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Abkaufen von Commodore-Hardware-Lizenzen

  • Da nicht jeder das Usenet benutzt, bin ich mal so frei und setz folgendes auch noch hier ab (nicht von mir, find ich aber trotzdem sehr interessant für uns):


    Betreff: Commodore Chips vom Rechteverwerter kaufen.
    Datum: Tue, 04 Jan 2011 16:24:33 +0100
    Von: Braun Ludwig <Fuchs234@arcor.de>
    Organisation: Arcor
    Newsgruppen: alt.c64


    (Unwichtiges habe ich unten und oben weggelassen, Original kann man sich ja selbst in der Gruppe durchlesen.)


    Was ist hier so die Meinung dazu? Ich finds ansich eine sehr gute Idee, das Problem wäre nur, dass man das im Prinzip nur schwer einer einzelnen Person anvertrauen könne. Gibts denn nicht sowas wie eine Wikimedia, nur für derartiges?

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  • Und was machen wir dann mit den Lizenzen? Die Lizenzen alleine sagen halt nur, daß man sozusagen die Rechte an der Hardware hat, oder? Da werden aber wohl kaum technische Unterlagen dabei sein. Und wenn, dann stellt sich die Frage, wie man da neue alte ICs herstellen soll? Die Fertigungstechnik von damals wird heute nicht mehr angewandt. Für einen absoluten Nischenmarkt wird sich keine Firma ernsthaft interessieren. Geschweige denn dafür Kohle raushauen.

  • Was ich davon halte? Allgemeinplätze ohne jeden Sachbezug.


    1.: Die Patente für den C64 sind mit 99,983% Sicherheit abgelaufen, die wichtigsten Amiga-Patente wahrscheinlich ebenso. Müßte man mal sehen, ob CBM in den letzten Jahren noch irgendwas Wichtiges für ECS oder AGA patentiert hat.


    2.: Wer ist überhaupt 'die Rechtegesellschaft'? Die Abwicklung von CBM- und vor allem Escom war ein derartiges Durcheinander, daß fraglich ist, wer genau heutzutage ein bestimmtes Patent hält. Irgendjemand hat sogar mal angezweifelt, daß Cloanto überhaupt die Rechte an den Amiga-Sachen hält (derjenige wollte es aber auch nciht drauf ankommen lassen das vor Gericht zu klären...)


    3. Die Patente sind überhaupt nicht das Problem. Das Problem ist, daß die Herstellungsunterlagen, Netzlisten, Masken... vor allem der Amiga-Chips verloren gegangen sind, IIRC schon beim Übergang zu Escom, die zwar gerade so den A1200 stricken konnten mit Fotomasken, die bei den Chip-Herstellern noch vorhanden waren, aber nix neues mehr daraus entwicklen konnten. Genau deswegen basteln fähige Leute seit nunmehr zehn Jahren an einer Reproduktion in moderner Logik.


    4. Wirklich sinnvoll für eine echte Wiederbelebung wäre der längst überfällige Schnitt zu komplett neu konstruierter Hardware. Genau so, wie es Apple beim Macintosh schon zweimal getan hat, udn wie es CBM auch hätte tun müssen, wenn es sie noch geben würde. Damit wären aber die Patente eh nicht mehr notwendig, selbst wenn die alte Software noch drauf laufen würde (Eigenheit von Patenten: Geschützt ist jeweils nur die konkrete technische Umsetzung, nicht die Problemlösung an sich)

  • Ich kann mir kaum vorstellen das es heute nicht möglich sein sollte einen vorhandenen Chip zu analysieren und ihn nachzubauen. Man hatte in den 80er das Knowhow einen SID herzustellen ( da gab es auch keine Unterlagen aus der Steinzeit ), also warum sollte das heute nicht mehr gehen ?


    Wenn man die Preise bei eBay sieht die für einen SID gezahlt werden, kein Markt ? Lohnt nicht ?


    Bin mir fast sicher, wenn die SID´s wieder stärker verfügbar wären, gäbe es schon bald Dolby Suround SID 5.1 :D

  • Was soll das mit den Rechten am SID? Wie Alt ist der denn? Patentrechte gelten 25 Jahre, wir schreiben jetzt das Jahr 2011. Mit den anderen Chips ist es ähnlich. So alte Rechte an denen keiner Intresiert ist, kauft man nicht, sondern läßt sie ablaufen.

    Wem es beim Bit zählen schwindelig wird, der hat zuviel davon.


    Alt werden ist schön, das Altern nicht.

  • Die Rechte sind keinen Pfifferling wert. Selbst wenn Masken vorhanden wären, gäbe es keine Fabrik mehr, die noch NMOS und/oder HMOS in 1,0µ oder gar 1,3µ herstellen kann (einzig Agnus/Alice war 0,7µ, aber auch kein CMOS). Die Reinsträume sind längst umgerüstet, und ein die-shrink ist bei den alten Designs nicht möglich, dann das macht ihn immer noch nicht zu einem CMOS-Design.


    Die Entry-Methode von damals war wirklich manuell Transistor neben Transistor zu setzen. Eine moderne Netzliste existiert nicht, sonst hätte man sicher schon Antworten auf die Frage "wie hat man die Addition +3 der Sprite-Pointer realisiert?".


    C64-Patente hat's kaum gegeben. Ich erinnere mich nur an das Patent für die Farberzeugung im VIC, das ist aber lang ausgelaufen. Amiga-Patente sind die Letzten im vergangenen Jahr abgelaufen - mal ganz davon abgesehen, dass sie eklatant falsch sind, wie wir bei der Clone-A Entwicklung herausgefunden haben.


    Jeder Cent der da gesammelt werden soll ist VERLOREN. Wer Chips bauen will, der schreibt VHDL, macht ne Netzliste und geht zu TSMC - so baut man heute Chips. Wenn die Rechteverwertungsfirma nicht beweisen kann, dass sie etwas in der Art hat, ist das Angebot bestenfalls bedenklich, meiner Meinung nach jedoch unseriös.


    Jens

  • Und wenn schon. Keine Fab kann mehr N/Hmos herstellen. Ein SID müsste in CMOS komplett neu erschaffen werden. Und das für vielleicht 1000 Einheiten a 10 Euro? Nee, Kinder. Ausserdem wär das dan klanglich nicht mit anderen zu verlgeichen und man hätte "new version CMOS SID sound".

  • Kann mich nur anschließen die reinen Rechte an den ICs sind wertlos. Schaltungsunterlagen währen nett, aber warscheinlich verloren gegangen.
    Aber wer hat eigentlich die Rechte an den Commodore 8bit ROM's?

  • Ausserdem wär das dan klanglich nicht mit anderen zu verlgeichen und man hätte "new version CMOS SID sound"


    Deswegen meinte ich ja, es gibt Länder da ist alles bezahlbar, jedoch China Sid`s will wohl auch kaum jemand haben.


    Dann lieber doch Qualität statt Quantität :D

  • Die Generation C64 ist bald ausgestorben. In paar Jahren schert sich absolut niemand mehr um das ganze Commodore-Zeugs.

    Ja gut, unter der Prämisse, macht das Forum zu, ich bin auch schon (fast) weg. Wenn das der allgemeine Grundkonsens ist ("braucht in ein paar Jahren eh keiner mehr"), dann ists tatsächlich grundsätzlich wurscht. Ich gebe allerdings zu, dass der Beitrag aus alt.c64 Fragen offen lässt und die technischen Unterlagen interessanter wären. Die Frage die ich mir halt immer stelle ist: Wie lange wirds tatsächlich noch gehen? Wenn der letzte 64er geschlachtet ist, ists sicher zu Ende. Alternativen sind dann nur sein lassen, neu konstruieren, oder eben versuchen "den alten Scheiß" nochmal als Neuauflage. Aber wie gesagt, wenn jeder das als jetzt schon ausgestorben ansieht, auch schon wurscht.

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  • Ja, die technischen Möglichkeiten sind das Problem, nicht die rechtlichen.


    Gerade SIDs haben wir doch oft genug durchgekaut. Möglich ist theoretisch alles, aber um wirklich einen SID mit annähernd vergleichbaren analogen Eigenschaften wie den MOS ICs herzustellen, fehlt so einiges. Das fängt schon bei der Zusammensetzung des Materials an, welches man mit kaum vertretbarem Aufwand analysieren müsste.


    Weshalb irgendjemand Angst haben soll, die IC oder andere Hardware-Komponenten nachzubauen, verstehe ich auch nicht. Man muss es ja nicht MOS oder C= nennen. Ich glaube kaum, dass die Hersteller von Super-PLA, Swin-SID und anderer Ersatzbauteile je Angst vor irgendeiner Rechteverwerter-Firma hatten oder haben sollten.