Signale am 4066

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 1.492 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Januar 2024 um 09:47) ist von Manic.

  • Hallo,

    ich bin gerade bei meinem nicht funktionierenden VC20 auf der Fehlersuche. Da ich gerade keinen Zugriff auf das gerät habe will ich es mal so versuchen. Es handelt sich um ein Gerät mit dem 9V Anschluss (2 Polig). Seriennummer so um die 4000.

    So ganz tot war das Gerät nicht, denn manchmal ist es mir Zeichenwirrwar gestartet (alternativ weißer Bildschirm) und selten kam es auch zur Einschaltmeldung.

    Nachdem ich unsaubere Kontakte ausschließen wollte habe ich alles gesockelte raus, mit dem Glasfasterstift gereinigt. Nadem die Ics alle etwas breitbeinig dastanden habe ich diese noch gleichmäßig nachgebogen da die Originalsockel ja nur einseitig Kontakte haben und ich die da nicht mit seitlichem Druck reinquetschen wollte. Das ganze habe ich mit Erdungsband gemacht und die Unterlage ist ein Holztisch. Nach der Aktion startet der VC20 nun mit einem schwarzen Bildschirm.

    An der CPU liegt der Takt an also auch am VIC. Die Resetleitung geht exakt nach 2 Sekunden auf High.

    Nun habe ich mal das Umfeld prüfen wollen. Ich habe gelesen, dass am 4066 überall "Pulse" anliegen bis auf die 2 Pins zur Spannungsversorgung.

    Bis auf 2 Pins paßte das ganz gut. Auf PIN 1 und 2 habe ich ein dauerhaftes High mit 3,7 Volt. Die Pulse hab ich am Oszi geprüft.

    Was könnte die das dauerhafte High veranlassen? Am Pin 13 der zum Steuern dient habe ich ja einen Puls.

    Grüße

    Manic

  • Was könnte die das dauerhafte High veranlassen?

    Am wahrscheinlichsten: ein Defekt des 4066.

    Das ist ein Schalter, der über Pin 1 und 2 ein Signal schaltet und Pin 13 schaltet den Schalter ein und aus. Dieser Schalter könnte nun immer an (geschlossen) sein

    Und/oder: ein Dauerhigh der Datenleitung VD10. Wenn da immer HIGH-Pegel ist, ist am Ausgang des 4066 auch immer HIGH-Pegel. Alerdings müsste dann beim ausschalten über Pin 13 des 4066 an Pin 1 ein LOW sein, es sei denn, eins der RAMs zieht diese Datenleitung auf HIGH.

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  • Genau, der schaltet praktisch nur durch. Ich habe ein Schaltbild gefunden vom 4066 bei dem beide PINs 1 und 2 mit I/O bezeichnet. So konnte ich erst mal nicht sagen welcher der beiden Pins als I oder O fungiert.

    Ich hatte eher das RAM jetzt in Verdacht. Hab das allerdings noch nicht rausgesucht ob die Leitung vom RAM ein Input oder Output darstellt. Wenn es ein Output darstelle dann scheint der RAM einen Treffer zu haben, oder?

  • RAM hat eine wesentliche Eigenschaft an den Datenleitungen: die können Inputs UND Outputs sein. Sonst wäre es ein ROM oder - seltener - ein WOM. :)

    Der 4066 hat die günstige Eigenschaft, dass die Schalter ebenfalls in beide Richtungen funktionieren. Es kann also nicht nur der 4066 selbst sein, auch alles davor und dahinter.

  • Das waren meine Befürchtungen wegen der Bidirektionalität, dass man es so nicht eingrenzen kann.

    Als nächstes werde ich mal die CPU ausbauen und in eine Floppy vom C64 stecken und schauen ob die noch geht. Halt irgendwie eingrenzen das ganze. Ich könnte aber den 6044 auslöten und schauen auf welcher Leitung das dauer High kommt.

  • Ich könnte aber den 6044 auslöten und schauen auf welcher Leitung das dauer High kommt.

    Das wäre am sinnvollsten. Sollte der doch in Ordnung sein, hast du immerhin eine Unterbrechungsmöglichkeit, ohne eine Leiterbahn auftrennen zu müssen.

