RetroRecipes hat die Marke Commodore gekauft....!

Es gibt 3.160 Antworten in diesem Thema, welches 209.950 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. Oktober 2025 um 01:51) ist von Jammet.

  • Wobei es gar nicht um das Branding geht,

    Aha. Deshalb hat man also 2-5 Mio Euro für die Markenrechte auf den Tisch geblättert?

    Das Produkt "ein Ultimate64 Board im Gehäuse mit Tastatur ohne Software- und Hardwaregefummel" hätte man auch ohne Commodore-Branding rausbringen können.

    Ich halte das Produkt für sinnig, aber das C=Brimborium bräuchte sicher nicht jeder. Es erhöht halt die Reichweite mit entsprechenden Vorteilen.

  • Der C65 ist ein 8-Bit Computer, der die Grenzen des machbaren hochgeputscht hat.

    Was aus betriebswirtschaftlicher Sicht aber ziemlich belanglos ist ;)

    Der C65 war nicht kompatibel genug, um den C64 zu ersetzen. Er wäre außerdem zu teuer gewesen, den ursprünglich anvisierten Preis von (IIRC) 100 USD hatten sie meilenweit verfehlt. Mit dem Erscheinen des A500 war für den C65 im Portfolio eigentlich kein Platz mehr - und für die Markteinführung einer komplett neuen, zu Nichts kompatiblen 8-Bit-Plattform war es 1987 viel zu spät.

    Übrigens fast alles Argumente, die man genauso auch auf den Mega65 anwenden könnte: Tolle Ingenieursleistung, aber...

  • Der C65 war eine total schwachsinnige, unnötige und viel zu späte Entwicklung. Die damit verschwendeten Ressourcen haben dazu beigetragen, dass Commodore Anfang der 90er so schnell am Ende war.

    Commodore wäre auf alle Fälle zu Grunde gegangen, Commodore war einfach eine 8bit Bude. Die 16Bit Computer waren zugekaufte Technik von Leuten die nicht lange in der Firma blieben und die Verbleibenden hatten nicht den Skill die Maschine weiter zu bringen.

    Das ganze zeigt auch dass Atari mit der Handvoll C64 Leuten, welche Tramiel mitgenommen hat, lediglich eine "erweiterte c64" Architektur mit 16Bit CPU raus gebracht haben. Keine Erweiterbarkeit, nichts von den Möglichkeiten die ein Amiga ausgeschöpft hat.

    Bei Commodore wurde lediglich mannigfaltige 8Bit Variationen immer und immer wieder aufgelegt, und der Amiga erhielt lediglich stärkere CPUs und AGA das wars.

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  • Das Produkt "ein Ultimate64 Board im Gehäuse mit Tastatur ohne Software- und Hardwaregefummel" hätte man auch ohne Commodore-Branding rausbringen können.

    Ich halte das Produkt für sinnig, aber das C=Brimborium bräuchte sicher nicht jeder. Es erhöht halt die Reichweite mit entsprechenden Vorteilen.

    Dahinter steckt doch halt auch die Frage ob man nun eigentlich Commodore mag, weil man die Geräte von Commodore toll findet, oder ob es umgekehrt ist, das man die Geräte toll findet, weil man Commodore mag.

    Bei einigen Apple-, Atari- und Commodore-Fans bin ich mir beispielsweise nicht so sicher, ob es da wirklich noch um das Gerät geht, oder es eher eine Identifitzierung mit der Marke ist und man deshalb auch bereit wäre alles anderes zu kaufen, solange nur das richtige Logo drauf klebt.

    In diesem konkreten Fall des Commodore 64 Ultimate könnte ich mir jedoch vorstellen, dass der Kauf der Markenrechte da auch einen positiven Effekt auf die Menge hat, die man davon verkaufen kann und es tatsächlich günstiger zu produzieren (und hoffentlich auch zu verkaufen) wäre, als einzeln und ohne die Marken.

    Ich mein, ein vergleichbares Board von "Gideons Logic", eine mechanische Tastatur, ein Set der Tastenkappen und noch ein neues Gehäuse dazu, wieviel wäre das in den bisherigen Preiskategorieren für die einzelnen Hobby-Produkte? Ich glaube da müsste mensch deutlich tiefer in die Tasche greifen. So gesehen hat das anscheinend auch einen positiven Effekt.

