Monster-Artikel: Die 50 besten indizierten Spiele der C64- und Amiga-Ära - und warum die BPjS damals so zugeschlagen hat

Es gibt 66 Antworten in diesem Thema, welches 6.690 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. September 2024 um 09:21) ist von nepp.

  • In meinem neuen Artikel auf PCGames.de küre ich die 50 besten indizierten Spiele der C64- und Amiga-Ära und seziere die zugehörigen BPjS-Akten. Es sind wirklich Geschichten aus Absurdistan, die euch dort erwarten! Empfehlenswert als Wochenendlektüre, da ihr angesichts von sieben Seiten etwas Zeit braucht. Viel Spaß!

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  • Harald Fraenkel 14. September 2024 um 15:03

    Hat den Titel des Themas von „Monster-Artikel: Die 50 besten indizierten Spiele der C64- und Amiga-Ära - und warum die BPjS damals so durchgegriffen hat“ zu „Monster-Artikel: Die 50 besten indizierten Spiele der C64- und Amiga-Ära - und warum die BPjS damals so zugeschlagen hat“ geändert.
  • Klasse Artikel und interessante Einblicke!

    Aber die Begründungen sind ja wirklich mal haarsträubend und widersprüchlich teilweise. Mal zeigt das Spiel die Folgen nicht deutlich, im anderen Fall zu deutlich. Wie mans macht, ist es verkehrt... ;)

    Ich frage mich, was die Prüfer bei manchen der Spiele erwartet haben. Sowas wie das hier? "Du hast NPC 134 erschossen. Sein Name war Hans. Seine 5 Kinder und 2 Frauen müssen nun ohne ihn weiterleben." ?(

  • Klasse Artikel und interessante Einblicke!

    Aber die Begründungen sind ja wirklich mal haarsträubend und widersprüchlich teilweise. Mal zeigt das Spiel die Folgen nicht deutlich, im anderen Fall zu deutlich. Wie mans macht, ist es verkehrt... ;)

    Ich frage mich, was die Prüfer bei manchen der Spiele erwartet haben. Sowas wie das hier? "Du hast NPC 134 erschossen. Sein Name war Hans. Seine 5 Kinder und 2 Frauen müssen nun ohne ihn weiterleben." ?(

    Vielen, vielen Dank für die positive Rückmeldung, freut mich sehr! :smile:

  • Unterhaltsam geschriebener Artikel und interessant mal die tatsächlichen Begründungen zu lesen :smile:

    Ich hätte trotzdem noch eine kleine Kritik. Ist es möglich bei den Screenshots vom den alten Systemen z.B. C64 irgendeinen CRT Shader anzuwenden? Oder einfach mit einem Emulator machen, wo das eingebaut ist (z.B. Denise).

  • Das geschwärzte Spiel dürfte H**ler Dictator sein. Würde vom Alphabet her passen.

    Cool dass die bei der Verbreitung sogar Raubkopien miteinbezogen haben... bei 1942 sogar die Trainerversion indiziert haben. 😄 Da sie die Spiele ja offenbar durchspielen müssten, kein Wunder dass sie auch auf Trainer zurückgegriffen haben.

  • Das geschwärzte Spiel dürfte H**ler Dictator sein. Würde vom Alphabet her passen.

    Cool dass die bei der Verbreitung sogar Raubkopien miteinbezogen haben... bei 1942 sogar die Trainerversion indiziert haben. 😄 Da sie die Spiele ja offenbar durchspielen müssten, kein Wunder dass sie auch auf Trainer zurückgegriffen haben.

    Jetzt wissen wir auch, warum viele Spiele so bockschwer sind :wink:

    Bei einem Kompromiss verlieren beide Seiten. Machen wir es so, wie ich es will, verliert nur eine Seite :thumbsup:

  • Nicht schlecht, aber pcgames.de könnte mal etwas leserfreundlicher performen...

    Das in 8 Seiten zu splitten und die dann einzeln durchzukaspern bis man ENDLICH bei Barbarian ist,
    fand ich etwas Web 2.0

  • Bei Platz 12: RAID OVER MOSCOW könnte es sich lohnen noch weiter nachzuforschen. Da gab es ja ein Echo bis in die UDSSR.

    Ob da nicht noch zusätzlich auch Druck von "Oben" kam?!

    Interessant ist für mich nach wie vor das sich Angst vor neuen Medien immer in Zensur umwandelt.

    Würde man Schiffe versenken mit Kugelschreiber und Papier spielen und die Schiffe Bismarck, Scharnhorst etc. nennen würde man wohl damit leben können.

    Spielte man derartiges auf einem "Komputer" war es natürlich schon gefährlicher, obwohl sich die Grafik nicht sonderlich vom Papier unterschied. :)

    Spielte man dann derartiges im Internet war die Angst erneut entfacht. Weil es ja "Online" war.

    Und abebben wird dieses Verhalten nicht. In VR wird es gleich noch einmal so gefährlich und selbst der olle Vorwurf das einem die Augen herausfallen muss wieder herhalten.

    Derzeit gibt es auch wieder Bestrebungen die ähnlich gehandhabt werden. Zum Beispiel bei Pornografie.

    Grundsätzlich beschränkt sich das Verhalten aber nicht nur auf Computerspiele und Medien.

    Zuerst hatte man Angst vor der Kartoffel, dann von der Dampflock, dann vor dem Radio, Fernsehen, Internet, Handys und bei Smart Brillen wurden sogar Träger auf offener Straße angegriffen.

    Der krankhafte Wahn zu Regulieren ist in Europa wahrscheinlich manisch und wird von Generation zu Generation weiter gegeben. Wehe der Neuentwicklung die in den Fokus fällt. Atomenergie, Gehirnimplantate, Genmanipulation oder wie zum Beispiel jetzt gerade, die "pöse" KI.

    Wie würde die Welt wohl aussehen wenn man neue Entwicklungen loben und lieben würde, über Fehler und Schwächen großmütig hinweg sieht und sich die positiven Eigenschaften zu Nutze macht?

    Würde ich einen Kaltfusionsreaktor im Keller bauen können der funktioniert, ich würde es wahrscheinlich erst einmal für mich behalten und die Pläne sicherlich nicht in Europa veröffentlichen. Zu wenig würde mich die Angst interessieren.

    Daher empfinde ich den Artikel gar nicht als "retro", viel mehr ist dieser ein Spiegel zur Jetztzeit.

  • Der Artikel war wirklich angenehm zu lesen. :)
    Ein paar Indextitel mehr, die nicht auschließlich wegen der Kriegesthematik indiziert wurden, hätte ich noch ganz interessant gefunden.

    Ich bin mir nicht mehr so 100% sicher - Quelle; irgendein altes ASM-Special dass ich aus meiner 30 Jahre alten Erinnerung zitiere -
    aber wenn ich mich nicht täusche, dann stand auch Rollstuhl Soccer (oder was ähnliches) auf dem Index.
    Da hätte mich tatsächlich die offizielle Begründung der Indizierung interessiert.

    Witzig fand ich die ständige Betonung, dass die Kriegsspiele verrohend sind da sie den Krieg grafisch verhramlosend darstellen, um dann im Gegenzug andere Spiele verdammen, indem das Kriegsgeschehen grafisch detailierter gezeigt wurde.
    In dem Kontext wären auch ein Titel wie Infernal Runner interessant gewesen, an dem der Spieler an keinen kämpferischen Aktionen teil nimmt, welches allerdings durch seine enorme Gewaltdarstellung auffällt. (Zumindest nach den Maßstäben der mittleren 80er Jahre)

  • Der Artikel war wirklich angenehm zu lesen. :)

    Ich bin mir nicht mehr so 100% sicher - Quelle; irgendein altes ASM-Special dass ich aus meiner 30 Jahre alten Erinnerung zitiere -
    aber wenn ich mich nicht täusche, dann stand auch Rollstuhl Soccer (oder was ähnliches) auf dem Index.

