C64 Frust (viel Text)

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema, welches 5.497 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. März 2024 um 21:07) ist von BinaryDigitSix.

  • Früher radelte ich 45 Minuten durch Schneegestöber für EIN neues C64-Spiel.

    Heute sind´s nur wenige Mausklicks und ich habe tausende Spiele.

    Früher hatte man EINE Konsole oder Heimcomputer, heute meist mehrere.

    U.s.w........

    Dank Internet hat man heute viel mehr Möglichkeiten.

    Man sieht mehr, kommt auf neue (dumme) Ideen und hat somit viel mehr Interessen.

    Dazu hat man dann mehr finanzielle Möglichkeiten als Erwachsener, aber weniger Zeit.

    Ich arbeite aktuell 27,5 Stunden pro Woche (davor sogarnur 24, aber aufgrund der

    steigenden Energie-/Lebensmittelpreise habe ich nun etwas erhöht,

    da am Haus auch noch einige Renovierungen anstehen).

    Was nützt einem das Geld, wenn man´s nicht sinnvoll (!) ausgeben kann?

    Klar kann man sich alle Commodore-Geräte kaufen, aber wenn sie eh nur im Schrank stehen,

    was nützen sie einem? Also entweder auf ganz wenige Hobbys beschränken

    bzw. nur ein Gerät kaufen - oder eben bewusst damit leben, dass man nicht alles

    gleichzeitig machen kann.

    Beim Thema Sport (bei mir täglich eine Stunde) argumentiere ich gegenüber den "Keine Zeit für Sport"-

    Menschen immer: Wieviel Stunden verbringst Du täglich mit Film/Fernsehen? ;)

    Bei mir sind´s pro Woche durchschnittlich 2 Stunden - nicht pro Tag, sondern pro Woche!

    Manche meiner Kollegen sehen sich mehrere Serien an und kommen somit auf mehr als 2 Stunden täglich.

    Klar, dass man dann "keine Zeit hat".

    Und dann noch das ganze Lesen & Schreiben im Forum64, DAS kostet erstmal Zeit! ;)

  • Gesundheit ist wichtiger als Geld.

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen. :verehr: .: Mit Bitte melde dich an, um dieses Bild zu sehen.wäre das nicht passiert! :. :prof:  Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    :syshack: .: Meine 3D-Drucker Teile auf :. Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. :strom:

  • Spiele auf Cassette sind eigentlich relativ unempfindlich gegen Verschleiß, meine alten Tapes gehen alle noch. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass deine alten Spielstände mit einer Datasette gespeichert wurden, deren Kopf anders justiert war als dein aktuelles Gerät. Da würde ich nicht so schnell aufgeben, sondern mal eine Kopfjustage vornehmen und weiter versuchen.

    Jupp, das kenne ich auch. Da kommen dann öfters mal LOAD ERROR vor.

  • lamer Das klingt nicht gut. ...

    Ich wollte mir einen Kommentar verkneifen. Aber nach der Vorlage von Tilobyte, Lamer, das klingt wirklich nicht gut. Ich sehe da eine Schnittmenge mit meinem Bruder, der da nur Arbeit und Einsamkeit kannte, bei sehr gutem Verdienst. Und die eigentliche Lebensfreude nach hinten verschieben. Lebenspartner fürs Leben... wird schon noch kommen.

    Dabei (vermutlich) die Warnsignale des Körpers überhört.

  • was für den 64er gilt, gilt für das liebe Geld auch: Spätestens an der Pforte zu Walhalla ist Schluss mit Mitnehmen und ich kenne leider auch schon so einige, die im Bekanntenkreis früher gehen mussten. Ich kalkuliere heute nicht mehr unbedingt mehr mit 80-90 Jahren oder mit dem Erreichen des Renteneintritts, ergo renne ich auch nicht mehr jedem Fleißkärtchen hinterher.

    Beim Sport kenne ich kein Pardon, jeden Tag 1-1.5h, danach bin ich aber auch platt, dass es nur noch für den Streamdienst reicht und damit back to Topic : der 64 & Konsorten daher

    zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Am WE wird am Haus geschraubt, ergo ebenfalls wenig Zeit für die Retrokisten.

    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

    „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ (Friedrich III.)

  • Klar kann man sich alle Commodore-Geräte kaufen, aber wenn sie eh nur im Schrank stehen,

    was nützen sie einem? Also entweder auf ganz wenige Hobbys beschränken

    bzw. nur ein Gerät kaufen - oder eben bewusst damit leben, dass man nicht alles

    gleichzeitig machen kann.

    Das halte ich für einen guten Ansatz. Dazu gehört auch noch auf gar keinen Fall die (wenigen) Geräte, die man hat wegräumen "weil man sie ja rausholen kann". Macht man nie. Ich finde das Beispiel von Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. sinnvoll, der seinen VIC 20 auch als Dekorationsobjekt am Homeoffice-Arbeitsplatz hat. Die Technik muss da stehen, damit man sich auch an ihr erfreut, wenn man eigentlich anderes macht. Warum auch nicht? Und warum "Rumstehchen" und "Einstaubchen" aus dem Möbelhaus kaufen? Oder Bilder zu denen man keinen Bezug hat? Es muss halt nur eine gute Auswahl und schön arrangiert sein und kein Messie-Haufen. Tja, und wenn das immer da steht, dann macht man den Kram auch an ... nicht immer zum Spielen, aber vielleicht auch zum Demo-Anschauen statt Netflixen.

    Beim Sport kenne ich kein Pardon, jeden Tag 1-1.5h, danach bin ich aber auch platt, [...] Am WE wird am Haus geschraubt, ergo ebenfalls wenig Zeit für die Retrokisten.

    Ok, so macht man sich natürlich selber das Leben zur Pflichtveranstaltung. Ich bin die letzten drei Wochen über 500 km Rad gefahren, aber nur weil das Wetter hier grandios war und das Stadtradeln als Wettkampf zusätzlich anspornte. Aber wüsste ich, ich müsste jeden Abend auf Geräten rankloppen und dabei die Wand anstarren, würde ich jeden Tag schon am Morgen so hassen, wie die Schule, zu Zeit des Geräteturnens. Ja, da lebe ich dann nicht gesund, aber bei Dauerregen oder Gewitter gibt's eben keinen Sport. Sport gibt's bei mir nur Draußen und auch nur dann, wenn etwas in mir nach draußen drängt (kann auch Frost und Schnee sein, aber niemals strömender Regen).

    Das Gleiche gilt beim Wohnraum. Wenn man selber baut, muss man sich klar machen, dass man sich dann für EIN Hobby entschieden hat, das kein Zweites neben sich duldet (bis zum Tod oder dem Wechsel in betreutes Wohnen). Bei mir war das auch ein Grund für die Entscheidung lieber per Miete zu wohnen. Es würde mich mental zerreissen, wenn ich immer was am Haus machen müsste und dann z.B. Dinge die ich machen will - etwa im Sommer draußen Fahrradpflege und Reparatur - mangels Zeit an Andere zu vergeben hätte.

    Ideen, die ich mit eurer Hilfe gerne wahr machen würde:

    1. Eine wirklich neue Maus am C64 auf Basis der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    2. Die erste echte Maus für die 264er mittels Anschluss einer Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Geld ist schon wichtig, aber Gesundheit und Zeit sind definitiv wichtiger für mich geworden, je älter ich werde. Ich bin jetzt 52 und bin vor ein paar Jahren auf 80% Teilzeit gegangen (30std. die Woche).

    Weniger Geld, aber es reicht so zum Leben... und jetzt die Zeit auch mit dem ganzen früher gekauften "Stuff" auch zu spielen :smile:

    Ich plane meine Freizeit auch jeweils 'ne Woche im Vorraus und lege fest wann ich was mache die nächste Woche. Ich habe sehr viel Glück, daß ich eine Frau abgekriegt habe, die Brettspiele und alte Kosolenspiele ebenfalls liebt :smile:

    Gruß,

    John

    Kleinalrik : Falls Du die cassetten mit den Spielständen nicht entsorgt hast und die Justage der Datassette das Problem nicht beseitigt kannst Du ja mal versuchen die von einem Tapedeck -> in den PC -> umwandeln als TAP -> ggf. Tap-clean oder ähnliches -> zurück als Wave -> wieder aufs Tapedeck. Ist super mega umständlich, hat bei mir aber bei der einzigen Cassette geholfen die partout nicht laufen wollte.

  • Nur vorübergehend - selbstverständlich - bis ich mal wieder Zeit habe, na klar. Und wer weiß, in 35 Jahren - dann bin ich 85 - vielleicht... neinnein, ganz, GANZ bestimmt...