  • Ich mein, ein vergleichbares Board von "Gideons Logic", eine mechanische Tastatur, ein Set der Tastenkappen und noch ein neues Gehäuse dazu, wieviel wäre das in den bisherigen Preiskategorieren für die einzelnen Hobby-Produkte? Ich glaube da müsste mensch deutlich tiefer in die Tasche greifen. So gesehen hat das anscheinend auch einen positiven Effekt.

    Wenn es einen Vorteil gibt, dann wie erwähnt nur die erhöhte Reichweite und entsprechend die damit verbundenen Skaleneffekte.
    Das Paket an sich wird ja nicht günstiger, nur weil ein Commodore-Logo drauf ist. Im Gegenteil.

  • Ich bin damit nicht mehr einverstanden. Ja, das Commodore-logo besteht zwar scheinbar nur aus ein paar Linien, und ja, es hat kosten verursacht. Das Logo hat jedoch nicht nur für eine erhöhte Nachfrage gesorgt, sondern Perifractic auch in die Lage versetzt, Investoren zu finden, um eine Produktion in dieser Größenordnung zu ermöglichen. Deshalb denke ich sehr wohl dass das Anbringen des Logos das Paket günstiger gemacht hat.

  • Die 16Bit Computer waren zugekaufte Technik von Leuten die nicht lange in der Firma blieben und die Verbleibenden hatten nicht den Skill die Maschine weiter zu bringen.

    Da hatte Dave Haynie mal was anderes erzählt.. Das Management hatte ihn alles was er gezeichnet hatte, wieder mit Rotstift gestrichen :thumbdown:

    Wäre Geld & Freie Hand gewesen, hättet wir heute den ultimativen Amiga.

  • Perifractic auch in die Lage versetzt, Investoren zu finden, um eine Produktion in dieser Größenordnung zu ermöglichen.

    Ich verstehe das so, dass die Investoren gebraucht wurden, um den Kauf der Markenrechte vorzufinanzieren. Da wird doch kaum ein Cent irgendwie direkt in eine Massenproduktion/Vorproduktion/Lagerhaltung fließen oder irgendwas, was das Produkt als solches günstiger macht.

    Wegen der durch den Commodore-Hype erhöhte Reichweite gibt es mehr "Käufer", die bereit sind, das eigentliche Produkt in entsprechender Stückzahl vorzufinanzieren. Wenn, dann wird das Produkt durch die vergößerte Käuferschaft günstiger.
    Die Käufer, eigentlich eher Backer, ermöglichen die Produktion in dieser Größenordnung, NICHT die Finanziers der Markenrechte.

    Wenn nur 500 Leute einen C64U bestellt hätten, in wiefern hätten Investoren da was an den Stückkosten verbessern können?

    Von 500 Backern plus Markenrechtsfinanziers über x Mio EUR lassen sich Lieferanten sicher weniger beeindrucken als vom 10.000 Backern ohne Investoren von Markenrechten, die irgendwann mal ihr Geld wiedersehen wollen.

    Man wird bei Commodore kaum 26.400 Einheiten produzieren lassen (damit es pro Stück günstiger wird), wenn man merkt, dass vielleicht bei 15.000 Stück Ende der Nachfrage ist.

  • Der C65 ist ein 8-Bit Computer, der die Grenzen des machbaren hochgeputscht hat.

    Dafür gab es 16-bit Amiga.
    Das anvisierte Ziel war ja, C64-kompatibel zu bleiben (damit die Diskettenboxsammlungen von Schulhofgames auch auf dem neuen Rechner noch liefen?). Im Ergebnis war man aber nicht so viel kompatbler als der gar nicht kompatible Amiga.:nixwiss:

    Ich bleibe dabei, dass es generell Schwachsinn war, und ganz besonders so spät.

    Die Grafik des C65 wäre in manchen Punkten sogar dem Amiga überlegen gewesen.
    Sowas gabs schonmal bei der "günstigen" 264er Reihe für unterhalb C64.... Solche Ungereimtheiten verunsichern den Käufer.

    Scheinbar durfte man bei Commodore über lange Zeit hinweg entwicklen, was man wollte, und keiner saß drüber, der irgendwie einen ganzheitlichen Fahrplan gehabt hätte.

    Nicht jeden Käfer-Fahrer stieg auf Porsche um.

