Gehäusebau mittels Glasfaserplatten

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 3.857 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Mai 2010 um 21:41) ist von anonymix.

  • Moin,


    gestern kam ein netter Bericht über ein Autoumbau bei Abenteuer Auto. Darin wurde ein Spoiler entwickelt, den der Designer erstmal aus Holz und Spachtelmasse gezimmert hat (Muster). Danach hat der das Ganze zum Gehäuseformer gebracht, der das Teil dann eingestrichen und mittels Glasfaserzeug verklebt hat. Am Ende wurde dann der Holzvorbau rausgezogen und was übrig blieb war dann das neue Spoilergehäuse aus Kunststoff.

    Kennt jemand dieses Verfahren und weiss, ob solch ne Umsetzung bezahlbar wäre ?

  • Kennt jemand dieses Verfahren und weiss, ob solch ne Umsetzung bezahlbar wäre ?

    Ja und ja.
    Kommt nur auf die Größe der Brieftasche an.

    Das ganze ist unter dem Stichwort GFK (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.) zu finden.
    Der Rest bei Google dann.

    Mit verklebten Glasfaserplatten kann man auch manche Bootsrümpfe ausbessern und Löcher in Karosserien stopfen (habe ich mal bei meinem Vauxhall Chevette gemacht)

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  • Das ist machbar. Ich würde die Form für ein kleines Gehäuse aus Styropor + Spachtel erstellen. Ordentlich Trennwachs drauf und dann einige Schichten Glasfaser laminieren. Der Kunstharz kostet nicht die Welt.


    Kurze Ebay-Suche:
    10 m² Glasgewebe 150g/m² Glasfasergewebe Glasfaser GfK : 12,5 € , Ebay 200457058919
    1 kg GFK Polyesterharz + 20g Härter (CFK, Kunstharz) : 7,9 € , Ebay 350351390047

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  • Harz und Härter sind zwei Komponenten, die miteinander reagieren. Es erfordert ein bischen Übung, das richtige Mischverhältnis zu finden, denn man muß abwägen, wie schnell man's noch verarbeiten kann und wie lange es braucht, komplett auszuhärten. Wenn man zu wenig Härter nimmt, wird's nie ganz aushärten. Nimmt man aber zu viel, wird das Zeug richtig warm und härtet innerhalb von Minuten aus, so dass man's nichtmal richtig umgerührt bekommt.

    Gehäusebau mit dem Zeug sollte möglich sein, bezahlbar ist es auch. Ist halt Panscherei, unbedingt auf eine wertlose Unterlage achten, wenn man mit dem Zeug arbeitet. Behälter und Werkzeuge kann man hinterher auf jeden Fall wegwerfen.

    Schön wird das Gehäuse aber erst, wenn man's schleift, spachtelt und lackiert. Man kann also nur einen "body" damit bauen, aber der ist nichts weiter als "Formgeber". Die Oberfläche ist hässlich, weil die Flasfasern immer wieder mal durchgucken. Die Oberfläche ist niemals glatt, weil das Harz sich beim Aushärten zusammenzieht. Wer glatte Oberflächen und schöne Kanten haben will, kann sich gleich noch Feinspachtel und Nass-Schleifpapier dazu kaufen. Oder in der Auto-Lackiererei Eures Vertrauens nachfragen, die haben auch die coolen Farben und Klarlacke griffbereit.

    Jens

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  • Viel zu kompliziert - und veraltet.
    Auf einer Messe hab ich jemanden kennen gelernt, der in einem Polyesterbad mittels Laser ein dreidimensionales Plastikobjekt erzeugen kann, sozusagen "im freien Raum". Der braucht dafür lediglich eine CAD-Datei. Er bestätigte mir, dass er das auch in Stückzahl 1 macht, da die Methode eh für Prototypen entwickelt worden sei. Dann kostet so ein Gehäuse nur knapp 200-300 Euro in C64 Gehäuse-Größe.

