Ich sitze für Kraut & Rüben grade an einem Vergleich der verschiedenen Marble Madness Heimversionen. Da ich ein wenig auf den technischen Hintergrund eingehen will, mir aber nicht wirklich sicher bin ob das alles stimmig ist, wollte ich hier mal um Rat fragen. Ist der Text meines Reviews soweit stimmig, oder bringe ich da grade irgendwelche technischen Fakten durcheinander ?
ZitatAlles anzeigen
C641986, also zwei Jahre später als die Spielhallenversion, wurde Marble Madness für den Commodore 64 von der damals noch jungen Firma Electronic Arts umgesetzt. Leider bekleckerte sich Electronic Arts mit dieser Umsetzungnicht grade mit Ruhm. Das ein Heimcomputer, der grade mal über einen Mghz verfügte, grafisch und spielerisch natürlich nicht mit mit einem hochgezüchtetem Spielhallenautomat mithalten konnte, ist natürlich logisch. Aber auch für C64-Verhältnisse läuft das Spiel weit unter dem technischem Niveau was man aus dem Computer hätte rausholen können.
So verständlich es ist, dass man einen möglichst großen Bildausschnitt zeigen wollte, so gequetscht wirkt leider auch die ganze Grafik. Die Spielobjekte sind arg klein und man fragt sich ob ein etwas kleinerer Bildausschnitt mit größeren aber detaillierteren Grafiken nicht die bessere Wahl gewesen wäre. Zudem nervt leider auch die arg qüäkende Musik. Und grade der C64-Soundchip konnte da wirklich mehr.
Aber eine schwache Präsentation macht noch kein schlechtes Spiel. Aber der Hauptschwachpunkt dieser Fassung ist die wirklich miese Steuerung. Klar war die Aufgabe schwierig die Trackballsteuerung des Automaten auf einen Joystick zu legen. Während der Trackball (nochmal einblenden) akkurat die Murmel mit der selben Geschwindigkeit über das Spielfeld steuerte, wie man eben die Kugel des Automaten drehte, so reagiert ein Joytick natürlich nur darauf, ob eine Richtung nun gedrückt wird oder nicht. Und im Falle der C64-Version ist die Umsetzung leider gänzlich misslungen. Selbst so einfache Eingaben, wie eine grade Strecke fahren, ist in dieser Fassung einfach nicht möglich. Die Steuerung ist wirklich dermaßen ungenau, dass selbst einfache Passagen zu einem ziemlichem Glücksspiel verkommen.
Interessant ist allerdings, dass die C64-Version über einen exclusiven Bonuslevel verfügt, den weder die Original-Automaten Version noch die späteren Konsolenvarianten haben.
Dieser ist allerdings völlig unspielbar. Denn abgesehen von der ohnehin schon schwachen Steuerung, hat dieser Abschnitt einige unfaire Fallenelemente, und auch die Kollisionsabfrage wirkt arg fehlerhaft. Da nach einem Fehltritt, egal ob selbstverschuldet oder nicht, auch sofort das Spiel beendet wird, ist Frust vorprogrammiert.Das ist wirklich Schade.
Ich muss zugeben, dass mir die Idee eines zusätzlichen Wasserlevels wirklich gut gefällt und Ich mir diesen in späteren und besseren Marble Madness Konvertierungen gewünscht hätte. Aber in der Commodore 64 Version ist dieser Abschnitt einfach nur verschwendet.
Aber kommen wir zur Version für den ZX Spectrum
Was die Grafik und Soundmöglichkeiten betraf gesehen war der Spectrum dem Commodore 64 schon deutlich unterlegen. Während der C64 damals über wirklich gute Grafik- und Soundchips verfügte – was auch den schwachen Hauptprozessor entlastete - , musste der Spectrum damals so ziemlich alles mit dem Hauptprozessor berechnen. Allerdings hatte der Spectrum mit seinem 3.5 Mhz Prozessor dem C64 gegenüber den Vorteil 3D-basierende isometrische Grafiken schneller berechnen zu können. Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen um den Commodore 64 wenigstens mit Marble Madness übertrumpfen zu können.