Elektronik - Anfängerfragen

Es gibt 29 Antworten in diesem Thema, welches 2.513 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (18. Oktober 2024 um 12:00) ist von Zitruskeks.

  • Wenn's heutzutage um Schaltungen geht, würde ich mich in Sachen Lehrzwecke auf Digitalschaltungen beschränken. Kondensator nicht mit einem Pin an Masse (also als reiner Puffer benutzt)? Brr.

    Falstad und Co sind tatsächlich ganz nett zum weiteren Erkenntnisse gewinnen, aber analog ist so gut wie nichts wirklich einfach.

    Sowas wie "Schalter entprellen" macht auch niemand mehr in Hardware heutzutage, zumal das Signal eh an einen Microcontroller gehen wird (oder?).

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. - Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • ich habe das hier jetzt erst entdeckt :)
    und ich habe hier nur den anfang teilweise gelesen.

    man sollte bedenken.
    7400 ist nicht gleich 7400.

    wenn damals es schaltungsvorschläge mit einem 7400 gab, so sollte man auch einen 7400 bei solchen sachen auch nehmen.

    schon die damaligen 74ls00, oder 74L00 oder 74S00 oder 74C00 und andere würden bei RC schaltungen sich anders oder ganz anders verhalten.

    da sie schon an den eingängen und ihren ausgängen ganz anders aufgebaut sind.

    so fließen da ganz andere ströme, gegenüber einem anderem typ.

    nun werden z.b. cmos typen oft verwendet, die sind gegenüber einem 7400 oder den anderen, sehr hochohmig. da fließen kaum noch eingangsströme. so muss man die schaltungen auch anders dimensionieren oder sogar ganz anders aufbauen.

    auch wenn ein 74hct00 ttl zu einem 7400 oder einem 74ls00 kompatibel ist, dann sind die pegel damit gemeint und nicht die auftretenden ströme an den eingängen. wie bei den echten DTL oder TTL ICs.

    wenn man schaltungen nur nachbauen möchte, sollte man sich genau die gleichen bauteile auch besorgen.

    oder es an neuere technologie anpassen.

    die 100 ohm widerstände werden wohl bei einem 7400 ok sein. da er ganz andere ströme benötigt. als z.b. ein 74ls00 oder sogar ein 74hct00.

    gruß
    helmut

    Helmut Proxa @axorp (HP.)

    proxa computer

    ultra electronic Helmut Proxa GmbH & Co. Computer Systeme Hardware Software KG - Telex 888 66 27 uehp

  • Ja, klar damit entprelle ich den Schalter, da der Kondensator sich in der Zeit sich auflädt.


    Aber der Nand hat immer beide Eingänge auf 100R im Original ?

    Sie funktioniert, aber es funktioniert dann anders.

    Im Original, mit den Kurzgeschlossenen Eingängen sorgt das Laden des Kondensators nur eine Impuls, der Ausgang des Gatters ändert nur kurz (beide Eingänge gehen kurz low während des Ladens des Kondensators) und geht dann auf seinen Ausgangszustand zurück. Wenn man den "Kurzen" rausnimmt dann bewirkt der Schalter eine dauerhafte Umschaltung des Gate-Ausgangs.

    Btw, es geht im Buch um einen Taster. Taster, nicht Schalter. Daher will man einmal pro Tasterdruck EINEN kurzen Impuls erzeugen.

  • Als Verständnis Frage, wenn ich die Verbindung zwischen den Eingängen trenne, funktioniert doch die Schaltung.


    Warum ist die notwendig?

    bei der 7400 schaltung wurden beide eingänge zusammen geschaltet.

    das machte man damals fast immer, wenn man nur einen eingang benötigte.

    so musste man den unbenutzten nicht noch extra an gnd (ODER) oder +v (UND) legen.

    an gnd legen machte keine probleme nur direkt an +V sollte man nicht machen.

    da es dann doch probleme über spannungsspitzen, von nachbar ics, geben könnte.
    deswegen benutzt man auch die 0,1µ abblock kondensatoren um das möglichst zu verhindern.
    so legte man einen unbenutzten pin, mit einem anderen zusammen oder über einen pull-up widerstand dann an +V.

    nun aber zu der 7400 schaltung, da man zwei eingänge zusammen geschaltet hat, fließen in den eingängen ganz andere ströme, als wenn man nur einen genommen hat. normal egal.

    hier aber wird ein kondensator und ein widerstand zum laden oder entladen benutzt, so ist es nun nicht mehr egal. es gibt ja kein echtes digitales signal mehr.

    und wenn man nun nur einen eingang benutzt, so stimmt die RC dimensionierung micht mehr.

    ob der zweite eingang nun über einen 100 ohm oder einen 10 kohm widerstand an +V gelegt wurde, hat mit der RC schaltung nichts mehr zu tun.

    früher musste man dies alles genau berücksichtigen, nicht nur die TTL-pegel sondern auch die ströme.
    diese wurden bei den ics mit fan-in und fan-out angegeben.

    ein ic eingang hatte einen fan-in wert, im datenblatt und der ausgang einen fan-out wert.

    nun gehen wir von dem 7400 aus, er wurde oft als basis genommen.

