Alte Tonbandspule in WAV/MP3 umwandeln?

Es gibt 136 Antworten in diesem Thema, welches 17.665 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. Juni 2024 um 16:39) ist von Lauxmueller.

  • Der Brief mit der Spule ging gerade zur Post! Jetzt heißt es abwarten und gespannt sein. :)

    Na hoffentlich ist das heute nicht mehr so wie damals beim Disketten verschicken, wo der Postsortierautomat magnetisch gearbeitet und manchmal die Inhalte des Datenträgers geschrottet hat :schreck!:

    Vielleicht ist das aber auch nur so ein Mythos. Wir haben seinerzeit die Sicherheitskopien jedenfalls immer in Silberpapier eingewickelt vor dem verschicken...

    An Bord: PET 2001, VC20, C64, C128, Plus/4, Atari 800XL, Atari 1040ST, Amiga 500... sonst nix mehr ;(

  • Die Tonbandspule lag 30 Jahre im Keller auf dem Boden rum und nun gefährdet der Postweg die Datenintegrität? :D

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  • Selbst wenn nicht... was wenn die NSA via Satellit eine Fernauslesung durchführt ? Niemand weiß welche belastenden Informationen darauf enthalten sind 8)

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  • Jetzt komme ich doch auch nochmal ins Plaudern:

    • Wie schon erwähnt im Thread, habe ich mal Tonbänder meines Vaters versucht zu digitalisieren, 5% der Bänder habe ich tatsächlich bereits gemacht und danach die Lust verloren.
    • Mein Vater hatte, da er auch retrobegeistert war, seine Tonbänder im Wohnzimmer in einem Schrank gelagert in Kunststoffhüllen oder den Papphüllen. Aber im Keller gab es auch noch einen Beutel mit Tonbändern. Im Nachhinein, nachdem mein erstes Tonbandgerät beim Digitalisieren kaputt ging (wahrscheinlich ein Riemen gerissen, aber in 2020 war ich noch nicht so reparatur-erfahren und außerdem braucht man megaviel Platz, um so ein Tonbandgerät zu zerlegen), habe ich gedacht: Hmmmm. Die Spule, die im Tonbandgerät war, war eine von den Kellerspulen, die in dieser Baumwolltragetasche war: Wahrscheinlich hat mein Vater die aussortiert, weil die Bänder das Tonbandgerät kaputtmachen. Soviel zum Thema Tonbänder aus dem Keller. :) Und zweitens: Evtl. hat mein Vater auf dem Flohmarkt einfach mal einen Stapel Tonbänder eingekauft und einfach nur im Keller eingelagert, ohne selbst jemals reingehört zu haben.
    • Dann habe ich am Anfang des Threads überlegt, ob ich Snoopy auch meine Digitalisierungs-Hilfe anbieten soll, ich habe ja schließlich auch schon das zerfallende Dubplate von FrankyByte s Freund digitalisiert, siehe Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.. Aaaberr: Eine Schallplatte in der speziellen Größe hat eine Spielzeit von 15 Minuten. Ein Doppelspielband kann 10 Stunden Musik drauf haben und dafür muss das Tonbandgerät stundenlang laufen, und es könnte einfach der Riemen reißen und dann kann ich noch nichtmal mehr die Spule wieder aufwickeln mit Motor. Das war der Grund, warum ich meine Hilfe nicht angeboten habe, obwohl Snoopy es verdient hätte, weil er mir mehrere Hardware-Sachen zum Reparieren gespendet hat.

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  • :thumbsup: TOP! Beste TAPE NEWS des Tages!

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  • Bis das Band da ist, kann ich ja auch mal ein bisschen was erzählen, was ich so vorhabe und was ich zu erwarten glaube ;). Und wieso überhaupt etc...

