Thema Soundkarten:
Alle Soundkarten nach der SB Pro von Creative haben einen Hardwarebug im Pro/Original-Emulationsmodus der Wiedergabe nur in Mono erlaubt. Auch haben bis auf wenige ausnahmen die meisten kein originales OPL3 und das klingt schon anders in den meisten Klassikern. In meiner ganz persönlichen Meinung schneidet auch hier besonders die AWE32 schlecht ab, weil sie einfach eine relativ rauschige Karte ist. (Man muss bedenken das bei SB-Pro-Modus die Samples in den Spielen normal 8 bit/11 kHz sind) Könnte man vielleicht umgehen wenn man den SPDIF-Header benutzt der auf diesen Karten bei vielen Versionen sitzt, das habe ich nicht getestet. Empfehlenswerter für FM finde Ich hier Soundkarten mit Yamaha YMF71x (OPL3-SAx) Chipsatz. Technisch kann dieser Chip 16 bit/48 kHz samples maximal. Emuliert Soundblaster Pro korrekt, und ist auch AdLib und WSS kompatibel. (womit man dann 16 bit Samples hat in Spielen die WSS unterstützen. Meine Erfahrung ist das DOS-Spiele die den SB16 Standard unterstützen auch immer WSS unterstützen) Auch hat dieser Chip im Gegensatz zu (fast) allen Soundblaster-Karten (bis zur AWE64 Gold) nicht den hanging note bug mit MIDI. (Welcher verursacht das Midi-Noten manchmal "hängen bleiben" wenn der Soundblaster gleichzeitig digitale Soundeffekte und General Midi via Daughterboard oder externem Gerät machen soll, dieser Bug existiert auf den größten Teil der Karten und ist nur in speziellen Chipsatz-Revisionen gefixt, Creative hat offiziell nie zugegeben das er existiert) Den YMF71x gibt es auf Soundkarten von diversen Herstellern und ist dem Soundblaster 16 m. E. weit überlegen. Auch kommt er manchmal mit General Midi Daughterboard von Yamaha oder mit betreffenden Chip fest auf der Karte intigriert. Da ist zwar nur ein 1 MB Sample-ROM drin, dieser ist aber voll General Midi kompatibel und klingt m.E. recht gut. Die Dinger kriegt man bei eBay hinterher geschmissen, ich hab für meine 8 Euro bezahlt. Noch Original verschweißt in der Verpackung.
Die AWE32 hat den einzigen Vorteil das man hier je nach Version für Midi Soundbänke in den Speicher laden kann. die AWE64(Gold) kann das auch, nur hier war Creative nicht mehr zufrieden mit Leuten, die da billigen SIMM Speicher wie noch auf der AWE32 verwenden und haben da mal eben ein proprietäres Speicherinterface drangenudelt wo die Speichermodule heute so gut wie unmöglich zu finden sind. Somit ist man bei der AWE64 Gold auf 4 MB onboard Sample-RAM beschränkt. Dieser ist aber aus Kostenersparnisgründen in der Hardware nicht (!) General Midi kompatibel unter DOS, man muss da erst die Samples via AWEUTIL reinladen, was ein TSR-Programm ist um das General Midi-Interface anzubieten. Es verlangsamt den Computer und ist ein Speicherfresser, doch noch viel schlimmer: Es ist auch sehr inkompatibel. AWEUTIL funktioniert nur im Real Mode, aber nicht im Protected Mode, das heißt die Midi Emulation fällt bei allen spielen mit Sachen wie dem DOS/4GW Extender flach. Manche Spielentwickler haben da Spezielle AWE Treiber nachgereicht um das auf per-Spiel Basis anzubieten, aber das ist so eine Sache die je nach Mondphase funktioniert und meist den Computer einfach nur einfrieren lässt. Komplett unbrauchbar. AWEUTIL Unterstützt auch nur .sbk und keine .sf2 Soundfonts. Fairerweise muss aber gesagt werden das es sehr gut klingt wenn es funktioniert, MT-32 und General Midi Emu ist ziemlich authentisch. Unter Windows fallen alle diese Probleme weg da unter Windows die Karte einfach nur zu einem weiteren Midi Gerät wird und hier kann man auch mit den richtigen Tools .sf2 Soundfonts in den Speicher der Karte laden. Eine recht empfehlenswerte Kombi um günstig in den Genuss von einer Vielfalt an großen Soundbänken zu kommen, für DOS jedoch leider mehr oder weniger komplett unbrauchbar. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit für Spiele die die AWE direkt unterstützen eigene Samples in den Speicher der Karte zu laden, aber ich kenne kein einziges Spiel was das macht und so greifen die Protected Mode Spiele die die AWE32 direkt unterstützen auf den recht häßlich klingenden 1 MB internen Sample ROM zu.
