Computerecke-im-Kaufhaus-Steher


  • Borna
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  • Computerecke-im-Kaufhaus-Steher

    Es gab ja richtige lokale "Szene-Treffs" um die Computer-Ecken im Kaufhaus, wo man sich getroffen, mit Basic-Kenntnissen angegeben, neueste Spiele-Infos ausgetauscht und sogar Bekanntschaften gemacht hat. Bis die entnervte Kassierein den Stecker gezogen hat...;-)

    Da es noch kein Internet gab, kann man getrost von Community sprechen.

    Habt Ihr auch an sowas teilgenommen?

    Mir ist eingefallen, daß ich, obwohl wir zuhause einen C64 hatten, Schwierigkeiten hatte, an der Compi-Ecke vorbeizulaufen, ohne zu schauen, was die anderen so gemacht haben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Borna ()

  • Ja da war eigentlich in jeden größeren Kaufhaus (Horten, Karstadt, Hertie usw.) gang und gäbe. Die Verkäufer wurden mit den neusten Kopien bestochen und haben sich auch dazu hinreissen lassen das man Kopiersessions startete...
  • Bei uns in Berlin gab es einen kleinen Computer Shop im U-Bahnhof Schlossstraße. Der war nicht größer als diese Blumenläden hatte aber alles da und man traff sich dort Regelmäßig. Das waren noch Zeiten.

    Chris
  • ja die Computerabteilungen damals waren noch genial. Die lustigen Demos und Bilder. Der Karstadt hier in Dortmund hatte eine große Abteilung, alleine die PD Wand war schon so groß da passte ein ESCOM rein. Aber Treffs ???? Mal durch Zufall bei Spielen, aber direkt abgesprochen nein.
  • Also ich war immer nach der schule mit ein paar freunden in Horten hier in dortmund und wir haben da auch immer andere getroffen mit denen wir programme getauscht haben. :freude Das waren noch zeiten ich hatte zwar schon meinen c64 aber spass hat es bei horten immer gemacht andere leute zu treffen.
    2. Platz beim Home Page Award am 14.06.2009 :D
    commodore-museum-lohse.npage.de
    Schaut mal rein :winke: Möge der c64 mit dir sein!
  • Es gab damals zwei Läden in Stuttgart, wo sich die Szene traf um die neuesten Errungenschaften untereinander auszutauschen. Es war immer wieder interessant, wen man da treffen konnte.
    Der Chef eines der Läden hatte auch damals in einem Fernehinterview zugegeben, er hätte die Kopiersessions toleriert, da diese den Verkauf von Leerdisketten unheimlich förderten.
    Komisch daß danach die Polizei relativ oft bei ihm zu sehen war...
  • So Ende '83 als ich noch keinen Cevi hatte, habe wir uns in Celle in den Hinterräumen eines kleinen Fernseh- und Elektrogeschäft getroffen. Da stand auch eine ATARI VCS2600 Vorführkonsole in einer Art Spiehallengehäuse mit ca. 40 Spielen. Für eine Mark konnte man dann eine halbe Stunde ATARI spielen. Aber der C64 war natürlich das absolute Highlight und wurde nur bei ernsthaften Kaufinteressenten angeworfen. Na ja, ein halbes Jahr später hatte ich dann meinen eigenen C64 und brauchte mich dann nicht mehr in div. Kaufhäusern rumtreiben.

    Ohne arrogant zu klingen, aber das rumhängen und probespielen hatte für mich immer etwas würdeloses.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Z0451 ()

  • In Leverkusen-Opladen gab es damals einen Foto-Allkauf. Die hatten auch ´ne Menge Games dort und waren vom Preis her recht günstig. Leider keinen C64 oder C16 aufgebaut. Meistens wurde dort über die verkauften Spiele gefachsimpelt oder Tips gegeben.

