Oceanic OC-118N "27, Read Error, 18, 00"

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 827 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. April 2025 um 21:21) ist von wdoelker.

  • Ich habe hier eine Oceanic OC-118N auf dem Tisch (genauer gesagt zwei), von denen eine nicht funktioniert.

    Symptome: Wenn man mit dem 1541-Testprogramm eine Diskette schnellformatiert, läuft sie bis zum Ende durch und fährt dann zu Track 18 zurück, um anschließend mit einem Fehler "21, Read Error, 10, 00" auszusteigen.

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    Die Widerstandswerte vom scheinen OK zu sein:

    schwarz-rot -> 8,5 Ohm

    schwarz-blau -> 7,5 Ohm

    schwarz-weiß -> 15 Ohm

    rot-blau -> 1,7 Ohm

    rot-weiß -> 9,5 Ohm

    blau-weiß -> 8,5 Ohm

    Durch Quertauschen mit der funktionierenden OC-118N bin ich davon überzeugt, dass das Problem auf dem "Analog-Board" liegt, denn mit dem Board aus der funktionierenden Floppy geht die defekte auch problemlos und besteht alle Tests.

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    Durch Tauschen de MC3470N-Chips bekomme ich eine andere Fehlermeldung, nämlich "27, Read Error, 18, 00". Aus meiner Sicht eine Verbesserung, oder?

    Disketten, die mit dem defekten Floppylaufwerk formatiert wurden, lassen sich in einem anderen Floppylaufwerk lesen. Das defekte Floppylaufwerk erkennt aber keine anderen Floppys.

    Durch Messen und vergleichen bin ich auf das weiße Dingen (Q6 auf der Platine) auf dem Bild oben links gestoßen, von dem ich dachte, dass es eine Spule/Drossel/Induktor ist. Der in dem funktionierenden Floppylaufwerk hat einen Widerstandswert von ca. 30 KOhm, während das auf der defekten Platine ca. 450 KOhm hat. Wenn ich das Teil von der defekten Platine in die funktionierende einbaue, geht das Floppylaufwerk anschließend nicht mehr.

    Weiß jemand, was Q6 genau für ein Bauteil ist und wo man ggfs. Ersatz bekommt?

  • Symptome: Wenn man mit dem 1541-Testprogramm eine Diskette schnellformatiert, läuft sie bis zum Ende durch und fährt dann zu Track 18 zurück, um anschließend mit einem Fehler "21, Read Error, 10, 00" auszusteigen.

    Welches 1541-Testprogramm?

    Ich würde mal die originale Formatierroutine nehmen. Sie testet auch jede Spur und müsste mehr Probleme bemerken (auch wenn der Test lückenhaft ist).

    Insbesondere die T/S "10, 00" irritieren mich. Dann ist sie ja doch nicht auf Track 18, sondern auf Track 10. Wieso macht sie das, wenn sie mit dem Formatieren durch ist?

    nämlich "27, Read Error, 18, 00". Aus meiner Sicht eine Verbesserung, oder?

    Ja. 21,READ ERROR besagt, dass die Floppy gar keine SYNCs lesen kann. Da ist etwas grundsätzlich faul.

    Bei 27,READ ERROR stimmen die Prüfsummen nicht. D.h., grundsätzlich kann gelesen werden, bloß sind die Inhalt nicht gut (genug?).

    Der Prüfsummenfehler ist zwar schon im Header, aber die Floppy kommt immerhin soweit, dass sie eine Prüfsumme bilden kann. D.h., sie hat halbwegs sinnvoll aussehende Werte lesen können.

  • Welches 1541-Testprogramm

    Das hier: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.


    Ich würde mal die originale Formatierroutine nehmen

    Die normale Formatierroutine (die ja auch beim Performance-Test von dem 1541 Diag verwendet wird), bricht gleich nach dem ersten Track ab. Vermutlich, weil das Laufwerk nichts lesen kann.

  • Die normale Formatierroutine (die ja auch beim Performance-Test von dem 1541 Diag verwendet wird), bricht gleich nach dem ersten Track ab. Vermutlich, weil das Laufwerk nichts lesen kann.

    Das heisst, dass die Formatierroutine, die du benutzt, einfach blind schreibt ohne ein einziges Mal zu versuchen zu lesen? Das halte ich für eine Diagnose ziemlich ungeeignet...

  • Das halte ich für eine Diagnose ziemlich ungeeignet

    Die Diskussion wollte ich an dieser Stelle zwar nicht führen, aber man kann auf diese Weise testen, ob das Laufwerk tatsächlich etwas schreibt, was andere Laufwerke lesen können, auch wenn es selbst es nicht kann. So wie in diesem Fall.

    Ich halte das für einen Erkenntnisgewinn, aber das ist nur meine Meinung.

  • Der Q6 sieht für mich nach dem Fototransistor der Schreibschutzlichtschranke aus. Mit dem Lesen hat das nichts zu tun.

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Das halte ich für eine Diagnose ziemlich ungeeignet

    Die Diskussion wollte ich an dieser Stelle zwar nicht führen, aber man kann auf diese Weise testen, ob das Laufwerk tatsächlich etwas schreibt, was andere Laufwerke lesen können, auch wenn es selbst es nicht kann. So wie in diesem Fall.

    Ich halte das für einen Erkenntnisgewinn, aber das ist nur meine Meinung.

    Gut, ich bin tatsächlich von einer reinen "Eigendiagnose" (ohne weiteres Floppy-Laufwerk) ausgegangen. Für deinen Ansatz würde es funktionieren, wenn die Floppy nicht zum Schreiben des Directory-Tracks lesen würde.

    Man kann Disketten, wo der Directory-Track nicht geschrieben wurde zwar lesen, dazu muss man die Floppy aber "nett überreden".

    IIRC geht das so:

    • eine funktionierende Diskette lesen (ich bin mir nicht sicher, ob sie die gleiche ID haben muss wie die Diskette, die zu testen ist; sicherheitshalber würde ich das so machen)
    • Diskette wechseln
    • im RAM der Floppy vorgaukeln, dass es keinen Diskettenwechsel gegeben hat ($1C auf 0 setzen): OPEN1,8,15,"M-W"chr$(28)chr$(0)chr$(1)chr$(0):CLOSE1
    • nun müsste Direktzugriff auf die Diskette mit U1 gehen
  • Fototransistor

    Hmm, das müsste ich dann noch einmal testen. Vermutlich ist das Infrarot, je nach LED ...

    Wenn das so ist, dann kann der tatsächlich nichts mit dem Leseproblem zu tun haben. Dann gehen mir aber so langsam die Ideen aus, was an der Platine so defekt sein kann. Die beiden Chips (MC3470 und CA3086) habe ich bereits gesockelt und getauscht.

    Ich habe die Dioden geprüft, die Transistoren, die Widerstände, die Kondensatoren, ...

    Leide habe ich zu diesem Laufwerk keinen Schaltplan gefunden. Der Aufbau unterscheidet sich auf den ersten Blick doch deutlich von einer normalen 1541. Es ähnelt eher den ersten 1541 Longboards.

  • Es sitzt mal an der Stelle der Lichtschranke, bei mir zumindest :)

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    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Fototransistor

    Hmm, das müsste ich dann noch einmal testen. Vermutlich ist das Infrarot, je nach LED ...

    Wenn das so ist, dann kann der tatsächlich nichts mit dem Leseproblem zu tun haben. Dann gehen mir aber so langsam die Ideen aus, was an der Platine so defekt sein kann. Die beiden Chips (MC3470 und CA3086) habe ich bereits gesockelt und getauscht.

    Ich habe die Dioden geprüft, die Transistoren, die Widerstände, die Kondensatoren, ...

    Leide habe ich zu diesem Laufwerk keinen Schaltplan gefunden. Der Aufbau unterscheidet sich auf den ersten Blick doch deutlich von einer normalen 1541. Es ähnelt eher den ersten 1541 Longboards.

    Wie hast du die diskreten Bauelemente getestet? Gerade ein Transistor hat diverse Parameter, die in der Analogschaltung von Bedeutung sind.

  • Wie hast du die diskreten Bauelemente getestet?

    Widerstände und Dioden mit dem Multimeter, Vergleich mit dem funktionierenden Board

    Transistoren ebenfalls mit dem Multimeter, Vergleich mit dem funktionierenden Board, danach habe ich alle ausgelötet und mit dem Komponententester geprüft. Zumindest waren das noch alles Transistoren, also kein interner Kurzschluss oder so.

    Elektrolytkondensatoren ebenfalls mit dem ESR-Meter geprüft, ausgelötet und mit dem Multimeter getestet

    Alle anderen Kondensatoren auf Kurzschlüsse geprüft

    Spulen ebenfalls mit dem Ohm-Meter

    Die beiden Chips habe ich ausgelötet und durch neu bestellte (allerdings aus China) ersetzt

    Der Fototransistor scheint auch unverdächtig, danke an x1541 für den Tipp.

    Ich könnte das auch im Betrieb mit dem Oszi untersuchen, aber leider habe ich keinen Schaltplan davon im Netz gefunden und weiß daher nicht, wo ich ansetzen soll ... ;(

  • Ich könnte das auch im Betrieb mit dem Oszi untersuchen, aber leider habe ich keinen Schaltplan davon im Netz gefunden und weiß daher nicht, wo ich ansetzen soll

    Die Datenblätter der Chips wären ein Start.

    Gerade beim MC3470 steht ja einiges drin, da das explizit ein Leseverstärker ist.

    Als Anfang könntest du mal eine Disk mit nur Sync ($FF, maximale Flusswechsel) vollschreiben um ein einfaches Testmuster zu bekommen :)

    Code: Floppy Fehlerkanal abfragen - Ausserdem kann ich bei "drive not ready" den I: und N: Befehl verwenden und notfalls den Kopf manuell zurückschieben. Und Finger weg vom Stepper!
    10 open1,8,15                   : rem 8 ist die Geräteadresse und das kann man bei Bedarf natürlich anpassen
    20 get#1,a$:?a$;:ifst<>64goto20 : rem Das CLOSE 1 am Ende kann man sich sparen, weil beim RUN automatisch ein CLOSE ALL ausgeführt wird.
    RUN
  • Ich glaube, ich verfolge das Thema nicht weiter.

    Zusammenfassung:

    • Der Lesekopf der "schlechten" OC-118N hat ganz vernünftige Widerstandswerte, vergleichbar zu einer "guten" OC-118N
    • Wenn ich eine gute Diskette in die "schlechte" OC-118N lege, kann ich - manchmal - das Verzeichnis einlesen. Also ist die Floppy prinzipiell in der Lage, Daten von einer Floppy zu lesen
    • Wenn ich in der "schlechten" OC-118N eine Schnellformatierung (ohne Read/Verify) durchführe, kann ich die Diskette in einem anderen Laufwerk lesen. Die OC-118N ist also prinzipiell in der Lage, Daten auf eine Floppy zu schreiben - die Benennung der Floppy ist für mich ein Indiz dafür
    • Nach einer Schnellformatierung kann die "schlechte" OC-118N manchmal das eben geschriebene Verzeichnis lesen, manchmal kommt aber auch nur Quatsch. Manchmal auch unmittelbar hintereinander.
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    • Wenn ich allerdings eine "normale" Formatierung durchführe oder den Performance-Test aus dem Testkit, bekomme ich schon bei Track 1 diesen Fehler:
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    • Die Geschwindigkeit scheint aber OK zu sein (reguliert das Laufwerk die selbst?)
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    • Eine Originaldiskette von Commodore gibt beim Alignment-Test folgendes Bild in der "schlechten" OC-118N
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    • Leider habe ich keine Unterlagen darüber gefunden, wie man den Lesekopf bei diesem Laufwerk justiert. Vermutlich mit einigen Schrauben, die mit Schraubensicherungen gegen lockern gesichert sind. Daher habe ich nach ein oder zwei Versuchen die Finger davon gelassen
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    • Der analoge Eingang der MC3470 von der "guten" im Vergleich zu der "schlechten" OC-118N:
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    • Der digitale Ausgang des Chips sieht bei der "guten" im Vergleich zu der "schlechten" so aus:
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    Ich finde (abgesehen von alten 1540-Unterlagen von Commodore) keine Unterlagen von der OC-118N, die ich zum Reparieren/Einstellen/Fehlersuchen verwenden kann. Vielleicht kann ich aber auch nur Google nicht richtig bedienen. Das Ding liegt schon viel zu lange auf meinen Schreibtisch und nimmt Platz weg, so dass ich das Gerät lieber auf dem Marktplatz stellen werde. Dann kann sich das jemand anschauen, der da Zeit investieren möchte.

    Ich jedenfalls habe eine funktionierende OC-118N, und das reicht mir. :D