, ist nicht blöd. Das hab ich mich selbst tagelang gefragt.


    Ich hab hier 3 Fernseher. Probiert hab ich einen grossen LCD, der mir ein schwarzes Bild geliefert hat. Da hab ich aber auch gar kein korrektes Bild erwartet. Aber immerhin blieb da der Sendersuchlauf stehen. Der TV hat also _irgendein_ Signal erkannt.


    Dann hab ich noch eine Philips Farb-Röhre von 1987, die mir auch nur ein schwarzes Bild gezeigt hat, welches nicht mal genug Signal war, um den Sendersuchlauf zu stoppen. Musste das per Hand einstellen.


    Aber das Rausziehen des Stromsteckers bei zeddy erzeugte dann Schnee, wo vorher das schwarze Bild war. Also kommt dieses schwarze Bild mal definitiv vom zx81.


    Der 3. Fernseher wäre ein noch neuerer kleiner LCD, deshalb hab ich den noch nicht probiert.


    Meine nächste Idee war also, das Bas-Signal im Zeddy zu checken, und ich hab da auch was gesehen. Aber es sah nach nix aus, was ich als Bild-Signal erkannt hätte. Hab das schonmal am c64 gemessen.


    Meine nächste Idee war also mal zu schauen, ob die CPU überhaupt losläuft. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand tut sie das wohl eher nicht. Ok, ohne Takt ist das wohl auch nicht zu erwarten.


    Nun muss ich mal schauen, wo die Ursache dieses ganzen Übels ist. Und da hab ich aktuell halt die ULA in Verdacht. Was nicht gut wäre, da sie ja eher schlecht zu ersetzen ist.


    Danke mal für eure Tipps!

  • An Pin 35 muss Takt sein. Zwischen Pin 35 und dem Quarz sitzt nur noch ein kleiner Kerko (C6), der für die 65MHz einen Kurzschluß darstellt.
    Miss mal nochmal an Pin 35 und dem Quarz selbst.
    Mglw. ist der Quarz selbst defekt.
    Die Quarze in keramischem Gehäuse brechen auch gerne mal zwischen Gehäuse und Platine ab...

  • Die Chancen stehen 99 zu 1 daß es die UlA iat. Vor einiger Zeit ist mal ein Posten recht preisgünstiger Exemplare aufgetaucht...


    Problem: Das Ding ist so saumäßig empfindlich, daß man sich eine Tausch-ULA direkt wieder zerschießt, falls doch noch was anderes kaputt ist. Sollte das Ding gesockelt sein: Ziehen, auf Leitschaumstoff setzen, NOP-Stecker (alle Datenbits auf GND) und Takt (irgendwas zwischen 500kHz und 4MHz, solide bis an die 5V schwingend!) an den Bus und schauen ob die CPU tut.

  • Also mein Schaltplan ist wohl nicht ganz aktuell. Von dem Kondensator c6 geht es hier wohl zunächst zu einem 330 Ohm Widerstand der wohl nachträglich so frei fliegend aufgelötet wurde. Dann zu dem mittleren Pin. Ich hab mit dem Multimeter Durchgang vom Widerstand zum mittleren Pin vom Resonator. Aber am Widerstand mess ich nur ne Schwingung im 5mV Bereich.


    Dann hat das alte Oszi gerade eben komische Geräusche gemacht und etwas Rauch entlassen. Nun riecht es leicht kokelig. Kann ich wohl erstmal nix mehr mit messen... :(

  • So...das Bild von der wohl vorerst letzten Messung mit diesem Oszi... ;(



    Das Signal ist gerade mal im Bereich von 5mV, wird aber Richtung Resonator nochmal deutlich grösser. Nun bin ich am Überlegen, ob die ULA das Signal zusammenknüppelt? Dann könnte es ja Sinn machen, mal die Verbindung bei dem 330 Ohm Widerstand zu trennen, und dann nochmal am Resonator zu schauen? Schwingt er dann vernünftig, hat die ULA einen weg?


    Oder lieg ich mit der Überlegung falsch?

  • Zu der Messung an Pin 14 hat es nicht mehr gereicht...muss ich Morgen mit dem USB Oszi ran...


    Das Gerät ist ziemlich ranzig. Falls ich es zerlege, um einen Reparaturversuch zu starten, müsste ich definitiv das Gehäuse neu lackieren...muss ich alles erstmal bischen sacken lassen....vielleicht bin ich eher motiviert, falls Morgen mein Wohnzimmer nicht mehr so stinkt...