    Dann bist Du also 50 (ich 52). Ich persönlich kalkuliere für mich, daß man ab diesem Alter gar nicht mehr so lange arbeiten wird. "Sind nur noch ein paar Jahre", sozusagen. Ich kannte auch viele aus der vorhergehenden Generation, die gar nicht bis 65 oder gar 67 gearbeitet haben, sondern vielleicht bis 57. Und selbst bei 65 wären es ja nur noch 15 Jahre, und danach ist in jedem Fall Elite-Zeit. "Wenn wir leben und gesund sind" - wie meine Schwester oft sagt.

    Und davor halt wie vorgeschlagen Spieleabende einplanen. ("Elite" ist aber auch das zeitintensivste Spiel. Man kann auf dem C64 ja auch kleinere Spiele daddln, die heute als "für zwischendurch" durchgehen würden.)

    Und übrigens:

    Ihr werdet euch noch wundern,

    wenn ich erst Rentner bin,

    sobald der Stress vorbei ist,

    dann lang' ich nämlich hin ... Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. :)

  • Aber wüsste ich, ich müsste jeden Abend auf Geräten rankloppen und dabei die Wand anstarren....

    1.) Du MUSST nicht, sondern Du DARFST.

    Mein Arbeitskollege (noch keine 30) sitzt im Elektro-Rollstuhl. Der würde liebend gerne die Möglichkeit haben,

    jeden Abend auf Geräten "ranzukloppen".

    2.) Wieso die Wand anstarren? Den dort ausgestellten C64 bzw. die darauf laufenden Demos. ;)

  • Dieses Update kann ich euch nicht vorenthalten:

    Ein Kollege aus der IT-Abteilung hat mir aus dem Schrott-Fundus einen Monitor mit S-Video-Eingang überlassen. Mehr testweise baute ich das C64-Ensemble am Schreibtisch meines Sohnes (11 Jahre) auf.

    Und er war sofort begeistert!

    Es fing schon damit an, dass er nicht drauf klar kam, dass die CAPSLOCK-Taste einrastet. Allein diese hat er zehn Minuten lang fasziniert rein- und rausgedrückt.

    Als ich ihm dann einfachste BASIC-Programme zeigte, war's um ihn geschehen. Einfachere Programmierbeispiele und Befehle die ich ihm zeigte, hatte er aufgesaugt und fing gleich selbst an, zu programmieren.

    Ihm gingen die Augen über, als ich SEIN Programm auf Diskette speicherte und dieses jederzeit wieder aufrufen konnte. Sowas kannte er gar nicht.

    In drei Tagen konnte er mein ganzes BASIC-Wissen, wofür ich zwei Jahre brauchte (gut, so viel beherrsche ich auch gar nicht).

    Dann hat er das C64-Handbuch (das ich jahrelang völlig unterschätzte) in die Finger bekommen und hat sich weitere Befehle und Programmierungen selber beigebracht. Der Junge ist der Hammer.

    Das Dingen ist im November wieder ein bisschen eingeschlafen, als er zum Geburtstag einen PC bekommen hatte und der C64 platzmäßig weichen musste.

    ...

    Letzte Woche ruft mich mein Schwager an, dass er einen C64 gefunden habe und nicht mehr weiß, mit welchen Befehlen Programme von Diskette geladen werden.

    Ich hab ihn dann mit meinem Sohn besucht, und statt meiner hat mein Sohn ihm alles erklärt.

    In einer kurzen Leerlaufphase hat mein Sohn dann mal eben ein kleines Textadventure geschrieben, aus dem Kopf. Gut, ist jetzt euphemisierend. War eine dreistufige INPUT A$ Schleife. Aber doch nett.

    Als ich dann die Pi1541 an seinen C64 anschloss und wir mal so nebenbei ein paar Spiele aus dem Internet zogen, bekam mein Schwager feuchte Augen.

    Seine Pi1541 und ein ordentliches C64-Netzteil waren noch am selben Abend im Warenkorb und bestellt.

    Das war ein schöner, langer, gemeinsamer Abend, in dem ein Elfjähriger und ein 50jähriger über Stunden ein gemeinsames Thema hatten und keine Langeweile aufkam.


    Auf der Heimfahrt sagte mein Sohn: "Papa, können wir einen größeren Schreibtisch ins Kinderzimmer stellen? Auf dem auch der C64 Platz hat?"

    :emojiSmiley-22:

    Ich denke, das ist machbar.

    :emojiSmiley-01:

  • Das ist eine der schönsten aktuellen C64 Storys seit langer Zeit, sowas hätte mMn sogar einen eigenen Thread verdient anstatt sich hinter "C64 Frust" zu verstecken ;)

    Dann warten wir mal ein paar Jahre ab, ob dann dein Sohn hier auch aufschlägt :thumbsup:

    "Werter Pöbel, wertes Gesocks ... aus dem Arsche zieht euch den Stock ..."

