1541-II Platine: Draht und Kondensator an Sockel-Pin dranbasteln

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 716 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (20. Juli 2025 um 14:21) ist von ncr64.

  • Hallo,

    ich arbeite zur Zeit an einer Platine aus der Commodore Floppy 1541-II. Mit der Platine lassen sich keine Disketten formatieren / beschreiben. Ich habe schon viel durchgemessen aber nichts ist auffällig. Ich schätze entweder sind der U10 (Gate Array) oder der R/W Verstärker (SMD-Bauteil) schuld.

    Den U10 habe ich nun ausgelötet und möchte ihn erstmal sockeln, um ihn bei Gelegenheit versuchsweise mit einem anderen auszutauschen. Nun ist es bei dieser Board-Revision so, dass ab Werk eine Drahtverbindung und ein Kondensator an Pin 21 von U10 angelötet sind (siehe Bild). Das ist auch auf Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. unten links extra vermerkt. Diese Bauteile abzulöten war nicht das große Ding. Ich frage mich jetzt allerdings, wie ich am sinnvollsten die ursprüngliche Verbindung von Pin, Kondensator und Draht wiederherstelle, wenn ich einen Sockel für U10 einsetze. Das ganze wieder an den Pin des ICs anzulöten wäre ja ziemlich witzlos, dann bräuchte ich auch den Sockel nicht wirklich.

    Ich habe einen recht flach aufliegenden Sockel. Man könnte jedoch einen kurzen Draht irgendwie an den Pin darunter drapieren, der Sockel könnte immer noch leicht schief eingelötet werden und ich denke die Kontakte würden alle passen. An den kurzen Draht würde ich dann Kondensator und den bestehenden Draht anlöten. Elegant ist das allerdings nicht. Daher wollte ich mal in die Runde fragen, ob es da eine smartere Lösung gibt.

    Danke schon einmal für euere Ideen.

  • Warum lötest du den Kondensator nicht einfach auf der Unterseite der Platine an? Du musst die Platine ja sowieso ausbauen, wenn du U10 Sockeln willst. Für so ein kleines Ding dürfte da noch genug Platz sein.

    Krummodore hat diesen Fix sehr wahrscheinlich gemacht, wo die Platine schon im Gehäuse verbaut war, deshalb ist alles auf der Oberseite, kann man natürlich auch alles von unten machen und sieht dann auch noch besser aus.

  • Warum lötest du den Kondensator nicht einfach auf der Unterseite der Platine an? Du musst die Platine ja sowieso ausbauen, wenn du U10 Sockeln willst. Für so ein kleines Ding dürfte da noch genug Platz sein.

    Krummodore hat diesen Fix sehr wahrscheinlich gemacht, wo die Platine schon im Gehäuse verbaut war, deshalb ist alles auf der Oberseite, kann man natürlich auch alles von unten machen und sieht dann auch noch besser aus.

    Ja, auf der Unterseite einbauen hatte ich mir auch schon überlegt. Ein paar Aspekte haben mich bislang davon abgehalten:

    - der Originaldraht ist oben noch auf einer Seite angelötet, macht noch mehr arbeit (gut, kein wirklicher Punkt).

    - Der Metallkäfig, in den die Platine eingeschraubt wird, ist leitfähig (!) und da ist nur wenig Platz nach unten (die Bohrungen für die Schrauben sind ca. einen halben cm höher gesetzt). Da habe ich also einerseits Sorge, ob noch genug Platz für die "Aufbauten" ist, andererseits, dass da ungewünschte Verbindungen entstehen.

    - Wenn die Komponenten unten angebracht sind kann man leicht etwas kaputt machen wenn man künftig die Platine auf die Unterseite stellt.

    Alles in Allem ist die Unterseite aber wahrscheinlich doch die sauberere Lösung. Ich muss mir die Verhältnisse noch einmal in Ruhe anschauen.

