Polyplay — reagiert nicht auf Emails …?

Es gibt 164 Antworten in diesem Thema, welches 24.759 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (18. April 2024 um 23:12) ist von He-Man1982.

  • Dann sollte man aber die Möglichkeit, eine Email zu schreiben, auch konsequent weglassen.

    Vielleicht sollte jemand Sebastian eine Mail mit diesem Tipp schreiben? :saint:


    Letztlich handelt es sich m.W. um eine rechtliche Vorgabe, dass Polyplay per Mail kontaktierbar sein muss, denn Bestellbestätigungen, Rechnungen usw. werden schließlich per Mail verschickt.

    Insofern gehe ich also auch davon aus, dass Sebastian Mails sogar liest. Muss er ja, wenn beispielsweise Stornierungen reinkommen. Nur die Zeit für eine Antwort spart er sich. Da könnte man wirklich bessere Lösungen finden.

  • ich bin der Meinung, dass es in Ordnung ist auf Ware zu warten. Nicht in Ordnung ist aber schlechte Kommunikation oder keine Rückmeldung auf Nachfragen.

    Sehe ich auch so. Nicht die Wartezeit ist das Problem, sondern die schlechte Kommunikation. Ich habe keine Probleme Monate zu warten, sofern ich denn darüber auch informiert werde. Nur diese Information, die fehlt nun mal (häufig), wenn der entsprechende Fall eintritt, dass es zu längeren Lieferverzögerungen kommt.

  • So, ich habe jetzt auch mal einen nicht-dringenden Testballon gestartet und warte gespannt, wann ich die Bestellung erhalte...

    Jetzt mal ganz ehrlich, einige von uns hier (Alle?) haben doch im Laufe des Lebens schon mal im IT-Support gearbeitet. Kennt ihr das nicht auch, dass wenn mal was nicht läuft, aber jeder vor der Tür steht und sein Schicksal klagen will und man da zuhört, erläutert, was man tuen will bis Verständnis aufkommt und dann steht der Nächste vor der Tür ... bis man den ganzen Tag nur mit Erläuterungen und Beschwichtigungen verbracht hat ohne auch nur ein kleines Bisschen am Problem gearbeitet zu haben?

    Irgendwann kommt dann der Punkt - man kann den Leuten ja nicht brüsk vor den Kopf stoßen, dann hagelts Beschwerden - wo man einfach Outlook schließt, das Smartphone abschaltet und dann am Problem arbeitet und die nächste Kommunikation mit den Mitarbeitern ist erst wieder die Vermeldung der Problembehebung ohne zwischendurch ständig Zeit damit zu haben, Verständnis aufzubringen, in dem man zuhörend da sitzt und Anfragen mit geratenen Wiederherstellungsterminen beantwortet.

    Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich bilde mir ein (Obacht, ab jetzt alles meine Vermutung!) Sebastian ist irgendwann in seinem One-Man-Show-Laden genau an dem Punkt angekommen. Weil man ITler nur mit Liebe sein kann, wenn zumindest der Asperger an die Tür klopft, verschlampt er nichts und hat auch nicht vor Aufträge hinten runter fallen zu lassen, aber wenn er arbeitet, arbeitet er stumpf alle Aufträge nach Eingangsdatum ab (oder stellt sie zurück, wenn Zulieferteile fehlen). Kommunikation gibt es nur in der Form von Zahlungseingangsbestätigungen und Versandbestätigungen. Alles kommt zum Kunden ... irgendwann.

    Persönlich kann ich in diesem Fall damit leben, weil - wie schon oben beschrieben - alles bei ihm bestellte ohnehin Geschenke an mich selbst sind. Da ist das ok. Natürlich würde ich bei Shops mit Fahrrad-, Motorrad- oder Autoersatzteilen oder bei Bestellungen, die ich für Heimarbeiten am Haus brauche (und das dann natürlich in genommenen Urlaubstagen machen will), nicht akzeptieren. Aber hier passt das schon - für mich. Außerdem weiß ich, mit einer Träne im Auge, natürlich auch, dass es in absehbarer Zeit vorbei sein wird. Psytronik hat sich aus dem Spielepublishing für die 264er zurück gezogen, weil ihnen die Disketten ausgingen. Das wird bei Poly.Play auch passieren und ich glaube Kartons mit Download-Code wären dann hohl (für den 64er könnten modernere Hochkapazitätsmodule eine Alternative werden, aber für ie 264er erwarte ich das nicht).

