C64 am Steckernetzteil

Es gibt 80 Antworten in diesem Thema, welches 15.819 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. März 2012 um 20:31) ist von Gerrit.

  • Als ich mir vor einiger Zeit die Schaltungsunterlagen zum alten Grundig T5000 Tuner (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.) anschauen musste, kam mir eine Idee.


    Auszug aus dem T5000:
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    Mit einem L200-Regler lassen sich Strom und Spannung begrenzen. Also müsste man doch problemlos aus einem billigen 12V/5A LED Netzteil (8,59€ z.B. bei Ebay) einen C64/C128 versorgen können ?
    Mit dem L200 wird dann 5V/3A festgelegt und den Rest darf ein 78S12 mit passendem Rechteck-Signal (50hz Tick, NE555 ?) zum C64 schicken. Dann fehlt natürlich ein passend dimensionierter Kühlkörper, etwas Kleinkram und die Steckverbindung zum C64. Da müsste sich dann auch noch eine 1541-II speisen lassen.

    Ist etwas mehr Schaltungsaufwand als die Variante mit dem PC-Netzteil. Dafür liegt auch nicht so ein gefährliches Teil mit mehreren hundert Watt lose herum.

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  • Ist etwas mehr Schaltungsaufwand als die Variante mit dem PC-Netzteil. Dafür liegt auch nicht so ein gefährliches Teil mit mehreren hundert Watt lose herum.

    Ich bin immer noch der Meinung, wenn man schon bastelt, dann baut man einfach das Originalnetzteil des C64 um. Der Trafo selbst ist fast nie defekt, der Rest fliegt raus und wird durch eine besser dimensionierte (B40C2200/3200) und gekühlte Schaltung ersetzt. Wer will mit einem Schaltregler für die +5V. Man kann das Netzteil so öffnen, dass man nur an den nicht vergossenen Niedervoltbereich rankommt (Siehe Foto).

    Ich hab das hier gemacht und einfach den 78S05 mit passedem Kühlkörper (Reichelt: V 4511F) auf die Schräge montiert. Sieht etwas komisch aus (siehe Foto), aber funktioniert einwandfrei. Diese Variante spart die Probleme mit der Erzeugung der 9V AC, verhindert Überhitzung und produziert weniger Müll als ein kompletter Neubau.

  • Die Idee gefällt mir richtig gut. Ich habe ja auch vor mir wieder original Hardware anzuschaffen und würden dann gerne ein paar Bauelemente austauschen. Aber auf die Idee einfach das 64er Netzteil zu pimpen wäre ich nie gekommen. Ich habe mir schon Schaltungen für ein komplett neues Netzteil rausgesucht und wollte wie damals in der Ausbildung selbst eins bauen. Tja, dank deiner Idee kann ich mir den Aufwand dann sparen...thx

  • Solange der Trafo noch brummt, kann man sich da auch mit dem Dremel rein arbeiten. Manchmal ist aber die 9V-Wicklung tot oder der Pferdefuss schon nicht mehr vorhanden.

    Zudem braucht so ein modernes Schaltnetzteil auch weniger Strom. Der Trafo verbrummt schnell ein paar Watt mehr.

    Ich verwende im Moment ein überholtes C128 Netzteil, damit das eingesteckte Chameleon auch gut versorgt werden kann.

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  • Wenn du einen 78S05 nimmst, bau die Schaltung korrekt auf, also incl. der Schutzdiode die Commodore damals weggelassen hat.

    Die Power-LED habe ich noch eingebaut damit ich eine Erinnerung habe, dass das Netzteil läuft und um die Ausgangsseite des 78S05 mit ein paar mA zu belasten, ganz ohne soll man laut Datenblatt nicht.

  • Wird das Netzteil nicht erst durch den 64er eingeschaltet und hat damit dann automatisch immer eine Last dranne?

  • Solange der Trafo noch brummt, kann man sich da auch mit dem Dremel rein arbeiten. Manchmal ist aber die 9V-Wicklung tot oder der Pferdefuss schon nicht mehr vorhanden.

    Ok, in dem Falle muss man dann komplett bauen. Ich hab aber noch einige dieser Netzteile in funktionsfähig rumliegen und bin da sicher nicht der einzige der sie noch hat aber ohne Umbau nicht mehr verwenden will. Zum Wegwerfen ist der Trafo irgendwie zu schade.

