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Abmahnung - Es war mal wieder soweit!

  • AUs rein nichtjuristischer Sicht, finde ich es auch arg überzogen irgendwelche Fanprojekte zu belangen. Insbesondere dann, wenn offensichtlich ist, dass die Verbreitung keinen kommerziellen Zwecken dienen soll.
    Andererseits stellt sich halt wirklich die Frage, ab wann eine Marke dann theoretisch als Freiwild angesehen wird, eben weil Fanprojekte zu lange toleriert wurden. Auch wenn Ich denke, dass die meisten Abmahnverfahren eher ein Geschäftsmodell darstellen - wie auch in diesem Fall - so kann ich zu einem gewissem Grade nachvollziehen, wenn Designer ihre Marken sichern wollen.


    Andererseits verstehe ich auch nicht, warum teilweise wirklich begabte Progger/Grafiker sich kreativ selbst nur drauf reduzieren ein bereits bestehendes Spiel zu konvertieren. Es gab in der Vergangenheit ja nicht wenig Homebew-Spiele, die technisch und grafisch durchaus interessant waren. Auf Anhieb fällt mir jetzt Boulder Dash für den Atari2600 und diese Super Mario Interpretation ein. (war das Princess Resue ?? - Namen vergessen)
    Warum reduzieren sich begabte Leute direkt im Vorfeld darauf, keine komplett rechtliche Handhabe über ihre Werke zu haben. Alleine aus künstlerischer Sicht, frage ich mich warum man dann nicht oft den nur noch kleinen Schritt geht was kompöett eigenes zu schaffen.

  • Weil die Aufmerksamkeit und Anerkennung in dieser recht überschaubaren Szene dann größer ist, wenn man sich an sehr bekannten Sachen versucht. Ist einfach so. Auf der anderen Seite sind es dann oft die Favoriten der Homebrew Entwickler, die diese dann nochmal auf anderen Systemen sehen wollen. Egal ob 1:1 oder etwas aufgepeppt. Im Falle von Boulder Dash eher anders herum, ob es technisch überhaupt sinnvoll machbar ist.

  • Zeige doch mal bitte derjenige hier auf der behaupten kann, das er in den 80ern NIEMALS was aus dem Radio aufgenommen hat oder eine Kassette oder LP überspielt hat, Videofilme!

    ? Genau dafür gibt es die GEMA-Abgabe auf Leermedien.... auch schon in den 80er...


    Das Argument gilt also nur für Videoaufnahmen, die nicht vom Fernsehen stammen.


    sl FXXS

  • Wahrscheinlich die beste Werbung für das Spiel die man sich vorstellen kann.
    Leider hatte ich nicht mitbekommen das es so ein Spiel gibt.
    Wäre eine gute Möglichkeit gewesen meine kleine Tochter vor den Amiga zu locken.
    Na wer weiss. Evtl.finde ich es ja noch heraus wo man es bekommt.
    Abgesehen davon wird für die Hersteller von Schlümpfen und Merchandise kein Schaden entstehen sondern höchstens der Umsatz wenn auch nur marginal, angekurbelt.

  • In der Regel interessiert es doch keine Sau wenn sowas für C64 oder Amiga geproggt wird, schon garnicht wenns nicht kommerziel vermarktet wird, sondern von Fans für Fans ist.


    Da hast du vollkommen recht. Auf irgendwelche Konzern-Umsätze dürfte ein C64-Spiel keinen negativen Einfluss haben. Aber leider macht unser Gesetzgeber keinen Unterschied bei der "Schwere der Tat", wenn es um Schutzrechte geht. Und die Rechte-Inhaber sind fast schon gezwungen, gegen jegliche Markenrechtsverletzungen vorzugehen, weil ihnen sonst im Falle eines Falles sogar die Rechte an einer Marke o.ä. abgesprochen werden. Wer jahrelang (kleinere) Markenrechtsverletzungen zulässt, kann Pech vor Gericht haben, wenn er dann doch mal gegen eine größere Schutzrechtsverletzung vorgehen will/muss. Da kann das Gericht dann argumentieren: Sie haben jahrelang offensichtlich kein Interesse am Schutz ihrer Marke gezeigt, damit haben sie den Schutz selbst verwirkt. Nebenbei verdienen natürlich die Anwälte des Rechteinhabers genau mit dem Auffinden und Abmahnen von Schutzrechtsverletzungen gut Geld. An der Vorgehensweise wird sich also nur etwas ändern, wenn sich die Gesetze ändern.