    Ideen, die ich mit eurer Hilfe gerne wahr machen würde:

    1. Eine wirklich neue Maus am C64 auf Basis der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    2. Die erste echte Maus für die 264er mittels Anschluss einer Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Jetzt mal ganz ehrlich, ...

    Ich bin schwer beeindruckt, dass selbst so unhöfliches Verhalten eines Gewerbetreibenden, denn nichts Anderes ist es, Mails von zahlenden Kunden (tagelang) zu ignorieren, auf Verständnis einiger Kunden stossen kann.

    Kein Wunder, dass sich Dienstleister nicht mehr bemühen (müssen), wenn Kunden selbst sowas noch schlucken.

  • Also ich fühle mich bei PolyPlay nicht unhöflich behandelt. Muss wohl Stockholmsyndrom sein. Oder Verständnis für den riesiegen Berg an Arbeit, den Sebastian nebenberuflich leistet.

  • -trb- Genau.

    ... und die Diskussion hier dreht sich im Kreis! Man muss doch da nichts bestellen wenn man nicht will.

    Die Anderen wissen jetzt in aller Ausfuehrlichkeit, dass es u.U. mit der Lieferung dauern kann und ggf. nicht zeitnah (oder gar nicht) auf Emails geantwortet wird.

  • Wenn ich einen dreistelligen Betrag für Lagerware ausgebe, und dann viele Wochen nichts höre, keine Versandbenachrichtigung bekomme, und schliesslich auf mehrfache Nachfragen keine Antwort erhalte, dann ist bei mir jedwedes Verständnis flöten, ausser es käme raus es wäre Krankheitsbedingt oder wegen eines ähnlichen Notfalls.

    Es handelt sich um einen gewerblichen Händler, nicht um einen Privatmann der ein paar Sachen auf Kleinanzeigen verkauft.

    So kann man nicht mit Kunden umgehen.

    Es wird auch ganz gern vergessen dass bei weitem nicht jeder Besteller wissen kann dass es sich um einen Einmann Betrieb im Nebenerwerb handelt. Und ehrlich gesagt interessiert mich das als Kunde auch gar nicht, wenn er den Laden alleine nicht schafft, dann soll er halt jemanden einstellen oder das Angebot reduzieren oder von mir aus auch zumachen. Deswegen hört die Welt schon nicht auf sich auf zu drehen.

  • [...] oder von mir aus auch zumachen. Deswegen hört die Welt schon nicht auf sich auf zu drehen.

    In Deutschland musst du die überbordenden Regeln auch im ganz kleinen Betrieb erfüllen und bist dadurch IMMER, eigentlich schon, wenn du nur Restplatinen auf ebay verkaufst, kommerziell unterwegs. Dieses Land unterscheidet in den Anforderungen nicht den Ein-Mann-Betrieb und Saturn/MediaMarkt/Amazon/etc. und bevorzugt damit automatisch Leztere. Die Erwartungshaltung, dass dann alle die Leistung/Service von Amazon bringen, oder einfach schließen müssten - am Besten noch mit der Behauptung man verliere nichts - ist dabei extrem kurzsichtig gedacht. Am Ende bleibt dann nämlich nur der Größte und ein Produkt in jeder Kategorie, das ich der Einfachheit halber jetzt mal "Trabant" nenne. In dieser Welt gäbe es so etwas wie Retro-Computing GAR NICHT. Da gäbe es für die Massen ein Chromebook und für die Eliten ein Macbook. MEHR NICHT. Das ist dann das Ende der Konsolidierung und Optimierung.

    Aber ich gebe offen zu, ich verstehe meine Mitmenschen nicht (mehr). Auf der einen Seite wird verbal auf Ein-Mann-Betrieben, Tante-Emma-Läden und inhabergeführten Geschäften rumgehakt und man will überall Amazon und co (obwohl dort genau das Angebot gar nicht verfügbar ist und sein wird) und auf der anderen Seite sehe ich bei Youtube, Twitch und co solche Auswüchse wie "Subatons", wo jemand nur vor der Kamera sabbelt und dann mit Donations zugeworfen wird. Warum ist das so? Warum diese Abneigung Kleinstunternehmern für tatsächliche Arbeit Geld zu geben, während man auf der anderen Seite Dampfplauderern die Millionen schenkt und sich überall sonst gerne Großkonzernen (und da am liebsten auch nur dem Größten) an den Hals wirft?

    Wie gesagt, ich verstehe das nicht. Ich persönlich weine aber auch Despegatop (auf ebay) nach, weil ich zu lange mit der Bestellung von SD2IEC und Pi1541 mit Gehäusen aus echten Gußformen wartete und er/sie nun für immer verschwunden ist. Oder denkt mal an den Pixelwizard-Shop bzw. Plexilaser. Glaubt's mir oder nicht, aber Läden wie Psytronik, Poly.Play oder Protovision sind nur eine temporäre Erscheinung. Wir können dort jetzt unsere Sammlung auffrischen, danach wird es wieder wie in den späten 1990ern und frühen 2000ern sein: Was du hast kannst du behalten, man kann sich untereinander helfen, aber die einfachen Shops, wo Wiedereinsteiger ohne diese Beziehungen kaufen können, was sie brauchen, um die Hardware wieder flott zu bekommen, werden wieder verschwunden sein. Wenn sie - eben wegen der Kunden - nicht selber aufgeben, werden immer weitere Lieferkettengesetzverschärfungen und Sanktionen gegen Zulieferer China schon dafür sorgen, dass man so ein Geschäft nur mit großer Rechtsanwaltsabteilung überhaupt stemmen kann. Aber diese Firmen nehmen dann keine Little16-Platinen im Angebot auf, das ist mal sicher.

    PS ganz ontopic: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Ideen, die ich mit eurer Hilfe gerne wahr machen würde:

    1. Eine wirklich neue Maus am C64 auf Basis der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    2. Die erste echte Maus für die 264er mittels Anschluss einer Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Glaubt's mir oder nicht, aber Läden wie Psytronik, Poly.Play oder Protovision sind nur eine temporäre Erscheinung. Wir können dort jetzt unsere Sammlung auffrischen, danach wird es wieder wie in den späten 1990ern und frühen 2000ern sein: Was du hast kannst du behalten, man kann sich untereinander helfen, aber die einfachen Shops, wo Wiedereinsteiger ohne diese Beziehungen kaufen können, was sie brauchen, um die Hardware wieder flott zu bekommen, werden wieder verschwunden sein. Wenn sie - eben wegen der Kunden - nicht selber aufgeben, werden immer weitere Lieferkettengesetzverschärfungen und Sanktionen gegen Zulieferer China schon dafür sorgen, dass man so ein Geschäft nur mit großer Rechtsanwaltsabteilung überhaupt stemmen kann. Aber diese Firmen nehmen dann keine Little16-Platinen im Angebot auf, das ist mal sicher.

    PS ganz ontopic: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    So isses. Wenn ich an die Zeit denke wo Teile besorgen einfach immer hieß, Flohmarkt, schlachten und/oder Newsgroups durchforsten....

    Wir leben in güldenen Zeiten von FPGA Ersatz, Raspis und Leuten die die Gehäuse pressen und so sehen dann halt auch die Probleme aus. Gülden.

  • Auf der einen Seite wird verbal auf Ein-Mann-Betrieben, Tante-Emma-Läden und inhabergeführten Geschäften rumgehakt

    Ich glaube nicht dass irgendjemand per se auf Ein-Mann Betrieben rumhackt, sondern lediglich an ungebührlichem Geschäftsgebahren, sprich z.B. für Lagerware Geld kassieren und erst nach langer Zeit und erst nach mehrfacher Nachfrage liefern, allgemein schlechter Kommunikation, etcpp. Sprich unseriösem Verhalten.

    Rechtslage kann auch sein wie sie will, ob 1 Mann oder 1000, ein Unternehmen, egal wie groß, hat auch Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden. Und er sollte auch Interesse daran haben seine Kunden nicht zu verprellen, sonst geht der Schuss nämlich irgendwann nach hinten los.

