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TFT Monitor reparieren

  • Wenn Du die maximale Spannung erhöhen kannst, ist das gut für die Lebensdauer. Was aber auch die Lebensdauer verlängert ist der Temperaturbereich: Die meisten Consumer-Geräte werden mit 85-Grad Elkos ausgestattet. Wenn Du Qualität willst, kauf' die 105-Grad Typen.


    Lass' Dich nicht blenden vom Aussehen der Elkos: Es gibt billige Dinger mit goldener Schrift auf dem schwarz-glänzenden Isoliermaterial, die sind totaler Schrott. Dann gibts wesentlich bessere Teile, deren Aussehen ist nicht ganz so auf "toll!" getrimmt ist, die aber wesentlich besser sind. Allein die Daten sind entscheidend: Hohe Spannung, hohe Temperatur, exakte Kapazität, nur danach solltest Du schauen.


    Wenn der 1000uF-Elko schon ausgebeult ist (also in Wirklichkeit - auf dem Bild konnte ich das nur erahnen), bleibt der mein Hauptverdächtiger.


    Jens

  • Hier scheinen ja genug Experten anwesend zu sein, da klinke ich mich mal mit ein (ich hoffe, ihr lest noch mit).


    Mein TFT macht ähnliche Mucken. Das backlight geht öfter mal nicht, der Rest tuts noch.
    Genause Symtome lassen sich etwa wie folgt beschreiben:


    Nach dem Einschlaten kommt ein Bild. Nach ein paar Minuten ist es weg. Hektisches an- und ausschalten hilft manchmal, aber nicht immer. Nach dem Anschalten ist das Bild wieder da, manchmal nur für ein paar Sekunden, manchmal auch länger (2 stelliger Minutenbereich).


    Kann das auch was mit den Elkos zu tun haben? Gerät ist ca. 2-3 Jahre alt. Ein Benq irgendwas.
    Ich hab keinen Plan davon und werde da nicht selber dran Löten, aber lohnt da eine Reperatur und was wird die wohl kosten (im Laden)?


    Thx in advance!

  • Kann das auch was mit den Elkos zu tun haben? Gerät ist ca. 2-3 Jahre alt. Ein Benq irgendwas.
    Ich hab keinen Plan davon und werde da nicht selber dran Löten, aber lohnt da eine Reperatur und was wird die wohl kosten (im Laden)?


    Ja, auch das klingt stark nach einem Elko-Problem. Auch das Alter deutet darauf hin, dass die Elkos genau so dimensioniert waren, dass sie die Garantiezeit "plus Epsilon" überdauern.


    Im Laden wird Dich die Reparatur ne Menge kosten, denn Du wirst nur einen Radio- und Fernsehtechniker finden, der das nach Aufwand, nicht aber zum Festpreis macht. Aufwand bedeutet, dass Du die akkumulierte Arbeitszeit von der Annahme bis zur Rückgabe des Gerätes bezahlst - übliche Beträge liegen zwischen 40 und 90 EUR pro Stunde. Wirklich lohnen tut's sich meiner Meinung nach nur, wenn Du den Tausch selbst machst - dabei sammelst Du Erfahrung und ein Elko ist mit seinen zwei Anschlüssen auch nicht wirklich schwer zu tauschen.


    Wenn Dein Benq etwas Hochwertiges ist (19 Zoll oder größer), könnte auch eine kommerzielle Reparatur lohnen. Beim aktuellen Preisverfall fürchte ich aber, dass das nicht der Fall ist. Wenn Du im Bekanntenkreis niemanden hast der Dir helfen kann, sollte eine vollständige, ehrliche Beschreibung des Fehlers auch die Bastler auf eBay interessieren. Kannst ja dazu schreiben dass das Gerät nie offen war, aber andere Hobbyisten bestätigt haben, dass es vermutlich nur ein Elko ist. Es gibt mehr Bastler die defekte Geräte auf eBay suchen als Du vielleicht denkst!


    Jens

  • Auch das Alter deutet darauf hin, dass die Elkos genau so dimensioniert waren, dass sie die Garantiezeit "plus Epsilon" überdauern.

    Das ist echt eine Frechheit. Bei Medion wundert es mich jetzt nicht, würde auch nie etwas von Medion kaufen. Ich habe den Monitar ja nur, weil ich Ihn von der Straße gerettet habe.
    Aber von Benq würde ich schon eine bessere Qualität erwarten.

  • Danke für die Hinweise!


    Bei einem Medion auf der Arbeit habe ich das auch schon gesehen, der war auch wirklich billig.


    Der Benq war nicht so günstig damals (19"), aber man muss auch dazu sagen, dass es ein Ausstellungsstück war. D.h. man weiss nicht, wie lange der insg. wirklich gelaufen ist. Daraus habe ich auf jeden Fall gelernt. Da ich mich mit e-technik nicht gut auskenne, war mir die Elko-Problematik auch nicht bekannt (meine CRTs liefen immer und ewig).


    Ein paar Elkos Löten würde ich bestimmt hinbekommen, aber diese ganze Spannungssache hier im Thread hat mich ein wenig abgeschreckt.
    Ich würde den gern weiternutzen. Hatte schon überlegt mir nen neuen zu kaufen, aber ich will keinen 16:9. Der Benq ist noch 4:3 und ist für die Retrocomputer da.


    Ich kann ihn ja mal aufmachen und ein paar Fotos machen. Wenn ich "drinnen" nix anfasse, sollte das kein Problem sein, oder?