    Ich jedenfalls freue mich über jedes Retro Game das kommt und besonders auf das hoffentlich dieses Jahr kommende "Hyperion", auch oder GERADE WEIL es ein scheinbar sehr gut gemachter METROID klon ist.


    Wenn der Name des Originals nicht verwendet wird und man auch nicht einen "Hauptdarsteller" oder ganze Screens 1:1 kopiert, dann dürfte das unproblematisch sein, denn ein Spielprinzip kann man sich nicht schützen lassen. Wir (P1X3L.net) haben ja Spiele von anderen Computer-Plattformen auf den C64 "portiert". In einem Fall haben wir das mit dem Autor des Originals abgesprochen (Space Chem), bei einem lag das Spiel als "open source" vor und der Name war nicht schutzfähig (2048 bzw. C-2048) (bei beiden haben wir zusätzlich die Original-Entwickler im Startscreen genannt) und bei den anderen beiden Spielen haben wir versucht, das grundsätzliche Spielprinzip kräftig auzuwerten, die Grafik vom Original komplett abzutrennen und vor allem keine Namen der Inspirationsquellen zu verwenden (Space Lords ≠ Warlords, Monster Buster ≠ Puzzle Bobble/Bust'a'Move).


    Es gibt zwar keine geschützten Spielprinzipien aber es gibt (wahrscheinlich über Geschmacksmuster) geschützte Spiel-Levels. Die original Levels von Sokoban sind z.B. geschützt. Man kann also zwar das Spiel nachbauen (was hundertfach getan wurde) aber man darf eigentlich die original-Rätsel nicht 1:1 kopieren. Weil wir nicht recherchieren wollten, ob ein ähnlicher Schutz auf den original Puzzle Bobble Levels liegt, habe ich die 30 Classic-Levels, die in einem der 6 Modi des kommenden Monster Buster Moduls vorkommen, nur in etwa denen von Puzzle Bobble nachempfunden. Eine 1:1-Kopie geht eh nicht, da wir ein anderes Raster (mit mehr Positionen) verwenden – aber zusätzlich habe ich immer Variationen eingebaut. Ihr seht, man muss aufpassen, was man tut, auch wenn es nur ein Hobby-Projekt ist.


    mich regt es auf wenn leute meinen aus Langeweile Hobby Gesetzeswächter spielen zu müssen.


    Wie kommst du darauf, dass da jemand aus "unserer Szene" beteiligt war? Meinst du nicht, dass ein Anwalt selbst (bzw. dessen Kanzlei-Mitarbeiter) eine Internet-Recherche durchführen kann? Da braucht es keine "Insider", denn wir tun hier ja nichts heimlich. "Smurfs Rescue" hatte eine eigene Website und auch unsere Spiele liegen bei CSDB o.ä. öffentlich herum.


    Weil die Aufmerksamkeit und Anerkennung in dieser recht überschaubaren Szene dann größer ist, wenn man sich an sehr bekannten Sachen versucht.


    Natürlich bekommt ein "Smurfs Irgendwas" mehr Aufmerksamkeit als ein "Irgendwer hüpft irgendwo herum". Und manche Spiele verlieren auch stark ihren Reiz, wenn man sich nicht auf irgendeine bekannte Marke beziehen darf. Die modernen Lego-Computerspiel-Reihen mit Harry Potter oder Star Wars wären recht öde, wenn das als "Lego: Zauberlehrling" und "Lego: Irgendwo im Weltall" vertrieben werden müsste. Diese Spiele leben größtenteils von den Original-Lizenzen (und das, obwohl Lego selbst auch schon eine große Marke ist).


    Auf der anderen Seite sind es dann oft die Favoriten der Homebrew Entwickler, die diese dann nochmal auf anderen Systemen sehen wollen. Egal ob 1:1 oder etwas aufgepeppt. Im Falle von Boulder Dash eher anders herum, ob es technisch überhaupt sinnvoll machbar ist.


    Richtig. Oft will man einfach ein Spiel auf der eigenen Lieblings-Plattform haben, weil man damals darauf verzichten musste. Bei unserem "Space Lords" und auch bei "Monster Buster" war das die primäre Motivation. Und man will technische Möglichkeiten ausloten/ausreizen und vielleicht auch Fans anderer Plattformen zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Beide Spiele sollten aus unserer Sicht (das war unser Anspruch) das Maximum darstellen, was auf 8 Bit, 16 (zusätzlich eingeschränkten) Farben und einem einzigen MHz aus dem jeweiligen Prinzip herauszuholen ist. Da steckt dann auch ein Grund für viele Portierungen dahinter: Man hat einen Vergleich, einen Standard, an dem man sich messen möchte. Der Betrachter kann besser abschätzen, wie gut oder schlecht man sein Ziel erreicht hat.

