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Welche Chips des C64 wurden als Keramik (CDIP) verbaut?

  • Mal so nebenbei - läuft der C64 damit eigentlich 3mal so schnell, 5mal so lange - oder dienen die nur der sexuellen Erregung?
    Nein, aber ernsthaft - haben die Dinger irgendeinen Vorteil (die solche Preise rechtfertigen)?


    Was soll diese Frage? Warum hat man ein Hobby? Warum beschäftigen wir uns veralteter Technik? Warum sammeln Leute Münzen o. Briefmarken?
    Warum leben wir überhaupt? :böse

  • Die Keramik-ICs werden anders und für den Chip als solchen, schonender verpackt.


    Der häufigste Grund warum so ein IC (das nicht überlastet wird) nach einer Weile stirbt ist eine beschädigte Passivierung beim Eingiessen ins Plastik oder mit der Zeit durch unterschiedliche Wärmeausdehnung zwischen Chip und Plastik.


    Das Plastik ist nicht 100% wasserdicht und es braucht nicht viel um die kleinen Strukturen zu beschädigen.


    In Keramik sitzt der Chip mit der Oberseite frei und ist nur mit der Rückseite in den Träger geklebt. Die Passivierung ist also deutlich weniger Belastung ausgesetzt.


    Ausserdem siehts schöner aus... ;)

  • Die sehen viel schöner aus ^^


    Und man kann die Chips im Keramik-Gehäuse auch besser kühlen: Deswegen waren beispielsweise der 6569 (bis R3) oder die 2 MHz Typen des alten 6520 in einem solchen Gehäuse.


    Das Gold an den Kontakten war für bessere Löt- und Leitfähigkeit: Präzisionsfassungen hatten innen fast immer vergoldete Kelchfedern. Gold hat zwar einen vergleichsweise hohen ohmschen Widerstand (!), oxidiert an Luft aber nicht auf der Oberfläche. Das vermeidet auf alle Fälle Kontaktprobleme: Jetzt und in der Zukunft :-)

  • Danke für die Aufklärung ;)
    Ja sammeln ist ja gut und schön - hab mich halt nur gefragt wieso (da so extreme Preise für bezahlt werden). Ich mag 1-2 Platinen von mir auch sehr - aber letzten Endes sieht man sie im Gehäuse eher selten. Meinetwegen soll jeder sammeln was er möchte (ich steh beim Sid z.B. ja selbst auf bestimmte Modelle - wo andere z.B. sagen ´das ist (klanglich) egal´ :) )

  • Gold hin oder her: Habe heute meinen SX-64 auf "kaltes Plastik" umgestellt:


    Auf den beiden FDC Platinen tun nun WDC 65C02 und WDC 65C22N ihren Dienst. Mit dem obligaten 7.5k Pull Up auf Pin 36 für den WDC 65C02. "Alles kalt".


    Auf der CPU Platine einen 8500 und 8565R2 statt dem 6510 und 6569R5. Natürlich mit 5 Volt statt 12 Volt auf Pin 13 des 8565. "Kühl bis lauwarm".


    Auf der I/O Platine zwei 6526A-216A statt der älteren 6526. Diese werden allerdings nur unwesentlich weniger "lauwarm".


    Der SID 6581R4 von 1990 bleibt hingegen ein 65er und ist nun das wärmste Bauteil. "Mässig heiss".


    Ein altes Keramik-PLA Typ F93459 (kein 82S100) von 1982 wird übrigens wesentlich wärmer als ein MOS 906114-01 von 1990 und bleibt damit "in der Sammlung".


    Fehlt also nur ein 6581R4 in Gold :whistling:

  • Danke für die Aufklärung ;)
    Ja sammeln ist ja gut und schön - hab mich halt nur gefragt wieso (da so extreme Preise für bezahlt werden). Ich mag 1-2 Platinen von mir auch sehr - aber letzten Endes sieht man sie im Gehäuse eher selten. Meinetwegen soll jeder sammeln was er möchte (ich steh beim Sid z.B. ja selbst auf bestimmte Modelle - wo andere z.B. sagen ´das ist (klanglich) egal´ :) )


    Ob die Preise für den 6510 extrem sind kann ich nicht beurteilen; meine Schmerzgrenze liegt irgendwo im niedrigen dreistelligen Bereich und
    sooo wichtig ist es mir nicht einen zu haben! Wenn ich mal irgendwann einen bezahlbaren 6510 finde (oder 8500) dann ist gut.


