Atari 800XL Tastatur-Repatatur

Es gibt 25 Antworten in diesem Thema, welches 6.551 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. Mai 2014 um 16:24) ist von spiceminer.

  • Hallo!

    Versuche gerade meinen neuesten Ebay-Reinfall, einen Atari 800XL+Datenrekorder wieder fit zu machen. Bekommen habe ich einen angeblich funktionierenden Rechner, der beim auspacken (Karton war zu klein, hat sich nach oben ausgbeult) erst mal Tasten und Schalter der Tastatur ausgespuckt hat. Darüberhinaus ist er innen vollflächig bedeckt mit öliger Schmiere, die nach Nikotin riecht (Wie mir der Vekäufer versichert, macht er fachgerecht mit allen Geräten eine Behandlung aus Kontakspray und WD40, was den "Stromfluß" erhöht.)
    Gerät zur Reinigen erst mal zerlegt; zumindest ist bei der Platine offensichtlich nur der HF Modulator defekt.
    Leider ist die kleine Tocherplatine gebrochen, siehe Bild.
    Hat jemand einen Tip? Auf Lochrasterplatine neu aufbauen, Platine reparieren? Kann man eine gebrochene Platine mit anderen Komponenten abstützen/eingießen? Ist ja nicht nur die elektrische Verbindung, die fehlt, sondern auch die mechanische Last, die beim Drücken der Tasten abgefangen werden muss. Desweiteren war der Tastaturstecker zerfleddert und aus dem Mainboard herausgepflückt - gibt hier vlt einen Hinweis für eine Reparatur? Neuen Steckverbinder mit Flachkabel ans Board löten?

    Oder nochmal einen Atari in Bestzustand bei Ebay erwerben und hoffen, daß diesmal andere Komponenten zerrupft sind?

    Ich sag mal lieber nicht, was ich dafür im Wahn bezahlt hab..

    Vielen Dank und Gruß
    S.

  • Wenn du das Teil nicht zurück schicken willst, ist der Platinen-Bruch an der Tastatur eigentlich relativ leicht reparabel. Etwas Lötkenntnisse und etwas guter Kleber natürlich vorausgesetzt, sollte der Schaden schnell behoben sein.
    Ich würde es so machen:
    Die beiden Platinenbruchstücke mit einem guten Kleber wieder zusammenkleben. Evtl. mit einem Heisskleber noch etwas nachhelfen. Auf beiden Seiten der Bruchline die Versiegelung von den Leiterbahnen entfernen und jeweils mit einem Tropfen Lötzinn verbinden.

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

  • Hallo Matel!

    Danke für die Tips! Werde ich versuchen.

    Was würdest Du als "guten Klebstoff" bezeichnen? 2-Komponenten-Epoxy oder Sekundenkleber?

    Bade gerade die Tastaturplatine mit Spülmittel und Wasser, um den Siff los zuwerden.

    Hast Du vlt. noch einen Tip, wie ich danach am Besten verfahre, um das Wasser wieder aus den Schaltern
    zu bekommen?

    Ausblasen und in die Sonne legen wäre jetzt mein Favorit.

    Gruß und danke
    S.

  • Erst einmal hast Du Glück daß Du einen Rechner mit der Tastatur mit richtiger Platine erwischt hast - das sind (vom Schreibgefühl) mit die besten Keyboards die im XL verbaut sein können.

    Ob eine Behandlung ausschließlich mit Kontaktspray fachgerecht ist sei jetzt mal dahingestellt; je nach dem was für ein Spray verwendet wurde reinigt das Zeug zwar die Kontakte, sollte anschließend aber mit WL-Spray oder ähnlichem wieder ausgespült werden bevor man die Kontakte dann versiegelt. Verbleibt das Kontaktspray in den Schaltern frisst es sich - nachdem es die Kontakte gereinigt hat - in die selbigen. Dann hat man mehr Stress als vorher. :bgdev

    Zur Platine: etwas ungünstig ist in diesem Fall daß die Platine bei dem Druck auf eine des Funktionstasten gerade an dieser Stelle stark belastet wird. Ggf. wäre es möglich einen Steg unter die Platine zu schrauben, also von dem oberen zum unteren Befestigungsloch. Dabei wäre zu beachten daß der Steg möglichst aus einem nichtleitendem Material ist -> er läuft genau zwischen den Löststellen der Taster durch.

    Die gerissenen Leiterbahnen kannst Du mit (Lack-) Draht zwischen den Lötpunkten flicken. Direkt an der Bruchstelle würde ich nicht flicken da die Brücken da relativ schnell wieder brechen dürften.

