ASSY 407er-C64 und das Chameleon

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 1.790 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Februar 2014 um 18:23) ist von Gerrit.

  • Ich habe ein Problem mit dem Chameleon und einem meiner C64.

    Das Chameleon läuft problemlos wie eh und jeh auf meinem Zweitgerät (ASSY 469) sowie auf einem SX64. Aber auf dem Brotkasten mit ASSY 407 läuft es komischerweise nicht mehr.

    Das Chameleon bootet zwar ins Menü. Aber dann ist fertig. Resette ich in den C64 Modus oder versuche ich, über den Filebrowser was zu laden, begrüßt mich ein blauer Bildschirm :sad:

    Was könnte das sein? Ausschließen kann ich ein Problem mit dem Netzteil (habe es mit zwei verschiedenen 128er-Netzteilen versucht). Auch eine U2 oder ein EF3 läuft problemlos.

    Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht?

  • Das klingt wie unsere Testmaschine M3:
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    Die 407er erzeugen ihren Takt mit einer diskreten PLL, die noch dazu recht unsauber designt ist, denn der Zähler wird asyncron resettet. Schon die allerersten Zeitschriften-Tests des C64 haben bemängelt, dass der C64 mehrfach umgetauscht werden musste, bis er ein farbiges Bild dargestellt hat (Byte-magazine war das glaube ich), und trotzdem hat Commodore bis zur übernächsten Platinenrevision nichts dran geändert.

    Wir planen noch einen recht großen Umbruch im Core, mit dem wir die Timing-Granularität auf dem C64-Bus ein wenig verfeinern können: Derzeit läuft die Kommunikation zwischen dem FPGA und dem CPLD mit 50MHz, und es soll langfristig auf 75MHz hoch gehen. Das steht auch auf der Todo-Liste vor Ende der Beta-Phase, und wir erhoffen uns, dass wir auch die "quirky machines" damit in den Griff bekommen.

    Wenn das alles nicht hilft, gibt's halt ein Umbau-Set mit CSG8701-Replacement für die 407er Boards. Macht dann auch gleich das Bild am Video-Ausgang besser :smile:

    Jens

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  • und trotzdem hat Commodore bis zur übernächsten Platinenrevision nichts dran geändert.


    Aus Interesse 'mal gefragt: Ab welcher Revision hat es sich denn dann genau geändert ? Ab der 407er Rev.C (das wäre ja auch zwei Revisionen weiter als 407er Rev.A ;), is' aber wohl nicht gemeint) oder erst ab 466er und dann 469er natürlich ?


  • Die 407er erzeugen ihren Takt mit einer diskreten PLL, die noch dazu recht unsauber designt ist, denn der Zähler wird asyncron resettet.

    Da wird ein Zähler asynchron resettet? Wo genau?

    Ich nehme an, du meinst die Verbindung zwischen Pin 11 und Pin 12 des 74LS193. Laut Datenblatt ist der 74LS193 ein synchroner Zähler und damit erscheint auch das Carry welches den neuen Load triggert synchron zum Takt am Ausgang.


  • Aus Interesse 'mal gefragt: Ab welcher Revision hat es sich denn dann genau geändert ? Ab der 407er Rev.C (das wäre ja auch zwei Revisionen weiter als 407er Rev.A ;), is' aber wohl nicht gemeint) oder erst ab 466er und dann 469er natürlich ?

    Soviel ich weiss wird der Takt ab der ASSY 250425 mit dem MOS8701 erzeugt.

  • Die Die-Shots des 8701 sehen auch nicht nach einer sauberen Schaltung aus... Eher nach einigen Experimenten.

    Ein Grund für sein Entstehen dürfte der 74LS629 gewesen sein. Den gibt/gab es nur von TI und mit denen hatte Commodore zu Taschenrechnerzeiten schonmal Ärger. Man wollte wohl kein Risiko eingehen, daß TI ihnen wieder den Hahn zudreht.

  • der LS629 ist einfach nur teuer gewesen - wenn nicht gar *der* teuerste 74er TTL den ich je gekauft habe. Ich brauchte den mal für eine Reparatur und habe in unserem lokalen Bastel-Laden 14 Mark dafür bezahlt. Im gleichen Laden hat ein 74LS04 1,20 DM gekostet. Wenn man so viel Geld sparen kann, macht man auch mal flott nen eigenen Chip.