    In dem Kontext wären auch ein Titel wie Infernal Runner interessant gewesen, an dem der Spieler an keinen kämpferischen Aktionen teil nimmt, welches allerdings durch seine enorme Gewaltdarstellung auffällt. (Zumindest nach den Maßstäben der mittleren 80er Jahre)

    1. Danke. :smile:

    2. Davon ist mir nichts bekannt, es war auch nichts zu finden, aber wenn du tatsächlich eine Quelle hättest, könnte ich nachhaken.

    3. U.a.: "Das Computerspiel ist verrohend. Es stellt nämlich selbstzweckhaft grausamste und brutalste Tötungsarten dar. [...] Durch die Gesamtgestaltung lässt das Spiel befürchten, dass es auf das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen im Bezug auf Gewalt und rohe Gewalthandlungen einen negativen Einfluss hat."

    Immerhin bezeichnet die BPjS die "Tötungsdarstellungen" an einer Stelle in der Akte als "originell". :thumbup:


  • Wie würde die Welt wohl aussehen wenn man neue Entwicklungen loben und lieben würde, über Fehler und Schwächen großmütig hinweg sieht und sich die positiven Eigenschaften zu Nutze macht

    OT: Gibt es: Die Chance in USA von einem autonomen KI gesteurten Fahrzeug plattgefahren zu werden ist niedrig bewertet im Gegensatz zu deren (profitablen) Nutzen. Erst in der Öffentlichkeit testen und dann sicher machen. Dann können bald zehntausende Truck/Taxi Driver Altenpfleger werden die dann später umschulen zu was-auch-immer wenn die Pflegebots kommen. Das war ohne Wertung gemeint.

    Ich finde eine kritische Auseinandersetzung mit Jugend gefährdenden Games schon sinnvoll, die kritische Bewertung auch. Dass ich damals Null Verständnis für sowas hatte und auch heute noch Zusammenhänge in sehr vielen Fällen einfach durch Laien populistisch ausgeschlachtet werden macht die Sache an sich nicht falsch.

    Ich habe in diesem Kontext einen lustigen Vortrag gehalten: Killerspiele vor 300 Pädagogen, Lehrern, Erziehern (nicht gegendert, ich bin Boomer).

    Das Vorlesen aus z.B. "Die Zwerge" und anderen "guten" Büchern hat da einige Augen geöffnet.

    Auch wenn die Darstellung minimalistisch war, den Rest macht das Gehirn. Natürlich wurde damals vieles, gerade aus heutiger Sicht, aus Unverständnis masslos überzogen.

    Die Gespräche mit den Testern der USK fand ich immer sehr zielführend und vermittelte mir mehr warum die Wertung so aussah.

  • Habe mich als Kind immer gefragt, wie die Hexe aus Hänsel und Gretel in den Backofen passte; hab mir immer einen elektrischen Backofen vorgestellt, weil ich nichts anderes kannte :wink:

    Bei einem Kompromiss verlieren beide Seiten. Machen wir es so, wie ich es will, verliert nur eine Seite :thumbsup:

  • Natürlich wurde damals vieles, gerade aus heutiger Sicht, aus Unverständnis masslos überzogen.

    Das Stichwort ist hier: "Unverständnis". Der Mensch hat im Allgemeinen Angst vor ihm Unbekanntem. Daraus entsteht z.B. Rassismus. Auch die zu Anfang der Corona-Pandemie allgegenwärtige Panik (Hamsterkäufe etc) geht darauf zurück. Diese Angst vor Unbekanntem steckt in der DNA des Menschen - ja, vielleicht in der aller Tiere - und hat natürlich einen Sinn. Dem entgegen wirken kann man eigentlich nur, wenn man sich mit dem Objekt, das die Angst hervorruft, beschäftigt. Aber genau da hakt es oft bei vielen.

