Bogogil
Du sagst ja das du mehr oder weniger autodidaktisch angegangen bist, ganz ähnlich mache ich es jetzt momentan auch. Datenblätter verraten einem häufig, was man wissen muss um irgendwas zu basteln, aber für Platinenentwurf (Leiterbahndicke, Layout etc.) lässt sich eher selten Information finden, neben irgendwas was irgendwer in irgendeinem Forum mal gesagt hat. Hast du da irgendeine Lektüre oder zumindest "Richtlinien" die du auf dein Projekt angewendet hast? Ich weiß das vieles in dem Bereich in dem bei deinem Computer gekocht wird eher unkritisch ist, aber ich würde mich trotzdem freuen wenn du ein paar Worte dazu sagen könntest. ![]()
Selbstbau 68k Rechner
-
Bogogil -
7. Juni 2012 um 13:40 -
Erledigt
Es gibt 386 Antworten in diesem Thema, welches 100.302 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (
-
-
Also so unkritisch ist das Layout beim Kiwi nicht, wie es scheinen mag. Es ist nicht nur die Taktfrequenz von Interesse. Und selbst die liegt in Teilen höher, als der reine CPU Takt von 10MHz. Der CPLD wird z.B. mit 40MHz. Wie auch imer, was die Takte betrifft, sind mehr die Flanken (Anstiegszeiten) von Interesse, und weniger die eigentliche Frequenz. Als nächstes ist da noch die Energieversorgung. Es sind einige ICs über teilweise lange Wege zu versorgen. Man handelt sich schnell Spannungsabfälle und Masseverschiebungen ein und muss versuchen, das möglichst zu vermeiden.
Viel zu dem Thema gibt es leider wirklich nicht schriftlich. Das Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. fand ich allerdings sehr hilfreich.
Ansonsten hab ich viel aus vorherigen Projekten gelernt, wo ich oben geschilderte Probleme hatte. Siehe auch meine Schilderung des Problems mit den senkrechten Streifen im Bild (weiter oben im Thread). Um einem Problem auf die Schliche zu kommen, ist dann ein Oszi hilfreich.Bogo
-
Das PDF war schon mal sehr hilfreich, Danke. Ein Oszi habe ich momentan auch schon im Auge, obwohl ich da auch noch Neuling bin aber irgendwo muss man halt anfangen. Ich warte momentan auf meine erste selbstgestrickte Platine (kein Computer, viel simpler) und bin sehr gespannt was bei rum kommt.

-
Was für eine Gehäuse-Bauform hat der V9990?
-
Wie meinst du das? Die Bauform sieht man auf den Fotos doch ganz gut. Schau mal Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.. Im Symbol ist auch ein Footprint referenziert.
Bogo
Edit: Link hinzugefügt.
-
QFP128? Wie groß ist der Pin-Abstand?
Wenn ich das Manual richtig gelesn habe, wird die Bauform nicht erwähnt.
(glaube, muss das Teil doch mal ausdrucken...)
Ach so, wenn das Symbol ein Footprint hat, ist die Frage beantwortet... -
Der VDP hat einen 0,8mm Pitch. Im Datenblatt steht das tatsächlich nicht, aber ausdrucken ist trotzdem eine gute Wahl.

Magst du solche Detailfragen nicht lieber im Kiwi Forum stellen? Da findest du (im internen Bereich) noch mehr Informationen. Hier würde ich ganz gerne weiterhin nur Ergebnisse dokumentieren, damit es noch einigermaßen übersichtlich bleibt.Bogo
-
Guten Abend,

