Monitor Verwirrung

Es gibt 37 Antworten in diesem Thema, welches 9.209 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (22. April 2005 um 13:53) ist von Klaws.

  • Folgendes mag dumm klingen, ich entschuldige mich schon mal vorab.

    Ich bin bisher immer davon ausgegange, das ein Hercules Graka Anschluss nur mit einem TTL Monitor (Schneider MM12 oder Commodore 1402) betrieben werden kann. Demzufolge ging ich davon aus, das ein CGA / EGA nur an einem entsprechenden Color Monitor betrieben werden kann.

    Jetzt sagt mir letztens jemand das auch ein Philips 8833 oder Commodore 1804 ebenfalls die CGA Grafik anzeigt. Stimmt das ?
    Wäre es demzufolge nicht auch möglich das die beiden Modelle auch EGA anzeigen ?

    Enwirrt mich bitte..............

  • Moin Bender

    Das ist ganz und gar nicht dumm, danach zu fragen.

    Den Phillips kenne ich nicht genauer.

    Mit dem 1084 wird EGA nicht gehen. EGA hat eine Normal-Auflösung von 640x350, oder so ähnlich.

    D.h. der EGA Monitor ist schneller als der 1084. Was passiert wenn Du den 1084 trotzdem mit EGA beschickst, ist schwer zu sagen. Entweder Murks-Bild oder der Monitor raucht ab.

    Das ist kein Witz !!!!

    Manche Monitore banutzen als Spannungsreferenz für den Zeilentrafo die HSync Frequenz. Die liegt bei Video bzw. CBM´s bei 15,Schiesmichtot kHz. EGA dürfte aber in den Bereich der VGA Frequenzen reichen. Schätze, so bei 30 kHz.

    Und da der Zeilentrafo die Spannung für die Röhre erzeugt, kannst Du dir vorstellen was die Röhre zu einer verdoppelten Hochspannung sagt.

    LASS ES !!!!

    Du bist uns hier lieb und teuer.

    mfg
    Filou

  • Ein 1084 sollte problemlos CGA anzeigen können. Ob die Farben dann aber stimmen ist noch eine andere Farbe. Commodore hat angeblich die TTL Palette etwas angepasst.

    Mit Hercules wäre ich übrigens auch vorsichtig, das arbeitet mit ca. 18 statt 15,75 kHz. Da kommt dann zwar unter Umständen ein Bild, aber auf Dauer schadet das dem Monitor. So erlebt mit Hercules Monitor an einem C128 ... Dabei war das der beste, schärfste und flimmerfreieste Monitor den ich jemals hatte. Läuft zwar wieder, aber da jedes 2te dahergelaufene Programm sich erdreistet die Timingregister im VDC neu zu schreiben, bringt nichtmal eine eigene ROM Anpassung was. Traurig.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Phillips CM8833/CM8833-II sind baugleich mit einigen 1084 Modellen. Der Phillips hat dabei fast immer einen TTL-Eingang, beim 1084 ist der nur bei einigen Modellen zu finden.

  • Auf der Originalverpackung des 1084S steht: EGA-Monitor.

    Gruß Manfred (C64doc)
    Ein goldner Schraubendreher erspart unnötige Kosten

  • Hab mal gegoogelt:
    Ist zwar nur die Pinbelegung, aber hilft ggf. weiter.

    EGA 640 x 350, 15.7/21.8kHz, 60Hz
    Pin 1 - Ground
    Pin 2 - Red Intensity
    Pin 3 - Red
    Pin 4 - Green
    Pin 5 - Blue
    Pin 6 - Green Intensity
    Pin 7 - Blue Intensity
    Pin 8 - Horizontal Sync
    Pin 9 - Vertical Sync

  • Zitat

    Original von x1541
    Da kommt dann zwar unter Umständen ein Bild, aber auf Dauer schadet das dem Monitor.

    Gab es denn beim 1084 einen Unterschied zwischen der europäischen und der amerikanischen Variante (abgesehen von 110/220V)? Es kann sein, dass der 1084 auch so mit etwas mehr an Hertz zurechtkommt als normal.

    Ich habe früher auch normale Fernseher mit 60Hz laufen lassen (da musste man bloss den "Bildfang" etwas justieren, und schon konnte man schönte NTSC-Falschfarbenbilder bewundern).

    - Klaus

  • @Klaws:
    Der ältere 1084 bzw. 1084S aus Philips Produktion (eckiges Gehäusedesign), sowie auch der 1081 im gleichen Design haben eine kleine Spezialität eingebaut: Die Vertikalstufe erkennt sowohl 50 als auch 60Hz und die Bildhöhe wird automatisch nachjustiert, so dass man ein stehendes und zentriertes Bild in beiden Modi erhält. Das ist vor allem am Amiga sehr praktisch bei der Benutzung von NTSC Software. Die Horizontalfrequenz ist aber eh ähnlich genug (15625 und 15750Hz), so dass es hier keine Unterschiede gibt. Die amerikanische 110V Variante hat aber den NTSC Farbdekoder, die europäische 220V Version dann den PAL Dekoder. Hier hört leider die Multinormunterstützung auf :(

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • 50/60 Hz konnte jeder 1084 und Philips. Ich hab sogar mal einen 1084 gesehen, bei dem etliche 100 Hz gingen. Das Bild bestand dann zwar nur noch aus einer Handvoll Rasterzeilen, aber er machte ein stabiles Bild.
    Die Unterschiede liegen meist in der Bildqualität und den Anschlüssen. Einige 1084 haben Chroma/Luma und Composite, andere nur Composite. Einige haben RGB und TTL-RGBI, andere nur RGB. Manche haben nen 9-poligen SUB-D Anschluß für beides, RGB und TTL-RGBI, andere haben Scart für RGB und einen runden DIN Anschluß für TTL-RGB etc etc etc. Es gibt da unzählige Varianten, und viele erkennt man nur von hinten, da das Gehäuse meistens gleich ist.

  • Moin

    Es gibt ja mehrere EGA modi. Das ging bei einigen Karten damals, bis 640x480 oder noch höher. Ebenso sind auch 320x2xx möglich. Es gab da die wildesten Karten.

    Damit fing eigendlich die "Hoch-Zeit" der Multisync Monitore an. Die Produzenten von EGA Karten, haben sich alles mögliche einfallen lassen, um sich gegen den aufkommenden VGA Standard zu wehren. Die Karten waren mit mehreren Quarzen und zig DIP-Schaltern versehen, Modis ohne Ende. Völliger Wildwuchs.

    Nur die Standardauflösung ist 640x350, und das würde ich auf keinen Fall so einfach in einen 1084 "reinpumpen".

    @Doc

    Zitat

    Auf der Originalverpackung des 1084S steht: EGA-Monitor.

    Merkwürdig


    mfg
    Filou

  • Ich hab nicht so die Ahnung von Auflösungen, aber ich nutze den 1084/Philips/etc. auch für so Sachen wie DVD, PS2 und Fernsehen und die normale PAL Auflösung beträgt 768*576 Pixel, warum sollte sowas dem Monitor schaden ??? Diese Auflösungen kann er doch ohne weitere Probleme locker darstellen ?!?

  • Am 1084 schau ich auch DVD. Der packt das ohne Probleme.
    Ich frag mich nur (hab aber keien Ahnung): Wenn ein EGA-Monitor (Schneider) am
    80Z-Anschluss des C128D geht (hab ich mal probiert) dann sollte der doch nicht
    so grundverschieden zum 1084 sein? ?(

  • DVD, Fernsehen, PS nutzen allesamt das PAL-Timing. Genau dafür ist den Monitor gemacht, also kein Problem.

    Wenn ich jetzt allerdings hingehe und z.B. von der normalen Fernsehauflösung Zeilen wegnehme, dann sinkt entweder die Horizontalfrequenz oder es steigt die Vertikalfrequenz.

    Wenn ich Zeilen hinzufüge passiert das Gegenteil.

    Da es sich bei der Ablenkelektronik um (u.A.) induktive Bauteile handelt, bedeuetet eine gesteigerte Frequenz auch gesteigerte Spannung. Ab einer bestimmten Spannung wird dann der Raucherzeuger zugeschaltet. Welche Spannung das genau ist, will hier keiner ausprobieren.

    - klaus

  • Mein uralt Nixdorf 14" EGA-Monitor funktioniert tadellos am 80 Z. Anschluß des 128.
    Der 1084 natürlich auch.

    Gruß Manfred (C64doc)
    Ein goldner Schraubendreher erspart unnötige Kosten

  • Moin

    DVD usw. geht natürlich am 1084.

    Das Problem liegt woanders. Unsere CBM´s, Videorecorder, DVD Player usw. senden in Pal Norm. Und die ist Interlaced. D.h. es werden erst die geraden Zeilennummern übertragen und dann die ungeraden. Dadurch hat der Monitor 2 Durchläufe Zeit das Bild darzestellen. Bei EGA kommt aber alles in einem Rutsch, und das ist zu schnell für Video Monitore und Fernseher. Wenn Ihr so wollt ist die Frequenz von 50Hz falsch, denn es werden nur 25 komplette Bilder pro Sekunde aufgebaut. Also immer zwei Halbbilder nacheinander Zeilenverzahnt (schlimmes Wort).

    Hoffe das war halbwegs verständlich.

    NOCHMAL: Wenn Ihr den 1084 mit EGA beschickt, nehmt volle Deckung. Klaws hat das ganz gut beschrieben.


    mfg
    Filou

  • Zitat

    Original von Filou
    Das Problem liegt woanders. Unsere CBM´s, Videorecorder, DVD Player usw. senden in Pal Norm. Und die ist Interlaced. D.h. es werden erst die geraden Zeilennummern übertragen und dann die ungeraden.

