Lohnt es sich, einen EGA-Monitor reparieren zu lassen?

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema, welches 6.771 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. April 2015 um 13:23) ist von RobertK.

  • Ich besitze diesen EGA-Farbmonitor: einen Philips PRO 9CM073 mit 9-poligem Anschluss an eine CGA- oder EGA-Grafikkarte. Leider ist er mir vor ein paar Jahren eingegangen, und das ging so: der Monitor hatte immer schon das Problem, dass er nach dem Einschalten kurze Zeit gezischt und "gefaucht" hat und das Bild gezittert hat, doch das hatte sich nach kurzer Zeit wieder beruhigt, und dann war alles normal. Einmal war es nach dem Einschalten aber so schlimm, dass ich dachte, das Ding fliegt gleich in die Luft, und so ähnlich war es dann auch: plötzlich hat es "Klack" gemacht, das Bild war weg, die grüne LED war aus, und das Ding war mausetot.

    Nun sind alte EGA-Monitore bei Ebay praktisch überhaupt nicht mehr erhältlich (die sind wohl alle schon vor vielen Jahren von ihren Besitzern entsorgt worden), daher habe ich keine Ahnung, was das Ding wert ist. Ich schätze aber, die Retro-PC-Fans würden für so einen funktionsfähigen EGA-Monitor einiges hinlegen, auch aufgrund des geringen Angebots an verfügbaren Geräten.

    Nun meine Fragen:

    a) Bis zu welchem Betrag würdet ihr so einen Monitor reparieren lassen?

    b) Hat jemand anhand meiner obigen Beschreibung eine Ahnung, was die Ursache für den Defekt sein könnte und wie aufwändig die Reparatur wäre?

    c) Kann so einen Monitor jeder klassische "Fernsehtechniker" reparieren? Mit einem alten EGA/CGA-PC wird er ihn natürlich nicht testen können, aber repariert ist der Monitor für mich dann, wenn er unangeschlossen wieder ein weißes Bild anzeigt.

    d) An die Leute aus Wien und Umgebung: es gibt ja in Wien 14. das Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., wo u.a. Langzeit-Arbeitslose beschäftigt werden - da wäre die Reparatur auch gleich mit einem guten Zweck verbunden. Habt ihr damit Erfahrung? Können die solche Röhren-Monitore reparieren? Auf der Homepage steht zwar, sie reparieren nur "Flachbildschirme", aber wenn sie TV-Geräte reparieren können, dann vielleicht auch so einen Monitor? Die Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. laut Homepage: "Kostenvoranschlag € 39.- Jede 1/4 Stunde kostet € 30.- Die Arbeitszeit wird im Viertelstundentakt verrechnet."


    Jedenfalls hätte ich wieder mächtig Bock, meinen Schneider Euro PC mit EGA-Grafik zu betreiben. Derzeit betreibe ich ihn nur an einem Hercules-Monitor, und das schränkt die Verwendbarkeit doch ziemlich ein...

  • Schätze mal der Zeilentrafo hat sich verabschiedet. Wenn man so einen noch bekommt, kann man den schon wieder richten.

    Wem ein leeres EPROM fehlt, braucht ein EPROM-Lösch-Gerät

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  • Schwierig. :roll:

    Kann von einer kalten Lötstelle, die sich langsam vergrößert hat, bis zum langsamen Tod des Zeilentrafos alles Mögliche sein.
    Kann auch sein, dass durch den Funkenflug an der kalten Lötstelle das Netzteil hoch gegangen ist.
    Selbst eine durchgefletschte Sicherung aus o.g. Grund ist möglich.

    Wenn's der Zeilentrafo ist, dann Friede seiner Asche... ;(

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. :wink:
    Strom macht klein, schwarz und hässlich. :strom:

  • Am besten mal bei einem Retrotreffen mitnehmen, dann kann man sich das ja mal in Ruhe ansehen.
    Selber herumwerkeln würde ich an deiner Stelle nicht, im Monitor sind Spannungen im kV Bereich, die sind tötlich!

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  • Wir hatten mal CGA Schirme bei unseren Automaten im Einsatz. Wir haben auch einen Techniker, der sich gut damit auskennt. Ich schätze der hat sicher noch Quellen für Zeilentrafos. Vielleicht ist es wie SamW gesagt hat nur eine Kleinigkeit (kalte Lötstelle o.ä.)
    Von wo in Wien bist du?

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  • Erst mal danke für eure Antworten.

    Nachdem ich bisher noch nie mit dem Begriff "Zeilentrafo" zu tun hatte, habe ich jetzt mal danach gegoogelt, und siehe da:

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    "Bisweilen auch Vorankündigung durch horizontales Zusammenzucken des Bildschirms."

    Ich habe zwar vorhin geschrieben, das Bild hätte "gezittert", aber "horizontales Zusammenzucken" beschreibt das damalige Symptom doch eher. Dann könntet ihr mit eurer Vermutung richtig liegen.

