Isolationswiderstandsmessgerät - Empfehlungen

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 1.046 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Mai 2024 um 20:06) ist von Ruudi.

  • Moin zusammen,

    ich spiele mit dem Gedanken mir ein Isomessgerät zuzulegen für die gelegentliche Prüfung von z.B. Trafos. Nun stellt sich die Frage, welches Gerät, wieviel muss ich dafür ausgeben, ab welchen Betrag wäre es übertrieben.

    Ein sehr günstigers Gerät ist diese hier:

    Ich habe von UNI-T ein Tischmulti, mit dem ich recht zufrieden bin.

    Zum gleich dreifachen Preis gibt es dieses hier:

    und diesen Preis um das 5fache getoppt hier:

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    Das Spektrum ist also recht groß. Bei der Auswahl eines Oszis lassen sich auch Unsummen ausgeben, ich bin immer noch mit meinem analogen von Hameg zufrieden, Kostenpunkt ca. 75 Euro.

    Lange Rede, kurze Fragen: Könnt Ihr Empfehlungen für den Hobby-Bereich aussprechen? Wenn ich 60 Eurü für ein Gerät ausgebe, welches mir nur Schrottmessungen liefert, ist mir auch nicht geholfen. Ein Gerät für 1000 Euro in den Schrank zu stellen, dass alle 2 Jahre mal für 5 Minuten bewegt wird, ist Perlen für die Säue geworfen.

    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

    „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ (Friedrich III.)

  • Du kannst auch mal nach gebrauchten Gerätetestern schauen, bei denen die Kalibrierung abgelaufen ist. Neu kalibrieren ist teuer, daher bekommt man die oft günstig.

    Metrel ist eine nicht ganz so bekannte Marke, da kannst Du auch nochmal sparen.

  • Wenn Du nur gelegentlich eines brauchst, ich hab hier eines liegen.

    Einmal ein UT531 (kannst Du für die 69€, die draufstehen, haben, ist OVP und soweit ich das sehen kann unbenutzt)

    oder leihweise (!) einen PAT-Tester von Megger (Megger PAT2)

    Odin, far og klokeste av alle guder, gi meg veiledning, visdom og seier i mine anstrengelser

  • ein Isomessgerät für 70€ ?

    Das kann doch nur Mist sein 🤔

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    C64, C65, C66, Gammel+Mist...

  • ein Isomessgerät für 70€ ?

    Das kann doch nur Mist sein 🤔

    Technisch steckt da glaube ich nicht viel drin. Die Kalibrierung und Zertifizierung kostet vermutlich viel. Und ich vermute mal, dass der Hersteller auch sehr mit seinem Ruf kämpfen wird wenn da irgendwas krumm ist wenn es was falsches misst. Vielleicht werden in dem Preis auch irgendwelche Regressansprüche abgedeckt. Das interessiert UNI-T vermutlich gar nicht. :)

    C64C mit 8580, C64 mit 6581 und C64G mit ARMSID,

    C16, VC20, PET3016+32K, 3x1541, 2x1541-II, Pi1541, Philips CM8833-II, 1084S

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  • Den Preis als eilniges Qualitätskriterium zu nehmen, darauf gebe ich nichts. Ich habe schon mit zu vielen Premiumprodukten ein Reinfall erlebt (siehe mein Audi, Vergleich mit dem Dacia meines Nachbars: 3x mal dürft ihr raten, wer deuuuuuutlich mehr Ärger mit der Karre hatte) und auf der anderen Seite mit billigen China-Krachern gute Erfahrung gemacht (hier im Forum mal das Thema Kapazitätsmessung nachschauen).

    Natürlich gibs nix umsonst, niemand hat etwas zu verschenken und wenn ich mir hochwertige Markengeräte mit 500 Euro mehr angucken, muss da nun ja ein Unterschied sein.

    Als Interessent nützen mir daher die Aussagen nix ala für 70 Euro kanns nur Schrott. Es ist schrott, weil? Die Messungen nix taugen, das Ding unsicher ist? Her mit den Fakten.

    Saskia hatte mir schon ein paar Infos dazu gegeben, da gehe mal auf die Recherche.

    Übrigens, das Unitteil hat knappe 60 Rezensionen und ich weiß, die 4-5 Sterne Beiträge kann man mal getrost ignorieren, da ggf. eh gefaked. Ich finde bei den 1-3 Sternen Beurteilungen nix gravierendes. Hoher Stromverbrauch bei den Akkus oder eine ausschl. engl. Bedienungsanleitung....poh. Juckt mich nicht.

    Ich will keine Lanze für das Unit-Teil brechen, aber bevor ich 200-300 Euro locker mache, bräuchte ich ein paar mehr Fakten, warum das Teil Schrott ist.

    Ich gehe noch mal ein wenig auf die Suche, bisher habe ich keine Berichte über Verletzte gefunden, weil das Teil minderwertig ist, aber zugegeben: Ich habe noch nicht wirklich viel Zeit in die Recherche gesteckt.

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  • uni-t ist bekanntfür die situationselastische Auslegungs von VDE und CAT Normen.

    als Ergänzung zum Telefonat. Da ich ja PV und Akku-Anlage aufgebaut habe und durch den Umbau meines HAKs auch recht regen Kontakt mit örtlichen Elektrikern hatte: Die halten sich auch nicht so wirklich immer an die VDE. Als der Kollege fragen zu meiner Erdung gestellt hatte und ich ihm die VA4-Stäbe und die frostfreie Verlegung gezeigt habe, war er recht erstaunt. Er verlegt immer eine Spatentiefe: "Merkt doch eh keiner" :thumbdown:

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  • Wegen genau eines solchen Arschlochs hatte ich erheblichen Ärger mit der EWE und mußte die komplette Installation und Abnahme neu machen lassen. Inclusive Protokollierung des Pfuschs. Ist jetzt bei Gericht und Staatsanwaltschaft.

    Ich wunder mich dann nicht, daß es so häufig brennt.

    Daß deutsche Autos inzwischen qualitativ eher meh sind, hätt ich Dir sagen können. Sei's drum. Ich hab Dir am Telefon gesagt, worauf ich Wert lege, und warum. Und warum ich für solche Geräte die bekannter zertifizierter Hersteller nehme (Fluke, Keithley, Gossen, Megger, ...)

    Ja, die sind teurer. Mir ist es das wert. Ob die unabhängige Zertifizierung für Dich ebenso bedeutend ist, kannst nur Du beurteilen.

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  • Ich nutze einen gebrauchten Gerätetester.

    Gerade die alten Analogen bekommt man oft sehr preiswert, da mit diesen Geräten die Vorgaben bezüglich Dokumentationspflicht und auch ausführung der Messungen kaum noch (oder nicht mehr) eingehalten werden können. Kalibrierung ist auch ein Thema.

    Nicht funktionieren tun natürlich die alten "Idiotenmessgeräte", die nur zwei Lampen für "OK" und "Nicht OK" haben. Selbige bekommt man ebenfalls hinterhergeworfen, da mittlerweile IMMER eine Bewertung und Dokumentation der Messerte stattfinden muss, die es hier ja garnicht gibt. Hab ich noch hier stehen zum schnellen Kabelprüfen.

    Aber soetwas wie hier verlinkt finde ich nicht verkehrt und man kann damit auch seine anderweitigen Elektogeräte kontrollieren und eventuelle Fehler erkennen. (Fürn Hausgebraucht ist nicht nach Vorschrift immer noch besser als gar nicht).



    Bei einem Gebrauchten Messgerät sollte man natürlich immer Prüfen, ob es noch richtig misst und die Werte zumindest einigermaßen stimmen. Zb könnte man mit einem anderen, geliehenen Messgeräte vergleichen. Empfielt sich im übrigen auch immer mal mit dem eigenen Messgerätepark zu machen. Passiert gerne mal, dass etwas falsch misst und man merkt es nicht, wenn man nie die Kontrolle macht.

    Gruß C-Man

  • muellerarmack

    Hat das Gerät für 70€ ein VDE Label ?

    Wenn nicht würde ich die Finger von lassen.

    Die hohe Prüfspannung ist nicht ungefährlich.

    Man sollte auch schon wissen was man tut.

    Wenn ein Gerät von Fluke > 1K kostet KANN das Ding für 70€ eigentlich nur Spielzeug, oder Mist sein.