  • Die sind da durchaus aktiv aus den von Retrofan genannten Gruenden. Ist ja oft auch kostenfrei, also keine Klage sondern die Aufforderung die Webseiten vom Netz zu nehmen etc.
    Smurf ist ja echt eine Marke die noch SEHR aktiv betrieben wird.
    Mit BoulderDash macht man sich auch sofort Aerger.
    Ich habe mal ernsthaft fuer ein Spy vs Spy 4 angefragt. Dafuer hatte ich auch schon einiges programmiert, aber die haben "hoeflich" und SEHR bestimmt zum Ausdruck gebraucht wieso das auf keinen Fall geduldet werden wuerde (mal abgesehen davon, dass das MAD Magazin da ja auch drin steckt).
    Kings Quest, Another World, etc... Alles Hobbyremakes die gekillt wurden.
    Und man darf ja auch anders herum fragen: wieso ein Bekanntes Spiel/Marke benutzen? Letztlich will man ja grade doch den Bekanntheitsgrad 'ausnutzen'.
    Die einzigen die mir eigentlich einfallen bei denen es (bisher) NICHT so laeuft waren Lucasfilm/arts.
    Mal sehen ob das unter Disney so bleibt...

  • Zur Frage warum begabte Progger bekannte Marken nutzen, statt eigen kreativ zu sein: Oft sind diese Progger einfach Fan der Marke und möchten ihr auf diese weise Huldigen, oder aber es gab zur Marke nie ein Spiel das den Geschmack desjenigen (oder der Gruppe ) so ganz traf und man verwirklicht somit seine eigenen Vorstellungen. Oder man möchte sein lieblings game mal in einem etwas Moderneren oder einfach anderen Stil erleben.
    So zumindest ist es bei uns, wobei wir nach wie vor das ganze nur als übung ansehen, die Spaß machen soll. Sollten wir abgemahnt werden, dann ist das halt so und es ist auch rechtens.
    Mit der gesammelten Erfahrung soll dann aber etwas eigenständiges entstehen.

  • Ja und das war wohl VIEL Arbeit und die haben Preis + Anzahl diktiert.
    Dennoch sehr cool und eher einzigartig. Noch ein Beispiel: Prince of Persia C64 wurde weitestgehend geduldet.
    Einige clones fuer den 2600 (!) aber eingestampft auf Draengen Nintendos.

  • Wobei Boulder Dash für Atari VCS aber eine offizielle Lizenz bekommen hatte. Sowas is dann schon cool.

    Ist halt auch die Frage, ob das gewünscht ist und wie viel das Kostet. Aber meistens ist da ja gar kein Interesse seitens des Rechteinhabers da. Klar könnte man sich auch im Nachhinein auf so was einigen, aber wie gesagt, es ist ja gar nicht gewünscht.

  • Also im Grunde scheint es ja hauptsächlich um die Website und die dort gehosteten Dateien zu gehen. Im Falle der C64 Szene haben vermutlich eher Seiten wie CSDb, c64games.de o.ä. die "Arschkarte". Wobei die CSDb durch die Möglichkeit der nicht öffentlichen Downloads ja sogar im Grunde schon auf den Ernstfall vorbereitet ist. D.h. falls es da Streß gibt: Unterlassungserklärung unterzeichen, Haken bei "nicht öffentlich", fertig.

  • Also so krank wie das System in D ist, kenne ich es sonst nicht.
    Sowas wie Abmahnungen kennen wir hier nicht in der CH, zumindest habe ich in all den Jahren nichts in der Richtung gehört.


    Was mich wundert ist, dass es in Deutschland so ein offensichtlich krankes und missbrauchtes System nicht abgeschafft wird.
    Aber da haben wohl die Politikerkreise die mit dem elenden Rattenpack (Anwälte) wohl zuviel gemeinsame Interessen, als dass es zum Wohle und zu Gunsten des Normalbürgers novelliert oder ganz abgeschafft wird.


    Hier in der CH wird von den Bürgern auch sehr genau auf den Fingern der Politiker geschaut, da historisch bedingt ein grundsätzliches Misstrauen gegen die Regierung besteht.
    Leider bröckelt dieses System seit Jahren hier auch und es sind viele Kräfte wie Lobbies und Grosskonzerne daran, das System zu ihren Gunsten umzubauen.


    Aber das kann man ja überall auf der Welt beobachten, wenn man die Augen aufmacht.... :thumbdown: