ATX Mindestverbrauch

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 2.359 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. Februar 2009 um 12:01) ist von Gerti.

  • Hallo

    Wie hoch sollte denn jetzt die Last an nem ATX Netzteil mindestens sein? Ist ja immer wieder erwähnt, aber nie konkrete Zahlen, Kann man das irgendwo nachlesen? :help: Ich brauch nämlich n ordentlich leistungsstarkes netzteil, dass sowohl 5V, als auch 12V liefert. Oder gibts da ne (günstige) Alternative?

  • Ich nehme zum Testen von PC Netzteilen :dafuer: eine 12V 10W Halogenlampe als Last und habe damit beste Erfahrung, noch nie etwas zerschossen. An die Stifte der Lampe habe ich ein Stück Kabel mit Stecker angelötet. Um beide Spannungen zu messen, kommen zwei vorgenannte Lampen zum Einsatz.

    Gruß ZX81AMIGA :winke:

    IT IS TRUE, THAT ALCOHOL DOESN'T SOLVE ANY PROBLEMS! :bia BUT WHO SAID MILK DOES?

  • Das kann man so genau nicht beantworten. Es gibt die ATX-Spezifikationen, worin geregelt ist, bis wann das Netzteil nach Einschalten (PWR_ON) ein PWR_OK Signal zu liefern hat. Das liegt lt. Spezifikation zwischen 100ms und 500ms.

    Wenn PS_ON aktiv low geschaltet wird, dann sollte das Netzteil somit innerhalb von max. 500ms auf den 4 Spannungsschienen +12V, +5V, +3.3V sowie -12V jeweils die Spannung stabil bereitstellen.

    Weiterhin ist definiert, dass das Netzteil keinen Schaden nehmen darf, wenn keine Last anliegt beim Einschalten. Das was maximal passieren sollte: Das Netzteil fährt garnicht erst an.

    Generell ist nirgendwo definiert, wieviel Last auf einer bestimmten Spannungsschiene anliegen muss, damit das Netzteil ordentlich startet und die stabilen Spannungen liefert.

    In der Praxis hat sich bewährt, die 5V-Schiene mit ca. 0,25 Ampere zu belasten, damit das Netzteil stabile Spannungen auf allen Schienen liefert. Dazu wird ein 5W Widerstand (18 Ohm) benötigt.

    Falls Du vor hast, das ATX-Netzteil für Spannungsversorgung ausserhalb der Spezifikation (also ausserhalb von ATX-Motherboards) zu benutzen, musst Du beachten, dass der Kabelquerschnitt ausreichend dimensioniert ist und jeder externe Strang einzeln mit einer Sicherung für den Maximalstrom abgesichert wird, die dieser Spannungszweig versorgen soll. Beispiel: Das Gerät, was Du da anschließen möchtest, kann maximal 2A vertragen. Dann ist die Leitung mit 2A abzusichern, da Dir ansonsten im ungünstigsten Falle das Netzteil die maximalen Ampere auf dieser Spannungsschiene zur Verfügung stellt. Und das kann ganz leicht einen Brand auslösen, da gerne mal bis zu 20 Ampere bei einem Kurzschluss bereit gestellt werden. Das Netzteil verfügt zwar über eine Kurzschlusssicherung, jedoch beginnt die erst bei < 0,1 Ohm. Alles was darüber liegt, wird nicht als Kurzschluss bewertet und führt somit nicht zum Abschalten des Netzteils!

    Und immer in die Betrachtung mit einbeziehen: Viele Billig-Netzteile kommen aus China und werden mit den billigsten Teilen bestückt. Diese Netzteile sind dafür bekannt, sich auch nicht an die ATX-Spezifikationen zu halten. Solche Netzteile sind schon "brand"gefährlich, wenn sie als Stromversorgung für den heimischen Rechner eingesetzt werden. Da würde ich persönlich nie dran rumbasteln!!!

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  • Erstmal Danke für die Antworten. Das Forum hier ist wirklich Klasse! :dafuer:
    Ich hab hier noch nen 10W Widerstand rumliegen (Hab mal mit Multimeter den Widerstand gemessen, so um die 10 Ohm). Kann ich den auch verwenden? Und an Sicherungen kauf ich mir dann am besten nen ganzen Satz und mach außen ans Gehäuse (Ich wollts in nem ATX-Gehäuse drinlassen) für jede Spannung ne Buchse, wo ich die passende Sicherung reinsetze. Richtig? Das Netzteil ist aus nem Medion PC von 1998, ist das auch gefährlich? Ich hab auch ein paar andere, aber alle schon recht alt.

  • Sollte eigentlich funktionieren.

    Zur Qualität der Netzteile von Medion kann ich leider nix sagen. :nixwiss:

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  • Kann mich nur anschließen.
    Hab das mal durchgerechnet.
    Hier die Werte (wenns euch interessiert):

    18 Ohm bringt bei 5 Volt 0.277 Ampere.
    Macht eine Leistung von 1,385 Watt.
    Der Widerstand ist für 5 Watt ausgelegt. Ist also super geeignet.


    10 Ohm bringen bei 5 Volt 0,5 Ampere.
    Macht eine Leistung von 2,5 Watt.
    Der Widerstand ist für 10 Watt ausgelegt. Ist also auch super geeignet. ;)

    Gruß,
    Daffy

  • DMC:

    Danke für die Ausführungen.
    In unserer Straße ist von ein paar Jahren ein Haus abgebrannt. Der, dem die Wohnung gehört hat, hat bald darauf Selbstmord begangen. Später habe ich erfahren, dass die Ursache ein Schwelbrand im Netzteil eines PCs war.

    Jetzt ist mir einiges klarer.

    "Das Netzteil verfügt zwar über eine Kurzschlusssicherung, jedoch beginnt die erst bei < 0,1 Ohm. Alles was darüber liegt, wird nicht als Kurzschluss bewertet und führt somit nicht zum Abschalten des Netzteils!"

    Gerade das beunruhigt mich doch sehr.
    Das kann ja theoretisch auch durch ein defektes Motherboard oder Kabel passieren. Da würde dann auch ein teures Netzteil einen nicht mehr beschützen...

  • Das ein PC-Netzteil mit seinen 200-600W (es gibt noch größere) nichts für Elektronik-Laien ist, sollte bekannt sein, dass betrifft übrigens nicht nur das Netzteil innere mit seiner mehreren tausend Volt großen Hochspannungen mit welchen ein Schaltnetzteil arbeitet, sondern die Gefahren bei einem PC-Netztzeil sind acuh die sehr großen Ströme die es liefern kann (30 Ampere und mehr). Bei 30 Ampere brennen dir die Leitungen schneller durch als man schauen kann, Lichtblitze, Rauchentwicklung aber auch schnell ein Feuer kann ein Kurzschluß schnell verursachen, evtl. stinkt nur das Zimmer für eine Zeitlang nach Angebrannten, evtl. verbrennt man sich an den glühenden Leitungen auch noch mal schmerzhaft die Finger, evtl. steht aber auch mal das Zimmer in Brand oder die verschmorrten und verbrandten PVC-Leitungen machen eine komplette Sanierung des Zimmers nötig.

    Deswegen seit vorsichtig, wenn ihr mit PC-Netzteilen experimentiert, verlast euch nicht auf einen Überlastunngsschutz und eines schnellen Abschalten des Netzteils bei Kurzschluß - so etwas wäre fatal.

    Mir reichte es, dass ich mal den 3.5-Floppy-Stecker einen Stift versetzt aufgesetzt habe (enges Gehäuse ohne Sichtkontakt zum Stecker), als ich den PC dann einschaltete gab es einen Lichtbogen und die komplette Stromleitung zur Floppy begann zu rauchen und dann zu Glühen, solange bis eben an der Platine des 3.5-Floppy-Laufwerks die Leiterbahn/Lötzinn weggeschmorrt ist. Seitdem weiss ich dass auch so harmlose Spannungen von +5V bei sehr hohen Stromwerten nicht ohne sind und man damit doch sehr vorsichtig sein sollte.