1541-II Dauerläufer nach Sockeln des Gate-Arrays

Es gibt 29 Antworten in diesem Thema, welches 1.392 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (20. Juli 2025 um 14:59) ist von Markus64.

  • Hallo Allerseits,

    ich bin bzgl. eines selbst produzierten Dauerläufers einer 1541-II-Platine am Ende meiner Weisheit und würde mich über Tipps zur Eingrenzung freuen.

    Ursprünglich hat die Platine gut funktioniert, nur konnte sie keine Disketten schreiben. Da ich zunächst keine Ursache dafür finden konnte und diverse Ratschläge im Netz auf das Gate-Array U10 als möglichen Grund hingewiesen haben, habe ich dieses gesockelt. Da an dem IC noch ein eine Brücke mit Kondensator drangebastelt war, habe ich diese Leitung auf die Unterseite des Boards verlegt (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.). Seitdem ist die Platine leider ein Dauerläufer geworden.

    Die ursprüngliche Ursache dafür, dass Disketten nicht geschrieben werden konnten, habe ich mittlerweile entdeckt: Ich denke es lag an unterbrochenen Leiterbahnen rund um CN4 Pin3. Somit habe ich U10 umsonst gesockelt. Was beim sockeln nun schiefgegangen ist, konnte ich bislang leider nicht herausfinden. Der IC U10 selbst funktioniert noch, was ich in einem anderen Board geprüft habe. Die Spannungen und Verbindungen rund um die umgezogene Brücke und Kondensator stimmen auch (ursprünglich hatte ich allerdings einen falschen Kondensator eingebaut, das war aber auch nicht die Ursache für den Dauerläufer).

    Die Reset-Pins von U3, U6 und U8 sind alle High, d.h. ich gehe davon aus, dass der Reset-Schaltkreis funktioniert. Die kleinen Logik-ICs habe ich alle durchgemessen und sie arbeiten meiner Ansicht nach korrekt.

    Jedoch stimmen allerlei Spannungen nicht mit einem funktionierenden Board überein, es sieht für mich so aus als würde der Rechner trotz korrekter Reset-Spannung nicht richtig initialisieren. Die Kontaktwege habe ich aufwändig überprüft - außer der schon zuvor unterbrochenen Leiterbahn bei CN4 ist alles in Ordnung. Ich hänge noch einen Schaltplan mit an, auf dem ich einige der falschen Spannungen rot eingezeichnet habe. Das sind nicht alle, ich habe vor allem die Spannungen der Logik-ICs verglichen.

    Ich kann mir aktuell nur noch vorstellen, dass einer der anderen großen ICs hinüber ist z. B. U3/U6/U8/U5. Vielleicht stimmt auch etwas mit dem Quartz nicht, welches von etwas Korrosion betroffen ist. Leider habe ich kein Oszilloskop zum messen der Frequenz. Wenn jemand noch eine Idee hat, was ich prüfen könnte, anstatt jetzt einfach einen IC nach dem anderen auszutauschen, würde ich mich freuen.

    Beste Grüße

  • Hallo,

    am besten Du fotografierst die Platine und die Stellen von beidenSeiten und lädst sie hier hoch.

    Und verschiebe das Thema in die Reparaturecke.

    Dann noch ein paar Angaben, Netzteil, wann trat der Fehler auf etc.

    Da gibt es in der Reparaturecke ein Formular


    Ein Mod z.B Dcobain :) ;) wird dir Sicherlich beim verschieben behilflich sein :)

    Das Drachenboot liegt schon am Strand.

    Die Königin sie zittert.

    Und wenn der Wind die Segel bläht,

    dann hab ich Blut gewittert.

    Einmal Wikinger immer Wikinger.

  • Nur anhand des Schaltplans grob überlegt:

    VCC geht also über R10 auf U9d und hinter dem Widerstand ist die Spannung (der Pegel/das Logiksignal) falsch?

    Was macht WPS an CN4? Schreibschutz? Das wäre übrigens besagter Pin 3, an dem Du Unterbrechungen festgestellt hast.

    Hätte zwar nichts mit dem Dauerlauf zu tun, aber warum ist das Schreibschutzsignal anders als bei einem anderen Laufwerk?

    Das Signal an Pin 22 am 6522 (Motor) ist o.k., also identisch mit dem anderen Laufwerk? Könnte dann nicht U13f der Übeltäter sein?

    Oder hat das Laufwerk womöglich noch eine separate Motorsteuerplatine, auf der etwas defekt sein könnte?

    Ich hab´ nun keine Zeit/Lust, mir diverse Unterlagen zur 1541-II reinzuziehen, evtl. meldet sich ja jemand,

    der das Gerät "auswendig" kennt. ;)

  • Tippe auf defektes Netzteil, hatte schon beim 1541-II zweimal nen Dauerläufer und immer war es das originale Netzteil.

  • Bitteschön :)

    Commodore C64, C64 II, Atari 1040 ST, Atari 1040 STF, Atari Falcon 030, Atari Portfolio, Ender V3 Neo V2, Amiga 500 & Gotek

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  • Tippe auf defektes Netzteil, hatte schon beim 1541-II zweimal nen Dauerläufer und immer war es das originale Netzteil.

    Nein das ist es nicht. Ich verwende dasselbe Netzteil mit zwei unterschiedlichen Platinen, eine geht, eine nicht. Außerdem sehen die Messungen der Stromversorgung gut aus, stabile 5 Volt an allen ICs.

  • Was WPS genau ist, weiß ich nicht, ich hatte einfach mal "Write Progress" hineininterpretiert. Ich vermute die Unterbrechung hier hat jedenfalls mit dem ursprünglichen Schreibproblem zu tun. Im Commodore-Schaltplan ist der Pin als WPRT bezeichnet. Dieser Schaltplan hat allerdings eine Menge Fehler, weshalb ich den anderen nutze.

    Die Mechanik habe ich die ganze Zeit gar nicht an die Platine angeschlossen, ich betrachte nur den LED-Status, und die gelbe Status-LED leuchtet eben dauerhaft.

    Den U13 habe ich tatsächlich noch gar nicht genau angesehen, die anderen Logik-ICs schon. Da schaue ich nochmal genauer hin.

  • Hier sind noch die gewünschten Fotos von der Platine. Die Stiftleiste bei CN4 fehlt aktuell, die alte war völlig korrodiert. In dem Bereich CN4 bis U13 ist vermehrt Korrosion zu finden, sonst geht es eigentlich.

  • Wenn das nach dem Auslöten des IC passiert ist, würde ich mal als allererstes auf zerstörte Lötaugen tippen. Am besten mal alle Verbindungen nachmessen. Da fehlt bestimmt was, und wenn die Durchkontaktierung fehlt.

  • Wenn das nach dem Auslöten des IC passiert ist, würde ich mal als allererstes auf zerstörte Lötaugen tippen. Am besten mal alle Verbindungen nachmessen. Da fehlt bestimmt was, und wenn die Durchkontaktierung fehlt.

    Wie ich schon in der Fehlerbeschreibung oben dargelegt habe, habe ich praktisch _alle_ Signalwege geprüft, die von U10 sowieso. Da ist alles in Ordnung.

  • Korrosion an U13? Könnte ja zu meinem Beitrag Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. passen.

    Bin gespannt auf die Lösung. :)

    Ich habe U13 auf einem guten und schlechten Board durchgemessen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich hier richtig messe bzw. wie die Werte zu interpretieren sind. Das sind ja 6 Darlington NPN-Transistoren, die scheinbar Wechselstrom ausgeben (NEC PA2003C). Die Messwerte sind irgendwie komisch, ich verstehe nicht ganz, wie hier Eingangs- und Ausgangsstrom zusammenhängen. Auf dem Schaltplan sind die Verbindungen durch U13 als Inverter eingetragen, aber ich glaube das trifft es nicht.

    Also die Messergebnisse sind wie folgt:

    Gutes Board: Pins 1-7 (Eingänge) 0 Volt

    Schlechtes Board: Einziger Unterschied Pin 5 2,7 Volt

    Gutes Board: Pin 11 5 Volt, alle anderen 0,5 Volt

    Schlechtes Board: Einziger Unterschied Pin 11 0 Volt.

    Selbst wenn U13 fehlerhaft sein sollte bin ich mir nicht sicher, wieso dadurch die ganze Boardlogik durcheinanderkommen sollte. Wenn ich es richtig sehe, dient der nur zum Antreiben der mechanischen Komponenten. Natürlich, wenn er einen Kurzschluss hat, wäre es möglich, dass er den Rest der Schaltung beeinflusst. Heiß wird aber nichts groß.

  • Du schreibst

    ".....Wenn ich es richtig sehe, dient der nur zum Antreiben der mechanischen Komponenten"

    aber genau darum geht es doch: der Motor läuft dauerhaft!

    Ausgang Pin 11 von U13 steuert ja den Motor an. Beim fehlerhaften Board ist der Ausgang immer LOW = Dauerläufer, beim guten Board ist er immer HIGH.

    Ich vermute, dass der Motor "invertiert" angesteuert wird, also läuft, wenn die Leitung "Motor"=Pin 7 an CN4 auf LOW liegt.

    Das IC U13 ist ein invertierender Treiber. Wenn Ausgangs-Pin 11 LOW ist, sollte der entspr. Eingangs-Pin 6 HIGH sein. Ist er bei Deinem defekt Board aber nicht, der Eingang ist LOW.

    Das deutet für mich eindeutig auf einen defekten U13 hin. Sofern Du direkt an den IC-Pins gemessen hast, schließe ich oxidierte/unterbrochene Leiterbahnen aus

    und tippe anhand Deiner Angaben auf defekten U13.

    Kostet bei Digikey rund 1 Euro. Am besten gleich ein paar mehr bestellen - und mir einen zukommen lassen. ;)

  • Dass der Motor dadurch dauern laufen könnte ist mir schon klar. Aber ich sagte ja zuvor, dass ich die Mechanik gar nicht angeschlossen habe, ich beobachte nur die Status-LED, und die läuft durchgängig. Weiterhin verweise ich auf die von mir eingezeichneten falschen Spannungen rund um U10. Warum sollte ein defeketer U13 das verursachen? Er liefert doch keine Inputs in den restlichen logischen Aufbau der Schaltung, nicht?

  • ncr64

    Tausche doch U13 und du weißt dann besser Bescheid.

    Das Drachenboot liegt schon am Strand.

    Die Königin sie zittert.

    Und wenn der Wind die Segel bläht,

    dann hab ich Blut gewittert.

    Einmal Wikinger immer Wikinger.

  • Ausgang Pin 11 von U13 steuert ja den Motor an. Beim fehlerhaften Board ist der Ausgang immer LOW = Dauerläufer, beim guten Board ist er immer HIGH.

    Ich vermute, dass der Motor "invertiert" angesteuert wird, also läuft, wenn die Leitung "Motor"=Pin 7 an CN4 auf LOW liegt.

    Das IC U13 ist ein invertierender Treiber. Wenn Ausgangs-Pin 11 LOW ist, sollte der entspr. Eingangs-Pin 6 HIGH sein. Ist er bei Deinem defekt Board aber nicht, der Eingang ist LOW.

    Das deutet für mich eindeutig auf einen defekten U13 hin. Sofern Du direkt an den IC-Pins gemessen hast, schließe ich oxidierte/unterbrochene Leiterbahnen aus

    und tippe anhand Deiner Angaben auf defekten U13.

    Danke für die Info, wusste ich auch nicht! 👋

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  • ncr64

    Tausche doch U13 und du weißt dann besser Bescheid.

    Auch wenn dann wie durch ein Wunder alles laufen sollte, wüsste ich nicht wirklich besser Bescheid, weil sich die Theorie nicht mit der Praxis decken würde. Ich will ja eigentlich vermeiden sinnlos ICs zu wechseln. Auch wenn mir jetzt vielleicht nichts anderes übrig bleibt.

  • Nun habe ich also U13 ausgelötet und gesockelt. Vor allem, um der Korrosion in dem Bereich Herr zu werden. Meine Theorie hat sich bestätigt: Dieser IC hat keinen Einfluß auf die Initialisierung der Schaltung. Man kann ihn auch ganz weglassen, und eine gutes Board läuft trotzdem normal hoch. Am Verhalten des Problemboards hier hat es entsprechend nichts geändert.

    Da ich sonst nicht mehr weiter weiß, sockele ich jetzt einfach einen IC nach dem anderen. Den VIA auf U8 habe ich bereits gesockelt, aber mit dem ist auch alles in Ordnung. Etwas sagt mir, dass die ICs gar nicht Schuld sind, aber ich komm nicht drauf, wo der Hund sonst begraben sein soll.

  • Einfach so als Hinweis, falls Du nach Sockeln aller ICs immer noch nicht weiter kommst.

    Ich hatte an meinem SX64 2 hartnäckige Fehler. Beim einen Fehler war einer der Logikchips nicht mehr richtig in Ordnung. Dieser zeigte zwar im Tester ganz normale Logikfunktion, war aber vielleicht nicht mehr schnell genug. Zumindest half ein Tausch.

    Der zweite Fehler betraf die Floppy. Auch da nach langem suchen, war die CPU defekt. Ich hatte eine Ersatz-CPU, die komischerweise bei mir nicht funktionierte und ich so dachte, die sei nicht das Problem. Nun habe ich die CPU von jemand anderem drin und der meine und beide Laufwerke funktionieren.

  • Einfach so als Hinweis, falls Du nach Sockeln aller ICs immer noch nicht weiter kommst.

    Ich hatte an meinem SX64 2 hartnäckige Fehler. Beim einen Fehler war einer der Logikchips nicht mehr richtig in Ordnung. Dieser zeigte zwar im Tester ganz normale Logikfunktion, war aber vielleicht nicht mehr schnell genug. Zumindest half ein Tausch.

    Der zweite Fehler betraf die Floppy. Auch da nach langem suchen, war die CPU defekt. Ich hatte eine Ersatz-CPU, die komischerweise bei mir nicht funktionierte und ich so dachte, die sei nicht das Problem. Nun habe ich die CPU von jemand anderem drin und der meine und beide Laufwerke funktionieren.

    Gute Punkte. Wenn ein IC nicht mehr schnell genug ist, ansonsten aber unauffällig, hat man natürlich zu schaffen mit der Diagnose. Ich werde erst einmal die großen ICs angehen, die Logik-ICs sehen zumindest erst einmal in Ordnung aus.