    Zu Schrauben in Kunststoff allgemein: Wenn Du die Schrauben wieder in den Kunststoff reindrehst achte darauf sie erst ein wenig in Richtung raus zu drehen bis Du einen leichten Ruck spürst. Jetzt sitzt die Schraube richtig vor dem Gewindegang im Kunststoff und kann reingedreht werden.
    Steckst Du sie einfach rein und ziehst sie fest passiert es schnell daß sie sich ein neues Gewinde schneidet. Wenn Du das ein paar mal machst hält sie nicht mehr weil sie sich jedesmal ein neues Gewinde geschnitten hat und keinen Halt mehr findet.

    Sleeπ

    Edit: Ich würde hier eher zu 2k-Kleber greifen; wenn dieser auf dem Material gut haftet stütze er, von hinten aufgetragen, die Platine noch zusätzlich. Sekundenkleber würde nur an der Bruchstelle kleben.

  • Hallo Sleepy!

    Vielen Dank für die Hinweise!

    Habe noch Pertinaxplatten da, davon werde ich mir einen Steg runtersägen und an die Platine kleben.

    Dank Dir auch für den Tip mit den Kunststoffschrauben, das habe ich nicht gewußt!

    Viele Grüße und schönen Sonntag.

    Stephan

  • Moin,


    Klingt nach dem Verkäufer "eastwood....." (Endung ist variabel, wird gern mal geändert). Der ist bekannt für solche süffige Geräte...

    Also, das Tastatur-Flachbandkabel ist auch bei mir Mangelware, da ständig kaputt durch Gewaltaktionen. Ich habe jedoch eine Tastatur, wo ich die Tasten für Reparaturen herunterklaube. Die Platine für die Funktionstasten ist heil, nur halt ohne Tasten :smile:

    Wenn Du willst, kann ich Dir die Platine gegen kleine Spende für den ABBUC + Porto zukommen lassen.

    Wenn das Tastatur-Flachbandkabel defekt ist, würde ich im Zuge der Aktion gleich mit austauschen. Hier empfehle ich 50 poliges Flachbandkabel (altes SCSI-1 Anschlußkabel tut´s!), auf 48 Adern reduzieren und nur jede 2. Ader verwenden. Dann passt es direkt in die 24 Löcher der Tastatur-Hauptplatine. Am anderen Ende machst Du eine entsprechend lange Stiftleiste im Standard 2.54mm Raster. Diese Stiftleiste, ggf. etwas gekürzt, passt prima in den Anschluß auf der Hauptplatine und sitzt ausreichend fest. Nach Funktionstest würde ich das Ende mit der Stiftleiste noch mit Heißklebe oder Epoxy-Kleber fixieren.

    Gruß, Jürgen

  • ich warte noch auf meinen Atari, müsste auch bald bei mir ankommen.
    Das erste was raus fliegt ist der HF Modulator, wenn du möchtest kannst du das Ding zum Versandkostenpreis haben.

    Hetero Kinder bringt der Storch, schwule Kinder der Flamingo! :LOL

  • Jaja - die lieben eBay-Verkäufer! Da kann ich auch ein Liedchen singen: Ich hatte vor einigen Monaten bei eBay eine SCSI HDD erstanden. Schon im Vorfeld hatte ich mit dem Verkäufer abgeklärt, daß er sie vernünftig und gut geschützt auf den Weg schicken wollte, sonst hätte ich auch gar nicht mitgeboten! Wie kam die Platte an? einfacher wattierter Umschlag mit nicht mehr nutzbarem Inhalt! Der Verkäufer hat natürlich eine entsprechende Bewertung bekommen!

    Was ich zu der jetzt mangelhaften Tastatur noch mitteilen wollte: Ich hätte mir die folgender Maßen repariert:
    Elektrisch: Bypässe gelegt, dabei Option und Select vertauscht aus folgender Überlegung: Für einen Floppy Anwender dürfte egal sein, ob Option oder Select oben ist - aber meine Zeit hat sehr oft wünschen lassen, daß Option und start nebeneinander waren, man benötigt nämlich nicht selten bei den Maschinesprachespielen die Option- und als Cassettenanwender zusätzlich die Start-Taste!
    Mechanisch: Ein pannendes Stück aus einem sehr stabilen Wellpappekarton geschnitten - oder einer Pertinax oder Plexiglas, wobei letztere vermutlich erst noch beschafft und schwerer zu bearbeiten wäre - und diese dann mit 3 oder 4 kleinen und schmalen Kabelbinder fixiert

  • Hallo

    Danke für die zahlreichen Antworten. Anbei Bilder meiner (vorläufigen) Bemühungen.