  • Wenn Du es von oben einlösen möchtest (was ich persönlich aus den gleichen Gründen wie CapFuture1975 auch nicht tun würde):

    Man muss diese Bauteile nicht zwangsläufig am IC-Beinchen anlöten. Du könntest schauen, wo die Leiterbahn sonst noch so hingeht und Dir einen alternativen Lötpunkt suchen - wenn das in diesem Fall möglich ist …

  • Ich habe es dann doch auf die Unterseite verschoben. Die Ferritperle habe ich mit einem Schrumpfschlauch geschützt, damit da keine unbeabsichtigten Kontakte entstehen. Alles in allem bin ich zufrieden mit meiner Arbeit. Nur die Schaltung ist es leider nicht. Jetzt habe ich einen Dauerläufer. Vielleicht hat der IC das Entlöten nicht gut verkraftet. Aber das ist ein anderes Thema.

  • Die ganze Korrosion wolltest du nicht beseitigen? Das gibt kein zuverlässiges Laufwerk mehr.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Die ganze Korrosion wolltest du nicht beseitigen? Das gibt kein zuverlässiges Laufwerk mehr.

    Korrosion an welchen Stellen genau meinst du?

    Die Platine sieht für meine Begriffe verhältnismäßig gut aus. Ein paar verdächtige Stellen hatte ich schon bearbeitet.

  • Korrosion an welchen Stellen genau meinst du?

    Überall?

    links unten Grünspan, Rest schwarz korrodierte Anschlußbeine und Leiterbahnen. Der dicken Bahn oben mag das egal sein, aber wenn das an dünneren Bahnen unter einem IC genauso ist, dann ist eine Unterbrechung nicht weit weg und du kannst lange danach suchen.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Korrosion an welchen Stellen genau meinst du?

    Überall?

    links unten Grünspan, Rest schwarz korrodierte Anschlußbeine und Leiterbahnen. Der dicken Bahn oben mag das egal sein, aber wenn das an dünneren Bahnen unter einem IC genauso ist, dann ist eine Unterbrechung nicht weit weg und du kannst lange danach suchen.

    Der Grünspan ist da in der Ecke CN4. Die Kontakte habe ich aber durchgemessen das passt noch.

    Schwarz korrodierte Leiterbahnen kann ich allerdings nicht erkennen. Vielleicht kommt das auf dem Foto falsch rüber.

    Anschlußbeine, ja teilweise bei den Widerständen z. B. Was wäre eine Methode die Korrosion großflächig zu bearbeiten? Gerade _unter_ den ICs?

  • nur mal exemplarisch einige Stellen markiert.

    Da das Korrosion unter dem grünen Schutzlack ist, müssten zuerst alle Bauteile und der Schutzlack ab...

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • nur mal exemplarisch einige Stellen markiert.

    Da scheint was schiefgegangen zu sein. Ich sehe keine Markierungen.

    Zitat

    Da das Korrosion unter dem grünen Schutzlack ist, müssten zuerst alle Bauteile und der Schutzlack ab...

    Klingt nach Arbeit für ein paar Wochen :)

    Ich will ja keine Generalüberholung machen, sondern erstmal nur den Fehler beheben. Leider habe ich scheinbar jetzt noch einen weiteren eingebaut, oder irgendwas verschlimmert.

  • Das was ich nie verstehen werde ist, dass man den ganzen Staub und Dreck auf der Platine läßt!

    Der fördert die Korrosion!

    Es war ja auch nicht die Rede davon, dass das so bleibt mit dem Staub. Ich arbeite gerade an dieser Platine. Mehr hat das Druckluftspray von dem Staub erstmal nicht wegbekommen. Solche Feinheiten haben m.M. am Ende noch Zeit. Der Staub liegt da schließlich schon ein paar Jahrzehnte, da werden es ein paar Tage mehr auch nicht mehr Fett machen.

  • Den grünen Draht der Ferritperle kann man kürzer machen/verlegen.

    Die Ferritperle soll ja hochfrequente Störungen filtern, je länger der Draht, um so mehr sendet er ja diese Störungen.

    Zum Entfernen von Korrosion/Rost/Grünspan nehme ich einen Glasfaserpinsel/-Radierer.

    Am besten Einweghandschuhe anziehen, Schutzmaske tragen (FFP-Maske) und einen Staubsauger parat haben.

    Diese Glasborsten (brechen ab/schleifen sich runter) pieksen nämlich fies. ;)

    Deine Fotos sind nicht perfekt, aber es wirkt auf mich, als wären die Lötstellen des neu eingelöteten IC-Sockels nicht wirklich sauber/gut.

    Ich kenne Deine Löterfahrung und -Ausrüstung nicht, evtl. irre ich mich ja und die Lötungen sind perfekt,

    aber das könnte ja den plötzlichen Dauerläufer erklären.

  • Leider habe ich scheinbar jetzt noch einen weiteren eingebaut, oder irgendwas verschlimmert.

    Oh je! Am Besten bei der "Baustelle" alle Ab- und Zuleitungen durchmessen!

    Es kann sein, dass eine Korrosion an den Via's eine Unterbrechung verursacht! Das kann alleine schon durch die Hitze beim Löten passieren! Korrodierte Boards sind nie zu Unterschätzen!

  • Der grüne Draht ist der Originaldraht von Commodore, insofern wird es schon passen, denke ich.

    Ja so einen Glasfaserradierer habe ich. Bislang habe ich immer nur einzelne Stellen damit behandeln. Die Komponenten großflächig damit zu bearbeiten stelle ich mir etwas heikel vor. Nicht, dass ich etwas dabei beschädige.

    Perfekt sind meine Lötstellen sicher noch nicht. Ich beschäftige mich erst seit ca. einem dreiviertel Jahr überhaupt mit Löten. Aber ich bin schon froh, dass ich mittlerweile überhaupt war raus und wieder reinbekomme :-D.

    Die Kontakte stimmen aber, ich habe alles zigfach durchgemessen. Ein möglicher Grund für den Fehler folgt im nächsten Beitrag.

  • Leider habe ich scheinbar jetzt noch einen weiteren eingebaut, oder irgendwas verschlimmert.

    Oh je! Am Besten bei der "Baustelle" alle Ab- und Zuleitungen durchmessen!

    Es kann sein, dass eine Korrosion an den Via's eine Unterbrechung verursacht! Das kann alleine schon durch die Hitze beim Löten passieren! Korrodierte Boards sind nie zu Unterschätzen!

    Ich habe alles schon intensiv durchgemessen. Beim Gate-Array selbst stimmt alles und auch drumrum eigentlich. Im eingeschalteten Zustand sieht man, dass irgendetwas im Reset-Schaltkreis nicht stimmt. Die Spannungsversorung der ICs passt, aber bei den Logic ICs kommen falsche Werte an.

    Das Gate-Array selbst geht zum Glück noch. Ich habe ein anderes Board gesockelt und den Chip gegengetestet.

    Jetzt habe ich den nächsten wahrscheinlichen Kandidaten ausgemacht: Ich habe (peinlich, peinlich) einen falschen Kondensator eingesetzt. Anstatt 470 pF hat meiner 470 nF. Ich _hoffe_ das ist der Grund für den Fehler. Mit dem Schaltungsdesign kenne ich mich zu wenig aus, um die Auswirkungen beurteilen zu können. Dieser Aufbau mit dem Kondensator und der Ferritperle scheint aber mit dem Reset-Schaltkreis zu tun zu haben. Jetzt warte ich erstmal auf den 470 pF Kondensator, weil ich so einen nicht vorrätig habe. Der originale Kondensator ist mir leider beim Auslöten quasi auseinandergefallen.

  • Den Dauerläufer konnte ich nun beheben (siehe Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.). Ich habe tatsächlich _zwei_ Mal einen falschen Kondensator eingebaut. Das zweite Mal, aufgrund einer falschen Angabe im Schaltplan. Der Kondensator muss 47pF haben, dann initialisiert die Schaltung sich auch korrekt.