Begrifflichkeiten wie "Overscan" verband ich bisher nie mit dem C64, sondern eher mit dem Amiga (dank der gleichnamigen Pref).
Overscan ist ein steinalter Begriff aus der Fernsehtechnik und bezeichnet den Bereich, der nach Fernsehstandard noch zum sichtbaren Bildinhalt gehört, aber bei einer Bildröhre hinter dem Rand der Mattscheibe dennoch nicht zu sehen ist. Es ist keine Konstante, sondern variiert von Bildschirm zu Bildschirm und oft sogar auch je nach angezeigtem Bild. Deswegen hat man auch den TV-sicheren Bereich definiert, der Teil vom Bild, welcher auf einer Röhre garantiert angezeigt werden muß.
Das Ganze hat man gemacht, um einen Toleranzbereich zu definieren, da man Bildröhren nicht perfekt justieren kann. In der Regel gilt: je älter, desto ungenauer.
Im Zusammenhang mit Computergrafik ist also der Bereich außerhalb des TV-sicheren Bereichs mit Overscan gemeint. Der tatsächliche Overscan des Bildschirms ist in der Regel kleiner. Sonst würde es ja auch gar keinen Sinn machen, daß das System es anbietet, dort was darzustellen. Hätte man prinzipiell auch mit etwas wie "möglicherweise im Overscan" bezeichnen können, aber so eine Bezeichnung wäre dann ziemlich sperrig. Aber genauso sollte man es als Programmierer/Grafiker auch betrachten und dort nur entbehrliche Sachen darstellen, weil sie eben möglicherweise aber nicht garantiert dargestellt werden.
In Zeiten von pixelbasierten Bildschirmen spielt der TV-sichere Bereich nahezu keine Rolle mehr. Einige Bildschirme können und/oder erzwingen allerdings noch ein leicht aufgezoomtes Bild und beschneiden so die Ränder, um das Overscanverhalten alter Röhrengeräte nachzuahmen. Als Option hat das durchaus seine Daseinsberechtigung, denn die Videobearbeitungen alter Serien, vor allem aus Videoproduktionen bis in die 90'er, zeigen oft Artefakte an den Rändern, die man so kaschieren kann.