RGB an Scart: 100 Ohm statt 75 mgl.?

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 3.392 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. Mai 2014 um 08:26) ist von echo.

  • Moin,

    ich löte mir gerade ein Kabel um meine Konsolen und auch den Amiga per SCART an den Fernseher zu beamen. Dabei soll das RGB-Output der Konsolen/Amiga in einen SACR-Stecker münden. Nun habe ich gelesen, daß RGB in SCART mit 75 Ohm ankommen soll.

    Frage: Da ich keine 75 Ohm Widerstände da habe, aber ein paar 100-Ohm-Widerstände würde ich gerne 100 statt 75 Ohm nutzen. Frage an die Fernsehtechniker unter uns: Geht das? Oder kommt dann kein oder ein zu schwaches Bild an?

    CU,
    A500Man

    P.S.: Bitte keine "Ich vermute mal ..." oder "Ich denke, da sollte man ..." Antworten. Ich bin auch kein Experte und brauhe nun die Hilfe eines Selbigen. Sorry für diese Anmerkung, aber dazu kommen einfach zu oft solche "Ich-weiß-es-auch-nicht-aber-ich -will-jetzt-auch-was-dazu-sagen-Antworten" auf. :whistling:

  • Wo willst Du da Widerstände einbauen ?
    Der angegebene Widerstand bezieht sich auf den angeschlossenen Monitor bzw. TV-Gerät, bei gut dokumentierten Geräten ist der Widerstand angegeben.
    Üblich sind dafür jedenfalls 75 Ohm.
    Bei einigen wenigen Monitoren gibt es einen Schalter, mit dem diese Endwiderstände abgeschaltet werden können
    Auf die Art kann man dann mehrere Monitore anchließen, wobei dann nur bei einem die Widerstände aktiviert werden.
    Monitore, bei denen das immer so ist, und die Widerstände dann extern angeschlossen werden müssen, kenne ich nicht.

    Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.
    Edmund Burke (1729-1797)

  • In anderen Worten, das Kabel selbst muss ein Koax-Kabel mit 75 Ohm Wellenwiderstand sein.

    RG59 müsste passen. RG58 hat 50 Ohm und RG62 hat 93 Ohm.

    Ist das Kabel kurz genug (1-2m) kann man sich das auch schenken und nehmen was man gerade zur Hand hat, normalerweise hat man dann immer noch ein gutes Bild. Ich hab RGB auch schon über einfaches, mehradriges Kabel ohne Abschirmung geschickt. Fiel nicht auf.

  • Es geht auch sehr billig: Hab mir, weil gerad nichts anderes da war und ich die Kiste entlich mal anschließen wollte, irgendwann mal ein Kabel fürn Amiga gelötet aus irgendwelchen gebrauchten Steckern (23 und 9 pol für 1985S-D2) und nem Druckerkabel (LPT) - macht gutes Bild, ist etwas übern Meter lang :) Da is dann nichts geschirmt, scheint aber erstmal zu reichen - macht zumindest ein super Bild. Die übrigen Leitungen hab dann mal alle an die äußere Abschirmung gelötet. Wenns an dem Monitor läuft sollte sowas auch an Scart laufen.
    Für die verwendeten Leitungen hab ich geschaut, dass die nicht gerad genau nebeneinander liegen.
    Wie auch immer: Irgendwelche Wiederstände musste da nicht verlöten.
    Und bevor irgendjemand drauf klickt mach ich's gleich selber: :abgelehnt

  • Ich hatte das mit 2x150Ohm parallel gelöst.

  • Da hier offenbar einiges an Verwirrung herrscht, mal ne kurze (theoretische) Erklärung, worauf es ankommt:

    Weshalb ist der Wellenwiderstand einer Leitung relevant?
    Wir nehmen an, daß wir einen Pegelsprung (zB. 0V -> 5V) auf eine unendlich lange Leitung geben. Wenn wir wissen, daß die Ausbreitungsgeschwindigkeit kleiner als unendlich ist, kann dieser Pegelsprung nicht im gleichen Moment an jeder Stelle der Leitung gemessen werden, sondern er benötigt um so mehr Zeit, je weiter die Meßstelle vom Einspeisepunkt entfernt ist. Trozdem 'sieht' die Quelle eine Last (das Kabel), bevor der Pegelsprung am Ende ankommt. Diese Last wird verursacht vom Wellenwiderstand und dieser ist abhängig vom mechanischen und stofflichen Aufbau des Kabels. Jetzt sind aber unendlich lange Leitungen in der Praxis relativ selten, das heißt, der Pegelsprung (die davon ausgelöste Welle) erreicht irgendwann das Ende der Leitung. Und dort kann sie nicht weiterlaufen. Da aber auch auf einer Leitung der Energieerhaltungssatz gilt, verschwindet die Welle am Ende der Leitung nicht einfach, sondern wird abzüglich der Leitungsverluste reflektiert, läuft also wieder rückwärts durch die Leitung. Am Anfang der Leitung angekommen passiert dasselbe wieder usw. Das heißt, ein einmal auf die Leitung gegebener Impuls läuft so lange hin- und her, bis er durch Verluste aufgebraucht ist.