    Hatte jedes Gerät sein eigenes Zeilentrafo-Modell? D.h. müsste ein Ersatz-Zeilentrafo aus einem Philips-Monitor aus dieser Zeit stammen? Oder kann man da auch einen "ungefähr passenden" verwenden?

    Was mich noch interessieren würde: wie sinnvoll ist es denn eurer Meinung nach, den Monitor überhaupt reparieren zu lassen? Wie historisch erhaltenswert ist das Ding? Ich bin mir selber nämlich unsicher, ob ich überhaupt versuchen soll, da etwas zu unternehmen.
    Was ich vorhin nicht dazugesagt habe ist, dass ich den Monitor ca. im Jahr 2000 gratis in unserer Firma bekommen habe (der hätte entsorgt werden sollen). Als mich ein ungefähr gleichaltriger Kollege damit am Gang gesehen hat, hat er mich ganz erstaunt gefragt: "Was machst den daaamit?" ^^
    Der Monitor diente mir als Ersatz für meinen 1989 um recht viel Geld (4000 Schilling) gebraucht gekauften EGA-Monitor, der aber immer einen Wackelkontakt hatte.

    Selber herumwerkeln würde ich an deiner Stelle nicht, im Monitor sind Spannungen im kV Bereich, die sind tötlich!


    Ich bin zwar kein großer Elektronik-Bastler, aber das habe ich schon mitbekommen, dass man als Laie niemals an einem offenen Monitor herumhantieren soll. Das gehört zu den grundlegenden Sachen, die jeder wissen sollte, wenn man der natürlichen Selektion in unserer Spezies entgehen möchte, ähnlich wie "Spiritus in den Grill schütten" oder "auf einen abgestellten Güterwaggon klettern"...

    tulan: Ich bin in Wien 3. daheim, mein Arbeitsplatz ist in Wien 23. Der Monitor steht aber derzeit 100 km entfernt, den könnte ich erst irgendwann in den nächsten Wochen/Monaten nach Wien mitnehmen.

  • Zeilentrafos gibt es viele verschiedene. Aber oftmals haben die hersteller dann schon immer wieder das selbe Modell in unterschiedliche geräte gebaut.
    Ob es noch Ersatz gibt ist glückssache. Manche bekommt man noch ohne Probleme und andere gibt's nicht mehr neu.
    Da müsste mal einer reingucken, was verbaut ist.
    Evtl findet sich auch über die Typenbezeichnung des bildschirmes was, falls da immer das selbe Chassis verbaut war.

    Gruß C-Man

  • Wenn der Monitor CGA verträgt, kann man auch das RGBI-Signal des C128 (80 Zeichen) anschließen. Vielleicht erhöht das ja den ideellen Wert dieses Monitors für den einen oder anderen.

    Yes, I'm the guy responsible for the Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. cross assembler. And some Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

  • Zitat

    Wenn der Monitor CGA verträgt, kann man auch das RGBI-Signal des C128 (80 Zeichen) anschließen. Vielleicht erhöht das ja den ideellen Wert dieses Monitors für den einen oder anderen.

    Ich hab einen, der so ähnlich aussieht, und für den ich mal ein echtes EGA Timing für den 128DCR gemacht hab. kann aber auch CGA! ist also ein dual sync gerät.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Wenn der Monitor CGA verträgt, kann man auch das RGBI-Signal des C128 (80 Zeichen) anschließen. Vielleicht erhöht das ja den ideellen Wert dieses Monitors für den einen oder anderen.


    Mit meinem alten EGA-Monitor ("GoldDisplay") hatte ich das mal probiert, das hat damit gut funktioniert. Wenn ich mich richtig erinnere, musste ich hinten an den Reglern ein wenig herumdrehen. Habe ich mangels Interesse aber nur ein oder zwei mal probiert, denn mein 128er läuft zu 99.9% im 64er-Modus...
    Mit diesem Philips-Monitor ist das Bild aber "durchgelaufen". Und bei diesem Monitor gibt es nur die Regler H.Width, V.Height, Vertical Shift, Horizontal Shift, Brightness und Contrast.

    Ich schätze aber, so viele Fans hat der 80-Zeichen-Modus des 128ers auch nun wieder nicht. Vielleicht ist es nur der Reiz, etwas endlich zu sehen, was man immer schon mal sehen wollte. Ich kann diejenigen beruhigen: ihr versäumt nicht viel. :D

  • Jetzt habe ich Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. eine Service Dokumentation für meinen defekten Philips PRO 9CM073 gefunden:
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    (unten auf das kleingedruckte "Get Manual" klicken, das andere sind alles Werbelinks)

    Erkennt jemand von euch Experten darin, welches Zeilentrafo-Modell verbaut ist?

    Und wäre der z.B. Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. erhältlich?

