Btx-Server selber machen

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 7.666 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Oktober 2011 um 23:10) ist von ogf.

  • Hallo *,

    Ich hätte ein Projekt, welches mir seit Jahren im Kopf herumgeistert, zu dem ich aber leider aus Zeitgründen bislang nie gekommen bin.

    Und zwar ist es ja so, daß es noch relativ viele Endgeräte gibt, die Btx-fähig sind (mein T-DisplayTel zum Beispiel, aber auch ein c64 mit Btx-Modul).
    Allerdings gibt es inzwischen keine Server mehr dafür.

    Aber vielleicht ließe sich das ja ändern!

    Und ich habe auch schon eine erste Quelle für diese Änderung aufgetan:
    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Hier hat jemand die ganze Sache mit Microcontrollern gelöst:
    - Das Gerät "miniBTX" ersetzt quasi das D-BT03 (Modem) und gibt eine RS232-Schnittstelle nach außen weiter
    - das "mikroPAD" ist quasi der Btx-Server, welcher per RS232 mit dem Terminal spricht und seine Daten per TCP/IP von einem Webserver (!) holt (der in der Software hart verdrahtet ist; die Seiten müssen eine Art Pseudo-HTML sein, welches die CEPT-Informationen kapselt).

    Der Quellcode zu den ganzen Sachen ist dort auch zu finden.

    Meine Idee wäre nun folgende:
    Kennt sich jemand ausreichend gut mit C aus, um den Code, der hier für einen Microcontroller geschrieben ist, so umzubauen, daß er z.B. unter Linux läuft?
    Und zwar vielleicht so, daß das Programm statt per RS232 seine Daten per stdin/stdout annimmt/ausgibt und die Seiten z.B. aus einem bestimmten Verzeichnis einliest.
    Dann könnte man (meiner simplen Vorstellung nach) stdin/stdout über ein getty mit einem Modem verbinden und nun diesen Btx-Server per normalem Modem anrufen.

    Sollte das funktionieren, würde ich mich auch (gerne!) bereit erklären, einen anrufbaren Server bereitzustellen; ein Zyxel Elite 2864ID steht hier noch rum.
    Zum Testen habe ich ein T-DisplayTel (ISDN-Telefon mit eingebautem Btx-Decoder) und ein Multikom (Btx-Terminal mit eingebautem Modem). c64-Hard-/Software dafür hab ich leider nicht.

    Wäre cool, wenn hier was zusammenkommen würde :)

    Viele Grüße,
    Anna Christina

  • Hallo,
    das Thema wurde Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. schon mal etwas tiefer behandelt.
    Ich persönlich habe großes interesse an BTX und besitze auch einiges an Hardware sowie Literatur.
    Daher würde ich mich auch gerne in irgendeiner Form an einem solchen Projekt beteiligen, allerdings läßt die Mischung aus wenig Zeit und nicht ausreichenden Know How keine allzu großen Sprünge meinerseits zu.

  • Hi,

    Den Thread hatte ich schon mal gesehen. Der User "Liktor" scheint auch der Autor der Seite zu sein, auf die ich verwiesen habe.

    Wenn ich den Fortgang seines Projekts (auf runningserver.com) sehe, so scheint eigentlich das allermeiste gemacht zu sein, um eine CEPT-Ausgabe zu kriegen.

    Worum es mir geht, wäre eigentlich "nur" die Portierung dieser Software auf ein aktuelles Linux-System, um es eben außerhalb eines Mikrocontrollers laufen zu lassen und damit quasi beliebige Endgeräte betreiben zu können.

    Mein C-KnowHow ist jetzt auch nicht das ausgeprägteste, daher suche ich eben nach Leuten, die vielleicht diesen Teil übernehmen könnten :)

    Danke!

    Viele Grüße,
    Christina

  • Was mich mal interessieren würde ist, mit wieviel Rechenleistung die Post das damals gestartet hat. Da muß es ja irgendwo Zentralrechner gegeben haben. Könnte mir vorstellen, daß diese Dimensionen inzwischen relativ easy privat erreichbar sind. Stelle mir vor, daß das damals ein paar GB waren, die hat man ja heute in jedem zweiten Handy...!

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  • Wenn die alte Software auf Großrechner liefen, dann wird das aber nichts mit nem port auf ein Linux...
    Wenn man ganz viel Glück hat, gibs den Großrechner aber mittlerweile als emulation für ein Windows/Linux. Sowas habe ich für die Großrechner von IBM gesehen.

    Mega Drive | Neo Geo AES 3-4 | Apple IIe | C64 ASSY 250407 | A500+ | A1000 (GB-Edition) | A3000D rev.9.01 | A4000D rev.B

  • Mit Webspace dafür könnte ich dienen, hab in meinem Paket noch etwa 3GB frei, soviel bot BTX damals nicht. Wo ich eher das Problem sehe ist die Einwahl in den "Server". Durch ISDN/DSL/VoIP ist es schwierig eine Verbindung über ein Einwahl-Modem auf einen Server hinzubekommen, man müsste ja sowas wie ne Telefonnummer vergeben können.


    EDIT: Und jetzt keine "Ideen" wie: Mit nem Chameleon könnte man das auch über Ethernet/DSL hinbekommen... Ich denke, Anna-Christina will für so ein Projekt nicht erst für teures Geld Zusatzhardware beschaffen, oder?

  • Ich hab auch Interesse an diesem Projekt. Hab früher viele Jahre eine grosse Multiline BBS betrieben und würde mich bereit erklären das erste Onlineangebot nach Einarbeitung zu coden und die BTX Seiten zu erstellen. Allerdings fehlt mir mittlerweile ein Endgerät dafür. Es sollte dann sogar möglich sein, diesen Dienst wieder so zu nutzen, das er nicht nur zu Demonstration dient, sondern auch aktive Inhalte dargestellt werden könnten. RSS Konverter oder ein Mailboxsystem für Benutzer. Ideen hab ich genug.

    Vielleicht gelingt es ja mit gesammelter Kraft und Wissen so ein BTX System wieder ins Leben zu rufen. Das Problem wird sein, daß sich immer nur einer einwählen kann. Cool wäre die Einwahl zuhause auf dem PC der sich dann über das Internet mit dem zentralen "BTX" Server verbinden kann. Dann könnte man das alte BTX Gerät lokal an den PC anschliessen und dieser routet dann mit einer Software die BTX Daten an den Wandler. Das wäre doch toll und beliebig viele Benutzer könnten es zeitgleich benutzen.

    Gruß
    Tom / Pentagon

  • Hi,

    Ja, ich möchte nicht erst Zusatzhardware anschaffen :)

    Was aber in Bezug auf die Server-Hardware und die mögliche Software vielleicht übersehen wird, ist folgendes:

    Auf der von mir verlinkten Seite ist "quasi" die nötige Server-Software, die also fertige Btx-CEPT-Seiten ausgibt, vorhanden!
    Sie muß "nur" auf Linux portiert werden. Es ist also keine Großrechner-Software nötig (oder eine Portierung von dieser)!
    Da gibt es dieses Archiv: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    Dort ist die (für moderne Microcontroller geschriebene) Software komplett enthalten, mit Beispielen etc.

    Die Btx-Seiten müssen in einer Art "Pseudo-HTML" geschrieben werden, die Software macht dann beim Aufruf einer bestimmten Seite die Konvertierung. Somit sind die CEPT-Zeichentabellen auch schon im Code enthalten.

    Was wahrscheinlich fehlt, ist die Interaktivität, die es damals gab -- genau weiß ich es nicht, ich habe das Projekt leider nie live gesehen.

    In Bezug auf Testmöglichkeiten: Prinzipiell reicht dafür ja ein normaler PehZeh mit Software-Decoder und Modem.
    Für Linux gab es mal "XCept", für die anderen Plattformen (incl. Amiga *g*) auf jeden Fall auch was.

    Viele Grüße,
    Christina

  • Was mir im Zusammenhang mit der Verbindung "Retro-Datenkommunikation" und "moderne Systeme" noch einfällt wäre ja eine Einwahl-Mailbox, über die man (FIDO-artig z.B.) auf das Forum64 zugreifen kann :)
    Das ist aber ein anderer Thread, der erst noch eröffnet werden müßte :)

  • Zitat

    Wo ich eher das Problem sehe ist die Einwahl in den "Server". Durch ISDN/DSL/VoIP ist es schwierig eine Verbindung über ein Einwahl-Modem auf einen Server hinzubekommen, man müsste ja sowas wie ne Telefonnummer vergeben können.

    Über VoIP wäre es über das FAX-Protokoll Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. mögliche eine Einwahl durch ein analoges Modem zu ermöglichen.

    Mega Drive | Neo Geo AES 3-4 | Apple IIe | C64 ASSY 250407 | A500+ | A1000 (GB-Edition) | A3000D rev.9.01 | A4000D rev.B

  • Hi, ich habe noch ein Modem von Bausch gefunden da ist noch so ein Postzeichen drauf. Keine Ahnung ob das irgendwas BTX-fähiges ist:

    Bausch Plus Modem CN-3522 SA

  • Was mich mal interessieren würde ist, mit wieviel Rechenleistung die Post das damals gestartet hat. Da muß es ja irgendwo Zentralrechner gegeben haben.


    Den gab es tatsächlich, allerdings ist die Mär von einem Rechner wo alle drauf Zugriff nahmen nicht ganz richtig - das war nur ganz am Anfang so. Viele Seiten wurden später zB auch in OVStn größerer Städte vorgehalten, vermutlich gespiegelt [das war nach meiner Zeit beim Fernmeldedienst] :) - Das Projekt ist tatäschlich interessant, aber das echte BTx-Gefühl wird sich wohl kaum einstellen können, so viele Sexseitenanbieter bekommt ihr doch gar nicht zusammen :P

  • Also ich würde auf jeden Fall mal anrufen - mein Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. ist ja BTX fähig (1200/75 Baud). Ich meine auch ich hatte daaamals (TM) einen BTX Softdecoder (C64? Amiga?) der im Gegensatz zur sehr teuren (Hardware?) Lösung vom Gilb auch alles korrekt darstellte. BTX hab ich schon daaamals (TM) eher als Kuriosum wahrgenommen, ohne wirklichen Nutzen (für mich).

    Was aber nicht heißen soll, dass ich Dein Projekt nicht sehr interessant finde! :)

    Lutz

  • Zur Historie von Btx nur ein kurzer Teil:

    - Der Zentralrechner stand in Ulm. (IBM-Systeme)
    - Es gab wohl in einzelnen "Regionalbreichen" Server, die Inhalte gespiegelt hatten
    - Und es gab "externe Rechner", also Systeme von bestimmten Anbietern, die z.B. über Datex-P an Btx angeschlossen waren und auf deren Seiten man gehen konnte.

    Zumindest wenn man Seiten aufrief, die nur in einem Regionalbereich verfügbar waren, gab es Hinweise darauf -- und ich glaube auch, man konnte den Regionalbereich wechseln (gegen Gebühr wahrscheinlich).
    Jedenfalls mußte man --soweit ich mich erinnere-- es erst bestätigen, wenn man auf einen "externen Rechner" zugegriffen hat.

    Was ich jedoch relativ sicher weiß: Btx wurde bei IBM in Böblingen entwickelt (laut Auskunft meines Praktikumsbetreuers vor einigen Jahren dort). Allerdings ließen sich für mich damals praktisch keine Informationen darüber mehr auftreiben.
    Mir wurde auch gesagt, es hätte "früher" auch eine Art internes Btx bei IBM gegeben.

    Viele Grüße,
    Christina


  • Mir wurde auch gesagt, es hätte "früher" auch eine Art internes Btx bei IBM gegeben.


    Sowas gab es auch bei der Telekom, würde man heute wohl Intranet nennen. Als BTx abegwickelt wurde konnten die Mitarbeiter teilweise noch Fabrikneue Geräte für ein Appel und ein Ei erwerben. Meine BTx-Tastatur (ein ganzer 64er!) steht heute noch bei mir. Leider hab ich (Tele, bitte jetzt nicht mehr weiterlesen) mein Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. vor einigen Jahren entsorgt, als Adressregister war es einfach zu unhandlich...

  • Hallo,

    die Idee, einen eigenen BTX-Server für alte Geräte zu betreiben fasziniert mich auch.

    Auf Basis des oben verlinkten Projektes habe ich auch vor einiger Zeit ein bischen experimentiert. Ich habe mir den aufwendigen "microPAD" gespart und ein "Btx-TV-Set" als Terminal über einen kleinen PIC-Controller (DBT-03 Simulation ähnlich dem "miniBTX" Adapter) direkt an der RS232-Schnittstelle eines Linux-Rechners betrieben.

    Die microPAD-Software habe ich dazu unter Linux compiliert und so modifiziert, daß der Umweg über Webserver und Netzwerk entfällt. Stattdessen werden die Seiten direkt aus einem Verzeichnis gelesen.

    Es sollte kein allzu großer Aufwand sein, da noch das Modemhandling einzubauen (warten auf "RING", abheben, ...)

    Ich hänge meinen letzten Stand mal an, kann aber nicht garantieren, daß das in einem lauffähigen Zustand ist: Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Oliver

  • Hallo ggf,

    Oh cool! Das werd ich mir in den nächsten Tagen mal anschauen.
    Denn das ist Deiner Beschreibung nach genau das, was ich mir vorgestellt habe :) *freu*
    Wohin gibt Dein Programm die CEPT-Daten aus? Wenn es sie nach stdout ausgibt (und von stdin Eingaben erwartet), dann müßte das doch über mgetty o.ä. nutzbar sein, oder bin ich da zu naiv? :)

    Ciao,
    Christina

  • Hallo Christina,

    Wohin gibt Dein Programm die CEPT-Daten aus?


    es öffnet eine serielle Schnittstelle (/dev/ttySx, wird als Parameter angegeben) und kommuniziert darüber.

    Zitat

    Wenn es sie nach stdout ausgibt (und von stdin Eingaben erwartet), dann müßte das doch über mgetty o.ä. nutzbar sein, oder bin ich da zu naiv? :)


    Momentan werden auf stdout nur Debuginformationen ausgegeben. Man könnte die natürlich in eine Logdatei schreiben und dann über stdin/out kommunizieren, wenn man es entsprechend ändert.

    Ich habe auch mal versucht, über einen Socket zu kommunizieren, um daran direkt XCept (Btx-Softwaredecoder für Linux) anzubinden. Den Code finde ich aber gerade nicht.

    Oliver