Golem | Bäckerei in den USA benutzt immer noch C64 für Kassensystem

Es gibt 85 Antworten in diesem Thema, welches 6.965 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (8. Januar 2025 um 21:18) ist von TheRyk.

  • He-Man1982

    Zitat

    Stellt Euch mal vor, die nehmen vielleicht auch noch 40 Jahre alte Rezepte, um das Brot zu backen! Steinzeit! Wie kann man das bloss essen?!

    Schon vom Bäckersterben gehört? :D Wenn ich Gebäck kaufe, was wegen der Kohlenhydrate ohnehin wenig interessant ist, dann habe ich in der Theke Ciabatta, französisches Baguette, Eiweissbrot, High Protein Brot, Nussbrot, Kartoffelbrot oder Brioce im Auge. Drei mal am Tag machen sie frisch und jede Woche gibt es ein neues Mottobrot.

    Wenn ich dann bei unserem Bäcker im Dorf in die Theke sehe erblicke ich nicht nur 40 Jahre alte Rezepte, sondern 150 Jahre alte. Selbst die Kaisersemmel die sich irgendwann nach dem Ersten Weltkrieg durchsetzte hat er verschlafen. Und rate mal wer gerade vor einem Konkursverfahren steht. Der klassische Bäcker oder der moderne Backsalon? ;)

    Zwischen Retro und Produktivsystem ist doch ein großer Unterschied. Vor allem wenn es steuerrechtlich relevant ist. Schön wenn man eine simple Lösung gefunden hat, witzig wenn es mit einem echten Klassiker funktioniert, unangenehm wenn man deswegen in den Knast kommt.

    Den USA aber Rückständigkeit vorzuwerfen ist immer so eine Sache. Ist ein großes Land. Und ich kenne noch Ortschaften in Europa mit Plumpsklo und wo es erst seit den späten 80er Jahren Wasserleitungen in den Häusern gibt.

    Anders herum könnten sie auch mit einem Blick zu uns sagen, ihr habt ja nicht einmal Kernkraft, kein wirklich funktionierendes Satelliten Navigationssystem, keinen Flugzeugträger und nicht einmal Kaugummistreifen. :)

    Viel interessanter würde ich es aber finden dort Kontakt mit dem Admin aufzunehmen. Eine Kopie der Software mit Tastenschema wäre schon kultig. Dürfte ja eines der letzten Produktivsysteme mit C64 gewesen sein. In meinen Augen archivierungswürdig.

  • Ich finde es kultig den schönsten Computer der Welt als Kassencomputer zu verwenden. Es ist sehr nachhaltig und vor allem sicher vor Fremdzugriff aus den Weiten des Internets. Ich wünschte mir mehr solche Geschichten.

  • Sensation! Das Kassenprogramm ist online.

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    Nee, nur ein Mockup. :D

  • Eine weitere spannende Frage wäre, wie die Stammdaten aktualisiert werden, wenns vom Modul kommt.
    Oder läuft vielleicht eh mittlerweile was mit SD-Karte, wo die Preise und Artikel in einem CSV File stehen?

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  • Ob man den Betreiber fürs Forum 64 gewinnen könnte? Der hätte bestimmt viel zu erzählen und würde seinerseits vielleicht hier und da profitieren. :wink:

    Bei einem Kompromiss verlieren beide Seiten. Machen wir es so, wie ich es will, verliert nur eine Seite :thumbsup:

  • Eine weitere spannende Frage wäre, wie die Stammdaten aktualisiert werden, wenns vom Modul kommt.
    Oder läuft vielleicht eh mittlerweile was mit SD-Karte, wo die Preise und Artikel in einem CSV File stehen?

    Hat sich das Sortiment in den letzten 40 Jahren überhaupt geändert? :emojiSmiley-01:

    Da wird doch bestimmt ein Waren-Editor dabei sein. Die Stammdaten sind vermutlich oldschool in einer seq gespeichert und passen komplett ins RAM. :)

  • Hat sich das Sortiment in den letzten 40 Jahren überhaupt geändert? :emojiSmiley-01:

    Da wird doch bestimmt ein Waren-Editor dabei sein. Die Stammdaten sind vermutlich oldschool in einer seq gespeichert und passen komplett ins RAM. :)

    Das Sortiment wahrscheinlich weniger oft als die Preise.

    Ein SD2IEC wäre sicher die unkomplizierteste Lösung.
    Ich hab aber irgendwie die Vorstellung im Kopf, dass das Programm beim Einschalten automatisch geladen wird.

    So eine Anpassung im Kernal wäre aber wohl nicht besonders schwierig, oder?


    Statt READY einfach ein LOAD“*“,8 machen

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  • Ich denke der Bäckerei-Betreiber hat einfach bei anderen Shops gesehen, wie teuer moderne Kassensysteme sind (Software, Wartung, Defekte, Ersatzteile, Service usw.) und dazu einfach keine Lust gehabt.

    Mit dem C64 hat er ein zuverlässig funktionierendes System über Jahrzehnte hinweg und eine Reperatur bzw. Ersatzgeräte bekommt er für umsonst bzw. fürn Appl und n Ei. Gute Entscheidung :)

    • Interessanter Beitrag

    Vermutlich ist dem Betreiber die Technik völlig egal und er wird den Hype vermutlich nichtmal verstehen. Er hat ein System, das funktioniert, hat keinen Grubd es zu ersetzen, weil alles neuere teurer, fehleranfälliger und komplizierter ist, und nutzt es einfach. Und Updates brauch er auch nicht.

    So wie vermutlich sehr viele C64 irgendwo an Maschinen hängen, Dinge in KFZ-Werkstätten steuern oder seit 40 Jahren irgendwelche Beleuchtungen steuern. Es erfüllt seinen Zweck, ganz nach dem Motto, never change a running system.

  • Der schwarze Netzteilstecker auf dem einen Foto sieht mit dem grauen Kabel sehr nach Neubaulösung aus, und auch nicht nach Ultimate64.

    Wenn der Bäcker, was in USA sehr viel seltener als in D so sein wird,echte Sauerteigkulturen nutzt,dann könnten diese noch viel älter als nur 40 Jahre sein. Nur ist das eher ein Zuckerbäcker mit den Cevis. Diese Geschäfte muss man auch erstmal finden,das war letztes Jahr in Florida ziemlich schwierig. Das Bäckersterben ist doch dort leider schon durch. Wir hängen 2..3 Jahrzehnte hinterher....

    Sammle Desktops und Exoten ... und löte mich so durch Stapel von Elektroschrott.

  • Wie beschäftigt man eine Blondine?
    Man schreibt auf beide Seiten eines Blattes: Bitte Wenden.

    Wie beschäftigt man Retro-Nerds?

    Man erzählt ihnen, eines ihrer Lieblingsgeräte ist irgendwo am anderen Ende der Welt noch im Einsatz, verschweigt aber ein paar relevante Details, wie das möglich sein kann.

    Und mich beschäftigt das seeeehr :biggrin:


    Wenn die beiden C64 schon so lange im Einsatz sind, und wenn die heute vielleicht auf SD2IEC Basis arbeiten, dann muss es aber trotzdem mal eine Zeit gegeben haben, wo noch Diskettenlaufwerke zum Einsatz kamen.

    Ich träume mal... ist ja Weihnachten.

    Da hast du nun ein Kassenprogramm für den C64.

    Wenn du morgens in den Laden kommst, schaltest du die C64 ein und lädst auf beiden das Kassenprogramm.

    Sogar die Omma, die immer noch mithilft, klopft LOAD"*",8,1 wie nix in die Tasten.

    Auf der Diskette liegt nicht nur das Programm, sondern auch eine Konfigurationsdatei. Da steht bei der einen Diskette zB "Kassa 1" drin, bei der Diskette für das zweite Gerät steht "Kassa 2" drin.

    Als erstes fragt das Programm nach dem aktuellen Datum.

    In der Konfigurationsdatei liegt auch das letzte angegebene Datum drin.

    Wenn man also nach einem Absturz oder Stromausfall neu startet, bestätigt man einfach mit Return.

    Ansonsten blättert man mit den Cursor-Tasten um einen Tag weiter und das Datum ist gesetzt.

    Da ist auch eine kleine Routine drin, die den Wochentag anhand des Datums ausrechnen kann.

    Fällt es leichter, früh morgens das richtige Datum zu erwischen.

    Und das wird auch sofort auf Diskette geschrieben.

    Die Transaktionen des Tages werden auch auf Disk geschrieben. Das sind SEQ Dateien.

    Der Dateiname enthält die Kassen-Nummer (also 1 oder 2) und das Datum.

    Da drin wird soviel abgespeichert, wie man halt gern haben möchte.

    Ich würde schon wissen wollen, wieviele Stück wovon ich verkauft habe.

    Am Abend oder am Wochenende kann man dann die Dateien beider Disks wegkopieren.

    Es gibt dann noch ein eigenes Programm, welches die Daten beider Kassen (deshalb ist die Kassen-Nummer auch Teil des Dateinamens) zusammenfasst.

    Einerseits fürs Finanzamt, andererseits aber auch die interessanten Verkaufsstatistiken für uns Fans von Wirtschaftssimulationen.

    Das Program kennt pro Artikel unterschiedliche Steuersätze und auch Kategorien.

    Schließlich haben die färbig beklebten Tasten ja auch einen Zweck.

    Manche Tasten legen vielleicht direkt einen Artikel in den Warenkorb.

    Andere öffnen einfach die richtige Kategorie am Bildschirm.

    Statt den Cursortasten werden vielleicht die F-Tasten zum Scrollen und Blättern verwendet. Würde ja Sinn machen.

    Die Artikelverwaltung muss eigentlich auch direkt im Programm abgebildet gewesen sein, solang noch Disketten im Einsatz waren.

