Löcher verschließen am UR-C64

  • Löcher verschließen am UR-C64

    Soooo ... es ist mal wieder so weit.
    Ich hoffe, ich langweile niemanden. :P

    Als mein UR-64´er eintraf sah er so aus.



    Also ein echtes ehemaliges Arbeitstier.

    Er hat das KU - Board (KU-14194HB) und die Serien - Nr.: WG A 15171
    Made in Germany


    Leider hatte er auch 2 Löcher.
    Eines war wohl für einen Speeder im Expansion Port, da eine Verbindung zum HIRAM - Signal hergestellt wurde.

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  • Zu sehen hier die herausstehenden Joystickports und der eckige Ausschnitt für die Powerbuchse.




    Ansonsten war die Platine in einwandfreiem Zustand.
    Nach abstauben erstrahlte sie wie neu.

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  • Indem Plastikstücke eines defekten C64 Netzteils kleingeschnitten und in Aceton aufgelöst werden, erhält man eine knetmassenartige Substanz, welche in das Loch gepresst wird.



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  • Nach trocken und abtragen des überschüssigen Materials, sowie leichtem schleifen erhält man eine schöne Fläche.
    Oft gewünscht, aber hier eher ein Nachteil : Keine Vergilbung beim Füllmaterial.
    Die leiche rauhe Oberfläche bekommt man hin, indem man die Fläche nochmals kurz mit Aceton anlöst und dann gegen ein Tuch drückt.
    Den geringen Helligkeitsunterschied habe ich hier mit einem leichten Klarlack - Sprühnebel hinbekommen, welcher anschließend poliert wurde.
    Leider glänzt es nun etwas und es war nicht leicht ein einigermaßen brauchbares Bild hinzubekommen.




    Das große Loch wurde in gleicher Art behandelt.
    Nur sieht man hier den Farbunterschied leider noch sehr deutlich, da die Vergilbung auf dieser Seite stärker ist.
    Die Beschädigung oberhalb des ausgefüllten Loches entstand leider daher, dass der umgebende Kunststoff ebenfalls durch die Einwirkung des Acetons im Füllstoff weich wurde.





    Das Ergebnis hätte besser sein können.
    Leider kekommt man solche Spuren nicht zu 100% weg.
    Evtl. bekommt der Rechner später mal ein angemessenes, originalgetreues Ersatzgehäuse spendiert... :roll:

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  • Die Label wurden zur Reinigung des Gehäuses entfernt, in einem Buch über Nacht geglättet und mit Hilfe von Sprühkleber wieder aufgeklebt.

    !VORSICHT !
    Diese Labels hier bestehen aus einer sehr dünnen bedruckten Metallfolie, welche sich auf einem weißen Plastikstreifen als Trägermaterial befindet.
    Es gibt die UR-Labels wohl auch aus Papier. Diese würden mit Sprühkleber warscheinlich beschädigt werden.




    Fertig !
    Das Gehäuseoberteil wurde mit einem Radiergummi abgerieben und anschließend zusammen mit dem Unterteil gründlich gereinigt.

    Ich benutze hierzu gerne die Kombination aus LOCTITE 7063 und einem Kunststoffreiniger.

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  • Als Impression zum Abschluß dieses Bild hier :

    Ich nenne es : Treffen der Generationen.
    Der Ur-Opa und und sein absolut nichtsnütziger Ur-Enkel.




    Gruß Andreas

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  • hawooo!! ^^

    Also ich muß sagen, dafür daß das Gehäuse ja derbst gelöchert wurde, sieht es doch ganz gut aus. Auf jeden Fall Hut ab für die Arbeit.

    Ach ja, P.S.: Ich glaube ich kann hier für einige andere Leute sprechen wenn ich sage: Mehr von solcherart Vorher-Nachhers :D Bin immer wieder aufs Neue begeistert.
  • Ich hoffe, ich langweile niemanden.


    Also mich sicherlich nicht..

    Das Ergebnis hätte besser sein können.


    Also ich finde das schon sehr schön, der Rechner wird sowieso eingepackt oder kommt in eine Vitrine da kann man sich ja beim aufstellen noch helfen. Außerdem weiß ich aus Erfahrung, das diese Stellen nur dir selbst auffallen. Jemand der das nicht weiß, kommt gar nicht auf die Idee das da einmal ein Loch war...