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  • das sind diese 3D drucker, die kommen immer mehr in mode!

    das man bei der glasfasermethode nochmals nachspachteln und schleifen muß ist denke ich klar... trotzdem ne super möglichkeit denke ich um wirklich ein neues gehäuse zu machen bzw anbauten

  • Auf einer Messe hab ich jemanden kennen gelernt, der in einem Polyesterbad mittels Laser ein dreidimensionales Plastikobjekt erzeugen kann, sozusagen "im freien Raum". Der braucht dafür lediglich eine CAD-Datei.


    3D-Drucker - im Prinzip auch schon wieder ein alter Hut, wenn man die Qualitätsanforderungen an die "gedruckten" Teile weit genug runterschraubt kann man sich sowas auch selbst bauen, geeignete Google-Stichworte sind zB RepRap oder Cupcake CNC.

    10 x=rnd(-1963):fori=1to81:y=rnd(1):next
    20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    30 printint(rnd(1)*328)-217

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  • Ich finde den 3D Drucker mit Zucker (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.) immer noch am genialsten.
    Das Baumaterial ist billig und man kann es danach noch weglutschen...

    Das Stichwort für Google für all diese 3D Druckersysteme heisst "solid freeform fabrication" - da gibt es verschiedene Ansätze.
    Das oben beschrieben Polyesterbad mit Laser wäre z.B. ein "selective laser sintering". (deutsch: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.).

    So einen Plastikspritzer hatten wir ca 1998/99 am Fraunhofer in Stuttgart bereits rumstehen.
    Da war Rapid Prototyping gerade als Schlagwort in Mode gekommen.

    Bei LEGO arbeiten die Designer mit sowas, um benötigte neue Steine direkt ausdrucken und ausprobieren zu können.

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  • Bei GFK arbeitet man am besten3-schichtig: Gelcoat, Trägermasse, Topcoat. Da im Negativverfahren gearbeitet wird, kommt zuerst das Gelcoat (das ist später die Oberfläche), die man auch gleich mit Pigmentpaste einfärbt. Dann schauen auch keine Fasern durch. Dann kommt die Tragschicht mit Polyester oder Polyvinylester und mindestens 2 Lagen Glas, welche auch verdichtet werden sollte (gibts spezielle Rollen für). Zum Schluss das Topcoat, welches ein wenig Paraffin enthalten sollte, als Versiegelung.

  • Das mit den Glasfaserplatten ist durchaus möglich wie auch schon einige hier posteten!!

    Aber wie es auch schon Wiesel schön beschrieb ists ne menge Arbeit (Gerade das Spachteln und Schleifen) gerade hier sollte man schon ein bisl Übung haben sonst ist es zum scheitern verurteilt weil die flächen nicht gerade......... werden.


    Eine möglichkeit ist es und günstig auch aber verdammt viel Arbeit das kann ich euch sagen (Habe sowas schon ein paar mal gemacht zwar keine Gehäuse aber kommt dem Gleich.

  • Wie ich bei meinem Kotflügel gemerkt habe... um bei GFK eine glatte Oberfläche zu erzielen, muss man einige Stunden Handarbeit einrechnen.

    Bei GFK arbeitet man am besten3-schichtig: Gelcoat, Trägermasse, Topcoat. Da im Negativverfahren gearbeitet wird, kommt zuerst das Gelcoat (das ist später die Oberfläche),

    Nicht zwangsläufig. Man kann auch eine Positivform erstellen wie oben beschrieben.
    Man muss sich nur vorher Gedanken darüber machen, wie man das GFK dann nachher abmacht :)

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  • Wenn das Teil nachher größeren Belastungen standhalten soll finde ich GFK angebracht.
    Bei einem Computergehäuse würde ich allerdings nicht daran denken.

    Für sowas fände ich Vakuumtiefziehen (engl.: Vakuum-forming) viel interessanter. Da kannst du auch eine Form bauen.

    C64 II ASSY-250469Rev.B, SD2IEC 1.2sw
    A600 030@40MHz, 32Mb RAM, OS3.9
    A4000T 060/PPC CVisionPPC OS3.9/OS4.0
    Mac-mini G4@1,5GHz MacOSX/MorphOS

  • Ja das Vakuumtiefziehen hatten wir aber schonmal in einer anderen Geschichte durch auch wenn es optimal wäre ist es einfach zu teuer für ein Hobbyprojekt erst recht dann wenn es um kleine Stückzahlen geht.