  • Das Ausfallen der Hintergrundbeleuchtung kann aber auch mit einen defekten (oder überlasteten) Inverter auftreten.
    Die Überlastung tritt z. Bsp durch eine verbrauchte CCFL Röhre im Display auf. Wenn das der Fall ist, so lohnt sich die Rep. meist nicht mehr.

  • Das ist echt eine Frechheit. Bei Medion wundert es mich jetzt nicht, würde auch nie etwas von Medion kaufen. Ich habe den Monitar ja nur, weil ich Ihn von der Straße gerettet habe.


    Ja meinste denn das ist bei anderen Herstellern viel anders?


  • Ja meinste denn das ist bei anderen Herstellern viel anders?

    Glaube bzw. hoffe ich zumindest. Es muss doch einen Qualitätsunterschied zwischen den Marken- und den Discountherstellern geben. Ich z.B. habe im Moment an meinem Hauptrechner einen Dell-TFT im Einsatz. Dem unterstelle ich bessere Qualität.
    Gericom fällt für mich aber in die gleiche Liga wie Medion.

  • Naja, wenn man dann sicher sein kann, dass der doppelte Preis auch in die Qualität gesteckt wird, ist es in Ordning. Wenn der hohe Preis aber nur durch den Namen gerechtfertigt wird ist das schwach.


    Auszug aus meinem Erfahrungsschatz nach Noten:


    1: Eizo
    2,5: Belinea
    2,7: LG
    3: FuSi
    3,5: HP


    Ich arbeite dort wo ca. 2500 dieser Monitore über Jahre benutzt wurden / werden und muss mich
    damit beschäftigen wenn einer davon kaputtgeht.

  • Quote

    Nein. Das einzige was Du nach oben abändern kannst ist die Spannungs-Toleranz. Die ist auf den Elkos angegeben. (z.B.16V gegen 22V tauschen, wenns die Bauform zulässt ).
    Gruß


    Doch, eigentlich kann er das schon. Besonders in solchen fällen wo die elkos von der Kapazität her unterdimensioniert sind um Kosten zu sparen. Erhöherung der Kapazität hilft weiterhin auch aufgrund der eigenschaft, dass bei höherer kapazität der ESR niedriger ist...



    Quote

    Gericom fällt für mich aber in die gleiche Liga wie Medion.


    Gericom ist nicht so schlecht wie du vielleicht glauben magst :) bei mir steht als zweiter bildschirm ein gericom da. Kleines teil, glaube 15" oder so... 1024x768, aber er funktioniert blendend.


    Wo wir schon bei defekten TFTs sind, haben sich hier mittlerweile 4 Stück angesammelt.


    1. FSC ScaleoView L17-1, elkoschaden hat auch irgendwas anderes mitgerissen
    2. Samsung Syncmaster 940 (glaube ich), elkoschaden, reparatur hat 3 stunden gehalten ... :(
    3. Samsung Syncmaster 713n korrumpierte Firmware, lässt sich aber beheben (wozu ich grad leider keine zeit habe)
    4. NoName ??? TFT, 17", 1280x1024. Funktioniert ganz ok, wenn man ihn denn mal zum bild anzeigen bewegen kann. Innen alles top.


    Hab' kein Glück mit den teilen :) aber die Syncmaster gehen sehr oft hinne



    Achja: die zitierfunktion ist kaputt ...


    Gruß
    Örg

  • So, die 7 besagten Elkos getauscht, immer mit gleicher Kapazität und manche mit leicht erhöhter Spannungstoleranz.
    Und - das Ding läuft 1A!


    Perfekt! :D
    Ich bin stolz auf mich und Danke Euch allen, die mir hilfreiche Tipps gegeben haben.


    Den Monitor bekommt jetzt mein Vater geschenkt - inkl. seines alten Windows-PCs, neu installiert mit Debian.
    Was eine Steigerung - von Windows mit Röhre auf Linux mit Flachbildschirm...


    Viele Grüße
    S.

  • So, die 7 besagten Elkos getauscht, immer mit gleicher Kapazität und manche mit leicht erhöhter Spannungstoleranz.
    Und - das Ding läuft 1A!


    Super, gratuliere. Gut gemacht. :streichel:
    Ich habe auch noch so einen aussetzenden (Startverweigerer) TFT (Siemens-Fujitsu). :lol33: Da werde ich mich jetzt auch mal daranmachen u. Elkos wechseln.

  • Doch, eigentlich kann er das schon. Besonders in solchen fällen wo die elkos von der Kapazität her unterdimensioniert sind um Kosten zu sparen. Erhöherung der Kapazität hilft weiterhin auch aufgrund der eigenschaft, dass bei höherer kapazität der ESR niedriger ist...

    Nein, eigentlich nur in den Fällen, in denen sie unterdimensioniert sind.
    Aber um herauszufinden, ob sie unterdimensioniert sind, müsste er einiges Wissen über den Schaltkreis mitbringen.

  • Früher gab es mal einen Richtwert. Etwa 1000 uF pro entnommenen Ampere.Gilt zwar für die 100 Hz aus dem Netzgleichrichter, aber für ein Schaltnetzteil liegt man damit auch nicht so verkehrt.Unter dimensioniert kann er eigentlich nur von der Spannung oder vom Temperatur Wert sein.Von der Kapazität weniger.Sonst würde das Gerät von Anfang an nicht richtig funktionieren.
    Gruß
    Norbert