    Im Übrigen verstehe ich meine Mitmenschen auch nicht. Ich kapier einfach nicht wie man so jemand immer und immer wieder in Schutz nehmen kann. Der gute Mann ist mit seinem Unternehmen ganz offensichtlich überfordert.

  • Der gute Mann ist mit seinem Unternehmen ganz offensichtlich überfordert.

    Wissen kann ich es nicht, aber ich gehe davon aus, dass nun mal einfach nicht so viel Gewinn abfällt, um jemanden einzustellen. Insofern kann man froh sein, dass Leute, wie Sebastian und u.a. Protovision auch, sich die Arbeit und den Ärger machen. Da steckt so viel Arbeit und Liebe in den Projekten. Man muss wirklich fürchten, dass da irgenwann noch jemand Burn Out bekommt.

  • Glaube wir sollten dankbar sein dass es so ist, wie es ist. Den statt Sebastian von PP oder Jakob von Protovision wird das wohl kaum einer machen oder zumindest lange lange einer nicht.

    Daher besser so, als garnix.

  • Glaube wir sollten dankbar sein dass es so ist, wie es ist. Den statt Sebastian von PP oder Jakob von Protovision wird das wohl kaum einer machen oder zumindest lange lange einer nicht.

    Daher besser so, als garnix.

    Ganz genau. Ich rekurriere da gern auch noch mal auf meinen Beitrag in diesem Thread vom Dezember: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • So, ich habe jetzt auch mal einen nicht-dringenden Testballon gestartet und warte gespannt, wann ich die Bestellung erhalte...

    Jetzt mal ganz ehrlich, einige von uns hier (Alle?) haben doch im Laufe des Lebens schon mal im IT-Support gearbeitet. Kennt ihr das nicht auch, dass wenn mal was nicht läuft, aber jeder vor der Tür steht und sein Schicksal klagen will und man da zuhört, erläutert, was man tuen will bis Verständnis aufkommt und dann steht der Nächste vor der Tür ... bis man den ganzen Tag nur mit Erläuterungen und Beschwichtigungen verbracht hat ohne auch nur ein kleines Bisschen am Problem gearbeitet zu haben?

    Irgendwann kommt dann der Punkt - man kann den Leuten ja nicht brüsk vor den Kopf stoßen, dann hagelts Beschwerden - wo man einfach Outlook schließt, das Smartphone abschaltet und dann am Problem arbeitet und die nächste Kommunikation mit den Mitarbeitern ist erst wieder die Vermeldung der Problembehebung ohne zwischendurch ständig Zeit damit zu haben, Verständnis aufzubringen, in dem man zuhörend da sitzt und Anfragen mit geratenen Wiederherstellungsterminen beantwortet.

    Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich bilde mir ein (Obacht, ab jetzt alles meine Vermutung!) Sebastian ist irgendwann in seinem One-Man-Show-Laden genau an dem Punkt angekommen. Weil man ITler nur mit Liebe sein kann, wenn zumindest der Asperger an die Tür klopft, verschlampt er nichts und hat auch nicht vor Aufträge hinten runter fallen zu lassen, aber wenn er arbeitet, arbeitet er stumpf alle Aufträge nach Eingangsdatum ab (oder stellt sie zurück, wenn Zulieferteile fehlen). Kommunikation gibt es nur in der Form von Zahlungseingangsbestätigungen und Versandbestätigungen. Alles kommt zum Kunden ... irgendwann.

    Persönlich kann ich in diesem Fall damit leben, weil - wie schon oben beschrieben - alles bei ihm bestellte ohnehin Geschenke an mich selbst sind. Da ist das ok. Natürlich würde ich bei Shops mit Fahrrad-, Motorrad- oder Autoersatzteilen oder bei Bestellungen, die ich für Heimarbeiten am Haus brauche (und das dann natürlich in genommenen Urlaubstagen machen will), nicht akzeptieren. Aber hier passt das schon - für mich. Außerdem weiß ich, mit einer Träne im Auge, natürlich auch, dass es in absehbarer Zeit vorbei sein wird. Psytronik hat sich aus dem Spielepublishing für die 264er zurück gezogen, weil ihnen die Disketten ausgingen. Das wird bei Poly.Play auch passieren und ich glaube Kartons mit Download-Code wären dann hohl (für den 64er könnten modernere Hochkapazitätsmodule eine Alternative werden, aber für ie 264er erwarte ich das nicht).