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  • 2. Davon ist mir nichts bekannt, es war auch nichts zu finden, aber wenn du tatsächlich eine Quelle hättest, könnte ich nachhaken.

    Ich habe das Magazin jetzt grade online gefunden. Mmh... 30 Jahre alte Erinnerung sind selten eine zuverlässige Quelle. :(
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    Ich meine aber dennoch auf irgendeiner Liste mal Rollstuhl-Soccer (oder irgendwas in der Richtung) gelesen zu haben.
    Wenn ich da irgendwas zu finden sollte, sag ich aber nochmal Bescheid.



    3. U.a.: "Das Computerspiel ist verrohend. Es stellt nämlich selbstzweckhaft grausamste und brutalste Tötungsarten dar. [...] Durch die Gesamtgestaltung lässt das Spiel befürchten, dass es auf das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen im Bezug auf Gewalt und rohe Gewalthandlungen einen negativen Einfluss hat."

    Immerhin bezeichnet die BPjS die "Tötungsdarstellungen" an einer Stelle in der Akte als "originell". :thumbup:

    Okay, das ist tatsächlich seltsam. :D
    Solltest du einen zweiten Teil von dem Artikel bringen, fände ich das Beispiel auf jeden Fall ziemlich interessant.
    Also Index-Spiele die nicht aufgrund der Kriegsthematik indiziert wurden.

    Zu meinem Erstaunen habe ich grade gesehen dass tatsächlich Renegade indiziert war. Ich hatte echt vergessen WIE streng dass damalige Jugendschutzgesetzt war.

  • Ich habe bereits einen zweiten Teil geschrieben, der erscheint im November in der nächsten Retro Gamer.

    Das mit Rollstuhl-Soccer kann ich mir nicht vorstellen, ich denke, das wäre mir im Lauf der Recherchen irgendwie untergekommen.

  • Unterhaltsam geschriebener Artikel und interessant mal die tatsächlichen Begründungen zu lesen :smile:

    Ich hätte trotzdem noch eine kleine Kritik. Ist es möglich bei den Screenshots vom den alten Systemen z.B. C64 irgendeinen CRT Shader anzuwenden? Oder einfach mit einem Emulator machen, wo das eingebaut ist (z.B. Denise).

    Danke für die positive Rückmeldung!

    Zu Punkt 2: Ja, es ist möglich, Bilder mit CRT-Shader zu machen, aber ich bin kein Freund davon. Der Artikel soll optisch möglichst ansprechend sein - nicht für Nerds, die bis heute erotische Beziehungen zu Röhrenmonitoren pflegen, sondern für die Allgemeinheit und auch die jüngere Zielgerade. Ganz besonders in einem "Mainstream"-Spielemagazin.

  • Nicht schlecht, aber pcgames.de könnte mal etwas leserfreundlicher performen...

    Das in 8 Seiten zu splitten und die dann einzeln durchzukaspern bis man ENDLICH bei Barbarian ist,
    fand ich etwas Web 2.0

    Gut zu erfahren, dass ich es mit dem Text geschafft habe, genug Neugierde aufzubauen, dass du bis dorthin geklickt hast. :smile:

  • Gibt's das evtl. auch als ofizielles PDF zum Download?

    Nein, gibt es nicht. Aber der Artikel soll auch im Heft erscheinen, falls dir das irgendwie hilft. Wobei ich gespannt bin, wie sie das angesichts des Umfangs hinkriegen, ohne ein paar Sonderseiten anzukleben :D, denn in Print dürfte die ganze Sache ziemlich ausladend werden. Ich würde auf 12 Seiten tippen, und da muss man schon extrem textlastig layouten. Im Normalfall wären es eher 15 bis 20. Aber jut, vielleicht kürzt die Redaktion auch, das kann sein. Oder sie bringen ein Sonderheft raus. :thumbsup: