Datasette Motor läuft sofort beim Einschalten des C64

There are 29 replies in this Thread which has previously been viewed 841 times. The latest Post (January 22, 2026 at 2:29 PM) was by CB1JCY.

  • weil die CPU nach einer Überspannung (ESD...) weiter stirbt.

    Das kann man meines Wissens nach nicht so pauschal sagen!

    Es KANN zu beschleunigtem weiteren Verfall kommen, aber MUSS nicht!


    Man darf dabei nicht vergessen, dass die Strukturgrößen dieser URALT-Chips noch um einige Größenordnungen über denen der "heutzutage" so gebräuchlichen liegen und somit metallurgische Effekte nicht derart ausgeprägt sind.

    Ein Indiz, dass eine nicht lokal begrenzte Schädigung vorliegt (oder schlicht der "Verschleiß" schon weit fortgeschritten ist...) wäre eine erhöhte mittlere Stromaufnahme verbunden mit einer höheren Betriebstemperatur (welche ohne Gegenmaßnahmen *) dann selbstverstärkend auf die Alterung wirkt!)

    Allerdings dürften die wenigsten Hobby-Geräte jemals derart viele Betriebsstunden runter haben, dass solche Effekte einen Einfluss auf die restliche Nutzungsdauer hätten.

    Viel stärker schlagen da makroskopische Effekte durch wie etwa Wackelkontakte resp. durch Oxidation entstandene parasitäre Halbleiterstrukturen an den Anschlusspins, welche bei Vcc und insb. GND fatale Folgen für den Chip haben wie auch Effekte durch entlang der Oxidation der Anschlusspins ins Gehäuse eindringende Feuchtigkeit und darin gelöste Salze, was zu verstärkter Oxidation sowie teils sogar zu Dampfblasen und in Folge offenliegenden Chipstrukturen führt, die dann erst recht schnell oxidieren und ausfallen.

    Von "dauerhaften" Überspannungen und erhöhtem Brummanteil (der zu Wärmearbeit in allen Strompfaden führt!) durch defekte "taube" Elektrolytkondesatoren, sowie Nutzerfehlern wie falscher Lagerung, Ein/Abstecken von Erweiterungen im Betrieb, falschem Erdungskonzept (was sogar für uns Menschen gefährliche Berührspannungen beim An/abstecken bewirken kann!) sowie thermische Überlastung ganz zu schweigen.


    *) Übrigens: ein Kühlkörper oben drauf sieht bei DIL-ICs vielleicht "profimäßig" aus, aber bringt fast gar nix, da zwischen eigentlichem Chip und der oberen IC-Gehäuse-Aussenseite sehr viel Epoxidharz "Plastik" liegt, das eine recht geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Wenn dann müsste man von UNTEN her entwärmen unter Einbeziehung derjenigen Pins, die auf die Baseplate gehen (je nach Chiptyp GND oder Vcc), denn dort ist das Epoxidharz deutlich dünner und die Pins führen als Metalle überproportional viel Wärme ab...

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    Das DIE PAD unten ist aus Kupfer -meist überlegiert- aber dominiert mit den daran befestigten Pins die Wärmeabführung. Zudem ist die Unterhälfte oft mit weniger Materialstärke ausgeführt und letztlich kann man dort auch etwas gefahrloser Material abschleifen, da zuerst ja das metallische Pad zum Vorschein käme (und das Stanzgitter der übrigen Pins...) (Abschleifen sollte nur, wer dann auch wieder ordentlich versiegeln kann...)

    (es gibt auch Chips, bei denen die Konstruktion andersrum war, d.h. die Baseplate oben lag und auch solche bei denen die Baseplate rausgeführt wurde in Form von breiten "thermischen" Pins, die auf Kupferflächen gelötet und/oder an Kühlkörpern befestigt werden konnten. Der 10W Audio-Verstärker-IC A210K aus DDR-Fertigung (ein TBA810 Klon) ist ein Beispiel für diese Bauart (mit integriertem Alukühlkörper im Gegensatz zur reinen Kühlfahne beim TBA810S) Bei Chips im Keramikgehäuse war die Wärmeleitfähigkeit eben der Keramik deutlich höher, sowie auch die Dichtigkeit gg. eindringende Feuchtigkeit und entsp. Oxidationsvorgänge im Inneren. Daher setzt z.b. das Militär bis heute auf diese recht teure Bauform...)

    Edited 5 times, last by Ruudi (January 20, 2026 at 6:55 PM).

  • Ist ja richtig. Meine Erfahrung mit der 8bit-Technik der 80iger ist dass es dreimal gut geht und einmal stirbt es weiter.

    Wenn man mit einem Kühlkörper die abstrahlende Oberfläche vergrößert, ist schon ein (geringer) Nutzen vorhanden. Passende IR-Aufnahmen sollten sich dazu genug im Netz finden. Bei den 264ern habe ich CPU mit einem Kühlkörper deshalb versorgt.
    Beim C64 nur die alten SIDs. Der Rest hat m.E. "Betriebstemperatur".

    A210K: ist ein A210D mit Kühlkörper. Dort wurde duie Kühlfahne Die-nahe eingesetzt und dann die Plastegehäuseschalen gesetzt.

  • Ist ja richtig. Meine Erfahrung mit der 8bit-Technik der 80iger ist dass es dreimal gut geht und einmal stirbt es weiter.