    Beim örtlichen Allkauf war die relativ große Computer-Abteilung. Anfangs konnte man die Kisten alle ausprobieren und teilweise sogar Spiele drauf laden. Einige haben sogar Disketten von zu hause mitgebracht und da kopiert oder Demos laufen lassen. Bis denen das irgendwann zu bunt wurde. Erst haben sie einen Verkäufer abgestellt, der die Computerecke "überwacht" hat. Anschließend haben sie die Geräte soweit abgestöpselt und nur "auf Zuruf", wenn ein Kunde Interesse gezeigt hat, unter Aufsicht in Betrieb genommen.
    Never run a touching system!
    Digital-Facts on SoundCloud: soundcloud.com/digitalfacts
  • Naja, die großen Zeiten habe ich leider verpasst, aber ich habe Anfang der 90er manchmal den Bus verpasst und mußte eine Stunde auf den nächsten warten. Dann bin ich oft zum nahegelegenen Karstadt gegangen, wo ein SNES stand. Da waren immer mehrere Leute
    (meist türkische Kinder) am Mario zocken. Da habe ich dann ein wenig mitgezockt.
    Da ich dunkle Haare und Augen habe, bin ich öfters auf türkisch angelabert worden,
    weil die sich garnicht vorstellen konnten, daß jemand, der bei Karstadt Nintendo zockt
    kein Türke ist :roll2:!
    Gegenüber von der Haltestelle gab es Quelle. Da stand ein C64, der meist an war.
    Da war aber nix los. Einmal wollte ich ihn ausprobieren und gucken, ob meine C16-Kenntnisse auch am C64 funktionieren. Da hatte jemand eine Endlosschleife programmiert, die immer "Quelle ist doof" ausspuckte. Gerade als ich RUN/STOP drücken
    wollte, kam ein Verkäufer mit strafendem Blick auf mich zu. Bevor ich kapierte, daß er mich
    für den Missetäter hielt, stand ich schon vor dem Laden. Da habe ich mich dann auch erstmal nicht mehr reingetraut (ich war ja noch klein, muß so '93 gewesen sein).
    Ab und zu habe ich auch HCS Lange genervt, ob er was für meinen C16 hätte. Hatte er aber meist nicht und war meistens unfreundlich. War aber der einzige Commodore-Laden in DT.
    Andere Commodore-User habe ich erst über Doc of Desire kennengelernt (den ich auf eine seiner Anzeigen im CF kontaktiert habe).
    Die meisten hatten schon einen PC oder AMIGA und wenn noch ein 8 Bitter da war, dann fast immer ein C64.
    Als C16 mit Datasette-User stand ich ziemlich allein da..!
    Was bedeutet dieses dämliche Modewort "retro" eigentlich wirklich?
    Wer mir dummdreiste Unterstellungen macht, kriegt Ärger mit meinem Freund Supererdbeere!
  • Ich gehörte auch zu diesen "elternlosen" Kids bei Kartstadt Berlin Hermannplatz.
    Ich muß da um die 14-15 Jahre gewesen sein.
    Eine Aktion war immer wieder ein Autorennspiel in Basic auf den Cevi oder
    VC20 zu erstellen und zum Laufen zu bringen.

    Es sind auch eigenartige Freundschaften entstanden. :)

    Bis dann die Verkäufer uns regelmässig verjagt haben, dann kam die Zeit der
    ComputerAG in der Schule mit einem TI99/4a.

    Gruß Höp
    8 Bit sind genug, sonst komme ich morgens nicht aus dem Bett. %)

    „Nous sommes dans un pot de chambre et nous y serons emmerdés.“
    („Wir sitzen in einem Nachttopf und wir werden darin zugeschissen werden“)
    2.9.1870, Auguste-Alexandre Ducrot

    www.emu64-projekt.de/acme The home of ACME win32 compile.
  • Ja, von 1983 bis ende der 80er war bei uns im Horten Computercenter (heute Kaufhof) Samstags gegen 10 Uhr ein Treff... Freaks wie du und ich trafen sich, tauschten sich aus ;) und das eine oder andere Original aus den Auslagen wurde ausprobiert und dann kopiert um es zu hause weiter zu testen... Oder so ähnlich :lauh3: Damals [tm] gab es noch kein Unrechtbewusstsein, was sich dann aber langsam änderte. Ende der 80er gab es dann diese Treffs nur noch sporadisch und in den 90ern schlief das ganz ein. Die meisten hatten dann auch kein so großes Interesse mehr an den "neusten" Spielen und viele von damals habe ich auch aus den Augen verloren. Einige sind sogar durchgedreht (kein Witz) :baby: - Naja. Ich nicht. Oder? Weiß nicht :winke:
  • @Telespielator:

    10 PRINT"QUELLE IST DOOF"
    20 RUN

    RUN

    ;)

    Bei uns im Karstadt gabs neben der Rolltreppe eine kleine, aber feine Computerabteilung. Da haben wir dann meistens bei den CPC-Leuten zugesehen, weil deren Basic zugegebenermaßen die Grafikprogrammierung leichter gemacht hat. Sehr nervig: es gab eine Mitarbeiterin, die von Technik keine Ahnung hatte. Wenn die genug von uns hatte, hat sie einfach den Stecker gezogen. Da half kein Bitten. Wenn man seinen 30-Zeiler nicht gespeichert hatte, war der eben weg.

    Ach, was waren wir doch UNDERGROUND ;)

    Off Topic: Stuttgart hat den Pokal verloren, komm grad vom Freundes-viewing. Dazu etwas Werbung für meinen Video-Blog (Borna Korna: DFB-Pokalfinale): Bornas Videoblog zum Thema Pokalfinale, danke fürs reinschauen
  • Muss ich beim Lesen dieses Fadens doch an einen alten Witz denken:

    Kommt einer 1984 ins Kaufhaus am Alex und fragt nach einem Computer. Antwort des Verkäufers: "Hier gibt es keine Waschmaschinen, keine Computer gibt es am Ostbahnhof."

    PS: Aber an der Uni hatten wir einen HP mit rasendem Schnürsenkel.
    *** Von ihrem Wesen her hat Wahrheit nichts mit einer demokratischen Prozedur zu tun. ***
    Prof. Julius Gabriel
  • Nur mal so als Nicht - Berliner, um den Witz zu verstehen...

    Kommt einer 1984 ins Kaufhaus am Alex


    Wer oder was ist Alex ?

    Antwort des Verkäufers: "Hier gibt es keine Waschmaschinen


    Warum gibt´s dort keine Waschmaschinen ?

    keine Computer gibt es am Ostbahnhof.


    Wieso gibt´s am Ostbahnhof keine Computer, oder warum sollte es dort welche geben ???


    Ich versteh´ nur "Bahnhof" :roll:
  • Denk einfach nur an die Mangelwirtschaft in der DDR. Selbst als Wessi weiss ich das der "Alex" der Alexanderplatz in Ost-Berlin ist.

    Mal ne andere Frage, wie war das den damals in der DDR? Gab es dort auch eine C64 Szene und wo habt ihr Euch die Games und Leerdisketten besorgt? Vieleicht sind hier einige Ossis die darüber berichten können. Würde mich brennend interessieren.
  • Naja, das einzige wo ich jemals nen Verkäufer innerlich verflucht hatte war bei MediaMarkt in Essen. Da stand so ein schickes PlayChoice NES Gerät. Und nur weil wir Kiddies dort die ganze Zeit am zocken waren meinte der nur "Hier ist doch keine Spielhalle" und stellte den Kasten von 10 Minuten auf 30 Sekunden.
    Wat nen Flachw*pieeeeep* ;)
    SELECT signatur FROM dummesprueche WHERE forumsbezug > 0
    0 rows returned.
  • @ Klotz :

    Doch. War ... äh ... ist mein Ernst. So traurig es auch zu sein scheint ... Ich verstehe den Witz tatsächlich nicht.

    @ Z0451:

    Eine Platz habe ich schon vermutet. Meine ich auch schon mal gehört zu haben. Aber ob der nun in Ost - oder Westberlin war / ist ... :nixwiss:
    Mangelwirtschaft ...ok. Aber es gab in der DDR Computer für Privatleute.
    Robotron KC... Und wenn nicht in Berlin, wo sonst ?
    Naja, vlt. nicht gerade im Kaufhaus ... ?

    Und vorher war mir ja noch nicht mal klar, dass es überhaupt von Ostberlin die Rede war.

    Dann bleibt nur noch die Frage, was es mit dem Ostbahnhof auf sich hat. ?
    Weil dort vieles aus dem Westen ankam ??? Waschmaschienen ???
    Aber keine Computer ??????????

    Irgendwie steh ich grad auf dem Schlauch ...

