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ACHTUNG!! AMIGA 1000 Netzteile mit blühenden Elkos!!

  • Hallo allerseits,


    nachdem ich Dank eines Umzugs endlich Platz für meine Commodore Geräte habe, bin ich gerade dabei eine komplette bebilderte Inventur zu erstellen. Da die meisten Geräte nur gelagert werden, habe ich mich entschlossen bei JEDEM Gerät alle Elkos auszutauschen, egal ob nötig oder nicht...wer weiß, wie die in den nächsten Jahren ausschauen...
    Egal, genug gelabert, ich habe mittlerweile bei dem vierten Amiga 1000 einen blühenden Elko im Netzteil, nämlich der 470µF an der wärmsten Stelle zwischen den zwei Kühlblechen, gefunden...ist der einzige mit diesem Wert...siehe Foto.
    Wenn jemand mehr Elko-Tausch-Fotos braucht oder ne Stückliste oder Tips hat, was ich noch gleich tauschen sollte, einfach hier posten, danke und Grüße


    Mirco

  • Macht es überhaupt Sinn bei den niedrigen Anschaffungspreisen von diesen Elkos überhaupt andere zu verbauen?
    Ich bin ja bestimmt kein Profi in Sachen passiver oder aktiver Bauteile, aber ich habe mich einfach an der Betriebsstundenhaltbarkeit und Voltzahl bei meinen Einkauf orientiert und verbaue eigentlich nur solche mit "bis zu 10000 Stunden" und mindestens einer Stufe höheren Betriebsspannung als die der original verbauten Kondensatoren.
    Aus Platzgründen gehen meistens sogar noch zwei oder drei Stufen einer höheren Betriebsspannung, da die neuen Elkos wesentlich kleiner gebaut sind.


    DrZarkov: Ich tausche jetzt bei allen meinen Geräten die Elkos, da ich von diesen eh gerade eine komplette bebilderte Inventur erstelle und ich diese beruhigt einlagern möchte. Denn wenn ich z.B. in 10 Jahren ein Gerät aufgrund eines ausgelaufenes Elkos "verliere", beisse ich mir mit Sicherheit irgendwie in den Hintern und setze die Fahne aufgrund meiner damaligen Wechselfaulheit auf Halbmast... ;)


    Gibt es eigentlich irgendwo eine Art Tabelle über die Haltbarkeit von Elkos in Abhängigkeit von den jeweiligen Herstellern. Ich meine damit kein Datenblatt, sondern eine aus der Praxis erstellten Tabelle, welche von fleissigen "Tauschern" erstellt wurde... :whistling:

  • Laut Wikipedia sind Elkos (die billigen und damit Minderwertigen Bauelemente) für maximal 2 Jahre ausgelegt, und man sollte alle 4 Wochen jedes Gerät (mit Elkos) für einige Stunden laufen lassen, da nach langer Lagerung beim Einschalten sowas wie eine zu starke Spannnungsspitze entsteht, das die Elkos Platzen lassen könnte, vor allem in der nähe des Netzteiles.


    Leider finde ich den Link im Wikipedia nicht mehr.

  • Die Haltbarkeit von heute eingebauten Kondensatoren kann niemand vorhersagen. Ich denke da an die Firma "Wimo", die vollkommen zurecht für gute Qualität bekannt ist. Dennoch hatten die eine schlechte Phase in den 1950ern, wo ganze Serien kaum die Garantiezeit überlebt hatten. Was ähnliches gab es Anfang der 1990er, wo die kleinen "Tönnchen" auf den Motherboards (nicht Wimo, sondern China) reihenweise nach kurzer Zeit den Geist aufgaben. Markenhersteller hin oder her. Da war irgendeine Änderung in der Bauweise oder im Elektrolyt ausprobiert worden, die sich im Nachhinein als Scheiße rausgestellt hat.

  • Hmmm, irgendwie nimmt das jetzt so nen bischen meine Motivation...


    Ich kann unmöglich Geräte mit Elkos alle 4 Wochen laufen lassen, allein meine Commodore Geräte (momentan geschätzte 70-80 Stück) würden mich ja fast in Vollzeit beschäftigen...macht da die Anschaffung eines Trenn- und Regeltrafos Sinn? Damit kann man doch den Einschaltstrom begrenzen und einen "sanften" Start erzeugen, oder?



    Gerrit: Stimmt, das waren echte goldene Zeiten...damals...ein Mainboardtausch nach dem anderen...schwelg.. ^^ . Ich habe bei Reichelt die Panasonic mit bis zu 10000h gekauft, die sollten doch alle Kriterien mehr als erfüllen,oder?


    Was würdet ihr empfehlen, wenn ihr eure Commodore Geräte für die nächsten Jahre einlagern wolltet (natürlich sind die Standarts immer aufgebaut und betriebsbereit...)? Tauschen oder nicht...? Also ich habe ehrlich gesagt bis auf die A1000 Netzteile und die 1.Generation der VC20 keine sichtbaren Elkoschäden ausmachen können.

  • Musst du das Datenblatt zum Elko lesen...


    Die Elkos in den alten Geräten sind harmlos, da sind keine Schaltregler drin und bis auf zwei Ausnahmen hatte ich noch keine Probleme.


    Ausnahme 1: C90 auf den alten Platinen (bis 250466) verlor Kapazität. Damit bekam der VIC keine +12V mehr und lief nicht.


    Ausnahme 2: C107 und C108 auf der KU-Platine laufen aus, sollte man wechseln.