Auf der anderen Seite gibt es eine Handvoll Soundkarten die auch Samples in RAM unterstützen aber im Gegensatz zu den AWE-Karten auch in DOS voll kompatibel sind. Da ist man dann sehr flexibel was die Wahl des Midi-Gedüdels betrifft und kann sich Teils richtig dicke Bänke in den Speicher laden und ist dafür nicht auf Windows angewiesen. Diese Karten gibt es meist oft auch billig und auch sie, wie sollte es anders sein, emulieren das Standard SBPro getüdel je nach Chipsatz meist akkurater als die SB-Karten selbst. auch lässt sich meist noch obendrauf ein MIDI-Daughterboard oder externes Gerät anschließen und man hat dann eine sogar noch größere Auswahl.
Soundblaster war halt damals der Standard, aber das heißt wirklich nicht das Soundblaster-Karten die besten sind. Es lohnt sich hier durchaus mit etwas unbekannteren Karten zu experimentieren, oft ist die Kompatibilität gut und das Featureset besser.
Zu Retro-PCs:
Naja, das ist Geschmackssache. Für mich wäre so ein 1 Ghz Computer eher unpassend. Aber: Trotzdem eine schöne Kiste und jeder eben, wie er es mag. Ich persönlich bastle (bis auf ein paar Ausnahmen) eben auch gerne die Computer so zusammen, wie sie im Zeitraum gewesen wären. Ich habe im Amiga auf einer Industriekarte einen Cyrix 5x86 sitzen welcher ein sehr beeindruckender und flexibler Prozessor ist der so ein Zwischending zwischen 486er und Pentium ist und sich schwer einordnen lässt. Auf 100 Mhz getaktet und getuned mit speziellen Features wie Branch Prediction (die man via Tool aktivieren muss) ist er eine ganze ecke schneller als der 5x86 von AMD auf 133 Mhz getaktet und man kann damit sogar Titel spielen, die eigentlich eher für Pentiums vorgesehen waren. Daggerfall z.B. läuft auf dem Ding komplett flüssig. Man kann aber vom Cyrix auch den Multiplikator via Software setzen, sogar auf 1x. Damit läuft er dann in der Standardkonfiguration auf 33 Mhz und wenn man da dazu noch den internen Cache abschaltet und andere Handgriffe macht gehen da sogar gaaaanz alte DOS-Titel drauf. (Mein Test ist hier immer B.A.T. II was auf jedem schnelleren 486er sofort beim Start abschmiert) Hier muss man etwas mit den Features jonglieren da der Cyrix eine merkbar schnelle FPU hat die auch durch das verlangsamen im Vergleich zu den intel 486er FPUs immer noch recht zackig ist. Der größte Bottleneck in dem System ist eigentlich die ISA-Grafikarte aber das meiste was ich da Spielen will geht gut. Außerdem gibt es Coolheitspunkte dafür das ich so Tetris mit den Karten gespielt habe das ich durch die ganze Bastelei nur einen einzigen Zorro-Slot auf Amigaseite verliere.
Über eine VarIO und intern verbundene Parallel-Schnittstellen kann ich auch von der Amigaseite auf die DOS-Partionen wie auf interne Laufwerke im AmigaOS zurückgreifen und das ganze ist auch sehr schnell, ich muss da mal Tempomessungen machen.
Für alles andere habe ich einen späten Pentium MMX mit 233 Mhz und den entsprechenden PCI-Grafikgedöns. Da geht dann alles was auf einem 486er selbst mit VLB- oder PCI-Grafikkarte eh nicht mehr zumutbar wäre. Windows freut sich hier über die 128 MB RAM. Die beiden Systeme decken die 90er eigentlich voll ab.