    Im Gegensatz zu einer Musikkassette, bei der es im großen und ganzen nur ein standardisiertes Aufnahmeformat gab (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel), welches Maximal durch verschiedene NR Systeme ergänzt werden konnte, ist das Medium Tonband unheimlich breit aufgestellt, was die Aufzeichnungsparameter angeht:
    Ähnlich wie bei Disketten ist das Tonband nicht auf bestimmte Aufzeichnungsparameter festgenagelt. Stattdessen wurden über die Zeit und auch je nach Anwendung verschiedene Geschwindigkeiten, Spurformate und auch Entzerrungen benutzt um das Medium jeweils optimal auf die Bedürfnisse des Anwenders anzupassen.
    Aber im gegensatz zur Diskette habe ich den vorteil, dass mir mein Tonbandgerät immer einen Ton abspielt, durch diesen dann das erfahrene Ohr relativ schnell die korrekte Geschwindigkeit und auch das Spurformat erkennen kann. Die Entzerrung erfordert etwas besseres Gehör und lässt sich je nach qualität der Aufnahme nicht unbedingt 100% feststellen, aber in dem Falle nimmt man halt, was besser klingt, oder zieht auch den Kontext zu Rate, was denn warscheinlich sein könnte, anhand der Herkunft des Bandes.

    Für alle interessierten gibts nun noch ein bisschen weitere Theorie der Tonbandtechnik:

    Viertelzolltonband gab es in verschiedenen Spurformaten:

    1. (Mono) Vollspur: Das erste überhaupt existierende Spurformat. Ein Monosignal auf dem gesamten Band, welches sich nur einseitig bespielen lässt. Im Professionellen Bereich vertreten, bis sich Stereo etablieren konnte. Heimgeräte waren damals noch selten oder nutzen:

    2. Halbspurtechnik: Entweder ein Stereosignal auf dem Band, welches sich nur in eine Richtung bespielen lässt (war bis zuletzt der Standard im Studiobereich und ebenfalls im gehobenen Hifi vertreten), oder zwei Mono Spuren, die ein wenden des Bandes, ähnlich der Musikkassette ermöglichen. Dieses Format war vor allem in den 50er und 60er Jahren bei vielen Heimtonbandgeräten vertreten.

    3. Viertelspurtechnik: Die insgesamt 4 Verfügbaren Spuren konnten entweder für einen zweiseitigen Betrieb in Stereo benutzt werden (am weitesten Verbreiten im Hifi bereich 70er und 80er Jahre) oder auch vier Mono Spuren über einen Spurumschalter am Gerät. Also quasi "Vier Seiten" auf einem Band. Vor allem für den Preisbewussten Heimanwender eine Option.
    Im Studio war dieses Format nicht vertreten.

    Im Profibereich nutzte man grundsätzlich nur die Einseitigen Formate. Alleine, weil man diese auch schneiden konnte. Dazu hat vor allem das Viertelspurformat hörbare Qualitätseinschrenkungen, was das "Übersprechen" der Nachbarspuren in die eigentliche Aufnahme angeht usw.

    Bei diesem Band würde ich von der Optik her am ehesten auf Mono Halbspur tippen, Aber auch Stereo oder Viertelspur ist alterstechnisch möglich.

    Geschwindigkeiten waren im Heimgebrauch 4,75/9,5/19cm pro Sekunde, wobei die erste eine sehr schlechte Qualität bot und vor allem für musik kaum genutzt wurde. Für Diktat usw gab es teilweisle noch langsamere Geschwindigkeiten.
    Im Profibereich findet man eher 19/38/76 cm pro Sekunde.
    Die Geschwindikgeit wird vor allem durch die Anforderungen an Qualität und auch Spielzeit bestimmt.

    Nun erkennt man auch, wieso dieses Band ein sehr breites Spektrum an Spielzeit haben kann. von 30 Minuten bis 8 Stunden is da alles drin.

    Über die Jahre habe ich diverse Maschinen bei mir angesammelt, die nahezu alle dieser Formate abspielen können. Nobelhifi von Akai, Teac, SONY oder Revox bis hin zu Studiogerät von Telefunken oder Studer.

    Wenn ich das Band hier habe, dann werde ich direkt mit dem Testen beginnen, was uns da erwartet.