    Verwirrten Gruß
    Andreas

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JerryMaus ()

  • Mal ne andere Frage, wie war das den damals in der DDR? Gab es dort auch eine C64 Szene und wo habt ihr Euch die Games und Leerdisketten besorgt? Vieleicht sind hier einige Ossis die darüber berichten können. Würde mich brennend interessieren.


    dazu gibt es einen ganz interessanten thread in der csdb - losgegangen ist es im osten wohl in ungarn..

    noname.c64.org/csdb/forums/?roomid=7&topicid=41380
  • @Borna: Ach DU warst das? Danke, Du Arsch! :D

    Da gibt es auch besseres. Habe eine Disk mit sog. "Kaufhausdemos", die die
    Einschaltmeldung des C64 zeigen, und bei Druck auf eine Taste ein Sample
    abspielen. Z.B. "Hallo, ich bin ein schwuler Computer! He Süßer, komm doch mal her...!"
    und ähnlichen Quatsch. Muß für arglose Kunden ein Schock gewesen sein, wenn sie
    sich endlich mal getraut haben eine Taste zu drücken und das Ding labert plötzlich los :D!

    @JerryMaus: Die in dem Witz genannten Locations spielen keine Rolle. Es geht darum, daß es in der DDR viele "Luxusartikel" wie Computer oder Waschmaschinen für den Normalbürger so gut wie garnicht auf normalem Wege zu kaufen gab und die Pointe ist, daß es eigentlich keine Rolle spielt, wo man fragt, es gibt sie einfach nicht. Der Verkäufer hätte auch einfach antworten können "Das müßten sie doch wissen, daß es sowas nicht gibt!".
    Allerdings antwortet er auf die Frage mit einer ironisch/zynischen Antwort. Er hat keinen Computer zu verkaufen und würde dem Kunden gerne sagen, wo er einen bekommt, aber
    es gibt ja nirgendwo welche.

    Es gab zwar Heimcomputer in der DDR, aber diese waren meistens Bildungseinrichtungen oder kleinen Unternehmen vorbehalten und für Privatleute zu teuer. Man darf auch nicht die westlichen Produktionszahlen zugrunde legen. Computer in Privatbesitz waren selten. Aber es gab durchaus auch die Idee, daß Computer unterhaltend sein dürfen, also nicht nur für ernste Anwendungen da sind, auch wenn diese Vorrang hatten.
    So gab es die Spielkonsole RFT BSS-01 (davon habe ich 2), einen Pong-Klone, der aber meist an Jugendzentren verkauft wurde, bis die Produktion zu Gunsten von Radioweckern eingestellt wurde. Außerdem gab es den Arcadeautomaten Polyplay, der eine Auswahl von Spielen bot.
    Für die existierenden Heimcomputer gab es auch eine Reihe von meist selbstgeschriebenen Spielen.
    Teilweise gab es auch Software auf Schallplatten oder wurde sogar im Radio übertragen,
    daß man sie auf Kassetten aufnehmen konnte. Es gab aber auch offizielle Spieleveröffentlichungen auf Tape.
    Disketten waren für die meisten der wenigen privaten Nutzer unerreichbarer Luxus.
    Dafür gab es kein Copyright auf Software (das haben wir ja vor allem Bill "Profitgeier" Gates zu verdanken!)...!

    Aufgrund des Technologieembargos CoCom konnte die DDR offiziell keine westliche Computertechnologie importieren und mußte auf Eigenentwicklungen des Ostblocks und
    Nachbauten zurückgreifen.

    Ende der 80er wurde es möglich, eine Ladung C64 zu importieren, die dann für teures
    Geld (ich glaube in den Intershops gegen Westgeld) unters Volk gebracht wurden.

    Trotzdem wurde z.B. der über einen Importeur in westdeutschen Kaufhäusern vertriebene DDR-Drucker Präsident 6313c von der 64er als einer der besten
    seiner Preisklasse gefeiert. Kann ich bestätigen, benutze ich gerne :D

    Es finden sich zahlreiche Seiten im Netz, wo man sowas nachlesen kann, Google hilft...!

    Z.B.: heise.de/tp/r4/artikel/3/3249/1.html

    :winke:
    Was bedeutet dieses dämliche Modewort "retro" eigentlich wirklich?
    Wer mir dummdreiste Unterstellungen macht, kriegt Ärger mit meinem Freund Supererdbeere!
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