    Die meisten nahmen das Nachfolge-Model (Golf), weil es völlig ausreichend für die eigene Bedürfnisse war.

  • Ja klar, das Produkt wäre auch ohne den Markennamen toll gewesen, ob er die Reichweite bekommen hätte weiß ich nicht, denn gerade diese "Ich habe Commodore gekauft" hat glaube ich einen ganz schönen Effekt gehabt. Ich fahr da leider schon drauf ab wenn dann noch als i-tüpfelchen Commodore mit dem Logo mit drauf ist. Das war auch so als ich das Reloaded MK2 Board oder das Stecker Netzteil ausgepackt hatte. Auch wenn ich wusste, dass da nicht das Commodore von damals dahintersteckt, so hat das was emotional mit mir gemacht.

  • Ja klar, das Produkt wäre auch ohne den Markennamen toll gewesen, ob er die Reichweite bekommen hätte weiß ich nicht, denn gerade diese "Ich habe Commodore gekauft" hat glaube ich einen ganz schönen Effekt gehabt. Ich fahr da leider schon drauf ab wenn dann noch als i-tüpfelchen Commodore mit dem Logo mit drauf ist. Das war auch so als ich das Reloaded MK2 Board oder das Stecker Netzteil ausgepackt hatte. Auch wenn ich wusste, dass da nicht das Commodore von damals dahintersteckt, so hat das was emotional mit mir gemacht.

    Ich habe immer mehr das Gefühl das da doch Commodore von damals dahinter steckt, also ich meine den Spirit, der ist doch da.:)

    Peri tut sein Bestes um das Wirklichkeit werden zu lassen.

    • Interessanter Beitrag

    Ja, ich finde das auch toll wie er das macht. Ich habe sogar manchmal das Lied als Ohrwurm von seinem YouTube Short.

    Vielleicht werde ich auch einfach alt und sentimental, aber ich genieße das gerade was hier abgeht mit commodore.net und den Sales und den Videos und und und

  • Nicht jeden Käfer-Fahrer stieg auf Porsche um.

    Die meisten nahmen das Nachfolge-Model (Golf), weil es völlig ausreichend für die eigene Bedürfnisse war.

    Ich kann Deinen Argumenten leider noch immer nicht folgen.:nixwiss:
    Wenn für Dich 16-bit ein Porsche ist, was sind die 64-bit (von heute)?

    Die 16-bit des Amiga waren vielleicht 1985-1987 "Porsche", aber sicher nicht mehr 1991, als man dieses Konstrukt C65 auf den Markt bringen wollte.

    Zu diesem Zeitpunkt waren dann auch dessen 8-(16-)bit weder Käfer noch Golf, sondern eher Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., um bei Deinem Vergleich zu bleiben. ;)
    Der Golf von 1991 war der Amiga vielleicht gerade noch so.

  • Man kann halt immer nur im Nachhinein spekulieren, warum man das Lineup damals so verfolgt hat - und lohnt heute auch nicht mehr, darüber in diesem Zusammenhang zu sprechen, weil ALLE diese Rechner leistungstechnisch von jedem 5 € Raspberry Pi abgehangen werden.

    Und ich gehe auch stark davon aus, dass unsere Diskussionen keinen Einfluss darauf haben werden, was Commodore so als Nächstes macht.

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  • Nicht jeden Käfer-Fahrer stieg auf Porsche um.

    Die meisten nahmen das Nachfolge-Model (Golf), weil es völlig ausreichend für die eigene Bedürfnisse war.

    Ich kann Deinen Argumenten leider noch immer nicht folgen.:nixwiss:
    Wenn für Dich 16-bit ein Porsche ist, was sind die 64-bit (von heute)?

    Die 16-bit des Amiga waren vielleicht 1985-1987 "Porsche", aber sicher nicht mehr 1991, als man dieses Konstrukt C65 auf den Markt bringen wollte.

    Zu diesem Zeitpunkt waren dann auch dessen 8-(16-)bit weder Käfer noch Golf, sondern eher Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., um bei Deinem Vergleich zu bleiben. ;)
    1991 war der Amiga wenn überhaupt gerade noch so Golf.