nachdem ich durch die Anmerkungen von Dunkelwind letzte Woche wieder über ein Betriebssystem nachgedacht hatte, hab ich das Wochenende genutzt und mich erneut mit EmuTOS beschäftigt. Zum Glück ist es recht sauber aufgebaut und somit hab ich gestern und heute neue Ein- und Ausgabe Routinen geschrieben, einen 200Hz Interrupt hinzugefügt und den IDE Treiber angepasst.
Herausgekommen ist dabei ein lauffähiges EmuTOS. Es startet allerdings nur die EmuCON2 und (noch) kein GEM. Immerhin lassen sich damit schon einige Atari ST Programme ausführen. Naja, es sollten zumindest saubere (nur TOS Routinen) Konsolenanwendungen sein. Im Beispielvideo starte ich eine andere Shell, welche ich auf einem FTP Server gefunden habe und packe innerhalb der Shell ein Archiv aus. Diese Programme sind unveränderte Atari ST Programme...
Bogo
Bitte melde dich an, um dieses Medienelement zu sehen.
-
Also was Du da alles veranstaltet und verschraubbastelt hast.
Mein lieber Scholli. Das verdient allerhöchste Anerkennung und Respekt. Ich glaube, da könnte ich Jahrhunderte drüber brüten und würde nicht darauf kommen.
Ich find es richtig klasse. Meine Bewunderung hast Du auf jeden Fall.
-
Hi Bogogil,
kannst du mal bitte grob beschreiben, wie du das EmuTOS an deinen Rechner
angepasst hast?Ich habe sogut wie keine Kenntnisse vom TOS bzw. vom Atari-BIOS. Hast
du nur einige BIOS-Routinen anpassen müssen oder steckt da mehr Arbeit
drin?Gruss
-
Hallo Jotta,
ganz grob habe ich in ./include/config.h defines für meine Architektur hinzugefügt und im Makefile eine bestehende Architektur kopiert und angepaßt. Also, z.B. eingestellt wo das Image im Speicher liegen soll.
Die nächsten Änderungen sind alle im Unterverzeichnis ./bios/. Hier habe ich Routinen geschrieben, welche die Hardware initialisieren (Timer, Video), Zugriff auf den IDE Port bieten und Zeichen ausgeben bzw einlesen. In den entsprechenden Dateien (./bios/serport.c, ./bios/kprint.c, ./bios/aciavecs.S, ./bios/ide.c) sind meine Routinen dann eingehängt. Wenn nun EmuTOS ohne AES und mit serieller Konsole gebaut wird, greift es für die Ein- und Ausgabe auf die eignen Routinen zurück.
Ohne AES startet EmuTOS nicht das GEM sondern die EmuCON2. Eine einfache, eingebaute Shell. Von hier lassen sich weitere Konsolen Programme starten (inklusive einer besseren Shell).
Möchte man auch das GEM nutzen, ist weit mehr an Anpassung notwendig. Im Grunde muss man das AES an die eigene Hardware anpassen. Für den Amiga hat das mal jemand gemacht. Allerdings war es auch nur deshalb relativ einfach möglich, weil der Amiga 640x400 Punkte darstellen kann und somit die EmuTOS Routinen weitestgehend 1:1 übernommen werden konnten. Bei einer anderen Auflösung wird es schon schwieriger.Bogo
-
mich als großer Amiga-Fan würde interessieren, ob man das auch mit Kickstart machen konnte... Dann würdest Du quasi einen neuen Klassik-Amiga gebaut haben
... (ok, fehlt noch einiges
) -
Die stärke des Amigas ist der custom-chipset, nicht die 68k CPU, also fehlt da eigentlich alles.