  • Den Folienleiter der Tastatur kann man i.d.R. bzw. einmalig mit der Schere etwas kürzen und dann wieder in die Stecker einsetzen, falls er direkt über dem Stecker abgeknickt ist. Bei der Gelegenheit sollte man den Leiter mit einer starken Plastikfolie hinterlegen. Die kann man z.B. aus einem Schnellhefter oder einer Overhead-Folie schneiden. Dadurch kann man einen Biegeradius vorgeben, der verhindert dass der Leiter gleich wieder bricht.
    Dass Du an der Takterzeugung nichts messen kannst, muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie nicht funktioniert. Die ist, wenn ich mich recht erinnere, etwas "filigran". Sinclair Style. Ich meine man kann erst hinter dem Spezialtransistor etwas messen, ohne das alles zusammenbricht - und das auch nur mit hochohmiger Messtechnik. Taskopf am Oszi am besten auf 10x stellen.
    Wenn der Takt da ist und die Logikpegel von Reset, Halt, Int usw. passen, sollte die CPU nach einem Reset (den kann man bei Bedarf einfach manuell direkt an der CPU auslösen) erst mal die Vektoren im ROM anspringen. Eine entsprechende Adresse sollte nach dem Reset auf dem Adressbus zu finden sein. Je nachdem ob das ROM ansprechbar ist, kann danach allerdings schon Schluss sein. Auch die anderen Signale, z.B. Write, Read, würde ich mir mal ansschauen. Das solltest Du auch mit deinem Logikanalysator nachvollziehen können - wenn vielleicht auch erst mal nur Bit für Bit.

  • Wenn hier schon die Zeddyspezialisten unter sich sind: Wer mal viele ZX81 mit richtig tollen Add-ons sehen will und dazu Spectrums und SAMs, der kann gerne zum 19. ZX-Team Meeting in Mahlerts/Rhön kommenden Freitag bis Sonntag kommen. Gäste sind willkommen, es gibt viel zu sehen, nur Vorsicht vor dem Typen ^^

    (Nicht der Kleine, der ist harmlos)


    Mehr Infos auf:
    http://forum.tlienhard.com/phpBB3/viewtopic.php?f=2&t=1481
    Kurze Anmeldung kann nicht schaden.

  • Jo, Danke mal wieder. Das mit dem 10x Tastkopf hab ich gestern auch noch in einem Sinclair Forum entdeckt. Aber dass der Tastkopf das Signal komplett auf High zieht, kann ich mir nicht recht vorstellen? Am Adressbus konnte ich mit dem Analog-Oszi zumindest keine regelmäßige Aktivität sehen. Versuch nachher das Usb-Oszi. Vielleicht ist das ja ein einziger Zugriff, den ich über sehen hab. Speicher-Oszi ruled halt..


    Danke nochmal!

  • So...heute also mit dem USB-Scope weiter gemessen.


    Zunächst mal das Takt-Signal an der CPU (Pin 6 war das IIRC). Also nach dem Transistor hinter dem Resonator. Da hab ich die 10x Einstellung am Tastkopf genommen, was die Messung etwas ungenauer macht am Scope, sie aber hoffentlich weniger verfälscht.



    Aber das Ergebis ist quasi identisch zu dem gestrigen Versuch mit dem Tektronix. Das Signal ist quasi konstant high und schwankt nur im mV Bereich ein bischen. Damit kann nach meiner Laien-Meinung die CPU nicht anlaufen.


    Dann das Ausgangs-Signal an Pin 15 der ULA.



    Sieht etwas regelmässiger, aber sonst ähnlich aus. Permanent High, und auch solche kleinen Spikes im mV Bereich. Hier musste ich auf den 1x Bereich des Tastkopfes wechseln, weil ich sonst einfach nur ein High-Signal gesehen hab. Die Spikes gingen einfach unter.


    Ich vermute jetzt mal, dass der Eingangstakt nicht funktioniert?


    Also doch mal den Resonator als erstes tauschen und da versuchen, ein vernünftiges Taktsignal zu bekommen? Das einzige, was mich daran stört, war diese eine Messung mit dem Tektronix, wo das Taktsignal am Resonator mehr Amplitude hatte (aber immer noch im mV Bereich). Das könnte darauf hindeuten, dass die ULA das Signal kaputt macht? Mal Resonator und ULA trennen? (Möglichst ohne die ULA erstmal auszulöten, weil sie dann wohl eh hin ist.)


    Ach ja: das mit dem Kürzen des Tastaturkabels werd ich probieren, wenn das Board tut. Der Tip mit der 2. Folie ist gut, aber mein Anschlusskabel scheint schon ziemlich spröde zu sein. Hab da keine grossen Hoffnungen.


    Danke auch für den Link zur neuen Tastatur!


    Den Termin mit dem Sinclair Treffen hatte ich schon gesehen. Ist von mir aus halt doch eher weit.