    Als Ersatz einbauen kann man dort was von der Kapazität und Spannung her passt.


    Die Geräte trocken und kühl kagern, dann passt das schon.

  • Danke für die Beruhigung!
    Ohne mich jetzt gleich zu steinigen...in welchem Gerät steckt die "KU-Platine"?


    Dabei fällt mir ein, das auf zwei meiner UR-1541 (weisses Gehäuse) mit laaanger Platine der 6800er Elko auch Grünspan am Pol hatte...


    scheinen wohl ne ordentliche Betreibsstundenzahl zu haben, denn auf den gleichalten 2031er Floppies von 1981 waren keine optischen Auffälligkeiten auszumachen, außer dass bei den 1981er Geräten die Abweichung der Elko Werte deutlich über 25% lag...

  • Achja, ich hatte schon kaputte Elkos, Kerkos und Tantals. Wenn ein Tantal sich verabschiedet, ist das fatal. Der kann die halbe Platine mit wegbrennen (meine Bude war auch 8 Wochen durch den Geruch verseucht). Kerko ist harmlos, der erzeugt nur einen Kurzschluss. Und beim Elko ist der austretende Elektrolyt meist das grösste Problem. Ärgerlich, weil man es meist zu spät bemerkt und der Schaden dann schon gross ist.

    Zuletzt repariert:
    21.2. Logitech M570 Microschalter ausgetauscht - geplante Obsoleszenz durch Billigtaster?
    19.11. Toshiba 3,5" Floppy defekter Elko durch Kerko getauscht auf Motorplatine
    27.11. 1541B Dauerlauf, Elko im Resetschaltkreis defekt, nicht der 7406 wie zuerst verdächtigt!

  • Danke für die Beruhigung!
    Ohne mich jetzt gleich zu steinigen...in welchem Gerät steckt die "KU-Platine"?


    Alte C64, ist die Platine VOR der 250407.


    Quote


    scheinen wohl ne ordentliche Betreibsstundenzahl zu haben, denn auf den gleichalten 2031er Floppies von 1981 waren keine optischen Auffälligkeiten auszumachen, außer dass bei den 1981er Geräten die Abweichung der Elko Werte deutlich über 25% lag...


    Das ist bei Elkos normal. Selbst neue Elkos können schon Toleranzen von mehr als 20% haben.

  • Also Elkos tauschen nur um diese dann einzulagern würde ich nicht (wobei ich ansonsten ein Befürworter von prophylaktischen Elkoerneuerungen bin -- aber das ist ein anderes Thema und eine Diskussion darüber kann das ganze Forum seitenlang beschäftigen ;-)


    Was ich bei Amiga-Hardware aber machen würde vor dem Einlagern wäre sicherzustellen, dass alle Akkus und Batterie entfernt sind (und um Himmels Willen vorm Einlagern keine Neuen einsetzen) und wenn es sich um SMD-Amigas handelt (A600, A1200, A4000, A4000T, cd32) würde ich dort die Elkos entfernen, weil die in der Tat auslaufen und Schäden verursachen. Wenn die Geräte dann eines Tages wieder in Betrieb genommen werden sollen müssen natürlich vorher wieder neue eingesetzt werden. Für den Fall würde ich dann eine Teileliste ins Gehäuse legen und den Stromanschluss mit einem entsprechenden Hinweis versiegeln -- aber eigentlich lagere ich keine Geräte ein ;-)

  • Die Haltbarkeit ist sekundär.


    Was du brauchst sind Elkos für Schaltnetzteile (niedriger ESR). Wenn du da die falschen verbaust geht die Haltbarkeit deutlich in den Keller.


    Achtung.


    Laut Botfixer aus a1k sollte man bei alten Netzteile eben keine ESR Elkos benutzen da es die damals nicht gab, daher nicht verwendet wurden und das Netzteil in Hinblick darauf anders konstruiert wurde. Beim Einbau von ESR Elkos kann das dazu führen das das Netzteil nicht anschwingt, WENN es funktioniert weis ich allerdings nicht ob es negative Langzeiteffekte hätte.


    Ich würde normale 105° oder 125° Elkos nehmen.


    TP

  • Die Lebensdauer hängt natürlich vom Kondensator bzw. seiner Qualität und auch Spezifikation ab. Aber die Spezifikation ist ja nur das, war der Hersteller garantiert. Im Normalfall leben die länger. Die für kürzere Zeiten spezifiziert sind, leben unter Umständen genauso lang, es wir nur nicht garantiert.
    Auch sagt die garantierte Lebensdauer nicht allzuviel aus, denn real spielt die wirkliche Belastung, die der Kondensator sieht eine sehr starke Rolle. Und die ist in der Regel unbekannt. Naja, der Schaltungsentwickler von damals kannte sie vielleicht.


    Da auch neue kondensatoren relativ schnell defekt werden können, ist ein vorsorgliches Tauschen von iontakten Kondensatoren nicht sinnvoll. Wie oben schon geschrieben wurde, können die viele Jahrzehnte laufen, ohne Probleme zu zeigen. Das ist nämlich der Fall, wenn die Produktion auf hohem Qualitätsnievau lag und die reale Belastung weit weg von dem ist, was der Kondensator real verträgt. Beides Komponenten, die man in der Regel nicht kennt.
    Am besten ist die regelmäßige Kontrolle, ob einem etwas auffällt und besonders vor der Inbetriebnahme, wenn das Gerät längere Zeit unbenutzt war.