    Einen Dremel habe ich übrigends nicht benutzt, nur eine kleine Metallsäge.


    Zitat


    Zudem braucht so ein modernes Schaltnetzteil auch weniger Strom. Der Trafo verbrummt schnell ein paar Watt mehr.

    Der Trafo ist nicht das Problem, die meisten Verluste hast du durch den Linearregler. Dort ein Schaltregler rein und schon sieht es anders aus. Oder du baust in den Hohlraum eine Schaltnetzteilplatine ein (z.B. Pollin 350 765). Hierfür ist dann aber schrauben an Netzspannung angesagt und das wollte ich vermeiden. Diese Lösung ist, korrekt gemacht, von aussen nicht zu erkennen.


    Zitat


    Ich verwende im Moment ein überholtes C128 Netzteil, damit das eingesteckte Chameleon auch gut versorgt werden kann.

    Da ist auch nur ein Trafo mit nachgeschaltetem Schaltregler drin. :)

    Wieviel Strom braucht das Chamäleon eigentlich? Ein C64 mit alter Platine belastet das Netzteil auf +5V mit knapp 1A, einer mit 250469-Platine will 1.1 A auf +5V sehen. 400mA wären also auch mit Standardnetzteil noch frei.

  • Nein, das Netzteil läuft immer sobald du es mit der Steckdose verbindest. Schaltbare externe Netzteile gab es bei Commodore erst mit dem Amiga 500


  • Wieviel Strom braucht das Chamäleon eigentlich? Ein C64 mit alter Platine belastet das Netzteil auf +5V mit knapp 1A, einer mit 250469-Platine will 1.1 A auf +5V sehen. 400mA wären also auch mit Standardnetzteil noch frei.

    Ich hatte irgendwo gelesen, dass man 500mA bereitstellen sollte. Das C128-NT liefert auf 5V 2,5A. Damit ist man dann immer im grünen Bereich.
    So ein kleines schwarzes Schaltnetzteil (

    ) mit trickreicher Schaltung wäre etwas eleganter. Würde mir jedenfalls besser gefallen. ;)

    Ich habe im Moment noch keine passenden Teile da. Aber irgendwann demnächst werde ich mich damit mal befassen.

    edit: die zusätzliche Platine könnte man so auslegen, dass die sich auch direkt in den C64 einbauen lässt. Dann kann man den Klinkenstecker direkt in den C64 einstecken und hat nicht noch eine lose Büchse herumliegen.

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  • Wenn du einen 78S05 nimmst, bau die Schaltung korrekt auf, also incl. der Schutzdiode die Commodore damals weggelassen hat.

    Ich musste mir gestern etwas anderes einfallen lassen. Der L200 kann ohne Strom-Umleitung nur 2A. Da habe ich dann ein paar Runden gegoogelt.

    Ich werde zwei L4960 verwenden. Hier ist ein schönes Beispiel: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. . Ein 50hz-Rechteck-Signal kommt dann aus einem NE555 (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.), der dann per Mosfet die 12V-Leitung triggert.
    Dann hat man 5V und 12V mit je 2,5A. Das kann man dann auch in die 1541-1 einbauen, ohne mit gefährlichen Spannungen hantieren zu müssen.

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  • Bin sehr gespannt auf das Ergebnis, aber ich denke bis ich wieder einen realen 64er habe und meine Elektonikausrüstung wieder komplett ist, habt ihr schon eine brauchbare Lösung entwickelt. Mensch der 555, den gibt es immer noch und meine Ausbildung als Elektroniker ist fast 20 Jahre her und ich habe seit dem fast nix mehr mit Elektronik zu tun gehabt.

  • Mensch der 555, den gibt es immer noch und meine Ausbildung als Elektroniker ist fast 20 Jahre her und ich habe seit dem fast nix mehr mit Elektronik zu tun gehabt.

    Leicht OT: "Ab 1973 war der NE555 jedes Jahr das meistverkaufte IC der Welt. 2003, über 30 Jahre später, betrug die Jahresproduktion etwa eine Milliarde Stück."

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  • Nette Info danke, als ich das letzte Mal einen 555 verbaut hatte gab es noch kein Internet, jedenfalls nicht für jedermann :D

  • Ein 50hz-Rechteck-Signal kommt dann aus einem NE555 (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.), der dann per Mosfet die 12V-Leitung triggert.

    Damit die Schaltung im C64 korrekt funktioniert brauchst du aber wirklichen Wechselstrom. Rein pulsierender Gleichstrom wird nicht gehen. Dann funktioniert die Spannungsverdopplung nicht und der SID bekommt keine +12V bzw. +9V und bleibt stumm.

    Zitat


    Dann hat man 5V und 12V mit je 2,5A. Das kann man dann auch in die 1541-1 einbauen, ohne mit gefährlichen Spannungen hantieren zu müssen.

    Für die 1541 würde ich so ein +5V/+12V-Schaltnetzteil nehmen. Bekommt man immer wieder billig nachgeworfen oder bleibt übrig wenn ein externes HD-Gehäuse den Geist aufgibt.

  • Oder gleich alles komplett selber basteln:

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  • Damit die Schaltung im C64 korrekt funktioniert brauchst du aber wirklichen Wechselstrom. Rein pulsierender Gleichstrom wird nicht gehen. Dann funktioniert die Spannungsverdopplung nicht und der SID bekommt keine +12V bzw. +9V und bleibt stumm.

    Am PC-Netzteil mit 12V= funktionierte der bisher einwandfrei. Meinst Du speziell wegen dem PWM ? - Ich sehe das Problem im Moment nicht.

    Edit: Naja, man muss wahrscheinlich besser auf 9V= runter. Wenn man sich die Versorgung des dicken Hybrid-IC beim C64-2 anschaut, dann läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

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  • Am PC-Netzteil mit 12V= funktionierte der bisher einwandfrei. Meinst Du speziell wegen dem PWM ? - Ich sehe das Problem im Moment nicht.

    Naja, wenn du beim alten C64 die Verdopplerschaltung ausbaust und statt dem 7812 die 12V= fertig einspeist geht das auch. Aber das muss man eben machen.


    Zitat


    Edit: Naja, man muss wahrscheinlich besser auf 9V= runter. Wenn man sich die Versorgung des SID beim C64 anschaut, dann läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

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    Was ist an der Schaltung komisch? Das ist eine Verdopplerschaltung die aus 9VAC so ca. 18V= macht (C45, CR4, CR3, C66). Die Regelung nach +12V oder +9V, je nach SID, erfolgt mit R100, CR7 und Q5 wobei die Zenerdiode CR7 die Spannung vorgibt. Das ist auch nur ein Spannungsregler wie ein 7812, nur eben ohne die Zusatzschaltungen gegen Überlast und Überhitzung.

  • Was ist an der Schaltung komisch? Das ist eine Verdopplerschaltung die aus 9VAC so ca. 18V= macht (C45, CR4, CR3, C66). Die Regelung nach +12V oder +9V, je nach SID, erfolgt mit R100, CR7 und Q5 wobei die Zenerdiode CR7 die Spannung vorgibt. Das ist auch nur ein Spannungsregler wie ein 7812, nur eben ohne die Zusatzschaltungen gegen Überlast und Überhitzung.

    Die Spannung in so einer Kaskade ist sehr Last abhängig. Die haben den benannten Chip "nur" mit einem 5Watt Widerstand gegen zu viel Strom geschützt. Finde ich sehr mutig.
    Die Kaskade muss man imo nicht ausbauen. Der ist es vollkommen schnuppe, ob da Wechsel- oder pulsierende Gleich-Spannung kommt. Die hatten da sicher einen Entwickler mit einem Röhren-Gerät. Da wurde das öfter verwendet, da ein paar Volt mehr oder weniger bei der Analog-Technik kaum etwas ausmachten.

    Wir werden es demnächst sehen ...

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  • Edit: Naja, man muss wahrscheinlich besser auf 9V= runter. Wenn man sich die Versorgung des dicken Hybrid-IC beim C64-2 anschaut, dann läuft es einem eiskalt den Rücken runter.


    Du meinst R2? Der geht nicht nur an den Hybrid-IC sondern an die komplette 5V-Versorgung. Evtl. möchtest du aber mal die zugehörige Fussnote lesen.

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    20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    30 printint(rnd(1)*328)-217

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  • Du meinst R2? Der geht nicht nur an den Hybrid-IC sondern an die komplette 5V-Versorgung. Evtl. möchtest du aber mal die zugehörige Fussnote lesen.

    Oh, richtig. Bei den großen Scans übersieht man das schnell. Ist wohl nur für den "Franzmann".

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