    Platine mit Pertinaxstreifen und 2-Komponentenkleber zusammengeklebt.

    Leider beim abschleifen des Löstopplacks sind die Leiterbahnen/Lötaugen teils auch mit verschwunden. Das sollte ich aber hinbekommen.

    Sollte ich fehlschlagen, komme ich sehr gern auf Dein Angebot zurück, Jürgen!

    SCSI Flachkabel hab ich; nur auf der Platinenseite habe ich Deinen Vorschlag nicht ganz verstanden:

    Der Anschluß auf der Hauptplatine bleibt - nicht auslöten
    direkt ans Flachbandkabel löte ich dann (alle 2 Adern) die Stifleiste
    z.B. sowas: "PCB Header / Stiftleiste, 2.54mm Raster, 40-fach - einreihig, "

    und "giesse" das ganze mit Heikleber zu?

    Viele Grüße und danke schön!
    Stephan

  • Du hast Dir ja schön die Lötpunkte für das Flachband weggearbeitet! Jetzt mußt Du eine Flachbandleitung evtl. dirkt an die Scfhalterpunkt anlöten ...

  • Warum, um alles in der Welt, hast Du denn den Lötstoplack abgeschliffen? Vorher wäre eine Reparatur recht einfach gewesen, man hätte z.B. mit "Bypässen" von Lötpunkt zu Lötpunkt mit dünner isolierter Litze oder mit Kupferlackdraht, die defekten Stellen überbrücken können. Das hätte auch an Stellen geschehen können, die mit dem Bruch nichts zu tuen hatten.

    So ähnlich hätte ich es gemacht, von Punkt zu Punkt, dabei muss man natürlich nicht unbedingt der Original-Leiterbahn "treu" bleiben (ist nur ein grobes Beispiel):

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Ich hoffe Du bekommst es noch einigermaßen repariert.

  • Hm ja, das wäre schlau gewesen.

    Wenn ich den Post von sleen nicht richtig gelesen, hätte (....)

    So hab ichs jetzt gemacht. durchgepiepst hab ichs, scheint zu funktionieren.

    Vielen Dank für die vielen Ratschläge. Beim nächsten Mal mach ichs besser.

  • Wenn ich den Post von sleen nicht richtig gelesen, hätte (....)

    ??? Verstehe ich nicht; ich hab´ geschrieben "Die gerissenen Leiterbahnen kannst Du mit (Lack-) Draht zwischen den Lötpunkten flicken. Direkt an der Bruchstelle würde ich nicht flicken da die Brücken da relativ schnell wieder brechen dürften."

    Sleeπ

  • Er hätte lieber schreiben sollen:

    "Wenn ich den Post von Sleen richtig gelesen hätte, wäre mir viel Arbeit erspart geblieben!"

    Mir war es leider entfallen, daß Du ja schon die richtige Reperatur-Methode gepostet hattest, Sorry, denn dann hätte ich dich einfach zitiert.

  • Wie auch immer! Man soll nicht zu viele Dinge gleichzeitig machen, dann kommt man auch nicht so verwirrt rüber :)

    Herzlichen Dank an alle für die wie immer kompetente Hilfe!

  • O.K., ich dachte ich hätte mich missverständlich ausgedrückt oder Unsinn gepostet
    (was ja durchaus vorkommen könnte :angel )

    Wenn der Kleber hält dürfte die Lösung stabil sein. :zustimm:

    Sleepy

  • @ sleepy : Nein - keineswegs! Lösung ist sehr stabil geworden.

    So. Atari Keyboard geht wieder.

    Jetzt hab ich nur eine merkwürdiges Phänomen.

    Atari zieht nach der Ready-Prompt 800mA.

    Wenn ich die "START" Taste drücke zieht er 3.5 A.

    Start Taste funktioniert aber (Selbsttest).

    Ist das normal? Hört sich irgendwie ungesund an.

    Tasten funktionieren alle, Selbsttest klagt auch nicht.

    Gehört das also so?

    Viele Grüße und danke
    Stephan

  • Soviel Strom bringt das Original Netzteil doch gar nicht, da müsste er ja ausgehen.
    Bist du sicher, daß du richtig misst?

  • Originalnetzteil ist defekt, ich habe ein Labornetzgerät angeschlossen (max. 5A, geregelt 5V).

  • Das ist definitiv nicht normal, die Tasten hängen ja nur an einem IO-Port, und ziehen den auf Masse. Begrenze den Strom sicherheitshalber auf 1,5A und such dann nach einem Kurzschluss irgendwo bei den
    Tasten.

    EDIT: Scheiss Tablet Tastatur :whistling: