Ja, ich habe den Prozessor schon vor längerem dort gesehen und wie es meine bereitwillige Pflicht ist bestaunt
Daher kam mir dein Nickname auch bekannt vor.....
(Das Die kommt mir übrigens deutlich anders vor als das vom 6502, was aber vielleicht am Unterschied Farbe (6502 auf Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.) vs. schwarzweiß liegen kann.)
Bis heute scheint niemand einen 8501-Prozessorersatz real (und nachbaubar) gebaut zu haben; auch ich nicht.
Von Ruud Baltissen gibt es ja ein Referenzdesign, das er aber anscheinend zurückgezogen hat (existiert nur auf der ominösen Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. Seite) bzw. er steht nicht dahinter und präferiert den Neubau eines 6502-basierten Rechners (homebrew), was für mich angesichts der erforderlichen Teilezahl auch verstehbar wäre: denn der Rayzor-Prototyp zum ursprünglichen C116 besaß nur 9 Chips; die "Seele" dieser Computerreihe ist also der sehr kompakte Einsatz von Bauelementen. Nun hat aber der Entwurf von Ruud allein schon 9 Bauteile "mehr" auf dem Tochterboard, und es ist allein von der Bauhöhe her illusorisch, so ein Board, nur um die ganzen verschrobenen Besonderheiten des 8501 abzudecken (datenRICHTUNGSport ...) im beengten C116 oder auch Plus/4 unterzubringen. Also von der Bauelementezahl her und weil man im Fall des 6502 auch noch die Mehrzahl aller Pins nicht direkt durchverbinden kann (24 Pins Adress- und Daten-) sondern irgendwie "Behandeln" muss, sprich , durch Buspuffer und Latches durchleiten, verlöten und verbinden, steht das in keinem sehr günstigen bzw. gesunden Verhältnis zur Komplexität des übrigen Rechners.
Als Haupthindernis sehe ich freilich den R/W-Pin in Verbindung mit Gate-In an.
Obwohl hierzu schon einiges erforscht wurde, bleibt eine Rest-Unsicherheit. Mir z.b. erscheint das Verhalten im Zusammenspiel mit MUX wie du es an anderer Stelle mit Oszilloskop-Bildern gezeigt hast (R/W versus MUX) nur schlüssig, solange der Prozessor mit ~1 Mhz läuft und solange man den Speichertakt (Speicherbandbreite) als immer konstant ~ 2 Mhz annimmt. Bei jeder steigenden Flanke wird eine Zustandsänderung von R/W übernommen und der Zyklus sieht OK aus. Rennt der Prozessor doppelt schnell UND bleibt das Korsett des Speichertakts incl. MUX unverändert, stehen plötzlich zuwenig "Schaltflanken" zur Verfügung, um die R/W-Rücknahme im selben Zyklus "durchzuschalten".
Wenn der TED aussen vor bleibt und der Prozessor mit doppeltem Takt rennt, hieße das ja, dass R/W nach einem SChreibzyklus erst mitten (oder sogar erst am Ende) im folgenden (Lese-)Takt zurückgenommen wird.
Du hattest ja seinerzeit vermutet, das Write-Gate bewirke, dass der R/W-Puls immer gleich lang sei. Wenn die steigende Flanke von MUX schon vor dem Beginn des "internen ursprünglichen " R/W stattfindet, käme gated R/W jedoch ständig mind. einen halben Prozessortakt zu spät gültig nach draussen.
Lösbar sehe ich das Dilemma entweder dadurch, dass die Speicherbandbreite mitsamt dem Prozessortakt (wenn dieser auf 2 Mhz geschaltet wird während TED-retrace) zeitweilig verdoppelt wird auf 4 Mhz, oder andere Umstände bestehen. Jedenfalls muss die Anzahl der Zustandswechsel auf R/W im richtigen Verhältnis zum Prozessortakt stehen. Das erscheint nicht gegeben, solange flankengetriggert wird.
(Annahme bei alldem ist dass das Gate nicht ein Latch im engeren Sinn ist, sondern ein D-Flipflop, wie es Bil Herd nach eigener Aussage im Prototyp auch verwendet hat: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. )
Und nun als weiteres Hindernis bei so einem Projekt sehe ich eine gewisse Besorgnis (bei mir), beim mit dem Ersatzprozessor dieden Ausgangstreiber des R/W - Signals am TED zu ruinieren.
Weil ja - ganz untypisch für NMOS und HMOS und auch untypisch für Commodore - der TED eine einseitige PUSH-Stufe an R/W besitzt. Das heisst, wenn die angedachte Tochterplatine / 8501 Ersatzschaltung nicht von Anfang an perfekt ist, besteht ein hohes Risiko, dass wenn die Ersatzschaltung zur Unzeit LOW auf R/W legt, ein Kurzschluss auf R/W entsteht, auf den der TED treibt mit allem was er hat. Mit der Folge, dass man zwar einen 8501 - Ersatz "experimentell getestet" hat, aber den TED geschrottet, und der ist ja genauso selten.
Nur so ein paar Gedanken von mir, hoffe ich habe mich einigermaßen verstehbar ausgedrückt..
viele Grüße
St.
Dies, glaube ich, ist einer der Hauptgründe, warum es so eine Ersatzplatine noch nicht gibt. Lasse mich aber gern eines besseren belehren.
EDIT: hab gesehen, Ruud behandelt R/W genau wie eine Adreßleitung. Gate In wird in seiner Schaltung überhaupt nicht berücksichtigt. Nicolas Welte schrieb auf der Cbm-Mailingliste auch schon vor Jahren, der Rechner liefe zur Not "auch ohne Gate In" prächtig. Wie er das genau verdrahtet hat, blieb aber im dunkeln (offen? Pull-up? Pull-down?)