    ein 7400 eingang hatte einen fan-in 1 und ein 7400 einen fan-in 10.

    so konnte ein 7400 bis zu 10 der 7400 eingänge problemlos und garantiert treiben und das verhalten wurde garantiert.

    wenn man nun an einen 7400 mehr als 10 TTL / 7400 eingänge geklemmt hat, dann stimmten ja die pegel nicht mehr, so hat dann einer der eingänge vielleicht nun gesponnen und die schaltung machte nicht immer das was sie sollte.

    nun wieder zu der 7400 schaltung, da man da zwei 7400 eingänge zusammen geschaltet hat, hat man an dieser stelle, ja ein fan-in von 2, also eine doppelte belastung einses eingangssignals.

    hier ist die rc schaltung das eingangssignal, so verhält es sich gegenüber einer belastung nur mit einem eingang, also fan-in 1 auch ganz anders.

    bei den cmos ics, also den moderneren, z.b. den 74hc00 oder den 74hct00 rechnet man nicht mehr mit dem TTL fan-in und dem fan-out. da die eingänge da sehr hochohmig sind. und sie an den ausgängen besser schalten. dafür gibt es wiederum andere problem.

    sieht man irgendwo RC kombinationen, so sollte man möglichst die gleichen bauteile da auch einsetzen oder neu berechnen. ich benutzte RCs nur im notfall. nur wenn ich es nicht anders lösen konnte oder es viel teurer dann wann. jedes RC macht auch eine digitale schaltung oft auch unsicherer.

    gruß
    helmut

    Helmut Proxa @axorp (HP.)

    proxa computer

    ultra electronic Helmut Proxa GmbH & Co. Computer Systeme Hardware Software KG - Telex 888 66 27 uehp

  • Als Verständnis Frage, wenn ich die Verbindung zwischen den Eingängen trenne, funktioniert doch die Schaltung.

    Warum ist die notwendig?

    Weil das NAND-Gatter als Inverter benutzt wird, und das kann man entweder so machen, dass man beide Eingänge parallel schaltet, oder einen EIngang dauernd auf "H". Das Ergebnis ist das gleiche. Man sehe sich die Wahrheitsbatelle an:

    Code
     A  B  |  Y
    -------+-----
     0  0  |  1
     0  1  |  1
     1  0  |  1
     1  1  |  0

    Schalte ich A und B parallel, gibt es nur zwei Zustände:

    Code
     A  B  |  Y
    -------+-----
     0  0  |  1
     1  1  |  0

    Die Schaltung ist ein Inverter.

    Lege ich A fix auf 1, gibt es auch nur zwei Zustände:

    Code
     A  B  |  Y
    -------+-----
     1  0  |  1
     1  1  |  0

    Auch diese Schaltung ist ein Inverter, invertiert wird "B".

    [edit]

    Antwort auf die Frage: Die Verbindung ist in diesem speziellen Fall nicht notwendig, beide Schaltungen sind aus Logik-Sicht gleichwertig. Verwendet man stattdessen ein NOR-Gatter, gilt das nicht mehr.

    Es ist üblicher, beide Eingänge parallel zu schalten.

    Im konkreten Fall sind noch die Lade- und Entladevorgänge zu beachten, daher wurde das so gelöst.

    Eine entprellte Taste bekommt man auch, wenn man einfach einen Kondensator über den Taster lötet. Habe fertig.

    [/edit]
  • Danke für deine ausführlichen Erklärungen! :thumbup:

    Auf den Seiten 23 und 24 des Buchs steht dazu auch ein bisschen was, inklusive einer Tabelle:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

  • Antwort auf die Frage: Die Verbindung ist in diesem speziellen Fall nicht notwendig, beide Schaltungen sind aus Logik-Sicht gleichwertig. Verwendet man stattdessen ein NOR-Gatter, gilt das nicht mehr.

    Doch, sie ist notwendig. Denn nur durch den Link wird der Kondensator auch dann wieder geladen, wenn der Taster/Schalter geschlossen ist. Was dafür sorgt das nur ein High-Impuls am Ausgang des Gatters liegt. Egal wie lange man den Taster geschlossen hält. Die Pulslänge bestimmt dabei die RC-Zeitkonstante des rechten Widerstands und des Kondensators. Der linke Widerstand bestimmt zusammen mit dem Kondensator wie lange man nach einem Impuls keinen neuen auslösen kann (das eigentliche Entprellen).

    Hier mal beide Varianten nebeneinander. Versucht mal den linken (1M) auf 2.2 oder 3 zu ändern, uns spammt dabei den Taster. Je höher der WS, umso länger bis wieder ein Tasterdruck registriert wird. Die Wenn man den 100K auf 1M ändert verlängert sich der generierte Impuls.

    Rechts, ohne die Verbindung bleibt der Ausgang des Gatters so lange high, wie der Taster gedrückt wurde. Auch hier: der 1M bestimmt, wie schnell man nach loslassen wieder drücken kann.


    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Doch, sie ist notwendig. Denn nur durch den Link wird der Kondensator auch dann wieder geladen, wenn der Taster/Schalter geschlossen ist. W

    Im konkreten Fall sind noch die Lade- und Entladevorgänge zu beachten, daher wurde das so gelöst.