    Dann hängt man ein Schild an die virtuelle Tür und sagt, "melde mich in 3 Tagen wieder".

    Rundmail an alle, Info auf der Webseite, Autoresponder... gibt so viele Optionen in der heutigen Zeit zu kommunizieren.

    EVIL DUNGEON Collector's Editions: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Man muss wirklich fürchten, dass da irgenwann noch jemand Burn Out bekommt.

    Das ist längst passiert. Ich habe Protovision 2004 verlassen wegen dem ganzen Stress um die phys. Releases - andere jedoch haben weitergemacht, warum auch immer. Aus "Liebe zur Community"? Seit damals haben 2 Personen nach jeweils ein paar Jahren wegen Burnout- bzw. Burnout-Gefahr das Handtuch geworfen, ich möchte jetzt aus persönlichen Gründen nicht näher auf die Namen oder Umstände eingehen. Wer lange genug dabei ist kennt sie noch, die guten Geister die früher alles rund um Abwicklung der Bestellungen bei Protovision gemacht haben, bis JTR (Jakob) das übernommen hat. Und man weiß nicht, wie lange er es noch macht, denn es ist wahr: Die Hürden werden von der Bürokratie immer höher gelegt.

    Ich lese hier "gewerblich", "kommerziell", "Nebenerwerb", "Leute einstellen" - das ist leider utopisch. Der Retro-Markt ist dafür viel zu klein. Bloß weil etwas Geld kostet, heißt nicht dass hier ein "Erwerb" von Geld stattfindet. Bei den meisten Projekten geht es nur darum, einen Teil der Kosten zu decken. Würde man allen Beteiligten einen Stundenlohn auszahlen wollen, wäre man weit unter Mindestlohn.

    Also, da mögen manche noch so sehr wie Rumpelstilzchen um's Feuer tanzen: Die Anspruchshaltung "Ich bin hier schließlich Kunde" kann man gerne bei Großkonzernen an den Tag legen, die Milliardengewinne ausweisen (und das NACH DEM alle Manager ihre Mega-Gehälter bekommen haben), aber hier im Retro-Umfeld muss man eben manchmal Geduld und Verständnis haben. Auch wenn mich selbst manches auch nervt - es ist eben so.

    Ginge es manchmal besser? Klar! Aber Perfektion kann man eben nicht erwarten. Gerade was die Kommunikation angeht, haben selbst Großkonzerne Probleme. Bei Commodore hab ich damals mal nach dem Status des C65 gefragt und nach Monaten (!) kam die Antwort "von einem solchen Gerät ist uns nicht bekannt". Und auch wenn auf dem Kalender 2024 steht: Auch heute hakt es doch überall, gerade bei der Kommunikation - z.B. Flugverschiebungen bei der Lufthansa, da hatte ich neulich eine Änderung so dass mein Umstiegsfenster plötzlich deutlich kleiner wurde. Kommuniziert wurde das nicht, nur eine Mail mit den neuen Flugdaten, was sich geändert hatte musste ich Zeile für Zeile vergleichen und rausfinden. Und das bei einem modernen Großkonzern. Nur: Wo beschweren? Auf Facebook? Bei den großen lässt man sich's gefallen, bei den kleinen wird "drauf rumgehackt", aber warum? Weil man es kann. Weil wir in einer Welt leben wo wir von Großkonzernen beherrscht werden, und Retro soll ja die Insel sein in der alles besser ist, tja...

    Darum gehöre ich wohl zu denen, die "solche Leute in Schutz nehmen", also die Einzelkämpfer. Aber sicher auch, weil ich mit der Zeitschrift Amiga Fever ja auch mal selbständig war. Fazit daraus: Den Stress eines "Kleinunternehmers" in Deutschland wünsche ich selbst meinem ärgsten Feind nicht an den Hals.

    Und er sollte auch Interesse daran haben seine Kunden nicht zu verprellen, sonst geht der Schuss nämlich irgendwann nach hinten los.

    Und genau die Annahme ist falsch. Welcher Schuss? Wenn hier Aussicht auf Gewinn gemeint ist - diese gibt es nicht. So lange die Produkte nur ins Kleinstmengen (2-3 stellig) verkauft werden, sind die "Preise", welche die "Kunden" hier "bezahlen" eigentlich eher als kleine Kostenbeteiligung zu sehen. Im Grunde ist es, wie hier auch schon andere geschrieben haben, in gewisser Weise umgekehrt: Die "Kunden" sollten die Anbieter lieber mal nicht verprellen, sonst haben die nämlich keinen Bock mehr, und dann, tja, geht DER Schuss vielleicht nach hinten los. Diese Philanthropen gucken dann ggf. vielleicht auch lieber Youtube oder Tiktok, als sich mit den Beschwerden der armen Kunden herumzuschlagen, die *Fuß aufstampf* ja gewisse Rechte haben.

    Meldet euch lieber, so wie ich, freiwillig bei diesen "Unternehmern" mitzuhelfen. Ich habe damals als Sam's Journey für den C64 rauskam, zwischen Weihnachten und Neujahr bei JTR verbracht um zu helfen die Vorbesteller abzuarbeiten. Inzwischen bin ich wieder Protovision-Member und versuche im Hintergrund ein wenig zu helfen oder auf Veranstaltungen Projekte vorzustellen.

    Also: Fragt nicht, was die Anbieter für euch tun können - fragt, was ihr für die Anbieter tun könnt! :D

    BOOM Special Edition - Link zum Ordern: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    Trailer: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Danke Thunderblade , dass du hier aus dem Nähkästchen plauderst. Das hat bisher in allen Threads zum Thema gefehlt. Ich habe es mir auch verkniffen, jemanden aus dem Bereich zu taggen. Kostet letztlich Zeit, wenn die das alle hier lesen und sorgt bei so manch einem Posting auch nicht gerade für ein gutes Gefühl während des Lesens - und darüber hinaus.

  • Ich lese hier "gewerblich", "kommerziell", "Nebenerwerb", "Leute einstellen" - das ist leider utopisch. Der Retro-Markt ist dafür viel zu klein. Bloß weil etwas Geld kostet, heißt nicht dass hier ein "Erwerb" von Geld stattfindet. Bei den meisten Projekten geht es nur darum, einen Teil der Kosten zu decken. Würde man allen Beteiligten einen Stundenlohn auszahlen wollen, wäre man weit unter Mindestlohn.

    Das mag alles so sein. Und natürlich ist es illusorisch, jemanden einzustellen.

    Trotzdem wird der Shop kommerziell betrieben. Jemand der dort bestellt und die Hintergründe nicht kennt, der erwartet eine professionelle Abwicklung.

    Und wenn so ein unbedarfter Kunde dann wochenlang nichts hört und die Kohle vielleicht schon abgebucht ist, der wird vielleicht auch irgendwann mal den Anwalt bemühen. Damit muss man als Betreiber einfach rechnen.

    Ich halte das alles für sehr gewagt. Und wenn es den Betreibern des Shops nicht gut tut, dann möchte ich dort auch nicht bestellen und Leute in den Burn-out treiben. Falls Sebastian in einer ähnlichen Situation ist, dann verstehe ich auch nicht, dass hier einige sich wünschen, dass er das möglichst lange weiter macht. Ich möchte das nicht unterstützen.

  • Und wenn es den Betreibern des Shops nicht gut tut, dann möchte ich dort auch nicht bestellen und Leute in den Burn-out treiben.

    Es ist ja so, die Leute bei Protovision, Poly.Play und Co. haben offenbar eine recht hohe intrinsische Motivation das zu machen, was sie eben tun. Wenn Käuferinnen und Käufer die teils gehobene, mitunter womöglich etwas überzogene Anspruchshaltung aufgeben und lieber auch mal positives Feedback liefern, hilft es sicher sehr dabei, dass es auch bei der Motivation bleibt und Leute nicht zwangsläufig gefrustet einem Burn Out entgegen steuern.