    Das ist nicht ganz korrekt. Die CBM Heimcomputer geben non-interlaced Signale aus, die aber kompatibel mit normalen Fernsehern sind. Aber es bleibt sich von den Frequenzen her gleich, ob ich eine Auflösung von 312 Zeilen non-interlaced mit 50Hz oder eine mit 625 Zeilen interlaced mit 25Hz ausgebe. Ein Fernseher oder Monitor kann auch nicht zwischen interlaced und non-interlaced unterscheiden, die Verschiebung um eine halbe Zeile erzeugt die Videoquelle über das VSYNC Signal. Das ist jeweils um eine halbe Zeile verzögert und erzeugt so die Verzahnung der Zeilen.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Moin

    x1541

    Was die CBM´s angeht, wieder was dazugelernt. Ist ja eigendlich auch logisch, es werden ja nur 200 Zeilen, plus oberer und unterer Rand, ausgegeben. Danke. 8)

    Ich verstehe Dich richtig ? Der cevi verzögert über vsync nach unten, un dehnt dadurch seine Bildaugabe.

    Kann man in dieses Timing eingreifen?
    Der Gedanke ist folgender: Kann ich diese verzögerung auf Null setzen, so das nur die obere Hälfte des Monitors beschrieben wird. Und danach die Verzögerung so hoch setzen, das der cevi einen zweiten Bildschirm erst ab Bildmitte schreibt.

    Beide Bilder in einen Framebuffer, und raus kommen 320x 400.

    Ist nur so ein Gedanke.

    mfg
    Filou

  • Etwas anders funktioniert das schon noch, die Unterschiede zwischen interlaced und non-interlaced ist wirklich nur der VSYNC zwischen zwei sogenannten "fields", also einem Halbbild. bei i sind die Fields um eine halbe Zeile (nicht ein halbes Bild!) versetzt und ergeben so einen Frame (ein Vollbild), die Wiederholfrequenz ist 50Hz für fields und eben nur 25Hz für Frames. Bei ni ist ein field gleichzeitig ein Frame, weil eben nichts versetzt wird, so ist hier die Wiederholrate eben 50Hz. Schwer zu erklären, eine kleine Illustration wäre hilfreich, hab leider keine :(

    Das Timing am C64 ist leider nicht programmierbar, deswegen bekommt man auch kein Interlaced hin, und deswegen klappt das auch mit einem Framebuffer nicht (so wie beim Amiga mit einem Flickerfixer). Der NTSC VC-20 hat übrigens einen Interlacemodus, der C128 80-Zeichen Chip auch.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Zitat

    Original von Filou
    Ich verstehe Dich richtig ? Der cevi verzögert über vsync nach unten, un dehnt dadurch seine Bildaugabe.

    Kann man in dieses Timing eingreifen?
    Der Gedanke ist folgender: Kann ich diese verzögerung auf Null setzen, so das nur die obere Hälfte des Monitors beschrieben wird. Und danach die Verzögerung so hoch setzen, das der cevi einen zweiten Bildschirm erst ab Bildmitte schreibt.

    Nein, anders. Im ersten Durchgang erzeugt der C64 ein komplettes Bild, und zwar werden die Zeilen 1, 3, 5, 7 usw ausgegeben. Im zweiten Durchgang (1/50 Sekunde später also) erzeugt der C64 das selbe Bild nochmal, aber diesmal für die Zeilen 2, 4, 6, 8 usw. Also immer von komplett oben bis unten, aber immer eine Zeile überspringend.

    Da in beiden Durchgängen das selbe Bild ausgegeben wird, spricht man von non-interlaced.

    Da der C64 nur non-interlaced Bilder ausgibt, braucht er keine VSYNC-Verzögerung. Und hat er deshlab auch leider nicht. Beim Amiga verdoppelt der Interlace-Modus die vertikale Auflösung, weil man die geraden und ungerade Scanzeilen separat mit Daten beschicken kann. Das geht beim C64 nicht. Das, was beim C64 als Interlace bezeichnet wird, erhöht nicht die Auflösung, sondern die Anzahl darstellbarer Farben. Genaugenommen ist die Bezeichnung Interlace in diesem falle falsch, aber was soll's...es weiss ja jeder, was gemeint ist.

    Das deutsche Wort für Interlace ist Zeilensprungverfahren. Die resultierende Vverzahung der Zeilen dient der Unterdrückung des Flimmern bei gleichzeitiger Beibehaltung der Videobandbreite. Funktioniert gut bei Film- und Videoaufnahmen, weniger gut bei Computergraphiken mit dünnen horizontalen Linien...oder Leuten, die im Fernsehen kleinkarierte Muster tragen (war früher im öffentlich-rechtlichen Fernsehen untersagt, aber inzwischen scheint's keinen mehr zu kümmern, wen der Fernsehzuschauer sich an stroboskopartigen flimmernden Artefakten erfreuen kann...naja, beim aktuellen Niveau der Sendungen ist ja auch anzunehmen, dass der durchschnittliche Zuschauer grade mal über die Intelligen eines Gänseblümchens verfügt, und da ist ja dann alles egal...).

    - Klaus

    Menno, der x1541 war mal wieder schneller.... :D