    Wozu Abschlußwiderstand?
    Mit einem Abschlußwiderstand in der selben Größe wie der Wellenwiderstand verlängert man für die Welle die Leitung quasi unendlich, d.h. die Welle läuft durch die Leitung und wird am Ende vom Abschlußwiderstand in Wärme umgesetzt. Damit ist der Energieerhaltungssatz erfüllt und es wird nichts mehr reflektiert.

    Was passiert bei einem falschen Abschlußwiderstand bzw. einer Leitung mit falscher Impedanz?
    Dort treten an den Stellen, wo der Impedanzsprung auftritt, Stoßstellen auf. Ein Teil der Welle läuft durch diese Stoßstelle durch, ein anderer Teil wird reflektiert (umso mehr, je mehr der Wellenwiderstand 2 vom Wellenwiderstand 1 abweicht). Mit dem reflektierten Teil passiert genau dasselbe, wie bei einer nicht abgeschlossenen Leitung. Im Falle von Monitorkabeln sind die Stoßstellen dann die Stecker: Quelle und Zielgerät sind mit 75 Ohm abgeschlossen, dazwischen kommt ein Kabel mit anderer Impedanz. Also treten dort jeweils Stoßstellen (Impedanzsprünge) auf, die Reflexionen verursachen.

    Warum stören Reflexionen?
    Bei niederfrequenten Signalen ist diese Betrachtung ohne praktische Relevanz; bei höherfrequenten Signalen ist sie dagegen von großer Bedeutung: Wenn viele Pegelsprünge in kurzer Zeit kommen, die dann am Ende der Leitung reflektiert und wieder zurück auf die Leitung geschickt werden, dann überlagern sich diese mit den neuen Pegelsprüngen, die am Anfang der Leitung eingespeist werden. Dieses Mischsignal ist dann das, was der Empfänger sieht.

    Und was ist bei Videosignalen?
    Je nach Bildschirmauflösung und Bildwiederholfrequenz können mehrere 100 MHz Videobandbreite zusammenkommen. Wird ein solches Signal durch Reflexionen gestört, so sieht man auf dem Bildschirm 'Geisterbilder', d.h. dasselbe Bild als Schatten in Abhängigkeit der Lage der Stoßstelle horizontal versetzt überlagert. Ist die Reflexion sehr gering und der Abstand der Stoßstelle zum Sender / Empfänger verhältnismäßig klein, wird das nicht auffallen (kleine Reflexion = kleine Störung; Abstand klein = kleiner Versatz zum Hauptbild).

    Ungeschrmte Kabel für Video?
    Eher nicht zu empfehlen - wobei es hier sehr auf das Signal ankommt. Selbst PC-Monitorkabel bestehen oft aus billigen Kabeln - das funktioniert bei RGB auch ganz gut, da die Leitungen R, G und B eh ähnliche Signale führen (das Verhältnis der Spannungen zueinander bestimmt die Farbe). Ein Übersprechen fällt da also eher nicht auf.
    Bei Y/C (S-Video) sieht die Sache völlig anders aus. Hier trägt eine Leitung das S/W-Signal (Y), während die andere das auf dem 4,433MHz-Farbträger aufmodulierte Farbsignal trägt. Schickt man diese Signale über eine nicht getrennt geschirmte Leitung, ergibt sich ein starkes Übersprechen, was dazu führt, daß das Farbsignal in das S/W-Signal hineingemischt wird. Wegen eines nun fehlenden Chroma-Filters in der Signalverarbeitung des Monitors wird das Farbsignal als Helligkeitsschwankung interpretiert und das ganze Bild mit einem 'Fliegengittermuster' überzogen.


    EDIT: Ergänzung

    Abschlußwiderstände am Kabel?
    Bei Videokabeln: ausdrücklich nein, weil die Abschlußwiderstände bereits in den Geräten eingebaut sind - das Ende der Leitung ist ja nicht das Ende des Kabels, sondern der Eingang des Verstärkers, der das Videosignal in Empfang nimmt. Ein Abschlußwiderstand muß IMMER am mechanischen Ende der Leitung sitzen - 'Überhänge', also weiterführende Leitungsstücke nach dem Abschlußwiderstand sowie Abzweigungen oder Sternverbindungen sind tabu!

  • Na ja deine aussagen verstehe ich ich nicht.

    Ach Ja, EDIT.

  • Gehts hier nicht eher um die 75Ohm beim Pin 16, der den RGB-Eingang schaltet?
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

    Wenn ja, dann schaltet der Widerstand zwischen Pin 16 und Pin 18 von FBAS auf RGB um. Da die Spannung eine gewissen Toleranz hat können auch knapp daneben liegende Widerstandswerte durchaus den RGB-Eingang schalten. Dies ist aber auch Geräteabhängig. Der eine schaltet schon früher oder Später, als die Definition erlaubt.

    Wenn ich mich recht entsinne liegen an dem Pin 5V bei 75Ohm an. Nach U=R*I ist die Stromstärke bei 0,06667 A.
    Wenn man nun wieder U=R*I nimmt und für R deine 100Ohm (I = 0,06667A) einträgt kommt 6V raus. Damit ist der Schalter außerhalb der Toleranz (1V .. 3V). Du brauchst also ein deutlich kleineren Widerstand.

    Bitte korrigiert mich wenn ich da falsch liege.

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