  • Ich vermute mal, dass es sich heute schon fast bei jedem Monitor lohnt, ihn zu reparieren, sofern es kein VGA-Monitor ist. Alles andere dürfte doch inzwischen eher selten geworden sein. C64-kompatible Bildschirme sind wenigstens noch in Hobbyräumen und Kinderzimmern als Fernseher gelandet, aber die meisten EGA-Monitore dürften doch mangels Verwendungszweck im E-Schrott gelandet sein, oder?

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    „Vor dem Himmel kommt das Leben auf Erden, und da gilt es, eine soziale Gesellschaft aufzubauen.“ – Heinz Nixdorf (1986)

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  • Siehe L.O.T.
    Je nach Type gib es 2 verschiedene Trafos.

    Edit: in deinem Fall
    4822 140 10329

    Bilder

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  • Es gibt einen Nachbau Trafo:
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  • Das sind ja gute Nachrichten - dann sollte eine Reparatur also theoretisch möglich sein. Dann weiß ich jetzt zumindest, dass ich den Monitor nicht einfach entsorgen sollte.

    Leider steht beim Nachbau-Trafo kein Preis dabei, aber z.B. 50 Euro wären sicher vertretbar (200 Euro eher nicht).

    Im Service-Manual habe ich gesehen, dass die Einstellarbeiten mit einem RGB-Generator im CGA-Modus erfolgen sollen (oder mit einem PC/XT mit EGA-Grafikkarte). Ich glaube nicht, dass ein durchschnittlicher Fernsehtechniker heutzutage noch über so einen passenden Generator mit 9-poligem Anschluss verfügt. Ich weiß jetzt nicht, ob nach dem Tausch des Zeilentrafos Einstellarbeiten notwendig sind, aber man sollte wohl schon damit rechnen. Daher sollte da vermutlich eher ein Experte für so alte Geräte ran.

    tulan: falls ich dein Angebot in Anspruch nehmen kann, dass sich euer Techniker der Sache annimmt, dann schick mir bitte eine PM. Würde aber wie gesagt noch ein wenig dauern, bis ich den Monitor nach Wien bringen kann (der ist gerade in meiner Sommerresidenz). Vielleicht kannst du evtl. schon mal in Erfahrung bringen, wie viel der Nachbau-Trafo kosten würde (die Arbeitszeit für euren Techniker käme natürlich noch dazu, das ist mir schon klar).

  • Ob die das können bei der ABM-Maßnahme, hängt davon ab ob da wirklich Fachkräfte sitzen oder eher nur Leute denen man gezeigt hat wie man die Elkos im Netzteil wechselt. (Ausfallgrund Nr. 1 fuer Flachbildschirme und vermutlich vom Hersteller so gewollt) Ich tippe da fast schon eher auf letzteres.

    Ansonsten kann man EGA relativ leicht an VGA adaptieren, gibt da einen recht billigen Upscaler. Wenn man nicht gerade auf Röhren steht lohnt es sich vermutlich nicht.

  • Vergleichstypen sind immer toll. ;)

    Da Dumme ist nur, dass es HR auch schon ne Weile nicht mehr gibt.;(

    Bevor Du jemanden suchst, der den ZTR einbauen könnte, solltest Du erst mal eines HR48356 habhaft werden. ;)

    Eingestellt werden muss eigentlich nur Schirmgitter und Fokus (wenn das Bild vor dem Abflug des ZTR ok war).

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. :wink:
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  • Dann würde noch ein weiterer Grund für eine Reparatur sprechen: man muss die Geräte reparieren, solange es noch Ersatzteile dafür gibt...

    Wird also doch nicht so einfach. Tulan, vielleicht kann dein Techniker über seine Bezugsquellen herausfinden, ob es vielleicht doch noch so einen Zeilentrafo gäbe.

    Eingestellt werden muss eigentlich nur Schirmgitter und Fokus (wenn das Bild vor dem Abflug des ZTR ok war).


    Das Bild war vorher ziemlich perfekt, doch auch für diese Einstellungen wird ein Techniker wohl eine geeignete Signalquelle benötigen.

  • Ein Testbildgenerator wäre natürlich nicht verkehrt, aber es gibt für so ziemlich jeden Computer Testbildprogramme.
    Ich habe damals™ mal für PCs ein einfaches Testbildprogramm in MS-Basic geschrieben.

    Ein Gitternetz, ein (hoffentlich halbwegs runder) Kreis, Farbbalken, Graustufen. Das reicht schon um ein Gerät einzustellen, oder um zu sehen, ob die Bildgeometrie ok ist. ;)

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  • Das Problem wird eher sein, dass ein durchschnittlicher Techniker (d.h. kein Retro-PC-Fan) kaum noch über irgendeinen Computer mit 9-poligem CGA/EGA-Monitor-Ausgang verfügen wird, um auch nur irgendwas am Monitor anzeigen zu können. D.h. einfach vorbeibringen und repariert abholen, so einfach wird's nicht gehen, da würde ich wohl mit meinem Schneider Euro PC assistieren müssen...