    Weiter gehts mit der Geschichte ein anderes Mal ;)

  • Weiter gehts mit der Geschichte ein anderes Mal ;)

    Wow, vielen Dank für Deine umfangreiche Erklärung zum Thema "Tonbänder"! :thumbup:

    Ich habe in einem Beitrag jetzt schon 100 mal mehr an Tonbandwissen gelernt, als ich bislang dazu geahnt habe. :)

    Wie soll das erst werden, wenn auf dem Band sogar was drauf sein sollte? :schreck!:

    Ich habe irgendwie das Gefühl, du interessiert dich nicht erst seit gestern für Tonbänder. :D

    Ich denke, falls was auf der Spule ist, dann findest du es sicherlich raus. :thumbup:

    Vermutlich ab 7 Stunden 45 Minuten kommt was zu hören! :whistling:

  • Wir haben in der Firma auch noch ein höherwertiges Tonband stehen, was ich nutze um Kunden ihre Tonbänder zu überspielen. Vor einiger Zeit war es die Hochzeitsmesse als die Kunden vor Jahrzehnten geheiratet habe.

    Schon spannend was da so drauf ist und wie gut die Aufnahmen sich noch anhören.

  • Ähnlich wie bei Disketten ist das Tonband nicht auf bestimmte Aufzeichnungsparameter festgenagelt. Stattdessen wurden über die Zeit und auch je nach Anwendung verschiedene Geschwindigkeiten, Spurformate und auch Entzerrungen benutzt um das Medium jeweils optimal auf die Bedürfnisse des Anwenders anzupassen.

    Beschränkt man das auf den Hausgebrauch, hält sich das aber doch in Grenzen. Die meisten Geräte bieten die Geschwindigkeiten 9,5 und 19cm/s an. Manche als Diktiergerätqualität auch 4,76. Höhere Geschwindigkeiten findet man im Studiobereich. Entzerrung ist bei den Heimgeräten eigentlich einheitlich. Auswahlmöglichkeiten gibt es auch da nur im Studiobereich. Aufpassen muß man bei Heimgeräten eigentlich hauptsächlich bei der Unterscheidung zwischen 2-Spur und 4-Spur-Systemen. Beide haben Zweikanaltonköpfe, aber beim 4-Spur-System bleibt eben Platz um die Spulen zu wenden und in die andere Richtung zu bespielen. Das Band hat also insgesamt 4 Spuren, von denen aber immer nur 2 gleichzeitig nutzbar sind (wie bei einer Stereokassette). Mit einem 4-Spur-Tonkopf kann man auch 2-Spur-Aufnahmen abspielen, aber umgekehrt kann man mit einem 2-Spur-Kopf kein 4-Spur-Band abspielen.

  • Geschwindigkeiten waren im Heimgebrauch 4,75/9,5/19cm pro Sekunde, wobei die erste eine sehr schlechte Qualität bot und vor allem für musik kaum genutzt wurde.

    Bei der Kompaktkassette leider doch, und dann auch noch das schmalste Band und 4 Spuren drauf 8|. Verglichen mit den Tonbandmöglichkeiten (z.B. die benannten Wahlmöglichkeiten bei den Geschwindigkeiten nach Wunsch, für steigende Qualität), die schlechteste Variante, aber es wurden ausgerechnet darauf auch kommerzielle Alben etc., millionenfach verkauft. Verkehrte Welt. Aber praktisch halt (glaubte man) :D.

    Verschlanktes Setup ´24: C64G+1541 Ultimate II, C64Aldi+Dolphin DOS+1541 II, Blue Dual-SID Mod "R-Flux-Edition"+OC 118, MSSIAH, 1351.

  • Vermutlich ab 7 Stunden 45 Minuten kommt was zu hören! :whistling:

    Kurz vor Ende: „Hatte ich zurückgespult? Ach, wird schon passen. Hier also die umfangreiche Beschreibung, wie man an meinen vergrabenen Goldschatz kommt: Räusper… *click*“

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  • Bei der Kompaktkassette leider doch, und dann auch noch das schmalste Band und 4 Spuren drauf 8| . Verglichen mit den Tonbandmöglichkeiten (z.B. die benannten Wahlmöglichkeiten bei den Geschwindigkeiten nach Wunsch, für steigende Qualität), die schlechteste Variante, aber es wurden ausgerechnet darauf auch kommerzielle Alben etc., millionenfach verkauft. Verkehrte Welt. Aber praktisch halt (glaubte man) :D .

    Dabei darf man aber auch nicht vergessen, daß die Technik sich weiter entwickelt hat und bis in die 90'er mit Hochdruck die MC perfektioniert wurde. Die großen Tonbandgeräte sind nie darauf optimiert worden, mit 4,76cm/s auch nur annähernd so gut zu funktionieren.