    Indem Plastikstücke eines defekten C64 Netzteils kleingeschnitten und in Aceton aufgelöst werden, erhält man eine knetmassenartige Substanz, welche in das Loch gepresst wird.


    Hast du da auch ein vergilbtes Netzteil "zerhackt" oder ändert die bahndlung mit Acteon sowieso die Farbe des Kunststoffes?

    Auf jeden Fall weiter so!

    Gruß,

    znarF

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  • Hast du da auch ein vergilbtes Netzteil "zerhackt" oder ändert die bahndlung mit Acteon sowieso die Farbe des Kunststoffes?


    Das Netzteil war erheblich mehr vergilbt.
    Die vergilbte Schicht ist jedoch nicht tief im Kunststoff, so dass schätzungsweise 90% des Materials noch die Ursprungsfarbe hat.
    In wie weit das vom Aceton beeinflußt wird, kann ich nicht sagen.
  • @JerryMaus

    Sehr schöne Arbeit :respect:

    Das hast Du mal wieder perfekt hingekriegt und Dich dabei selbst übertroffen. :streichel:

    Mich langweilst Du auf jeden Fall nicht mit Deinen schönen Beiträgen.

    Übrigens liegt mein Uropa mit der Seriennummer WG A 15977 nur ein paar Nümmerchen
    über Deinem. Er ist also quasi etwas jünger und hat schon die farbigen Typenschilder. :roll:


    Gruß

    Lorraine
    Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.
    Kurt Tucholsky (09.01.1890 - 21.12.1935)
  • Wäre interessant, herauszufinden wenn man nur die oberste Schicht, welche den Gilb enthält, abschabt und dann als "Lückenfüller" verwendet in wie weit die Farbunterschiede auseinander gehen.
    Beim restauriernen von alten (Bauern-) möbel arbeitet man ja auch so. Man schleift die ganze Sache mal gründlich ab und sammelt den Schleifstaub auf. Später kann man Löcher und dergl. mittels eines Gemisch von Schleifstaub und Holzleim füllen.
    Ist aber nur so ne Idee...

    gruß,

    znarf

    PS: apropo Löcher füllen:
    Bilder
    • lebensaufgabe.jpg

      17,32 kB, 387×192, 957 mal angesehen

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  • hawooo!! ^^

    @ znarF: Der sieht interessant aus. Ich kann das bei dem kleinen Bild schlecht beurteilen, aber sieht so aus als habe sich der Löcherfräser einmal wirklich Mühe gegeben.

    Mal so ganz am Rande: Ich vermute mal es gibt keine Lobby für gutgebastelte Cevi's?!
  • Hallo Andreas,

    das hast Du super hinbekommen. Ich bin beeindruckt von dem "Löcherschliessverfahren". Das muss ich auch mal probieren, da ich sonst nur mit Heissluftfön und schmelzen sowas hinbekommen habe. Deine Methode ist schöner und besser.

    Unsere Teppiche gefallen mir, Du hast feuerrot und ich blau. Auf jeden Fall sollten wir eventuell auch mal eine Galerie der restaurierten Geräte mit "Vorher/Nachher" Fotos machen.

    Derzeit bin ich ausser Gefecht, da ich eine Zahnwurzelentzündung habe. Sobald ich fit bin, gehts weiter ;)

    Was mich am meisten freut, ist das dieses Hobby, doch noch mehr Leute mit mir teilen, als ich zuerst gedacht habe.

    Gruß
    Tom
    "Um den Krieg zu überleben, muss man selbst zum Krieg werden." - John Rambo / Rambo II - "Der Auftrag"
  • Hallo,

    also mich interessieren diese Restaurationsberichte immer sehr!
    Weiter so!!!
    (Bin ja selbst so ein Typ, der am liebsten die alten Teile
    neu sehen will...)

    @Pentagon
    Auf jeden Fall sollten wir eventuell auch mal eine Galerie der restaurierten Geräte mit "Vorher/Nachher" Fotos machen

    Ja - das wäre super! :)
  • Kann dem nur zustimmen! Ich würde irgendwann (in Rente?) auch gerne mal ein solches antikes Stück restaurieren. Mit den Löchern wäre ich dann ratlos gewesen. Dein Trick ist echt geil :bia!

    Und der Kunststoff wird wieder richtig hart, wenn das Lösungsmittel verdunstet ist? Hätte gedacht, dass dadurch die komplette Polymerstruktur zerhackstückelt wird...