Atari 1010 restaurieren

Es gibt 65 Antworten in diesem Thema, welches 12.640 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (12. November 2013 um 08:14) ist von tfhh.

  • Das Problem ist, daß durch das Verfahren beim Atari ein Turboloader ohne Modifikation an der Hardware fast unmöglich ist:

    Zitat

    Geräte der Firma Atari verwendeten eine direkte Frequenzumtastung. Statt die Nulldurchgänge des Signals zu erkennen und deren Zeitabstand zu messen, wurden beim Abspielen zwei feststehende Frequenzen, die für die Bitwerte 0 und 1 standen, mittels Bandpass-Filtern aus dem Audiosignal herausgefiltert und in ihrer Amplitude verglichen; das jeweils stärkere Signal bestimmte den von der Atari-Datasette ausgegebenen Logikpegel. Schnell-Lade-Programme ließen sich mit den Atari-Datasetten nicht nutzen, da die meisten Eigenschaften des Aufzeichnungsformats durch die Hardware dieser Geräte unveränderlich vorgegeben waren.

    Man ist also an diese 2 Frequenzen gebunden, und damit lässt es sich nicht schneller machen, als eine Amplitude dauert.

  • Moin,

    Ich frage mich immer wieder nur, wieso für Atari keine Fastloader auf den kommerziellen Kassetten verwendet wurde ...

    Nun, das wurde gemacht - aber nicht so dramatisch, wie in der C64-Welt. Der Hauptgrund liegt im Aufzeichnungsverfahren, hat kbr ja bereits wiedergespiegelt. Der Atari arbeitet bei Tapes mit ca. 600 Baud, man kann dies natürlich auch etwas tunen, aber mehr als 700-800 Baud sind stabil einfach nicht drin ohne Hardware-Modifikationen. Die Engländer waren in den 80er ganz narrisch in Tapes, so daß Firmen wie "English Software" (hat viele hochwertige A8-Titel herausgebracht) durchaus kommerzielle Kassetten verkauft haben, die immerhin gut 1/3 schneller aufgezeichnet waren und auch 1 KByte Blöcke (anstelle 128 Bytes pro Block) hatten. Das brachte bei langen Spielen immerhin 1-2 Minuten weniger Ladezeit.

    In den ehemaligen Ostblock-Staaten entwickelte Turbo-Tape Lösungen schafften bis zu 6000 Baud, wobei das nie stabil lief, soweit ich weiß. Ich hatte mir mal eine Lösung aus Tschechien nachgebaut, die machte in etwa 3000 Baud recht ordentlich. Aber irgendwie ist das dann nicht mehr echt... und man hat keine Ladesounds mehr (geht natürlich auch hinzubasteln, klingt aber grausam).

    Gruß, Jürgen

  • In den ehemaligen Ostblock-Staaten entwickelte Turbo-Tape Lösungen schafften bis zu 6000 Baud, wobei das nie stabil lief, soweit ich weiß.

    Ich habe gut 1 1/2 Jahre mit Turbotape gearbeitet:
    1. HW in die Datasette
    2. Modul mit Startprogramm in den XE (Turbolader/Caoslader)
    3. Tape voller Programme, ich spreche so von 20..30 pro Seite

    Für mich war die Installation ein Meilensprung! Die Ladezeit verkürzte sich auf 1/10, das langweilige Döööööööö, Döööööö wurde zu einem feurigen Kreischen und das ganze lief sau stabil, ja TFFH ;>))

    Durch den Counter konnte man auch Zielgenau jedes Programm auf der Kassette ansteuern.
    Die Kopieorgien an der Magdeburger TH in HS5 waren zu DDR-Zeiten für mich und meinen Freund ein muß. Ohne Turbo war man da schon ein Außenseiter, wer hatte zu DDR-Zeiten schon ein 1050. An Software gab es alles .... das anderte sich dann mit der Wende ....

    Da ich selbst ein paar Module gebaut und bei Freunden in die Datasette eingebaut hatte, kenne ich die Hardware nach ca.25 Jahren immer noch. Leider ist es mir bis heute nicht gelungen, ein Datasettenmodul, wie ich es verbaut hatte, wiederzubeschaffen.
    Das besondere war: Verbauen eines IC A302 und nur das verdrahten im SIO Stecker, um die Töne (das Kreischen :>)) hörbar zu machen. Also kein extra Kabel von Datasette zum SIO-Stecker. Wer da noch Infos hat, immer her damit ...

    Aber das hatte ich hier im Forum schon alles Kundgetan ....
    Man blubbert mal wieder. :>)

  • Ich meine es gab vor kurzem sogar eine 1010 mit Speeder in der Bucht....

    <--- Das da ist eine Hälfte meines Ichs
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  • Moin,

    Falls einer heute wirklich noch Lust darauf bekommt ...

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    Also selbst als Verhandlungsbasis ist das zu teuer - soviel ist ein Standard XE in der Ausstattung nicht wert, vorallendingen nicht in dem Zustand. Ich wäre zudem vorsichtig ob dieses Hinweises aus dem Angebot: "Bei meiner Prüfung konnte ich keine Fehlfunktionen feststellen, nur die rote Powerleuchte am Atari 130 XE hat den Geist aufgegeben."

    Also, das ist eine stinknormale 3mm LED... ja, es kommt vor, daß LEDs auch mal kaputt gehen, aber es ist EXTREM selten. Bei allen Atari XE ist hier eher wahrscheinlich ein Ausfall der Tastatur. Die XE Serien haben extrem billig gebaute Tastaturen, die keine echten Platinen mehr haben, sondern nur sogenannte mylar-Folien. Das ist eine 90g/m2 Plastikfolie, auf der die Leiterbahnen nur aufgedampft werden - leider ohne Korrosionsschutz. Hat so ein XE erstmal eine Zeit im dunklen (und tendentiell eher feuchten) Keller gestanden, ist nahezu mit Sicherheit davon auszugehen, daß ein paar Tasten bis die ganze Tastatur nicht mehr funktioniert. Öffnet man so eine Tastatur, kann man die Spuren der Zeit dann deutlich sehen.

    Wer mag und Zeit hat, kann nun mit Silberleitlack alle Leiterbahnen entsprechend nachzeichnen, vorher die Folie reinigen und die Leiterbahnen mit einem weichen Radiergummi abreiben...

    Für einen "Wiedereinsteiger" rate ich daher auf jeden Fall zu einem XL Modell. Da gibt es auch ein paar mit solchen Tastataren, diese sind aber qualitativ hochwertiger und leichter zu fixen. Und der Großteil der XL Modelle hat noch eine richtige Tastatur mit einzelnen Tasten...

    Gruß, Jürgen