    Wenn man mit einem Kühlkörper die abstrahlende Oberfläche vergrößert, ist schon ein (geringer) Nutzen vorhanden. Passende IR-Aufnahmen sollten sich dazu genug im Netz finden. Bei den 264ern habe ich CPU mit einem Kühlkörper deshalb versorgt.
    Beim C64 nur die alten SIDs. Der Rest hat m.E. "Betriebstemperatur".

    A210K: ist ein A210D mit Kühlkörper. Dort wurde duie Kühlfahne Die-nahe eingesetzt und dann die Plastegehäuseschalen gesetzt.

    Ja, die Durchschnittstemperatur bringt man etwas runter, aber auf Hot-Spots hat man kaum Einfluss... Leider haben die alten Chips meist nur einen einzigen GND oder eben Vcc Pin der direkt am DIE-PAD hängt, d.h. eine optimale Entwärmung ist nicht wirklich trivial...

    JEDE Verringerung der Temperatur wirkt lebensdauerverlängernd im Betrieb, in der Lagerung (von ganzen Baugruppen) hingegen sollte man nicht unter +12°C gehen, sonst gibts Zinn-Whisker und Zinnpest, d.h. großflächige kaum reparable Zerstörung, bei verzinnten IC-Pins sowieso dann nicht mehr...

  • Ich glaub, wir weichen zuweit vom Threadthema ab.
    Und ja: bei der Entwicklung von Halbleiterschaltkreisen hat man weiter gelernt. Das sieht man auch bei den leistungsfähigeren Nachfolgern des A210(K). Nur eine Sache ist mir nicht bekannt: Ich kenne den A205/210(K) nur im Plastikgehäuse. Mit Keramik habe ich die nie gesehen.

  • Ich kenne den A205/210(K) nur im Plastikgehäuse. Mit Keramik habe ich die nie gesehen.

    Hab ich nicht behauptet, es ging um die Kühlfahnen, die quasi das Die-Pad nach Aussen hin massiv verlängern und um teils ab Werk schon montierte Kühlkörper...

    Heute würde man da nen Class D Verstärker realisieren und das Die-Pad direkt von unten lötbar an die PCB anbinden, um das bisschen Wärme, das der hocheffiziente Class D (bei integrierten Mosfets) noch produziert auch noch abzuführen ;-) Aber wir sind hier ja auf nem Retro-Forum ;-)


    Apropos abweichen: Preginho : Gibt es Ergebnisse, was die Wiederbelebung der CPU mittels externem Pull-Up anbelangt?

  • Wiederbelebung der CPU mittels externem Pull-Up

    Um den OT hier mal weiterzupflegen (wer auch immer damit angefangen hat, hehe):

    Damals(tm) mit dem STEREOinSID hatte ich auch positive Erfahrungen mit PullUp/Downs in Adressleitungen gehabt.
    Auch der SID selbst mit seiner Versorgungsspannung war da interessant: Einige 6581 waren bei 12V "defekt", funktionierten aber mit Unterspannung bei 9V tadellos, auch wenn hierbei trotzdem von einem Defekt auszugehen ist.

    Demnach könnte die hier betroffene CPU auch von Ruudis Tipp profitieren.

    Wir erwarten die Ergebnisse! :hammer:

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  • Das Gerät läuft ja längst wieder, ich hatte noch eine CPU da, die ich eingebaut habe. Hatte ich ja (eigentlich abschließend) schon berichtet.

    Die alte CPU habe ich noch und entsprechend markiert, sollte ich mal wieder ein Board in die Finger bekommen wo die CPU muckt, dann nehme ich ggf diese und teste den Vorschlag. Aktuell aber erstmal nicht

  • Wenn da der Ausgang defekt wäre...
    Bei Mosfets dieser Bauart bricht aber eher die Oxidschicht zwischen Gate und D/S oder (wenn vorhanden) eine Eingangsschutzdiode durch. Also hier der Port, der "Laufwerkstaste gedrückt" detektiert. Die gemessenen Werte bestätigen das auch.

  • Bei Mosfets dieser Bauart bricht aber eher die Oxidschicht zwischen Gate und D/S oder (wenn vorhanden) eine Eingangsschutzdiode durch. Also hier der Port, der "Laufwerkstaste gedrückt" detektiert. Die gemessenen Werte bestätigen das auch.

    Ich hatte parallel auch erwähnt, dass erhöhte Stromaufnahme von einem echten, kaum behebbaren Defekt zeugen würde... Eventuell kann man aber sogar noch "nachhelfen", indem man genau den einen Port nochmals per dosierter externer Last "ganz" schiesst, so dass die Eingangsfunktion (hoffentlich) wieder reale Werte sieht...

    Wobei ich das angesichts des hier ja vernachlässigbaren Fehlers (die CPU könnte man z.b. im SX64 ohne Einschränkungen betreiben, sofern der Fehler sich nicht ausweitet, ebenso siehe Diskussion weiter oben..) bleiben lassen würde.


    Der Versuch mit Pull-Up im KOhm.Bereich ist aber nicht zerstörend und wäre somit der erste Schritt gewesen, um die CPU eventuell sogar im normalen C64 zu retten...

  • Der Versuch mit Pull-Up im KOhm.Bereich ist aber nicht zerstörend und wäre somit der erste Schritt gewesen,

    Bitte entschuldige, dass ich mich da nicht weiter auslassen will. Ich habe nämlich keine Lust, mich über die verschiedenen Halbleiterdesigns auszulassen.
    Alles Notwendige ist hier geschrieben.

    Ich nehme diesen Thread aus meinem Abo raus.