    Mit SD-Karte kann man die aus einem File holen und einfach von ASCII nach PETSCII umwandeln.

    Damals hat man vielleicht an einem C64 die Stammdaten aktualisiert (neuer Preis, neuer Artikel, ...), dann die Diskette in den anderen eingelegt.

    Dann hat man gemacht "Stammdaten laden" - genau, die passen nämlich locker in den RAM.

    Und dann wieder die "eigene" Diskette der Kassa eingelegt und dort dann "Stammdaten speichern" gemacht.

    So war das dann schön in sync.

    Ach ja... hätte schon Spaß gemacht, sowas zu bauen.

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  • Ich habe das unbestimmte Gefühl, als ob sich hier in Bälde eine Gruppe von Mitgliedern zusammentut um das ganze Projekt auch hier umzusetzen und anzubieten... das wäre mal ein StartUp :) Arbeitstitel: CASH64

  • Ich hab aber irgendwie die Vorstellung im Kopf, dass das Programm beim Einschalten automatisch geladen wird.

    Wenn die in der Bäckerei abends faul sind, machen die die Brotkästen vielleicht einfach gar nicht erst aus. :)

    Stimmt, die Preise dürften selbst in dem verschlafensten Ort nicht stehengeblieben sein.

    Die Zahlen werden von der Kassensoftware ordentlich formatiert und rechtsbündig ausgegeben. Ob man auch scrollen oder blättern kann, wenn eine Seite voll ist? usw. usf. ...wir alle würden das gerne mal in Aktion vorort sehen wollen. :emojiSmiley-16:

    Gerade in der heutigen Zeit ist es schön zu sehen, dass der C64 ein Computer war und ist, den man produktiv und professionell einsetzen kann, trotz der - aus feudaler Sicht - sehr begrenzten Resourcen. Auf dem Gym kamen die Computer bei uns viel zu kurz. Es gab nur Informationstechnische Grundbildung und da wurde der PC nur sehr stiefmütterlich abgehandelt, Matrizenrechnungen auf dem Papier fand der Lehrer besser, bzw. davon hatte er wohl mehr Ahnung. Also ist das irgendwo auch eher wieder einmal peinlich für Deutschland: in den USA arbeitet eine Bäckerei mit selbstprogrammierter Kassensoftware und wir bekamen hier nicht mal den Computer im Unterricht eingeschaltet. :emojiSmiley-38:

  • Ich habe das unbestimmte Gefühl, als ob sich hier in Bälde eine Gruppe von Mitgliedern zusammentut um das ganze Projekt auch hier umzusetzen und anzubieten... das wäre mal ein StartUp :) Arbeitstitel: CASH64

    Im Paket mit Tesa SX-64 um 50 % günstiger :biggrin:

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  • Wieso wundert das so viele? Die Dinger funktionieren. Und für so eine Kasse recht das völlig aus, wie man sieht. Warum brauche ich dann was neues was spätestens 2 Tage nach Ende der Gewährleistung den Geist aufgibt?

    Und diese ständigen Updates. Und noch größere Hardware. Wozu? Wenn ich mir die heutigen Programme ansehe dann sind das völlig, ohne Rücksicht auf Platz, programmierte Programme. Und, sind die besser als Programme vor 10, 15 oder 20 Jahren? Meistens nicht.

    Und wenn ich mir Windows 10 oder 11 ansehe frage ich mich wo da der Fortschritt ist. Das ist größtenteils alter Kram der nur anders verpackt ist und viel umständlicher zu bedienen ist als vorher. Und überwachter wird man damit auch. Nein ich bin kein Fan von Linux.

    Windows Vista, Windows 7 und Windows 8.1 sind zu gebrauchen. Die Windowse davor sind nicht besonders gut und die danach auch nicht.

    Also ist der C64 für so eine Kasse genial. Einfach, simpel, idiotensicher und haltbar.


    Micky

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    Quelle:

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  • Beitrag von ALPENRAM (23. Dezember 2024 um 06:42)

    Dieser Beitrag wurde von controlport2 aus folgendem Grund gelöscht: Doppelpost (23. Dezember 2024 um 07:18).
  • ich habe kein Facebook, aber so ein wenig kann man ja auch ohne Account stöbern .

    Und leider muss ich sagen: ich bin enttäuscht!!

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    :)

    "Was heute noch wie ein Märchen klingt,kann morgen Wirklichkeit sein.Hier ist ein Märchen von übermorgen.Es gibt keine Kupferka­bel mehr,es gibt nur noch die Glasfaser und Terminals in jedem Raum.Man siedelt auf fernen Rech­nern.Die Mailboxen sind als Wohnraum erschlossen.Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Computerclubs unser Da­tenverbundsystem.Einer dieser Com­puterclubs ist der CCC.Gigantischer Teil eines winzigen Sicher­heitssystems,das die Erde vor Bedrohungen durch den Gilb schützt.Begleiten wir den CCC und seine Mitglieder bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unkenntlich­keit. CCC'84 nach ORION'64"