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  • Bei Fluke habe ich gefunden zum Thema Zertifikate:

    CSA gemäß Norm CSA/CAN C22.2 Nr. 61010,1-04; TÜV gemäß Norm IEC/EN 61010-1 2. Ausgabe

    Bei dem UNIT-Teil nur den Satz:

    "Der Tester wurde gemäß den Sicherheitsanforderungen für elektronische Messgeräte und den Sicherheitsstandards IEC61010-1 entwickelt"

    Also heißt für mich erst mal Nein: Kein Siegel, kein Zertifikat


    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

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  • beim Peaktec das gleiche, ich kann dort nix finden...also wirds bei mir wohl auf ein Ausleihen hinauslaufen.

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  • So kleine Isolationstestgeräte, die in Multimetern integriert sind, testen nur mit vergleichbar wenig Spannung (max 1000V, oft auch nur 750 oder gar 500V!) und meist auch nur über einen kurzen Zeitraum. (da batteriebetrieben und oft auch -Weidezaunprinzip- nur mit begrenzter Energiemenge, sprich geladenem Kondensator getestet wird)

    Diese Handisolationstester sind mehr für die eMobilität, damit kann man messen ob ein grober Isolationsfehler vorliegt, resp GEGENtesten, ob die Abschaltung samt Kurzschliessen der HV-Verkabelung VOR Arbeiten daran erfolgreich durchgeführt oder eben (nach den Arbeiten) erfolgreich wieder aufgehoben wurde.

    Aber auch da rate ich zu Markenqualität und sogar zu Neugeräten resp. aber aus wirklich bekannter Historie samt neuer Kalibration und Test im Werk oder durch etablierten Dienstleister, ne einfache "Jahresprüfung" nach A3 ist da sicher nicht zielführend. Also weit unter 1000 EUR dürfte da nichts wirklich Brauchbares gehandelt werden.

    Sonst hätte ich dann mehr Angst mich in falscher Sicherheit zu wiegen!


    Einen NETZ-Trafo wirklich zu testen erfordert eine min. 1minütige Messung mit min. 1,5KV, besser 3KV oder mehr und nachlieferfähiger Quelle, sonst fallen nur ganz grobe Dinge auf, die sich bei den nach VDE üblichen 2-Kammer-Sicherheits-Trafos aber eigentlich baulich gar nicht ergeben, neuzeitlicher Billig-Schaltnetzteil-Pfusch wie die Apple-Steckerladegeräte von vor ca. 10 jahren explit ausgenommen!

    Insofern ist eine Prüfung vorhandener KONVENTIONELLER 2-Kammer-Trafo-Netzteile eigentlich recht einfach: Sichtprüfung, ob wirklich Zweikammertrafo vorliegt und ob mech. Schäden, Überhitzungsspuren oder auch grobe Verschmutzungen resp. gar Feuchte sichtbar sind, Luft- und Kriechstrecken sind dabei besonders genau zu begutachten!

    Da dann noch mit 500V oder auch 1KV eine Basisisolaton zu vermessen wird zwar in der Regel keine neuen Erkenntnisse bringen, aber ist natürlich besser als nichts oder wenn es baulich nicht so einfach ist, obige Sichtprüfung durchzuführen.

    Aber eben nur für Geräte, die an sich in Ordnung sind, nicht aber für Neubauten oder nach Reparatur oder Umrüstung!

    Anders sieht es generell auch bei Schaltnetzteilen aus, dort sind dann aber min. 1500V über eine Minute an die zusammengefassten Eingänge (also Kurzschlussklemme über Phase, Null und PE am Netzanschluss) gg. ebenso zusammengefasste Ausgänge durchzuführen, je nach Anforderung auch die doppelter oder noch höherer Isolationsfestigkeit, d.h. bis knapp 6 KV schon bei nominal mit 230V AC betriebenen Geräten...

    Entsprechende Meßgeräte sind hochgefährlich in Laienhand (und auch vor Kindern etc geschützt aufzubewahren!), deren Ausgänge liefern absolut LETALE Spannungen und Stromstärken!

    Daher kann ich an dieser Stelle auch nur davor warnen, sich solche Geräte gebraucht zu kaufen, sofern man nicht wirklich vom Fach ist und das auch wirklich "tagtäglich" braucht!