    Na ja ich würde sagen eher wie ein Opel Manta, man musste ihn lieben um all das andere auszuhalten.:D

  • Ich verstehe das so, dass die Investoren gebraucht wurden, um den Kauf der Markenrechte vorzufinanzieren. Da wird doch kaum ein Cent irgendwie direkt in eine Massenproduktion/Vorproduktion/Lagerhaltung fließen oder irgendwas, was das Produkt als solches günstiger macht.

    Naja, das ist jetzt aber Haarspalterei, oder? Die Investoren hat Peri gefunden, weil er ihnen einen Business-Plan vorgesetzt hat. Und in dem Business-Plan stand drin, dass er als erstes, um die Übernahme zu finanzieren, einen C64U zum Preis X anbieten wird, und dass das Volk da draußen das in Stückzahlen kaufen wird, weil er Commodore-Sticker drauf pappen kann. Ein Ausschnitt der Investoren-Präsentation war ja sogar im Video zu sehen - irgendwas mit "extreme brand loyalty" oder so.

    Also: Logo <-> Investoren <-> Stückzahlen <-> Logo. Genau wie Ei <-> Henne <-> Ei.

  • Letzten Endes ist es ein Henne-Ei Ding, ja. Das kann man so oder so sehen. :)

    Wobei hier immer vorausgesetzt wird, dass sich das (imo sinnvolle) Retro-Produkt ohne Commodore-Aufkleber BEDEUTEND schlechter verkauft hätte.
    Ich wäre mir nicht sicher, ob eine KS-Kampgane von Max Mustermann nicht ähnlich gut von der Szene angenommen worden wäre.

  • Um die Beweggründe von Commodore in den 90er Jahren zu erklären, muss man meiner Meinung nach auch bedenken, dass Commodore ein Chiphersteller war und seine eigene Chipfabrik füllen musste. Aus diesem Grund stieß David Haynie bei Mehdi Ali auf Widerstand, als er den AGA-chipsatz entwerfen wollte: Dieser konnte nicht von MOS hergestellt werden und wurde an HP ausgelagert. Der Amiga 600 und der CDTV sorgten dafür, dass MOS weiterhin Chips herstellen konnte. Auch der Commodore 65 hatte MOS Arbeit beschert und war ein grund diese Computer zu entwicklen.

    Es war natürlich eine verrückte Idee, in den 90er Jahren die Zukunft auf einer alten Fabrik aufzubauen.

    Rückblickend denke ich, dass Commodore um 1990 herum fabless hätte werden müssen. So hätte die Fab eine Zeit lang mit voller Kapazität laufen können, um Lagerbestände aufzubauen, sodass der Amiga 500 und der Commodore 64 noch einige Jahre lang produziert werden konnten. Mit dem eingesparten Geld hätte mehr Personal in den AGA-chipsatz investiert werden können. Der Chipsatz wäre möglicherweise früher auf den Markt gekommen, und es hätten Nachfolger für Paula und CIA entwickelt werden können.

    Viele Besitzer des 500er-Modells sind nicht auf den 1200er umgestiegen, sondern auf den PC. Hätte der Amiga 600 einen AGA-chipsatz gehabt und wäre er früher auf den Markt gekommen, hätte das einen sehr positiven Einfluss gehabt.

  • Die 16Bit Computer waren zugekaufte Technik von Leuten die nicht lange in der Firma blieben und die Verbleibenden hatten nicht den Skill die Maschine weiter zu bringen.

    Da hatte Dave Haynie mal was anderes erzählt.. Das Management hatte ihn alles was er gezeichnet hatte, wieder mit Rotstift gestrichen :thumbdown:

    Wäre Geld & Freie Hand gewesen, hättet wir heute den ultimativen Amiga.

    Ich bin mit meinem Amiga 1200 und PiStorm eigentlich mehr als zufrieden und für 2D-Spiele ist das bis heute eine geniale Hardware, was hätte da sonst noch groß kommen sollen?

    Genre-Meilensteine wie Unreal oder Deus Ex wären auch auf Dave Haynies ultimativem Amiga nicht annähernd so gut gelaufen wie mit einer hochgetakteten AMD-CPU und 3dfx-Voodoo-Grafikkarte, so ehrlich sollte man zu sich selbst sein ;)

  • Rückblickend denke ich, dass Commodore um 1990 herum fabless hätte werden müssen.

    Oder man hätte die Fab modernisieren können/müssen. Eine Zeit haben die ja wohl gute Gewinne eingefahren.