    Den async-Reset sehe ich in der Tat an dieser Verbindung, und ich stimme zu, dass der Carry syncron generiert wird. Es ist aber dennoch unsauber, diese Verbindung zu machen, weil der Reset selbst async ist. Dass Commodore sich nicht ganz wohl damit gefühlt hat, siehst Du am Kondensator C83: Ein 33pF Kerko auf einem munter wackelnden Signal - das ist "pfui". Die notwendige Haltezeit für den Reset ist damit nicht garantiert, und jeder halbwegs anständige Entwickler würde dem Praktikanten so eine Konstruktion um die Ohren hauen und ihn hundert mal schreiben lassen "ich benutze keine gemischten async/sync Signale".

    Jens

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  • Die Idee mit dem Kerko war wohl sicherzustellen, daß der Reset lange genug aktiv ist damit er auch passiert. Unschön, aber auch bei der 250407 und der KU steht das Bild ruhig, der erzeugte Jitter kann also nicht so schlimm sein.

    Im Datenblatt zum 74LS629 steht drin, er sei eine verbesserte Version des 74LS124. Hat jemand mal probiert ob man den damit ersetzen kann? Pinout dürfte anders sein.

    Kondensatoren an 'wackelnden' Signalen hats einige im C64. Mir fällt da _CAS und _CASRAM ein, ebenso AEC, zumindest auf den alten Platinen. Alles Hacks, so betrachtet.

  • Die Idee mit dem Kerko war wohl sicherzustellen, daß der Reset lange genug aktiv ist damit er auch passiert. Unschön, aber auch bei der 250407 und der KU steht das Bild ruhig, der erzeugte Jitter kann also nicht so schlimm sein.


    Es geht weniger um Jitter, als um das Problem, dass hin und wieder mal irgendeine Oberwelle erwischt wird, und der Farbträger komplett daneben liegt. Sowas kann natürlich auch mit Alterung der Komponenten zusammenhängen - unsere Testmaschine M3 ist schon lange vor dem Chameleon als "instabil" abgestempelt worden und wurde erst von Tobias wieder in den aktiven Dienst geholt. Ich persönlich habe den als "kaputt" gesehen. Jetzt wo ich die Takterzeugung der alten 64er genauer kenne, würde ich es sogar "broken by design" nennen.

    Im Datenblatt zum 74LS629 steht drin, er sei eine verbesserte Version des 74LS124. Hat jemand mal probiert ob man den damit ersetzen kann? Pinout dürfte anders sein.


    Wenn Du schon einen anderen Oszillator/VCO verwenden möchtest, dann würde ich einen HCMOS nehmen, wie z.B. den 74HC4046/74HC7046, den ich auf meinem 8701-Replacement eingesetzt habe: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. - das Ding ist rock solid, stabil gegen Ripple auf +5V, und der Phasenkomparator wird mit komplett syncron erzeugten Takten gefüttert.

    Kondensatoren an 'wackelnden' Signalen hats einige im C64. Mir fällt da _CAS und _CASRAM ein, ebenso AEC, zumindest auf den alten Platinen. Alles Hacks, so betrachtet.


    Ja, ist bekannt. Leider ist so etwas immer wieder mal erforderlich, wenn man gerade kein Taktsignal hat, das zum richtigen Zeitpunkt eine Flanke liefert. Das bemängele ich ja auch gar nicht, weil es - wenn's mit ausreichend Sicherheitsmarge gemacht ist - sogar elegant sein kann. Mein Kritikpunkt ist vielmehr, dass es an dieser Stelle ohne Not gemacht wurde. Einen 74LS163 gab es sicher 1982 schon, und mit dem kann man das Problem komplett syncron erschlagen, ganz ohne Tricks.

    Jens

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  • Es geht weniger um Jitter, als um das Problem, dass hin und wieder mal irgendeine Oberwelle erwischt wird, und der Farbträger komplett daneben liegt.

    Moment, der Zähler hat mit dem Farbträger gar nichts zu tun. Die 4.43 MHz für den Farbträger erzeugt der VIC aus den direkt vom VCO mit dem Quarz abgegriffenen 17.xx MHz. Die PLL dient nur dazu aus diesem Takt den Pixeltakt und der VIC daraus den CPU-Takt zu erzeugen. Wenn der C64 kein farbiges Bild erzeugt kann das eigentlich nicht an der PLL liegen sondern nur an der Abstimmung des VCO an dem der Quarz hängt.