    Eine Alternative wie ich sie ja schon im petto hatte ist das Polystyrol fräßen hier kann man im gegensatz zum Tiefziehen auch sehr nett Gehäuse aller Formen machen und das wesentlich günstiger.
    Aber auch hier spielt die Stückzahl wieder den Vorteil desto mehr umso günstiger!!
    Und man brauch beim Polystyrol fräßen keine Form sondern nur ne CAD-Zeichnung

  • Nicht zwangsläufig. Man kann auch eine Positivform erstellen wie oben beschrieben.
    Man muss sich nur vorher Gedanken darüber machen, wie man das GFK dann nachher abmacht :)


    Da muss vorher Trennwachs dazwischen, z.B. Ebay 300419867971.

    Das mit dem Tiefziehen finde ich interessant. :) Kannte ich noch nicht. Bei Rundungen kann ich mir das gut vorstellen, aber ob das auch bei scharfen Kanten klappt ? Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

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  • das problem mit den runden kanten hat man auch beim handlaminat, und wenn man nicht eine halbe ewigkeit nacharbeiten will und dann nochmal mehrschichtig lackieren ist, wie crazyicecap schrieb die negativform das beste.
    wobei mir nicht ganz klar ist wie man bei so kleinen sachen vernünftig walzen kann.
    von gehäusen mit scharfen kanten und winkeln die nicht etwas größer als 90° (in der form) sind würde ich die finger lassen. natürlich gibt es da schicke maschinelle verfahren mit glasmatten rein form zu und vakuum an - die saugen dann das harz automatisch. leider sind wir dann auf der preislich uninteressanten seite.

    (jepp ich erbeite bei einem laden der beides macht, und hatte sogar mal zwecks eines neuen cevie-gehäuses nachgefragt)

    wen das handlaminat trotzdem interessiert, der solllte mal auf modellbauseiten stöbern, da gibt es schöne anleitungen.

    grüße

    'nymix

    Things fall apart; the centre cannot hold;

    Mere anarchy is loosed upon the world,


    W. B. Yeats

  • wobei mir nicht ganz klar ist wie man bei so kleinen sachen vernünftig walzen kann.
    von gehäusen mit scharfen kanten und winkeln die nicht etwas größer als 90° (in der form) sind würde ich die finger lassen.


    Könnte man diese Bereiche nicht in mehreren Arbeitsgängen eingießen, d.h. jedes mal die Form passend positionieren, damit alle sehr schwierigen Bereiche gleich gefüllt werden ?
    Dann dürfte am Ende eine relativ glatte Oberfläche bleiben, aus der keine Glasfaser-Fetzen heraus-lungern können.

    Beim Tiefziehen wird man imo noch das Problem haben, dass man nur mit sehr geringen Materialstärken arbeiten kann. 1mm ist schon eine sehr dünne Eierschale.

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  • cbmhardware: das problem beim handlaminat ist, dass es zügig hintereinander gehen muss. und das reingießen leider nicht funktioniert - die 90° bekommt man aus einer form leider schlecht raus. wichtig ist auch, dass die ganze pampe schön in die glasfaser eingearbeitet wird - sonst hat man luftblasen die leider immer dort sind wo man sie nicht brauchen kann.
    eine positivform macht zwar weniger arbeit, aber hinterher umso mehr - und schade, wenn man eine schöne seite innen hat (perfekt beschichtet, farbecht usw.) und dann außen wieder dran rumschleifen muss.

    bei formen aus styropor etc. hätte ich eher angst (oder man mache sich richtig klug, ich kenn mich da auch nicht aus) - die harze und härter sind kein cola und allein eine falsche mischung oder ein falscher untergrund und es wird nicht lustig.

    @ all ich bin mir sicher, dass es mittel und wege gibt das alles zu optimieren - also erschlagt mich nicht.

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