    Beim (wohlgemerkt) 6581er SID bestimmte Modelle zu bevorzugen ist völliger quatsch: Da klingt jedes einzelne Exemplar anders und es ist nicht
    möglich die R2 von einer R3 oder R4 oder R4AR zu unterscheiden.
    Ich habe - wie bereits erwähnt - in den letzten Jahren sicher mehr als tausend(!) SIDs durchgetestet und kann das mit 99,9%er Sicherheit sagen.
    Es ist lediglich so, das bei den R4ern öfter ein stärkerer Tiefpass-Filter anzutreffen ist... d.h. die klingen eher mal dumpf; aber eben nicht immer.
    Auch die Defektrate ist ungefähr gleich verteilt!

  • Beim C64C-Board gab es glaub ich keinen einzigen dieser Chips mehr auf dem Board, wohl aus kostengründen.


    Natürlich nicht. Diese Keramikgehäuse mit Deckel macht man nur wenn man sich entweder noch nicht ganz Sicher ist das der Chip immer funktioniert, und dann will man nachgucken können warum das so ist.
    Oder man ist z.B. Intel und kann sich das immer leisten und bezahlen lassen.

  • [offtopic]

    Gold hin oder her: Habe heute meinen SX-64 auf "kaltes Plastik" umgestellt:
    Auf den beiden FDC Platinen tun nun WDC 65C02 und WDC 65C22N ihren Dienst. Mit dem obligaten 7.5k Pull Up auf Pin 36 für den WDC 65C02. "Alles kalt".


    Ohne jetzt klugscheissen zu wollen, ich bin vielmehr selbst vor einer Weile beim WDC in die ein oder andere Falle getappt:


    Der Pin 1 ist beim WDC anders als beim NMOS 6502 und anderen 65c02 kein Massepin, sondern der Ausgang "Vector Pull", der low wird wenn der Prozessor einen Interrupt-Vektor anspringt. Ist vermutlich nicht so gut, den fest auf Masse zu legen, also lieber irgendwie dafür sorgen, dass er keine Verbindung zum Sockel hat.


    Beim 65c02 haben einige Opcodes darüberhinaus ein anderes Timing, sind 1 Taktzyklus schneller oder so. Wäre sicher interessant, ob sich das bei der Floppy irgendwie auswirkt.


    [/offtopic]

  • Ich bezweifle das die Kermaik die selbe Wärmausdehnung wie der Chip hat.


    Da hast du sicher recht, aber es gibt keinen direkten Kontakt zwischen Passivierungsschicht und Keramik weil der Chip nur mit der Unterseite mit dem Träger verbunden ist. Das Plastik liegt hingegen direkt auf und belastet damit die Schicht mechanisch. Auf einigen Chip-Fotos kann man Risse erkennen.

  • Diese Keramikgehäuse mit Deckel macht man nur wenn man sich entweder noch nicht ganz Sicher ist das der Chip immer funktioniert, und dann will man nachgucken können warum das so ist.


    Man macht das auch wenn man Probleme mit der Wärmeableitung hat. Speziell beim VIC hat MOS anscheinend eine Weile gebrucht bis der in Plastik nicht überhitzte. Solange gabs ihn in Keramik.

  • Beim 65c02 haben einige Opcodes darüberhinaus ein anderes Timing, sind 1 Taktzyklus schneller oder so. Wäre sicher interessant, ob sich das bei der Floppy irgendwie auswirkt.


    Mit dem Originalcode in der Floppy wahrscheinlich nicht, aber es gibt diverse Speeder bei deren Programmierung Zyklen gezählt wurden um auch noch das letzte bisschen Performance rauszukitzeln. Da könnte es Ärger geben weil der Code in der Floppy von der Laufzeit her nicht mehr zu dem im C64 passt.