-
mich als großer Amiga-Fan würde interessieren, ob man das auch mit Kickstart machen konnte... Dann würdest Du quasi einen neuen Klassik-Amiga gebaut haben
... (ok, fehlt noch einiges
)
Kann man, google mal nach gba1000. -
Hi,
ja, evtl könnte man das auch mit Kickstart machen. Wichtig ist, dass die OS Libraries funktionieren - je mehr, umso besser. Bei reinen CLI/EXEC Anwendungen könnte das sogar evtl relativ schnell umgesetzt werden. Wenn es um Grafik/INTUITION geht, ist der Aufwand schon wesentlich größer. Auch wenn der Kiwi einen Blitter hat, ist die Grafikprogrammierung völlig unterschiedlich und die Formate ebenfalls. Und am Ende fliegt einem alles um die Ohren, was am Betriebssystem vorbei programmiert ist. Letzteres ist bei EmuTOS aber ebenso der Fall.
Um es auf den Punkt zu bringen: Klar könnte man das AmigaOS irgendwie portieren, aber es wäre weit davon entfernt, ein neuer Klassik-Amiga zu sein und weit jenseits der gewünschten Kompatibilität. Von der Geschwindigkeit mit der MC68008 ganz zu schweigen...
Bogo
-
Hi,
das Basteln geht weiter. Seit einer Woche rödelt der Autorouter am neuen Layout rum. Kommendes Wochenende werde ich dann wohl das Ergebnis mal begutachten. Dann entscheidet sich, ob ich das Ergebnis weiter verarbeiten (Masseflächen, Positionsdruck, Gerber Daten, ...) kann oder nochmal einen Schritt zurück gehen muss.
Auf Seiten der Software hab ich in den letzten Tagen Maus Routinen programmiert - sowohl für den AVR als auch den 68k. Maus Daten werden als Pakete über dieselbe Verbindung zwischen 68k und AVR wie die Datenpakete der Tastatur gesendet. Als Protokoll zur Unterscheidung dient ein Magic Byte. Empängt der 68k dieses Magic Byte vom AVR, so weiß er, dass nun ein Datenpaket der Maus folgt und behandelt dieses entsprechend. Als erste Anwendung habe ich dazu ein kleines Malprogramm geschrieben mit jeweils einer Funktion auf den drei Maustasten: Links=Punkt Malen, Mitte=Bildschirm löschen, Rechts=Punkt löschen. Zu mehr hat der Sonntag Nachmittag nicht mehr gereicht.

Heute mal nur ein Bildschirmfoto...Bogo
Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.
-
Hallo zusammen,
heute mal ein etwas anderes Update.
Zunächst: Mir gefiel das letzte Routingergebnis nicht und so hab ich letzte Woche einen neuen Lauf gestartet. Diesmal sieht es besser aus und ich warte jetzt jeden Tag darauf, dass er fertig wird. Ich schätze, Anfang Oktober kann ich die neue Platine in Auftrag geben und aus diesem Grund habe ich mal wieder den Online-Kalkulator des PCB-Pool bemüht.Der PCB-Pool hat ein neues Angebot, Platinen durch ein Partneruntenehmen zu fertigen. Dabei gibt es allerdings ein paar Einschränkungen, wie z.B. nur 2-Layer, größerer Minimal-Bohrdurchmesser, maximal 5 Stück pro Bestellung (noch keine Serienproduktion) und anscheinend keine Schablone für SMD Bauteile. Dafür scheint der Preis unschlagbar zu sein:
Bei Abnahme von 5 Platinen ist der Preis bei knapp über 70€/Stück. Falls also jemand Interesse hat, die kommenden Herbst- und Winterabende lötend und bastelnd zu verbringen und sich seinen eigenen Kiwi bauen möchte, kann sich gerne dran hängen und ich bestelle in 2-4 Wochen nicht eine, sondern gleich mehrere Platinen.
Bogo
-
Ernstgemeinete frage:
Gibt es zu der platine auch die benötigen teile & Anleitung so das man fast sofort loslegen kann? (Für so ca +/-100€ & versand)
Daran hätte ich ernsthaft interesse
-
Nein, die anderen Teile gibt es nicht dazu. Es war mal angedacht, so eine Art öffentlichen Warenkorb zu erstellen, so dass jeder mit einem Klick bei $elektroversand bestellen kann. Aber ich bin da noch nicht zu gekommen.
Der Preis war von mir daher nur eine ganz grobe Schätzung.
Als Anleitung zum Löten gibt es den Bestückungsdruck. Den legt man sich beim Löten mit auf den Tisch. Ansonsten meine Webseite, mein Forum, meine Beispielprogramme, Datenblätter und natürlich Kommunikation mit mir. Potentielle Nachbauer würde ich schon nicht im Regen stehen lassen...
Das Löten selbst ist (bis evtl auf die SMD Teile) nicht schwierig, nur etwas mehr Arbeit als bei anderen Bausätzen...Bogo
-
Hallo Bogogil,
Der Platinenpreis hört sich wirklich akzeptabel an. Was meinst Du, was die restlichen Bauteile inkl. Tastatur grob in Summe kosten würde?
Oder könntest du vielleicht bei größerer Stückzahl (nicht nur bei der Platine) vielleicht einen Bausatz zusammen stellen, der dann evtl. auf die Gesamtmenge bezogen günstiger wird? Ich liebäugel total mit Deinem Kiwi.Gruß!
ThomBraxton -