  • Das ist eine der schönsten aktuellen C64 Storys seit langer Zeit, sowas hätte mMn sogar einen eigenen Thread verdient anstatt sich hinter "C64 Frust" zu verstecken ;)

    Dann warten wir mal ein paar Jahre ab, ob dann dein Sohn hier auch aufschlägt :thumbsup:

    Warum warten? Er hat doch einen PC....

    :smile:

  • Dann hat er das C64-Handbuch (das ich jahrelang völlig unterschätzte) in die Finger bekommen und hat sich weitere Befehle und Programmierungen selber beigebracht.

    Kann ich aus Erinnerung bestätigen, so schlecht war das Handbuch nicht.

    Ich hatte 1983 eine Kopie des Handbuchs in die Finger bekommen, bevor ich überhaupt einen Computer besass. Ich hatte das Handbuch verschlungen und fing an, schon auf Papier "Programme" zu schreiben (angefangen bei einfachen FOR-Schleifen, immer komplexer werdend).

    Als ich dann im Dezember den C64 besass konnte ich feststellen, dass einiges davon funktionierte, einiges etwas Nacharbeit benötigte, dass es aber schon ganz gut klappte.

  • Tolle Sache!

    Mein Sohn (10) spielt auch gern mit mir am C64. Oder wir programmieren kleine Sachen zusammen.

    Schön, dass der Frust etwas gewichen ist - man muss eben seinen Weg finden. Das scheint bei Euch funktioniert zu haben :smile:

    EVIL DUNGEON Collector's Editions: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Nunja, Elite läuft aber. Und den Rang von damals, den kann ich mir ja locker wieder erspielen.


    Und dann...

    Um die benötigte Zeit (auch bis zu "Elite") zu verkürzen, könnten wir ja mal auf effektive Taktiken in Elite zu sprechen kommen. Da Du schon "Tödlich" warst, also auf der vorletzten Stufe, bist Du ja kein Anfänger, aber vielleicht ist noch Luft nach oben. Deshalb mal ein paar Fragen:

    1. Warst Du zum Schluss rundum mit Military-Lasern ausgestattet, also auch nach links und rechts?

    2. Gingen der Amflug an die Station und das Docken ruckzuck und ohne Docking Cpmputer? (Ich benutze für einiges die englische Terminologie, weil ich die englische Version spielte, aber ich denke, Du weißt, was ich meine.)

    3. Hast Du bei der Annährung an den Planeten / die Station (nach Ausnutzung des Jump Drives) von der Frontsicht zu einer anderen Sicht gewechselt? (Verkürzt die Flugzeit, weil weniger zu rendern ist.)

    4. Konntest Du die Situation, dass Dich die Thargoiden im Hyperraum abfangen, garantiert meisrtern? (Immer eine Energy Bomb dabei und genug Reserve-Sprit im Tank, um noch einen Planeten anspringen zu können?)

    5. Achtetest Du darauf, stets ein sauberes Strafregister zu behalten? - Wichtig, um die beiden Spezialaufträge zu bekommen, die sehr motivierend sind und wohl auch den Punktestand für den Rang gut voranbringen.

    6. Hattest Du Dich zum Schluss auf Anarchie-Systeme spezialisiert, wo sich die meisten Piraten abschießen lasssen?

    7. Kamen Deine Raketen fast immer ins Ziel?

    8. Kennst Du den Trick, in der Rücksicht die Joystick-Richtungen zu invertieren, so dass sich nach hinten genau so gut kämpfen lässt wie nach vorne? (Gut nutzbar bei Vorbeiflügen oder um bei starker Beschädigung der Frontschilde nach einem schnellen Wendemanöver weiterkämpfen tzu können.)

    9. Hast Du zum Wenden die Geschwindigkiet (fast) auf Null reduziert und erst dann wieder aufgedreht?

    10. Hast Du Dich zum Schluss noch mit Handel treiben aufgehalten? - Nach meienr Erinnerung reichen dann Kopfgelder, aufgescooppte Frachtcontainer, Rettungskapseln und Thargoids zur Dedckung der Unkosten.

    Das sind so ein paar Sachen, die mir spontan einfallen, bei Unklarheiten könnte ich auch noch ins Detail gehen. Vielleicht haben andere auch noch Tips.