    Klar, die MC kommt nicht an große Studio-Tonbandmaschinen ran, aber sie ist mit ordentlichen Bändern und Geräten schon sehr nah dran.

    Und dann war manch einem die MC immer noch zu groß und zu schnell, was dann zu solch bizarren Würfen hier führte:

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  • Kann auch immer nur wieder Techmoan empfehlen, gerade seine Videos zum "teuersten Musikfornat der Welt":

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    Dort werden auch die verschiedenen Formate erklärt. Und die Tatsache, dass man inzwischen vieles "in Post" korrigieren kann, wie zum Beispiel Ton-Spuren trennen, Geschwindigkeit und Laufrichtung.

    Tonbänder sollten evtl. auch zuvor gereinigt oder gar gebacken werden (Ampex Reels), um das Gerät nicht zu versauen...

  • bis in die 90'er mit Hochdruck die MC perfektioniert wurde. Die großen Tonbandgeräte sind nie darauf optimiert worden, mit 4,76cm/s auch nur annähernd so gut zu funktionieren.

    Klar, die MC kommt nicht an große Studio-Tonbandmaschinen ran, aber sie ist mit ordentlichen Bändern und Geräten schon sehr nah dran.

    Das glaube ich schon, trotz des schmalen Bandes und dem langsamen Tempo, habe das so am Rande mitgekriegt. Da gerade die End 80er reif waren bei allem, was Analogtechnik angeht, wünschte ich im Nachhinein, das probiert zu haben. Es gab ja z.B. wohl auch edle Kassettendecks aus dem Hause Studer/Revox, das kenne ich zwar nicht (oder bessere Geräte auch von anderen Marken), aber denen traue ich Optimierung des Kassettenklangs zu.

    Ich hatte mich nur, wie früher immer, mit den günstigen Consumergeräten befasst, da war man nicht so gut aufgestellt mit diesen Teilen. Da war zum Schluss sowas wie Autoreverse teils nervig (eine Seite hörte sich oft besser an, also eher Stress damit gehabt mit dem schnellen Wechsel, bevor es andersrum ging und man wieder weniger Höhen hatte etc. 8|) oder es gab viele Doppeltapedecks. Dasselbe da: ein Laufwerk wurde zum normalen, das andere hatte irgendwas wie dumpfere Höhen oder auch mal Bandsalat. Schraubendreher daneben half manchmal, aber wenn man mit dem Justieren erst anfing, war man ständig am wursteln, da verschiedene Bänder von verschiedenen Geräten aufgenommen waren. Das sind so typische Dinge, die man sich nicht hätte antun müssen, sondern mal richtig sparen auf was Gutes und dann :kopp.

    Jedenfalls ist ein aus heutiger Sicht besonderer Klang wegen den Bandeffekten möglich, auch bei Kompaktkassette, ähnlich den großen Tonbändern. Ob man das mag, ist Geschmackssache, aber es haben z.B. Pro-DAWs oft auch ein Plugin parat, das Tape simuliert- auch Pro Tools bietet sowas an, kommt also nicht von ungefähr, das mit dem Bandklang vermissen Viele.

    Ich guck' erstmal die Videos, jetzt passt das gerade ^^.

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    Einmal editiert, zuletzt von R-Flux (24. Mai 2024 um 14:09)

  • Da war zum Schluss sowas wie Autoreverse teils nervig (eine Seite hörte sich oft besser an, also eher Stress damit gehabt mit dem schnellen Wechsel, bevor es andersrum ging und man wieder weniger Höhen hatte etc. 8| ) oder es gab viele Doppeltapedecks. Dasselbe da: ein Laufwerk wurde zum normalen, das andere hatte irgendwas wie dumpfere Höhen oder auch mal Bandsalat.

    Diese drehbaren Tonköpfe haben den Ruf, daß die sich gerne dejustieren. Im Walkmanbereich haben sich hingegen 4-Kanaltonköpfe durchgesetzt, die elektronisch umgeschaltet wurden. Das ist nach meiner Erfahrung zuverlässiger. Aber wohl wegen dieser Problematik hat man bei den wirklich guten Decks fast immer auf Autoreverse verzichtet. Und dann gab es ja noch eine weitere Technik, um Autoreverse zu realisieren, die sich nicht durchgesetzt hat. Außer daß Nakamichi das bei ein paar Decks ähnlich gelöst hat.

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    Und hier noch eine Autoreverspezialität:

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  • Beschränkt man das auf den Hausgebrauch, hält sich das aber doch in Grenzen. Die meisten Geräte bieten die Geschwindigkeiten 9,5 und 19cm/s an. Manche als Diktiergerätqualität auch 4,76. Höhere Geschwindigkeiten findet man im Studiobereich. Entzerrung ist bei den Heimgeräten eigentlich einheitlich. Auswahlmöglichkeiten gibt es auch da nur im Studiobereich. Aufpassen muß man bei Heimgeräten eigentlich hauptsächlich bei der Unterscheidung zwischen 2-Spur und 4-Spur-Systemen. Beide haben Zweikanaltonköpfe, aber beim 4-Spur-System bleibt eben Platz um die Spulen zu wenden und in die andere Richtung zu bespielen. Das Band hat also insgesamt 4 Spuren, von denen aber immer nur 2 gleichzeitig nutzbar sind (wie bei einer Stereokassette). Mit einem 4-Spur-Tonkopf kann man auch 2-Spur-Aufnahmen abspielen, aber umgekehrt kann man mit einem 2-Spur-Kopf kein 4-Spur-Band abspielen.

    Ganz so würde ich das nicht unterschreiben:

    Während die Japanischen und US Geräte vor allem 9,5 und 19cm/sec anboten, hielten die Deutschen selbst bei den Hochwertigen Geräten lange Zeit an der option für 4,75cm/sec fest. Beispiele sind die Philips N4450, Grundig TS1000, Uher SG631 (und alle möglichen anderen Modelle dieser Hersteller, habe nur jeweils die nobelsten Geräte mut 4,75 genannt). Das Uher Report bot fürs Diktat eben sogar noch 2,4cm/sec an, genauso wie das "Universal 5000".
    Ich hatte auch schon Bänder mit Hintergrundbeschallungsmusik in 4,75cm/sec gefunden. So sachen wie James Last und co, das halt im Hintergrund dudeln kann. Und alte Radioaufnahmen. Gerade bei AM Radio war der Unterschied dann doch nicht mehr sooo groß, je nach Empfangssituation.
    Mehr als 19 findet man beim Heimanwender tatsächlich maximal im Edelhifi bereich, aber auch das gab es. Zum beispiel die Teac Nobelmaschienen wie X2000m und co. oder Geräte von Technics und auch Revox bot seine Maschinen in einer HS (Highspeed) Version mit 19/38 an.

    Spursysteme gab es auch viel im Heimgebrauch: Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierten die Koffertonbandgeräte große Erfolge. Zeitweise war Grundig sogar Weltmarktführer. Diese einfachen Geräte hatten meistens Halbspur Mono. So nobel, Stereo schon in den 60er Jahren "Brot und Butter" Geräten zu haben war man da noch nicht. Dieser Markt brach dann langsam ein, nachdem die ursprünglich für Diktate entwickelte Comcact Cassette immer Musiktauglicher wurde.
    Beim Schritt zu Stereo Spaltete sich das ganze dann eben zu den eher "Ergiebigeren" Viertelspur Stereo Geräten, die auch International Vorherrschend waren und den Halbspur Heimgeräten, die vor allem für den Anspruchsvollen nutzer Gedacht waren. Diese waren in Europa vermehrt zu finden. Saba hatte Halbspur Stereo, Revox sowieso, Uher und grundig boten für einige Geräte Austauschbare Kopfträger an um ebenfalls Halbspur Stereo zu haben. Japan und USA sprangen auf diesen Zug erst sehr spät und nur mit wenigen Highendmodellen auf.
    Die Viertelspur Mono Geräte waren spannenderweise ebenfalls meistens diejenigen, die auch 4,75cm/sec können. Also was für echte Sparfüchse :D.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die Palette ist auch im Heimsektor sehr breit...

    Gruß C-Man

    Edit: So ein AKAI Tapedeck mit der "Invert-O-Martic" habe ich auch in der Sammlung :).