C64-Software aus der DDR?

Es gibt 31 Antworten in diesem Thema, welches 9.325 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Februar 2014 um 10:22) ist von Lutz G.

  • Natürlich war nicht wriklich alles was dort programmiert wurde automatisch Volkseigentum (und damit zumindest für DDR-Bürger beliebig kopierbar) aber die innere Einstellung ging sehr in diese Richtung.


    Damit unterschied sich die innere Einstellung aber wenig von der des "goldenen" Westens ;)

  • DCP war aber, zumindest in einigen 3er Versionen, kein Klon, sondern eine per Hexeditor veränderte Raubkopie von MS DOS.


    War das nicht in der DDR legal? In dem Fall ist es doch keine "Raubmordkopie" :)

  • Interessiert hat es da wahrscheinlich niemanden, wie hier auch schon ein paar Mal vermutet wurde. Ich wollte damit einfach nur nochmal deutlich zum Ausdruck bringen, dass es eine 1:1 Kopie war und nicht, wie gelegentlich auf einigen Websites behauptet, nachprogrammiert und kompatibel... Ähnlich sieht es ja auch mit anderen Programmen aus, z.B. dBase und ein paar Programmiersprachen...

  • [offtopic]@nachcoden: NACH der Wende wurde Boulder Dash für den KC "nachgecodet" aka portiert[/offtopic]

  • [offtopic]@nachcoden: NACH der Wende wurde Boulder Dash für den KC "nachgecodet" aka portiert[/offtopic]

    Meinst du wirklich ein Boulder Dash oder meinst du "Digger"?

    Digger war ebenfalls ein BD-Clone, nur halt "Made in GDR" aus dem Jahr 1988.

    Siehe dazu: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.


  • Meinst du wirklich ein Boulder Dash oder meinst du "Digger"?

    Digger war ebenfalls ein BD-Clone, nur halt "Made in GDR" aus dem Jahr 1988.


    Muss ein ziemlicher Erfolg gewesen sein. In so ziemlich jeder Grossstadt (auch im Westen) heisst ja heute jeder 2. Jugendliche "Digger" :)

  • nein das war afaik lange nach der wende und definitiv BD, ich weiß nur nicht, ob Ralle aus Dresden (gibt es den eigtl noch?) das je unter die Leute gebracht hat (wobei die drei Leute aus der KC szene sich vermutlich persönlich kennen ;))

  • Ralle gibt es noch; kommt immer zum KC-Treffen und zur Langen Nacht.

    Beim Lesen des Threads fällt mir ein, daß Borland nach der Wende kostenlos nachlizenziert hat. Man teilte Borland mit, welche Kopien man besaß, und bekam ein Schreiben, mit welchem die Programme legalisiert wurden. Das müsste ich noch irgendwo haben ...


  • Ein Kumpel, sein Nick war "Tube", hat mich dann ab und an in die Szene mitgenommen. Das waren im Grunde nichts anderes als Copy-Parties im Haus der Jugend in Berlin Mitte. Jeder hatte ein inzwischen auch schon ein Demo abgeliefert. Ich habe ein Demo mit Softscrolling, Zeileninterrupts und Laufschrift aus Sprites untermalt mit meinen favorite Song ever "International Karate II" unter meine Synonym unter dem ich hier angemeldet bin angefertigt.

    Interessant!

    BTW: Wurde in den Scrolltexten auch mal auf die DDR eingegangen - oder hatte man dann gleich einen Stasi-Offizier am Hacken (operativer Bereich Datenverarbeitung Robotron *g*)? Was waren so die Themen? Gabs auch mal ein F** *** Honni oder "macht die Mauer platt" oder "Grüße in den BeeRDEE"?

    BTW2: Haus der Jugend in Berlin Mitte? War mal kurz nach der Wende ich so einem Jugendclub (?) in Berlin (Ost) - lecker Bier (extrem günstig) und lecker Mädels *g*

  • BTW: Wurde in den Scrolltexten auch mal auf die DDR eingegangen - oder hatte man dann gleich einen Stasi-Offizier am Hacken (operativer Bereich Datenverarbeitung Robotron *g*)? Was waren so die Themen? Gabs auch mal ein F** *** Honni oder "macht die Mauer platt" oder "Grüße in den BeeRDEE"?

    BTW2: Haus der Jugend in Berlin Mitte? War mal kurz nach der Wende ich so einem Jugendclub (?) in Berlin (Ost) - lecker Bier (extrem günstig) und lecker Mädels *g*

    Um Gottes Willen. Nein das hat sich keiner getraut soweit ich weiß. In meinem Scrolltext habe ich einfach alle aus der DDR Szene gegrüsst die ich kannte. Das war 1987/88. Das Haus der Jugend in Berlin Mtte versprühte den Charme einer Schule. Wir C64er waren da etwa 15 Leute, mal mehr mal weniger, und jeder hatte einen C64 mitgebracht oder eine Floppy. Man hat sich verabredet wer einen C64 und wer eine Floppy mitbringt und dann ging das kopieren los mit zwei Floppys an einem C64. Bier gab es da keines. Und Mädels auch nicht. Im Raum daneben waren die Amiga Leute. Dieser war voll mit etwa 50 Mann. Allerdings hatten nur etwa drei davon einen Amiga dabei. Der Rest stand mit offenen Mund und weit aufgerissenen Augen da und kam vor Staunen nicht mehr weg. Da war dann auch noch son'n Typ - sein Nick war "Stoffel" - der hatte in dem Raum ein Podest und von dieser Bühne dort führte er vor was der Amiga so alles konnte. Wenn man bedenkt daß der Amiga 1000DM kostete kann man sich ja sicher denken daß es nur sehr wenige Amiga in der DDR gab. 1000DM, das entsprach ungefähr einem DDR-Jahresgehalt. Für den Normalo war schon ein C64 etwas sehr besonderes. Ein C64 wurde damals mit etwa 4000 DDR-Mark gehandelt. Betrieben wurde der an einem SW-Fernseher, der Typ "Junost" war da sehr beliebt. Manchmal durfte ich auch an den Farbfernseher meiner Eltern um mal zu schauen wie die Farben in meinen Demos aussieht. So gesehen hatte ich die Grafik immer in Schwarzweiss programmiert und erst später gesehen wie das aussieht. Manchmal mußte ich dann noch korrigieren wenn das gar nicht schön war. ;)

    Schönen Abend
    Scotty

  • Um Gottes Willen. Nein das hat sich keiner getraut soweit ich weiß. In meinem Scrolltext habe ich einfach alle aus der DDR Szene gegrüsst die ich kannte. Das war 1987/88.


    Das wäre also tatsächlich auch gefährlich gewesen? Im Westen wusste man, dass die Scrolltexte außer die C64-Nerds eigentlich keine Sau liest/interessiert (auch weil Computer ja noch ne Freaksache war, und keine Massenmedium). In der DDR funktionierte das Denunziantensystem also so gut, dass selbst eine lockerer Spruch über Honni, in so einem Insider-Freakmedium (natürlich viel weniger verbreitet als im Westen) durchaus gefährlich war, bzw die Stasi Wind davon bekommen hätte? Wussten die denn überhaupt wie man was in den C64 lädt? Aber da hätte dann wohl ein Spitzel geholfen...


    Das war 1987/88. Das Haus der Jugend in Berlin Mtte versprühte den Charme einer Schule. Wir C64er waren da etwa 15 Leute, mal mehr mal weniger, und jeder hatte einen C64 mitgebracht oder eine Floppy. Man hat sich verabredet wer einen C64 und wer eine Floppy mitbringt und dann ging das kopieren los mit zwei Floppys an einem C64. Bier gab es da keines. Und Mädels auch nicht.

    In dem Berliner Jugendclub wo ich in den frühen 90s war (versprühte ebenfalls den Charme einer Schule/Aula) gabs keinerlei Computer, dafür aber Bier und lecker Mädels :D