Stichwort Raubkopien

Es gibt 301 Antworten in diesem Thema, welches 16.032 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. August 2025 um 21:15) ist von rayden.

  • Wie man mit 0,20 Euro Gewinn zum börsennotierten Multimilliardenkonzern werden kann, bei dem die Manager sich dumm und dämlich verdienen, das ist auch interessant und der Wahrheitsgehalt fragwürdig.

    Zwar gehöre ich auch zu den Menschen mit überdurchschnittlichen vielen Originalspielen für C64 und Amiga, aber es kam doch immer wieder vor, dass man sich betrogen fühlte, etwa bei Vollpreis-Spielen wie Rampage, Five-a-side football oder dem SEUK, für das ich sogar ein paar Wochen auf den bereits von meinem Vater im Keller gelagerten, nagelneuen Amiga 500 verzichtet habe. Maniac Mansion auf dem Amiga oder Last Ninja am C64 haben zudem mit Kopierschutz genervt, da habe ich trotz Original viel lieber die modifizierte Sicherheitskopie gespielt.

    Aber ich will mich gar nicht beschweren, da man heutzutage selbst legendäre, einigermaßen aktuelle Spiele immer wieder zu fairen Preisen bekommt.

    Das gerade erst für MacOS umgesetzte Cyberpunk 2077, speziell für Fans von Deus Ex vielleicht eines der Top 5 Spiele aller Zeiten, gab es zum Release bereits für 9 respektive 16 Euro (Ultimate Edition) und aktuell ist das bahnbrechende Deus Ex Human Revolution für die XBox Series S hochoffiziell auf 2,24 Euro reduziert, wofür man dann selbst die lahme Framerate von 30 fps in Kauf nimmt :)

    Mich würde interessieren, ob auf dem Garantiezettel wirklich Raubmordvergewaltigungskopie drauf stand, oder ob diese bescheuert-weltfremden Wortschöpfungen ausschließlich von der Presse lanciert wurden. Das ist wohl auch ein typisch deutsches Ding und verwunderlich, dass man deutsche Autos nicht als lärmende Giftgasmobile bezeichnet, deren Betriebsmittel aus terrorfinanzierenden Schurkenstaaten stammt, was der Realität ja noch näher kommt als bei Worschöpfungen für die Sicherheitskopie. Ok, ich höre schon wieder auf mit der Polemik, so schmerzhaft nahe sie der Wahrheit auch kommt ;)

  • Wie ich weiter vorn schon gepostet habe (hat aber anscheinend keinen interessiert) geht der Begriff Raubkopie bereits mehrere Jahrhunderte zurück, als Bücher unerlaubt nachgedruckt wurden, habe dazu einen wissenschaftlichen Artikel verlinkt, in dem das behandelt wird.

    Und der Raub bezieht sich wohl auf das geistige Eigentum.

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  • Ja, trotzdem ein komischer Begriff. Beim Raub ist eben etwas weg was vorher da war. Ich finde illegale Kopie trifft es besser als Raubkopie.

    Aber was ich finde ist nicht so wichtig, der andere Begriff ist eben etabliert und jeder weiß was gemeint ist.

  • Ich finde den Begriff äußerst unangemessen, genau wie viele andere Wörter die heutzutage verboten oder wenigstens geächtet sind.

    Und ich möchte zumindest nicht zur Weitergabe an neue Generationen beitragen oder wenn dann schon historisch korrekt als Raubmordkopie ;)

  • Ich hatte weiter oben ja auch schon geschrieben, dass man etwas RAUBT (nämlich dem Hersteller den Gewinn) durch die KOPIE .

    Finde ich vollkommen logisch und habe das auch damals™ schon so interpretiert...
    Hat hier auch keinen interessiert. :D

  • Geistiges Eigentum ist halt was anderes als materielles Eigentum, daher muss man das halt etwas differenziert betrachten. Da ist der Raub dann halt auch etwas anders verortet. Ist dann halt "geistiger Raub" :)

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  • Ja ne Raub ist schon völlig daneben. Hier mal eine Beschreibung was Raub ist, da ist auch immer Gewalt mit im Spiel.

    Zitat

    Raub ist eine Straftat, bei der jemand unter Anwendung von Gewalt oder Drohung mit Gewalt eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen. Es ist eine Kombination aus Diebstahl und Nötigung, wobei die Nötigung durch Gewaltanwendung oder deren Androhung erfolgt


  • Man wird aber auch seiner Einnahmen "beraubt"... es gibt doch viele Möglichkeiten etwas auszudrücken, man muss ja auch nicht immer alles so verbissen betrachten wenn es um Sprache geht. Es gibt sicherlich genügend Begriffe, die jeder von uns völlig selbstverständlich verwendet, die aber bei genauerer Betrachtung auch irgendwie unpassend erscheinen.

    Zum Beispiel "Mundraub" :)

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  • ...oder Grabraub, Samenraub, zeitraubend, Postraub, ...

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  • Haha, ja ist schon richtig und jeder weiß dass bei einer Raubkopie nur selten Gewalt mit im Spiel ist(Es sei denn mal will als erster die Kopie haben auf der Kopieparty^^)

    Aber wenn man über den Begrifff Raubkopie redet, dann gehört es eben auch dazu das mal auseinander zu nehmen.

    Mir persönlich ist das schnuppe. Ich habe bis vor Jahren sogar noch einige VST Plugins raubkopiert^^ Meist aber nur zum Testen und schon gar nicht kommerziell eingesetzt, denn so gut bin ich leider nicht. Mittlerweile habe ich da extrem viel Geld in Plugins gesteckt und wieder verkauft und wieder gekauft.

    Egal, jedenfalls habe ich noch nie soviel legal erworben wie in den letzten Jahren. Weiß gar nicht wann ich meine letzte Spieleraubkopie hatte, durch Steam, Spotify Premium, Netflix, Disney+ usw. komme ich eigentlich gar nicht mehr dazu irgendwas raubzukopieren^^

  • passt doch. Auf dem Schulhof wurden wir ja genötigt, Kopien mitzunehmen. Wer da nicht mitgemacht hat, Nase platt.

    So eine Gewaltorgie war besonders unter Commodorefans an der Tagesordnung. Als CPCler kannte ich das nicht. Ich hatte tatsächlich nur Originaltapes. Ok, könnte auch dran gelegen haben, dass keiner einen CPC hatte.:S

  • Ja ne Raub ist schon völlig daneben. Hier mal eine Beschreibung was Raub ist, da ist auch immer Gewalt mit im Spiel.

    Zitat

    Raub ist eine Straftat, bei der jemand unter Anwendung von Gewalt oder Drohung mit Gewalt eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen. Es ist eine Kombination aus Diebstahl und Nötigung, wobei die Nötigung durch Gewaltanwendung oder deren Androhung erfolgt


    Klar, wenn man "Raub"kopie im Sinne von "Raub mit Gewaltanwendung" überträgt, passt es nicht. Aber die Definition von "Raub" hat man damals nicht so hart aufgefasst. Die Bedeutungen von anderen Wörtern sind auch vielseitig. Plötzlich war alles "geil", das fanden wir voll normal, die Eltern oder aufgeklärte Personen waren da anderer Ansicht. Auch "f*ck" ist sehr universell einsetzbar. Ein "Räuber" war halt ein "Dieb" oder "Verbrecher", der Räuber muss ja nicht immer gleich rumballern. Und sowas wie Klaukopie klingt halt nicht so schmissig. :)

    Sicher war es auch eine gewollte Stigmatisierung der "bösen Raubkopierer" Gruppe. Man sieht ja, dass es heut noch wirkt, wenn man sich als Raubkopierer verunglimpft fühlt, obwohl man doch nur ganz lieb und friedlich daheim auf 3 Diskettenboxen voll illegaler Kopien gesessen hat. Wir waren doch arme unschuldige Kinder, die es nicht besser wussten, wir durften das! :D

    Uns Kids war alles egal, wieso sollte einen das Wort "Raubkopie" kratzen? Im Gegenteil, klingt doch schön verboten! Quasi eine Auszeichnung. :)

    Man fühlte sich eher zu unrecht in die "Raubkopierer" Schublade gesteckt, wenn man tatsächlich nur vom teuer gekauften Original eine Sicherheitskopie machen wollte.

  • Ich hatte weiter oben ja auch schon geschrieben, dass man etwas RAUBT (nämlich dem Hersteller den Gewinn) durch die KOPIE .

    Finde ich vollkommen logisch und habe das auch damals™ schon so interpretiert...
    Hat hier auch keinen interessiert. :D

    Da muss ich aber auch Einspruch erheben, weil durch sowas etablierte Begrifflichkeiten aus dem Strafrecht verharmlost werden.

    @pulse64k hat ja schon die Definition zitiert und ich finde es eine ziemliche Unart, dass die Industrie und Medien unter Zuhilfenahme von Sprachverdrehung ihre Interessen in den Vordergrund stellen. Es ist ein wenig wie die Gewinnmaximierung bei Autoherstellern, wo man zur Optimierung der Quartalsgewinne gerne mal ein Bauteil zur Luftreinhaltung einspart, das etliche Leben retten könnte.

    Und die Presse ist leider oft williger Helfer, statt gegen solche Machenschaften Position zu beziehen.

    Bei mir wird es jedenfalls keine Kopie mehr geben, die mit weniger als RAUBMORD gehandelt wird :D

  • Klar, wenn man "Raub"kopie im Sinne von "Raub mit Gewaltanwendung" überträgt, passt es nicht. Aber die Definition von "Raub" hat man damals nicht so hart aufgefasst. Die Bedeutungen von anderen Wörtern sind auch vielseitig. Plötzlich war alles "geil", das fanden wir voll normal, die Eltern oder aufgeklärte Personen waren da anderer Ansicht. Auch "f*ck" ist sehr universell einsetzbar. Ein "Räuber" war halt ein "Dieb" oder "Verbrecher", der Räuber muss ja nicht immer gleich rumballern. Und sowas wie Klaukopie klingt halt nicht so schmissig. :)


    Sicher war es auch eine gewollte Stigmatisierung der "bösen Raubkopierer" Gruppe. Man sieht ja, dass es heut noch wirkt, wenn man sich als Raubkopierer verunglimpft fühlt, obwohl man doch nur ganz lieb und friedlich daheim auf 3 Diskettenboxen voll illegaler Kopien gesessen hat. Wir waren doch arme unschuldige Kinder, die es nicht besser wussten, wir durften das! :D

    Uns Kids war alles egal, wieso sollte einen das Wort "Raubkopie" kratzen? Im Gegenteil, klingt doch schön verboten! Quasi eine Auszeichnung. :)

    Man fühlte sich eher zu unrecht in die "Raubkopierer" Schublade gesteckt, wenn man tatsächlich nur vom teuer gekauften Original eine Sicherheitskopie machen wollte.

    Dem kann ich schon voll und ganz zustimmen, damals war es uns egal, wir waren ja die Rebellen^^

    Aus heutiger Sicht finde ich den Begriff allerdings um Längen zu hart für das was wir da getan haben, aber Sprache entwickelt sich nun mal, man denke nur an Worte die man heute nicht mehr sagen darf, oder das Gendern usw.

  • Ich hatte weiter oben ja auch schon geschrieben, dass man etwas RAUBT (nämlich dem Hersteller den Gewinn) durch die KOPIE .

    Mal davon abgesehen, ob dieser Begriff angemessen ist, trifft es das ganz gut.

    Den Begriff kannte ich schon zu VHS-Zeiten aus diesem GVU-Spot, der auf vielen Verleih- und Kaufkassetten drauf war. Den finde ich viel besser als "You wouldn't steal a car" und "noch 4 mal singen". Der ist witzig und bringt es auf den Punkt, ohne in Absurditäten abzudriften:

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  • Man muss sich halt immer auch vor Augen halten, dass es damals auch Leute gab, die im großen Stil Kopien verkauft haben. Das wäre dann vergleichbar mit Produktpiraterie (auch so ein Begriff :) ). Und dass die Industrie dagegen vorgeht, ist völlig richtig und nachvollziehbar.

    Wären das immer nur Kopien von Person A zu B auf dem Schulhof geblieben, wäre das vielleicht gar nie so krass hochgekocht worden. Aber wenn man halt sogar teilweise in Läden oder per Hotline Kopien erwerben konnte für die Hälfte des Geldes usw, dann ist das halt schon eine andere Nummer.

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  • Das ist ein guter Punkt. Es gab nur echt wenige Leute, die wirklich den Firmen geschadet haben, indem sie eben Kopien verkauft haben und teils so getan haben als wären das Originale.

    Nur weil jemand 300 illegale Kopien hat, heißt das ja nicht dass der Industrie nun 300 mal Umsatz verloren gegangen ist.