    Einen zweiten VC20 hast du nicht, oder? Der VIC hängt nämlich auf beiden Seiten des 4066, ist normalerweise gesockelt und könnte so auch als Fehlerquelle ausgeschlossen werden.

  • RAM hat eine wesentliche Eigenschaft an den Datenleitungen: die können Inputs UND Outputs sein. Sonst wäre es ein ROM oder - seltener - ein WOM.

    Frühe RAMs ( wie die 2102 ) hatten getrennte Ein- und Ausgänge die extern über ein Latch resp. Bustreiber wieder zum bidirektionalen Bussignal vereinigt werden mussten.

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    Natürlich schritt auch dort die Integrationsdichte voran und diese Latches wurden integriert.

    Aber RAM an sich definiert sich nur darüber, das es beschreibbar und lesbar ist, nicht, ob das über die gleiche Leitung funktioniert.

  • Nachdem ich das Board gestern mal ausgebaut hab zum Auslöten des 4066 hab ich nun auch dessen Bezeichnung. Mehr ist nicht zu finden.

    Der 4066 ist ausgelötet und gesockelt. Nachdem ich vorab auch den 6502 raus hab, hab ich gestern nicht mehr gemessen. Versuche heute Abend den 6502 mal in einer Floppy zu testen ob der geht. Sollte der gehen so kommt er wieder aufs Board und dann mach ich auch gleich die Messung am Sockel des 4060

    Edit: Wo finde ich den passenden Schaltplan für meine Platine?

  • Wo finde ich den passenden Schaltplan für meine Platine?

    Bei Zimmers gibt es Schaltpläne:

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    Deins ist am ehesten der 324001 (VC-20 rev B PAL-Design). Keine Ahnung, wie sich Rev. B und Rev. C unterscheiden, aber um den 4066 herum müsste alles identisch sein. Dieser Plan dürfte bis auf die wenigen Unterschiede PAL/NTSC identisch mit den Plänen aus dem "Friendly Computer Technical Manual" PDF weiter unten sein. Kann man vielleicht besser drucken.

    Hier in der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. gibt es die auch. Zimmers ist manchmal nicht zu erreichen.

    Andere sind mir nicht bekannt, hat es bisher aber auch nicht gebraucht. Spricht natürlich nichts dagegen, einen von der Rev.C zu zeichnen. :D

  • Nachdem ich gestern den 6502 testen wollte, jedoch keine Motivation hatte den verstauten C64 samt TV rauszukramenerinnerte ich mich, dass ich mal eine Schaltung hatte um einen 6502 so zu testen. Hab das Dingens auch gleich gefunden und mal angeworfen. Die 3 LEDs flackerten munter was ein gutes Zeichen ist. Dann hab ich den aus dem Sockel genommen und ihn wieder zurück in den VC20 gesteckt. Den 4066 hab ich rausgelassen und mal angeschalten.

    Was soll ich sagen - an PIN 1 und 2 waren plötzlich Signale und nicht mehr dieses halbseidene High. Also Rechner ausgemacht und den 4066 gesteckt.

    Plötzlich habe ich wieder ein Bild! Das Bild ist aber nach wie vor fehlerhaft wie man auf dem Foto sehen kann. In den beiden markierten Bereichen blinkten ein paar Zeichen im Rhythmus des Cursors. Ich hab dann das Gerät ein paar mal aus und wieder eingeschalten. Ab und an kommt auch ein ganz weißer Bildschirm. Ansonsten lande ich immer genau bei dieser Darstellung.

  • Update:

    Nachdem nun der 74LS245 gesockelt war und auch die neuen ICs da waren wollte ich starten. Zunächst erst mal den alten 74LS245 rein und den Dead Test nochmal gestartet um den alten Zustand zu verifizieren damit ich weiß der Sockel ist korrekt gesetzt worden. Was soll ich sagen, der Dead Test lief fehlerfrei durch wie im Bild zu sehen war. Nach mehrmaligem Neustart hat sich daran nichts geändert. Nun hab ich dann das Eprom durch das Original ROM getauscht und stellte fest => geht immer noch.

    Ich denke der IC bzw. die Lötstellen zu dem hatten vermutlich ein Problem. Aber es hat bestätigt, dass wir auf der richtigen Spur waren.

    Vielen Dank an alle die hier eifrig mitgeholfen haben!!!!

    Grüße

    Manic